Bleifarbener Delfin springt nahe Uferbefestigung.

 

Projektziel:
Schutz von Bleifarbenen Delfinen vor Hainetzen an der Küste von KwaZulu-Natal, Südafrika, durch Entwicklung nicht-tödlicher, naturverträglicher Strandschutzmaßnahmen.

Projektdurchführung:
Meeresbiologin Shanan Atkins und Professor Neville Pillay, Universität Witwatersrand, Institut Animal, Plant and Environmental Sciences, AP&ES, Johannesburg, Südafrika.

Projektort:
Newark Beach, Richards Bay - Provinz KwaZulu-Natal, Südafrika

 

Die letzten ihrer Art
In Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin.Bleifarbener Delfin: In einem Hainetz ertrunken. Foto: Brett AtkinsBleifarbene Delfine (Sousa plumbea) - eine der vier anerkannten Buckeldelfinarten - sind die am stärksten vom Aussterben bedrohte Meeressäugerart in Südafrika. Die an der Ostküste des Landes (Provinz KwaZulu-Natal) lebende Population soll sogar aus nicht mehr als 200 Individuen bestehen. Hauptbedrohungsfaktor für diese extrem küstennah lebende Delfinart ist Beifang in Fischernetzen.

Entlang der Küste von KwaZulu-Natal kommt eine bislang völlig unterschätzte Gefahr hinzu: Hainetze zum Schutz von Surfern und Badegästen vor Angriffen großer Haie.

 

Sie töten unbarmherzig und unterschiedslos
In Südafrika, Australien oder Brasilien werden Strände vielfach noch durch Hainetze "geschützt". Dazu werden mehrere Stellnetze etwa 400 Meter vor der Küste installiert.

Sie sind meist etwas über 200 Meter lang, Sechs Hainetze und eine 'Drumline' schützen Alkanstrand in der Richards Bay.Hainetze schützen den Alkanstrand in der Richards Bay.sechs Meter hoch und werden knapp unter der Wasseroberfläche schwebend verankert. In ihnen verfangen sich große und kleine Haie, Rochen, Meeresschildkröten, große Fische und Delfine. Die Tiere sterben einen langsamen, qualvollen und einsamen Tod – wenn sie nicht rechtzeitig befreit werden.

An 37 Badestränden der 320 Kilometer langen Küste von KwaZulu-Natal lauern zusammengerechnet 23,4 Kilometer Hainetze.

 

Todesfalle Richards Bay
In einer Langzeitstudie konnte Shanan Atkins die Richards Bay als Beifang-Hotspot identifizieren: Die sechs Stellnetze hier sind für 60 Prozent des Beifangs von Bleifarbenen Delfinen der gesamten Provinz verantwortlich! Als besonders gefährlich gilt dabei das vor dem Strand von Newark angebrachte "Netz 99".

Bleifarbener Delfin springt nahe am Strand.Bleifarbene Delfine leben sehr küstennah. Foto: Brett AtkinsEs ist dringend notwendig, die Beifangverluste in Richards Bay zu stoppen, sonst wird es bald keine Bleifarbenen Delfine an der Ostküste Südafrikas mehr geben!

Umweltverträglichere Methoden für Richards Bay finden
Die gängigen, nicht-tödlichen Strandschutzmaßnahmen lassen sich in Richards Bay nicht installieren. "Elektrozäune" - am Meeresgrund verankerte Elektrokabel, die die elektrosensiblen Haie abschrecken – können im sandigen Sediment nicht verankert werden. Und für den zuverlässigen Einsatz von "Shark Spottern", die die Menschen rechtzeitig vor nahenden Haien warnen, ist die Meeresoberfläche oft viel zu trüb.

Deshalb verfolgen Shanan Atkins und ihr Team eine Doppel-Strategie:

  • Bleifarbener Delfin schwimmt nahe am Strand.Bleifarbener Delfin schwimmt Richtung Strand. Foto: Brett AtkinsEntwicklung kurzfristig wirkender Maßnahmen zur Senkung der Beifangrate, z.B. durch Modifizierung von "Netz 99" .
  • Langfristig die Entwicklung und Etablierung wirkungsvoller, aber nicht-tödlicher Strandschutzmaßnahmen, um sämtliche Hainetze in KwaZulu-Natal zu ersetzen.

Hierzu soll u.a. untersucht werden, wie und wann Delfine und Menschen den Strand von Newark aufsuchen und welche Gebiete für die Delfine zu welchen Zeiten besonders attraktiv sind. Dazu werden Langzeit-Video- und Hydrophonaufnahmen durchgeführt. Bürgerforscher (Citizen Scientists) können bei der Analyse der Video- und Hydrophonaufnahmen über eine spezielle Internetseite mithelfen.

Nicht nur Einheimische sollen sich beteiligen. Shanan Atkins und ihr Team möchten Menschen aus der ganzen Welt die Möglichkeit eröffnen, an der Lösung des Hainetzproblems mitzuarbeiten.

Zusätzlich werden Workshops und Seminare mit Experten und allen betroffenen Interessenvertretern stattfinden. Gemeinsam sollen Lösungswege für nachhaltigen und naturverträglichen Strandschutz erarbeitet werden.

 

Badevergnügen ja - aber nicht länger auf Kosten toter Delfine und Haie
Wichtig ist, dass sämtliche Interessenvertreter eingebunden werden. Haiangriffe sind nicht nur in Südafrika ein extrem sensibles und wirtschaftlich für die Tourismusindustrie auch wichtiges Thema - auch wenn sie sehr selten sind.

Doch ohne die Bevölkerung, betroffene Kommunen und Naturschutzbehörden einzubinden, kann es keine naturverträgliche Lösung der Hainetzproblematik geben.

 

Viel Zeit bleibt den Bleifarbenen Delfinen von KwaZulu-Natal nicht!

 

Weitere Informationen:

⇒ SouSA - Protecting South Africa’s humpback dolphins

⇒ Buckeldelfine vertragen allzu viel menschliche Nähe nicht

⇒ Es gibt vier Buckeldelfinarten: Neue Delfinart bestätigt alte Evolutionstheorie

⇒ Requiem für einen Delfin

 

Helfen Sie den Bleifarbenen Delfinen

In Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin Richards Bay, KwaZulu-Natal, Südafrika

Projektpartner

Shanan Atkins - Marine Biologist
Prof. Neville Pillay
⇒ School of Animal, Plant and Environmental Science (AP&ES)
University of Witwatersrand, Johannesburg, Südafrika
E-Mail: shananatkins[AT]gmail.com

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