In Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin.

"Bather protection": Stellnetze zum Schutz vor Haien töten unterschiedslos und grausam
In Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin aus der Richards Bay, Südafrika.In Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin aus der Richards Bay, Südafrika. Foto: Brett Atkins

Im Meer baden oder surfen ist an den Küsten von Südafrika oder Australien ein Massenvergnügen. Weniger vergnüglich wird dort der Ausflug in die Nähe beliebter Küstenabschnitte für Meerestiere wie Delfine, Haie, Meeresschildkröten und größere Fische.

Etwa 400 Meter vor der Küste lauern tödliche Fallen aus jenseits der Brandung parallel zur Küste ausgebrachten Stellnetzen. Sie sind jeweils etwas über 200 Meter lang, sechs Meter hoch und sollen, knapp unter der Wasseroberfläche verankert, Menschen vor Haiangriffen schützen.

Und schützen heißt hier, dass die in diese Kiemennetze schwimmenden Haie, darunter auch immer wieder Exemplare vom Aussterben bedrohter Arten, sterben müssen - wenn sie nicht rechtzeitig befreit werden.

Der betäubte Delfin mit dem Köderhaken im Maul wird in die Tierklinik transportiert.Der betäubte Delfin mit dem Köderhaken im Maul wird in die Tierklinik transportiert.
Foto: Sea World Research & Rescue Foundation
Die verheerende Wirkung sogenannter "Haischutzvorrichtungen" bekam ein schwangeres Delfinweibchen vor Queensland, Australien, zu spüren.

Es war wohl recht hungrig und verbiss sich in den Köderhaken einer "Drumline", mit der für den Menschen potenziell gefährliche Haie von Bade- und Surfstränden ferngehalten werden sollen. Meist überleben sie dies ebenso wenig wie andere Meerestiere, die von den Ködern angelockt werden.

Doch das Delfinweibchen hatte Glück. Mitarbeiter des "Shark Control Program" fanden es gerade noch rechtzeitig und alarmierten ein Rettungsteam der "Sea World Research & Rescue Foundation".

Schädel eines Grossen Tümmlers.Josh Frydenberg, neuer australischer Umweltminister, hat mit einer Sondererlaubnis das Stellen von bis zu 10 Hainetzen an fünf Stränden entlang der Nordküste des Bundesstaates New South Wales ermöglicht. Frydenberg, der mit seiner Entscheidung die lokale Tourismusindustrie stützen möchte, verurteilt damit unzählige bedrohte Meerestierarten, darunter Delfine, Haie, und Meeresschildkröten, zu einem sinnlosen und grausamen Tod.

Wir haben Josh Frydenberg aufgefordert, die Sondererlaubnis aus Artenschutzgründen unverzüglich rückgängig zu machen und sich stattdessen für nicht-tödliche Haischutzmaßnahmen einzusetzen.

Projektpartner

Shanan Atkins - Marine Biologist
Prof. Neville Pillay
⇒ School of Animal, Plant and Environmental Science (AP&ES)
University of Witwatersrand, Johannesburg, Südafrika
E-Mail: shananatkins[AT]gmail.com

Kostenlos Gutes tun!

Logo goood.