Schweinswale 2016 - Überraschungen, Freude und Trauer
Über 600 Schweinswal-Sichtungen sind dieses Frühjahr per Online-Formular oder direkt über WhatsApp gemeldet worden – eine wunderbare, dankenswerte Unterstützung unseres "Citizen Science"-Projekts durch die Bevölkerung! Erneut konnte belegt werden, dass die kleinen Wale im Frühjahr weit in Elbe und Weser flussaufwärts ziehen, den Stinten folgend, die zum Ablaichen aus der Nordsee ins Süßwasser schwimmen. Viele Schweinswale bezahlten ihre Reise...
Appell an alle Kapitäne zum Hamburger Hafengeburtstag: Bitte auf Schweinswale achten!
Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) appelliert an alle Schiffsführer, die während der morgen beginnenden 827-ten Geburtstagsfeier im Hamburger Hafen mit Schiffen oder Booten unterwegs sein werden, auf Schweinswale zu achten. Schweinswale im Hafen Mehr als 300 Schiffe werden zum Hafengeburtstag vom 5. bis 8. Mai erwartet. Derzeit halten sich aber immer noch zahlreiche Schweinswale im Gebiet des Hamburger Hafens auf. 2012 und...
Spaziergänger findet toten Schweinswal in Oldenburg
Am 23. April fand Peter Curth fand beim Spaziergang mit seinem Hund einen toten kleinen Schweinswal in der Hunte beim Hemmelsbäcker Kanal in Oldenburg. Herr Curth informierte uns sogleich übers Handy und schickte Fotos von dem toten Wal und eine genaue Beschreibung der Fundortstelle. Wir sind sehr traurig über diesen Fund. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um den kleinen Wal, der auch im Oldenburger Hafen am 31. März noch lebend gesichtet...
Sie sind wieder da – Schweinswale in der Elbe und im Hamburger Hafen
In den vergangenen zwei Wochen wurden mehrfach Schweinswale in der Elbe gesichtet: bei Brunsbüttel, Brokdorf und Glückstadt, aber auch wieder wie 2012 und 2013 vermehrt bei Blankenese, Övelgönne, Teufelsbrück und mitten im Hamburger Hafen, in der Norderelbe sogar beim Anleger Entenwerder. 20 Meldungen sind seit Ende Februar bereits eingegangen. Meist konnten die Kleinen Tümmler von Land aus beobachtet werden. Es wurden Dreiergruppen, Duos und...
Schweinswalen auf der Spur: Sichtungen bitte melden!
Die ersten Schweinswale sind an der Nordseeküste und in den Flüssen gesichtet worden: Am Valentinstag schwamm ein einzelnes Tier in der Elbe bei Hetlingen gemächlich Richtung Hamburg. In der Jade wurde am 18. Februar einer der kleinen Wale beobachtet und am 25. und 27. Februar Gruppen von zwei und drei Tieren in der Weser bei Bremerhaven. Schweinswale gehören mit zu den kleinsten Walen der Welt und sind die einzige in deutschen Gewässern...
Bildungsarbeit: Flusswächter-Projekt
Projekt für den Erhalt der Biodiversität mit dem Schweinswal als Projektsymboltier - Schüler können Lebensräume und Arten entdecken, untersuchen und schützen. Die GRD unterstützte bei diesem Projekt 2015 die neu gegründete Organisation Protect Nature e.V. Die derzeitige UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung - BNE" wird seit 2015 in Form der "Zukunftsstrategie BNE 2015+" fortgeführt. Kindern und Jugendlichen wird in diesem...
Vortrag Schweinswalschutz, BioZentrum der LMU am 09.12.2015
Am 09. Dezember hielt GRD-Biologin Denise Wenger auf der Ringvorlesung "Aspekte aus Naturschutz und Umweltforschung" der LBV-Hochschulgruppe München einen Vortrag zum Thema: "Die Wale und Delfine an unseren Küsten: Neues zu Verbreitung, Gefährdung und Schutz des Schweinswals (Phocoena phocoena) und anderen Walarten". Ort:BioZentrum der LMU BiologieGroßhaderner Str. 2 82152 Planegg-Martinsried Kontakt: Alexander Hausmann...
Vortrag Schweinswale beim Symposium Säugetierschutz in Jena
Vom 18. bis 19. September 2015 fand in Jena das "Symposium Säugetierschutz - Schutzbemühungen um die heimische Säugetierfauna" statt. Veranstalter waren u.a. die Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V., die Universität Osnabrück, Fachbereich Ethologie und die Senckenberg Naturhistorische Sammlungen, Dresden Am Eröffnungstag hielt die GRD-Biologin Denise Wenger einen Vortrag zum Thema "Die Wale und Delphine an unseren Küsten: Neues zu...
Küsten- und Flusswächter im Einsatz
Mehr als 500 Flyer über das Bildungsprojekt "Küsten- und Flusswächter gesucht" wurden an Schulen und Bildungseinrichtungen in ganz Schleswig-Holstein verschickt. Reges Interesse am Projekt und an den angebotenen Freiland-Forschungsprojekten für Schüler und Projektfahrten mit der Pippilotta zeigten viele Gesamtschulen, Grundschulen, Gymnasien, private Naturführer und auch ein Internat, eine Jugendhilfewohneinrichtung sowie ein Pastor, der eine...
GRD setzt sich bei Ostseeschutzkonvention HELCOM für den Schutz von Schweinswalen ein
Ein gewaltiges Umweltproblem: Verrottende Munition in deutschen Gewässern Auf der Tagung der SUBMERGED-Arbeitsgruppe der Ostseeschutzkonvention HELCOM, die vom 22.-23. April 2015 in Bonn stattfand, konnte der Meeresbiologe Sven Koschinski für die GRD wichtige Fortschritte für den Schweinswalschutz erreichen. HELCOMDas Helsinki-Abkommen für den Schutz der Ostsee (HELCOM) aus dem Jahr 1974 sollte das Einbringen von Schad- und Nährstoffen in die...
Erste diesjährige Schweinswalsichtung in der Elbe
Am 17.3 2015, wurde am frühen Nachmittag eine Gruppe von 2 bis 3 Schweinswalen in der Hahnöfer Nebenelbe von einem Kajakfahrer gesichtet und der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) gemeldet. Die GRD führt seit 2007 ein Sichtungsprogramm für Schweinswale in den Flüssen an der deutschen Nordseeküste durch. "Dies ist die erste Meldung, die wir dieses Jahr aus der Elbe erhalten. 2012 und 2013 wurden von März bis Mai viele Schweinswale,...
Erste Schweinswale in der Elbe – River Whale Watching über Ostern
Pressemitteilung, 17.04.2014 - Erst am 16. April sind dieses Jahr die ersten zwei Schweinswale in der Elbe gesichtet worden. Sie tauchten beim Finkenwerder Rüschpark auf und wurden sofort der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) gemeldet. Im vergangenen Jahr kam ein fast invasionsartiges Auftauchen von Schweinswalen von Wedel bis in den Hamburger Hafen einer Sensation gleich: Ab Mitte März konnten von den Strandcafés unterhalb der...
Schweinswale zurück in norddeutschen Flüssen – Erste Sichtungen in Jade und Weser
Pressemitteilung, 04.03.2014 - Der erste Schweinswal dieser Saison wurde am 23. Februar von Marina Paradies bei Käseburg in der Mitte der Weser gesichtet und die Sichtung an die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) gemeldet. Seitdem sind zwei weitere Meldungen aus Weser und Jade eingegangen. 2007 hat die Biologin Denise Wenger von der GRD das Schweinswal-Sichtungsprogramm für die großen norddeutschen Flüsse, Ems, Jade, Weser und...
Schweinswalschützerin erhält Yves Rocher-Umweltpreis für Frauen
Pressemitteilung, 21.02.2014 - Denise Wenger, Diplom-Biologin bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD), ist mit dem "Trophée de femmes", einem Umweltpreis für Frauen, der von der Umweltstiftung Yves Rocher vergeben wird, für ihr Projekt zu Vorkommen und Schutz von Schweinswalen in Elbe, Weser und an der Nordseeküste ausgezeichnet worden. Am 13. Februar 2014 hat die Umweltstiftung "Yves Rocher" in Stuttgart wieder drei Frauen mit...
Ein herzlicher Dank an alle Schweinswal-Spotter
Das typische Gerät bei der Erfassung von Schweinswalen ist der Klickdetektor (CPOD). Bereits 2013 konnten dank der Hilfe des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg vier der Aufnahmegeräte in der Elbe installiert werden. Glücklicherweise leiht uns das Bundesamt für Naturschutz (BfN) 12 dieser Geräte für die kommende Saison 2014. Was kann man damit machen: Schweinswale senden bei der Orientierung, für die Kommunikation und bei der Futtersuche...
Riesig hoch, riesig gut: Transalp-Radler sammeln für Schweinswale
Eine wirklich ungewöhnliche Idee, den Schweinswalschutz zu unterstützen, hatten Kathrin Lösing und Marc-Oliver Pabst aus Hamburg. Sie radelten auf der offiziellen Transalp 2013 über die Alpen und führten weit entfernt von der Heimat der Schweinswale, hoch in den Bergen, eine Spendensammelaktion durch. Die enormen Strapazen während der einwöchigen und fast 900 Kilometer langen und extrem harten Tour, auf der kältesten und ungemütlichsten...
Tolle Aktion: Ein Herz für Schweinswale
Mit einer wunderbaren Idee zum Schutz der Kleinen Tümmler setzt sich die 16-jährige Antonia aus Glücksburg ein: Sie zeigt ein großes "Herz für Schweinswale" und verkaufte 70 wunderschöne, selbst hergestellte Duftkissen in Herzform, deren Erlös sie vollständig unserem Schutzprojekt "Schweinswale in den großen norddeutschen Flüssen" spendete. Antonia, die von allen Toni genannt wird, will nicht weniger, als die Welt ein gutes Stück besser zu...
Schweinswale in Weser und Elbe - Ergebnisse 2013
Mehr als 400 Schweinswalsichtungsmeldungen haben wir dieses Jahr (2013) erhalten und damit ein immer klareres Bild von der Verbreitung der Kleinen Tümmler in den Flüssen Jade, Weser und Elbe und an der niedersächsischen Küste. Die unglaublich tolle Unterstützung und Wertschätzung der Bevölkerung zeigen, wie wichtig die kleinen Meeressäuger und ihr Überleben den meisten Menschen sind. Herzlichen Dank an alle, die sich mit ihrer...
Trauriger Fund: Toter Schweinswal bei Blankenese
Am Abend des 8. Mai 2013 gegen 20 Uhr haben zwei Kajakfahrer einen Schweinswal vor dem Mühlenberger Segelclub tot in der Elbe treibend aufgefunden. Gegen 18:30 Uhr hatte ein anderer Kajakfahrer das Tier am Ufer gefunden. Der Schweinswal war gestrandet und "röchelte", er lag ca. 2 - 3 Meter vom Wasser entfernt auf den Steinen der Uferböschung gegenüber von Airbus. Der Paddler stieg beherzt aus seinem Kajak aus und trug den ca. 10 Kilo schweren...
Sie sind wieder da! - In der Elbe in Hamburg wurden die ersten Schweinswale gesichtet!
Hamburg/München, 13.03.2013 – Den harten winterlichen Bedingungen trotzend haben sich in den letzten Tagen die ersten Schweinswale aus der Nordsee in Richtung Hamburg aufgemacht. Der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD), die seit 2007 ein Sichtungsmeldeprogramm für Schweinswale in den großen norddeutschen Flüssen durchführt, wurden in den letzten Tagen zwei Gruppen mit 3 bzw. 2 Tieren von Elbanwohnern gemeldet. Am weitesten...
Schweinswalen in Weser und Elbe auf der Spur
14.02.2013 - Das Eis geht, die Wale kommen: Jedes Frühjahr schwimmen die Kleinen Tümmler bis Bremen und Hamburg. "Wal, da bläst er!"“ Dieser Satz in Herman Melvilles „Moby Dick“ ist weltweit bekannt. Dass man Wale aber auch im Binnenland in den Flüssen Jade, Weser und Elbe sehen kann, wird manch einer noch für Seemannsgarn halten. Doch unsere einzigen heimischen Vertreter, die Schweinswale, besuchen seit einigen Jahren regelmäßig im Frühjahr,...
Dringend: Besserer Schutz für unsere Schweinswale!
Ertrunken, vergrämt und ausgestorben – Schicksal unserer Schweinswalpopulationen Kiemen- und Verwickelnetze sind die Haupttodesursache für Schweinswale. Von 1987 bis 2001 sind nach Schätzungen als Beifänge in der dänischen Fischerei in der Nordsee allein jährlich zwischen 5500 und 5800 Schweinswale in den Netzen als Beifang ertrunken. Aktuelle Zahlen liegen von vielen Ländern nicht vor oder die offiziellen Statistiken enthalten nur die von...
Schweinswale in Jade, Weser und Elbe
Pressemitteilung, 21.08.2012 - Nach jahrzehntelanger Abwesenheit schwimmen Schweinswale wieder regelmäßig im Frühjahr in die Flüsse an der deutschen Nordseeküste, das hat die Datenerhebung der Biologin Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) ergeben. 2007 initiierte die GRD aufgrund wiederholter Schweinswalsichtungen in der Weser ein Meldeprogramm. "Die ersten Daten zeigten, dass sich die Schweinswale vor allem im...
Schweinswale tummeln sich bei Hamburg-Övelgönne und –Teufelsbrück
Pressemitteilung, Mai/Juni 2012 - So viele Schweinswal-Sichtungsmeldungen aus Weser und Elbe wie dieses Jahr erhielt die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) noch nie. Besonders in der Elbe werden bereits seit Anfang April Gruppen von 2, 4 und bis zu 10 Tieren gemeldet. Fast täglich werden sie von Anwohnern, Fährfahrern oder aus Büros bei Airbus gesehen. Sogar aus dem Wohnzimmer eines Hauses in Övelgönne konnten ein Vater und seine...
Keine Finte oder doch? - Wale kehren in die Weser zurück
Pressemitteilung, 25.03.2011 - Es ist nicht leicht, sie zu sehen: ein graues Etwas im grauen Weserwasser. Doch wenn die bis zu eineinhalb Meter langen Tiere auftauchen, merkt man sofort, dass man einen Schweinswal vor sich hat: "Ihr Blas ist ein lautes Prusten, sie haben ein stumpfe Schnauze und eine dreieckige Rückenfinne", sagt die Biologin Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). Seit fünf Jahren werden die...

Schweinswale in der Elbe Mutter mit Baby.Über 600 Schweinswal-Sichtungen sind dieses Frühjahr per Online-Formular oder direkt über WhatsApp gemeldet worden – eine wunderbare, dankenswerte Unterstützung unseres "Citizen Science"-Projekts durch die Bevölkerung! Erneut konnte belegt werden, dass die kleinen Wale im Frühjahr weit in Elbe und Weser flussaufwärts ziehen, den Stinten folgend, die zum Ablaichen aus der Nordsee ins Süßwasser schwimmen.

Viele Schweinswale bezahlten ihre Reise in die Flüsse mit dem Tod
Gute Beobachtungsbedingungen herrschen im Hamburger Hafen, wo viele begeisterte Whale Watcher die kleinen Tümmler oft von ganz nah sehen konnten. Aber die Wale finden dort zwar leichtes Futter, doch schlechte Lebensbedingungen, und viele bezahlten ihren Ausflug mit dem Tod.

Hoher Blutzoll durch Hafengeburtstag
Ein toter Schweinswal liegt von Wellen umspült am Elbufer.31 tote Wale wurden insgesamt im Hamburger Gebiet gefunden und sind vom Institut für Hygiene abgeholt und untersucht worden. Stumpfe Verletzungen, Knochenbrüche, Schiffsschraubenverletzungen und teilweise ein mäßig bis schlechter Ernährungszustand wurden aufs Erste festgestellt. Der Hafengeburtstag scheint jedenfalls eine Teilrolle zu spielen.

Meldungen lebender Wale waren nach dem Hafengeburtstag schlagartig vorbei. Vier weitere tote Wale wurden dann Ende Mai entlang der Elbe Richtung Nordsee, auf Pagensand, Schwarztonnensand und am niedersächsischen Ufer angespült und vermutlich sind es noch mehr, die den Weg zurück in die Nordsee nicht geschafft haben.
Denise Wenger, Juli 2016

 

⇒ Vollständiger Projektbericht der Biologin Denise Wenger (PDF)

⇒ Hier sehen Sie, wo überall Schweinswale in diesem und in den vergangenen Jahren in Elbe, Weser, Ems und Jade gesichtet wurden

⇒ Schweinswalschützerin erhält Yves Rocher-Umweltpreis für Frauen

 

Schweinswal am Elbufer.

Zwei Schweinswale schwimmen dicht beieinander in der Elbe.Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) appelliert an alle Schiffsführer, die während der morgen beginnenden 827-ten Geburtstagsfeier im Hamburger Hafen mit Schiffen oder Booten unterwegs sein werden, auf Schweinswale zu achten.

Schweinswale im Hafen
Mehr als 300 Schiffe werden zum Hafengeburtstag vom 5. bis 8. Mai erwartet. Derzeit halten sich aber immer noch zahlreiche Schweinswale im Gebiet des Hamburger Hafens auf. 2012 und 2013 wurden nach dem Hafengeburtstag tote Wale am Elbufer gefunden. "Bei vielen gleichzeitig anwesenden und zusätzlich schnell fahrenden Schiffen ist es schwierig für die Schweinswale, sich in Sicherheit zu bringen", erklärt die Biologin Denise Wenger, Schweinswalexpertin der GRD.

Während des größten Hafenfestes der Welt sind sehr viele Schiffe gleichzeitig in dem engen Hafenbereich unterwegs. Besonders Motorbootfahrer sollten nicht zusätzlich noch schnell und nicht in den flachen Wasserbereichen fahren. "Die Wale müssen irgendwohin ausweichen können. Wir können nur hoffen, dass durch die wärmeren Temperaturen die Laichzeit der Finte begonnen hat und die Schweinswale mehr Höhe Blankenese und Wedel jagen und schließlich in die Nordsee zurückkehren", hofft Denise Wenger.

Auf der Jagd nach Stint und Finte
Schweinswal schwimmt in der Elbe.Dieses Jahr wurden besonders viele der kleinen Meeressäuger im Hafengebiet gesichtet. Das ist nicht nur auf die großartige Unterstützung des Schweinswalmeldeprogramms durch die Bürgerinnen und Bürger zurückzuführen, sondern tatsächlich auch auf die zunehmende Anzahl der Wale, die den Stinten zu ihren Laichgebieten folgend in die Elbe bis zum Hamburger Hafen und in der Süderelbe bis Harburg schwimmen. Darunter waren dieses Jahr mehrfach auch große Gruppen von bis zu 17 Tieren.

"Die kleinen Tümmler folgen im Frühling den wandernden Fischarten Stint und Finte, die zu ihren Laichgebieten die Elbe hinaufschwimmen. Meistens gehen die kleinen Wale dort im Flachwasser auf die Jagd, 5 bis 30 Meter vom Ufer entfernt – denn dort schwimmen auch die Stinte", erklärt die Expertin.

Jeder kann als Bürgerforscher helfen, Schutzmaßnahmen durchzusetzen
Denise Wenger erforscht seit 2007 die Rückkehr der Schweinswale in die norddeutschen Flüsse, aufgefallen waren die Wale zuerst in der Weser. 2012 kamen sie das erste Mal zahlreich in die Elbe. Um sich für den Schutz der kleinen Wale einsetzen zu können, sammelt sie genaue Daten über deren Verbreitung und Verhalten. Jeder kann dieses Citizen Science-Projekt als Bürgerforscher unterstützen. Denn bei den Erhebungen zur Verbreitung des Schweinswals bittet sie die Öffentlichkeit um Mithilfe. Wer einen Schweinswal sichtet, kann dies auf der Webseite der GRD per Formular melden.
04.05.2016

 

⇒ Hier können Sie Ihre Schweinswal-Sichtung Online melden

⇒ Hier sehen Sie, wo überall Schweinswale in diesem und in den vergangenen Jahren in Elbe, Weser, Ems und Jade gesichtet wurden

⇒ Rekord: So viele Schweinswale gab es noch nie in der Elbe - Hamburger Abendblatt

Peter Curth fand beim Spaziergang mit seinem Hund einen toten kleinen Schweinswal in der Hunte.Am 23. April fand Peter Curth fand beim Spaziergang mit seinem Hund einen toten kleinen Schweinswal in der Hunte beim Hemmelsbäcker Kanal in Oldenburg. Herr Curth informierte uns sogleich übers Handy und schickte Fotos von dem toten Wal und eine genaue Beschreibung der Fundortstelle.

Wir sind sehr traurig über diesen Fund. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um den kleinen Wal, der auch im Oldenburger Hafen am 31. März noch lebend gesichtet worden war. Leider hat er nicht überlebt und es nicht zurück in die Nordsee geschafft.

Als er gefunden wurde, war er schon länger tot, die Haut war an vielen Stellen abgeschürft. Es waren aber keine äußerlichen Verletzungen zu sehen. Der kleine Körper wurde von der örtlichen Polizei und Feuerwehr geborgen, die von uns über die Totfundmeldung informiert wurde. Das Veterinäramt werde den Schweinswal eventuell untersuchen und die genaue Todesursache feststellen können.
Denise Wenger, 24.04.2016

 

Fundort des toten Schweinswals.

 

Weitere Informationen;

⇒ Bericht im NDR-Fernsehen - Hamburg Journal v. 12. April

⇒ Hier sehen Sie, wo überall Schweinswale in diesem und in den vergangenen Jahren in Elbe, Weser, Ems und Jade gesichtet wurden

⇒ Hier können Sie Ihre Schweinswal-Sichtung Online melden

 

Schweinswal bei Entenwerder, März 2016. Foto: Uwe WichmannIn den vergangenen zwei Wochen wurden mehrfach Schweinswale in der Elbe gesichtet: bei Brunsbüttel, Brokdorf und Glückstadt, aber auch wieder wie 2012 und 2013 vermehrt bei Blankenese, Övelgönne, Teufelsbrück und mitten im Hamburger Hafen, in der Norderelbe sogar beim Anleger Entenwerder. 20 Meldungen sind seit Ende Februar bereits eingegangen. Meist konnten die Kleinen Tümmler von Land aus beobachtet werden. Es wurden Dreiergruppen, Duos und ein paar Einzeltiere gesehen.

Wale im flachen Wasser und Hafen in Gefahr
"Wie wir aus den Daten von 2013 wissen, schwimmen sie oft in Ufernähe und werden deshalb von Spaziergängern oder Besuchern der Restaurants am Elbufer gesichtet. Manchmal queren sie beim Mühlenberger Loch", so die Biologin Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD). "Dies kann ihnen aber zum Verhängnis werden. Schnell fahrende Motorboote sind auf der Strecke vom Hamburger Hafen bis nach Blankenese eine Gefahr für die Wale. Ein Zusammenstoß wird wahrscheinlich von den Skippern nicht bemerkt. Wir hatten 2013 im Mai innerhalb von zwei Wochen mit Beginn warmen Wetters und zunehmendem Bootsverkehr eine Reihe von Totfunden entlang der Elbufer", erklärt Wenger.

Aber auch andere Gefahren und mögliche Todesursachen birgt der Aufenthalt im Hamburger Hafen. Dauerhafter Lärm durch den Schiffsverkehr oder vom Menschen eingesetzte Geräte, die mit hohem Schalldruck arbeiten, können das Gehör der Wale beeinträchtigen. Da sie Echoortung benutzen, sind sie für die Orientierung, Nahrungssuche und Kommunikation darauf angewiesen. Ob und wie sich die Wasserverschmutzung im Hafen oder Altlasten von Umweltgiften, die durch Baggerungen wieder in den Kreislauf kommen, auswirken, ist ebenfalls unbekannt und sind Gegenstand ihrer Untersuchungen. Tot aufgefundene Wale müssen deshalb dringend gemeldet und untersucht werden.

Wandernde Fische ziehen die Wale mit
Die Kleinen Tümmler folgen im Frühjahr in Weser und Elbe den zu ihren Laichplätzen ziehenden wandernden Fischarten Stint und Finte. Um den Aufenthalt nicht zu einer tödlichen Falle werden zu lassen, bittet Denise Wenger in dieser Zeit bis Ende Mai Motorbootfahrer um eine reduzierte Fahrtgeschwindigkeit und erhöhte Aufmerksamkeit, damit Kollisionen vermieden werden können. Ebenso müssen der Lärmeintrag und Auswirkungen potentiell gefährdender Sonargeräte untersucht und ihr Einsatz während des Aufenthaltes der Wale hinterfragt werden.

Helfen Sie, Schutzmaßnahmen durchzusetzen
Um sich für den Schutz der kleinen Wale einsetzen zu können, sind genaue Daten unerlässlich, damit kann argumentiert und überzeugt werden. Deshalb: Bitte alle Sichtungen zeitnah melden und wenn möglich, Beweis-Fotos schicken!

Bitte halten Sie weiter Ausschau nach den Kleinen Tümmlern, sei es mit dem Segel- oder Motorboot, im Kajak, als Passagier einer Fähre oder als Spaziergänger.
Denise Wenger, 18.03.2016
Foto Schweinswal bei Entenwerder: Uwe Wichmann

Ostermontag ist Schweinswal-Zähltag!

Schweinswal schaut aus dem Wasser.Um möglichst gute Informationen über die Anzahl der sich gleichzeitig in den Flüssen aufhaltenden Wale zu erhalten, bittet die GRD am Ostermontag alle, die sich an Weser und Elbe oder der Nordseeküste aufhalten, nach den kleinen Walen Ausschau zu halten und zeitgenau ihre Beobachtungen festzuhalten. Machen Sie mit, nach den Ostereiern: Schweinswale suchen!

Danke für Ihre Hilfe!

Kontakt und weitere Informationen:
Denise Wenger, Tel.: 0176 - 222 08 271 oder über WhatsApp

 

⇒ Hier können Sie Ihre Schweinswal-Sichtung Online melden

⇒ Hier sehen Sie, wo überall Schweinswale in diesem und in den vergangenen Jahren in Elbe, Weser, Ems und Jade gesichtet wurden

⇒ Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Delfinen in freier Natur

⇒ Schweinswalschützerin erhält Yves Rocher-Umweltpreis für Frauen

⇒ Der Schweinswal

 

Zwei Scheinswale am Elbufer bei Finkenwerder.Die ersten Schweinswale sind an der Nordseeküste und in den Flüssen gesichtet worden: Am Valentinstag schwamm ein einzelnes Tier in der Elbe bei Hetlingen gemächlich Richtung Hamburg. In der Jade wurde am 18. Februar einer der kleinen Wale beobachtet und am 25. und 27. Februar Gruppen von zwei und drei Tieren in der Weser bei Bremerhaven. Schweinswale gehören mit zu den kleinsten Walen der Welt und sind die einzige in deutschen Gewässern heimische Art.

Mitmachen beim Citizen-Science-Projekt
Die Biologin Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) bittet auch dieses Jahr wieder darum, jede Schweinswal-Sichtung zu melden.

2007 hat sie das Schweinswal-Sichtungsprogramm für die Flüsse an der deutschen Nordseeküste ins Leben gerufen. "Durch die großartige Beteiligung der Bevölkerung an diesem Citizen-Science-Projekt konnte viel Neues über die Verbreitung der Schweinswale und ihr Verhalten in Erfahrung gebracht werden. Die neuen Erkenntnisse können nun dem Schutz der kleinen Wale dienen", dankt Projektleiterin Denise Wenger allen, die sich mit Meldungen aktiv für die Schweinswale einsetzen.

Die Rückkehr der Schweinswale
Denise Wenger beim Ausbringen eines Klickdetektors (CPOD) in der Weser.Auswertungen der Daten des Sichtungsprogramms und eigene Recherchen zeigten, dass nach fast hundertjähriger Abwesenheit Schweinswale seit etwa einem Jahrzehnt weit die Flüsse hoch ziehen und sogar in Bremen und Hamburg gesichtet werden. Im Hamburger Hafen konnten 2012 und 2013 die Kleinen Tümmler, wie sie auch genannt werden, sogar in größeren Gruppen bei der Jagd auf Stinte beobachtet werden.

Die Wanderung dieser kleinen Fische aus der Nordsee zu ihren Laichplätzen in sandigen Süßwasserbereichen der Elbe hat die Schweinswale allem Anschein nach mit sich gezogen. Auch eine zweite wandernde Fischart, die seltene und geschützte Finte, steht im Verdacht, begehrte Beute in den Flüssen zu sein.

Jedes Jahr eine andere Situation
Nach den zahlreichen Sichtungen in den Flüssen Weser und Elbe im Jahr 2013 folgten warme Winter und die Stinte begannen ihren Laichzug schon viel früher als sonst, im Januar und Februar. 2014 und 2015 wurden nur wenige Schweinswale in Elbe und Weser gesehen. Die Schlussfolgerung liegt nahe, dass die Schweinswale so früh noch nicht an der Küste, sondern in Überwinterungsgebieten sind und Jagd auf andere Fischarten wie Hering machen.

Elbfischer Grube fängt auch heuer bereits seit Mitte Februar - sogar noch früher als im letzten Jahr - die Stinte in größeren Mengen in Hoopte, südlich von Hamburg. Dort sind sie schon angekommen. Zubereitet sind die nach Gurke duftenden silbrigen Fische auch ein Gaumenschmaus für Menschen. In Bremen sind die diesjährigen Stinte ebenfalls schon längst auf den Tellern.

Bitte Augen offen halten und jede Schweinswalsichtung melden
Nun bleibt es sehr spannend, ob und wie viele Schweinswale dieses Jahr die Flüsse hochwandern und wir dieses Jahr wieder eine "Frühjahrs-Schweinswalsaison" in Weser, Elbe und vor allem Hamburg haben, oder die Meeressäuger den Zug der Stinte verpasst haben.

Deshalb die Bitte an alle Anwohner an der Nordseeküsten und den Flüsse: Augen offen halten und jede Schweinswalsichtung melden, entweder gleich direkt telefonisch oder über WhatsApp an: 0176-22208271 oder per Online-Sichtungsformular. Wichtig ist dabei, die Anzahl der Tiere, Datum, genaue Uhrzeit und genauen Ort der Beobachtung zu notieren.

Fotos von den kleinen Walen, die leider meist nur kurz zu sehen sind, sind sehr willkommen, aber auch hier gelten die Regeln für sanftes Beobachten von Cetaceen: Bitte die Tiere weder hetzen, verfolgen oder berühren!

Totfunde sollten umgehend gemeldet werden!
Ein toter Schweinswal treibt senkrecht nahe bei einem Kajak in der Elbe, von dem Tier ist nur die Schnauzenspitze über Wasser zu erkennen.Bei Totfunden sind genaue Beschreibung des Fundorts und Größenangabe der Tiere sehr wichtig, ebenso, ob irgendwelche Auffälligkeiten oder Verletzungen zu erkennen sind, und am besten Fotos, denn so können eventuell Rückschlüsse auf die Todesursache gemacht werden. Ein Netzwerk soll aufgebaut werden, um tote Wale möglichst schnell bergen und von Veterinären untersuchen lassen zu können.

Neues Bild von der Verbreitung des Schweinswals
Mittlerweile sind seit 2007 über 1000 Meldungen aus Jade, Weser, Elbe und Nebenflüssen eingegangen und die Auswertung hat ein neues Bild von der Verbreitung des Schweinswals und seine Rückkehr in die Flüsse ergeben. Die Daten fließen in ein Langzeitprojekt, werden Behörden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und dienen letztendlich dem besseren Schutz der Schweinswale.

Denise Wenger hat seit Jahren Behörden und Institute informiert, alle Meldungen ausgewertet und weitere Untersuchungen in die Wege geleitet. Für das Projekt hat sie 2014 den Yves Rocher-Umweltpreis erhalten.
GRD-Presse, 02. März 2016

 

Kontakt und weitere Informationen:

Denise Wenger, Tel.: 0176 - 222 08 271

 

⇒ Hier können Sie Ihre Schweinswal-Sichtung Online melden

⇒ Hier sehen Sie, wo überall Schweinswale in diesem und in den vergangenen Jahren in Elbe, Weser, Ems und Jade gesichtet wurden

⇒ Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Delfinen in freier Natur

⇒ Schweinswalschützerin erhält Yves Rocher-Umweltpreis für Frauen

⇒ Der Schweinswal

 

Grafik Symboltier SchweinswalProjekt für den Erhalt der Biodiversität mit dem Schweinswal als Projektsymboltier - Schüler können Lebensräume und Arten entdecken, untersuchen und schützen. Die GRD unterstützte bei diesem Projekt 2015 die neu gegründete Organisation Protect Nature e.V.

Die derzeitige UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung - BNE" wird seit 2015 in Form der "Zukunftsstrategie BNE 2015+" fortgeführt. Kindern und Jugendlichen wird in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle zugewiesen.

Kinder sollen eine Beziehung zur Natur und Umwelt aufbauen
Logo von Protect Nature e.V.Dass das Naturverständnis und das Verständnis für nachhaltige Entwicklung bei Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren defizitär sind, zeigt der Jugendreport 2010. Jeden Tag sterben weltweit ca. 120 Tierarten aus, doch wie der "Bio Index Report" (2010) belegt, wissen ein Siebtel aller Jugendlichen weltweit nichts mit dem Begriff "gefährdete Arten" anzufangen.

Nur wenn Kinder und Jugendliche ökologische Zusammenhänge ausreichend verstehen, werden sie nachhaltig handeln und sich für den Schutz von Natur und Umwelt engagieren.

Kinder werden Botschafter für die Küsten und Flüsse Schleswig-Holsteins
Wie können Kinder heute eine Beziehung zur Natur und Umwelt, die ein verantwortungsvolles Bewusstsein fördert, aufbauen? Dafür ist es notwendig, dass Kinder in verschiedenen Prozessen lernen, sich als Teil des Lebenssystems wahrzunehmen, mitgestalten zu können und Verantwortung zu übernehmen.

Vor diesem Hintergrund setzen wir eine in Schleswig-Holstein einmalige Aktion um: Kinder und Jugendliche werden Botschafter für die Küsten und Flüsse Schleswig-Holsteins. Das Entdecken und Erleben der biologischen Vielfalt ist der Mittelpunkt des Projekts.Zum Erhalt der tierischen und pflanzlichen Bewohner von Küsten und Flüssen entwickeln Schüler zudem eigene Ideen und setzen diese um.

Symboltier des Projekts ist der Schweinswal
Logo Bingo die Umweltlotterie. Der Schweinswal ist Symbolträger des Projektes, da er einerseits sowohl in der Nord- und Ostsee als auch in norddeutschen Flüssen vorkommt und andererseits in der Nordsee gefährdet und in der Ostsee sogar vom Aussterben bedroht ist und deshalb besonders viel Aufmerksamkeit und Schutz benötigt.

Lea Stanke & Denise Wenger

⇒ Der Schweinswal (Phocoena phocoena)

⇒ Projektflyer "Küsten– und Flusswächter gesucht" ) PDF

⇒ Küsten-und Flusswächter: Segeltörns auf dem Traditionssegler Pippilotta 2015 (PDF)

 

Segeltörn mit der Pippilotta am 19. Juni 2015

Begeisterte Kindergruppe an Bord der Pippilotta. Heute sind wir mit der Kirchengemeinde Süderlügum und Pastor Matthias Corves und mit dem Verein Seebrise von Helga Christiansen auf See gestochen. Zudem waren noch 6 Kinder der Elterngruppe aus Langballig unter Leitung von Prof. Looks dabei.

Kapitän und Seebär Schröder
Pünktlich um 9 Uhr waren alle Kinder da. An Bord stellte sich erstmal der Kapitän der Pippilotta, Hartwig Schröder, den Kindern vor. Seit 40 Jahren fast fährt die Pippilotta bereits mit Kindern segeln und Hartwig ist ein sympathischer Seebär, der immer eine kleine Anekdote und gute Idee auf Lager hat. Von unserem Verein war Vera Noack wieder dabei, wie auch die Tage zuvor. Vera ist begeisterte Seglerin und kennt alle Knoten und weiß, wie man ein Segel hisst. Ihre Freundin Franzi hat ihr heute assistiert.

Wir haben den Tag mit einer kleinen Vorstellungsrunde begonnen. Die Kinder haben berichtet, was sie schon an ihrem Küsten-und Flussabschnitt Tolles erlebt haben. Dann haben wir ein kleines Quiz gemacht. Überall auf dem Schiff waren Fragezettel aufgehängt mit Fragen rund um das Thema Meer und Naturschutz. Die Kinder haben so das ganze Boot erkundet und spielerisch kennengelernt. Wurden alle Fragen richtig beantwortet, ergab sich ein Lösungswort: "Was ist die Lieblingsspeise des Schweinswals?" - "Sandaale".

Das Schweinswalspiel
Während eine Gruppe mit Vera Knotenkunde lernte, hat die andere Gruppe mit Lea Vögel beobachtet und das Schweinswalspiel gespielt. Das Schweinswalspiel ist eigentlich sehr kritisch und ernsthaft in Bezug auf den Inhalt, macht den Kindern aber jedes Mal einen Riesenspaß: Alle Kinder stellen sich im Kreis auf. In die Mitte kommen ein Kind mit verbundenen Augen hinein, welches den Schweinswal darstellt, und ein weiteres Kind ohne verbundene Augen, welches den Fisch darstellt. Zuvor haben wir besprochen, wie Schweinswale jagen, nämlich mit Echoortung, ihre Augen brauchen sie dabei nicht!

In die Runde hat Lea dann gefragt, welche Gefahren dem Ostseeschweinswal drohen. Wir haben Stellnetze, seismische Erkundungen zur Erdgas- und Erdölsuche, Militärische Übungen, Umweltverschmutzung und Offshore-Windkraft besprochen. Lea hat anschaulich erklärt, dass jede moderne "Windmühle" meist auf 3 Pfeilern steht und jeder einzelne etwa 1000 Schläge zur Verankerung im Boden mit einem riesigen Hammer bedarf. Ein Schlag ist dabei so laut wie ein Mündungsschuss aus einem Infanteriegewehr einen Metern vom Ohr entfernt.

Dann haben die Kinder im Kreis, um das Rammen nachzuahmen, laut gestampft und dabei musste der Schweinswal im Kreis "Klick-Klick" sagen und der Fisch "Klick-Klick" antworten. Bei dem lauten Stampfen hat es der Schweinswal nicht geschafft, den Fisch zu fangen. Dann haben die Kinder das Wellengeräusch mit einem seichten "Sch-Sch" nachgeahmt und prompt konnte der Schweinswal seinen Fisch fangen.

Strandgut – gutes und schlechtes
Danach sind wir in die Schiffsküche gegangen, in der man gemütlich sitzen konnte, und Vera und Lea holten eine Plastiktüte hervor mit allerlei Strandgut. Die Kinder sollten immer eine Sache ziehen und dann wurde besprochen, ob der Gegenstand an den Strand gehört oder nicht. Wenn der Gegenstand sich als Müll, wie Angelschnüre, PET-Flaschen oder Bonbonpapier herausstellte, haben wir mit Hilfe der Umweltbroschüre herausgefunden, wie lange der Stoff braucht, um sich zu zersetzen. Die Kinder waren ganz entrüstet darüber, dass ihre Fleece-Pullis auch aus Plastik bestehen und bei jedem Waschgang tausende Mikroplastikteilchen verlieren. 

Zur Stärkung gab es danach gespendete Brezeln vom Bäcker Allvörden und Saft vom Realmarkt. Draußen war schon die Lotseninsel Schleimünde in Sicht und ein netter FÖJ´ler vom Verein Jordsand wartete auf uns. Die Inseln war total schön und der FÖJ´ler zeigte uns Eiderenten, Küstenseeschwalben und Silber- und Sturmmöwen.

Grafik Kinder und Jugendliche werden Botschafter für die Küsten und Flüsse Schleswig-Holsteins.Die Silbermöwen haben einen roten sogenannten "Kotzfleck" am Schnabel. Wenn die Jungen an diesen Fleck picken, dann würgt der Elternvogel das Essen wieder hoch und füttert die Jungen. Die Zeit verging wie im Flug und schon mussten wir wieder auf die Pippilotta zurück.

Meeresbodenprobe
Auf dem Rückweg gab es erstmal gespendeten Kuchen und als Highlight haben wir einen Bodengreifer ins Wasser gelassen, hochgeholt und in einer Wanne entleert. Der Boden war sehr schlammig und roch moderig. Nach ein paar Aufforderungen haben die Kinder gewagt, mit ihren Fingern vorsichtig nach Lebendigem zu suchen und wir fanden viele Seesterne, Muscheln und Garnelen.

Nun war es schon fast 16 Uhr und wir haben uns für ein Gruppenfoto gesammelt. Pastor Matthias Corves war ganz aus dem Häuschen und hat den ganzen Tag viele Fotos gemacht, ihm hat der Törn, wie auch den Kindern, großen Spaß gemacht. Alle Kinder und auch besonders wir vom Verein sind müde, aber glücklich und erfüllt mit ganz vielen tollen Eindrücken und Erinnerungen von Bord gegangen. Wir freuen uns schon auf die nächsten Törns im September!

Lea Stanke, Projektleiterin & Denise Wenger
Foto: W. Barz

 

Beginn der Freilandsaison 2015

Schüler mit ihren Strandfunden. Hallo liebe Freunde und Unterstützer des Küsten- und Flusswächterprojekts, heute, am 19. Mai, haben wir mit den Schulbesuchen und Freiland-Begehungen mit den Schülern begonnen. In der Schule Kupfermühle habe ich gemeinsam mit den Lehrern und knapp 40 Kindern den praktischen Einstieg ins Projekt gemacht:

Untersuchung eines Küstenabschnitts
Wir haben einen Küstenabschnitt ausgewählt und sind diesen 200 Meter abgegangen und haben den Bereich markiert mit einem Ast und Steinen. Dann haben wir etwas Hartes, Weiches, Eckiges und Rundes und etwas besonders Schönes gesucht. Ich habe mich vorgestellt und nach den Erwartungen gefragt. Die Kinder haben beschrieben, welche Erfahrungen sie schon an dem Küstenabschnitt gemacht haben und wir haben die Fundstücke sortiert und besprochen.

Wir haben über Feuersteine gesprochen und eine Ohrenqualle gefunden. Dann haben wir Müll gesammelt. Da waren die Kinder ganz verrückt nach. Dann haben wir den Müll sortiert und uns überlegt, was für Müll das jeweils war und woher er wohl stammt und wie lange er ungefähr braucht, um sich zu zersetzen. Wir sind dann zurück in die Schule gegangen und die Kinder haben eine Skizze ihres Küstenabschnittes gemacht. Dann habe ich eine Gruppe genommen und in der Sporthalle das Schweinswalspiel, das in unserer Umwelt-Broschüre beschrieben ist, gespielt. Vorher erzählte ich ein bisschen etwas über die Biologie der Schweinswale und dass die Schweinswale mithilfe der Echoortung jagen und daher empfindlich gegenüber Lärm sind.

Dann haben die Kinder ein paar weitere Gefahren aufgelistet: Meeresverschmutzung, Fischerei, zunehmender Schiffsverkehr und Windparks im Meer wurden genannt.

Fundstück Feuerstein. Das Schweinswalspiel
Ein Kind war bei dem Spiel ein Schweinswal und hatte ein Band um die Augen, ein anderes Kind war der Fisch. Beide standen im Kreis. Die anderen Kinder bildeten drum herum einen Kreis. Dann sollte der Schweinswal "Klickklick" sagen und kurz danach der Fisch "Klickklick" antworten. Die anderen Kinder haben dann Störgeräusche gemacht, z.B. also "tttt" gesagt, was die Jagd des blinden Schweinswals im Kreis sehr erschwert hat, er konnte den "Fisch" nicht mehr "orten" und nicht fangen. Das hat den Kindern riesig Spaß gemacht. Im Nu waren 3 Stunden um und ich habe mich verabschiedet.

In der einen Klasse habe ich noch kurz gesagt, dass genau bei dem ausgesuchten Küstenabschnitt Stellnetze stehen, die man an den orangenen Fahnen erkennt. Ich erwähnte, dass die Schweinswale sich leider oft darin verheddern. Ohne dass ich mehr gesagt habe, meinte ein Kind, ob man nicht die Stellnetze einfach kaputtmachen könne. Ich sagte, dass wir natürlich nichts zerstören und keine Gewalt anwenden dürfen und wollen, aber dass es ganz toll wäre, wenn sich die Kinder Gedanken machen, wie man das Problem mit den Stellnetzen lösen könnte (es war eine 3. Klasse).

Gleich sagte ein Kind, dass man doch Buntgarnnetze wie früher nehmen könnte, und dass der Staat die bezuschussen könnte. Ein anderes Kind meinte, dass man doch Schutzgebiete einrichten kann, wo Lea Stanke mit Schülern an der Ostseeküste. nicht gefischt werden darf. Das hat mich verblüfft, dass die Kinder so gut informiert und pfiffig waren.

Petition an Umweltminister Habeck
Dann sagte ich, dass eine Möglichkeit wäre, dass man Unterschriften sammelt für so etwas und dass man unserem Umweltminister Habeck ja eine Petition überreichen könnte. In jedem Fall sind die Kinder alle echt großartig gewesen. Ich meinte am Ende noch, dass die Fischer es ja einfach eventuell nicht besser wissen oder machen können, weil sie selbst nicht viel Geld haben und überleben müssen. Da riefen aber alle Kinder vehement, dass sie keinen Fisch essen werden, wenn dafür Wale sterben müssen. Naja, ich liebe jedenfalls dieses unmittelbare Gerechtigkeitsdenken der Kinder.
Lea Stanke Projektleiterin, Protect Nature e.V.
Fotos: Dirk Thaysen

Denise Wenger beim Ausbringen der CPODs in der Weser.Am 09. Dezember hielt GRD-Biologin Denise Wenger auf der Ringvorlesung "Aspekte aus Naturschutz und Umweltforschung" der LBV-Hochschulgruppe München einen Vortrag zum Thema:

"Die Wale und Delfine an unseren Küsten: Neues zu Verbreitung, Gefährdung und Schutz des Schweinswals (Phocoena phocoena) und anderen Walarten".

Ort:
BioZentrum der LMU Biologie
Großhaderner Str. 2
82152 Planegg-Martinsried

 

Kontakt:

Alexander Hausmann
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

⇒ LBV Hochschulgruppe München - Ringvorlesung "Aspekte aus Naturschutz und Umweltforschung"

 

Schweinswal vor dem Aquarium Wilhelmshaven.

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser: er streckt seine Schnauze bis zu den Mundwinkeln leicht schräg auftauchend in die Luft, ein Auge, der Rest des Kopfes, ein Flipper und sogar der Ansatz der Rückenfinne sind im klaren Wasser gut zu erkennen.Vom 18. bis 19. September 2015 fand in Jena das "Symposium Säugetierschutz - Schutzbemühungen um die heimische Säugetierfauna" statt. Veranstalter waren u.a. die Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V., die Universität Osnabrück, Fachbereich Ethologie und die Senckenberg Naturhistorische Sammlungen, Dresden

Am Eröffnungstag hielt die GRD-Biologin Denise Wenger einen Vortrag zum Thema "Die Wale und Delphine an unseren Küsten: Neues zu Verbreitung, Gefährdung und Schutz des Schweinswals (Phocoena phocoena) und anderen Walarten" halten.

Weitere Themen des Symposiums:

  • Abundanz und Dichte des Luchses im westlichen Harz
  • Parameter von Habitatqualität und Sozialverhalten des Fischotters
  • Die Waldbirkenmaus (Sicista betulina) im Bayerischen Wald
  • Potenzieller Lebensraum des Goldschakals – Status, Habitatfaktoren und Modellierungsansatz
  • Ein jahrzehntelanger, andauernder Rückgang in der Reproduktionsrate bedroht die gesamte Feldhamsterpopulation
  • Erfahrungen mit der Haselmaus aus Planungsvorhaben in Baden-Württemberg
  • Wisente in Europa

 

⇒ Einladung und Programm "Symposium Säugetierschutz - Schutzbemühungen um die heimische Säugetierfauna" (PDF)

Cover der Umweltbroschüre Küsten und Flusswächterprojekt. Mehr als 500 Flyer über das Bildungsprojekt "Küsten- und Flusswächter gesucht" wurden an Schulen und Bildungseinrichtungen in ganz Schleswig-Holstein verschickt.

Reges Interesse am Projekt und an den angebotenen Freiland-Forschungsprojekten für Schüler und Projektfahrten mit der Pippilotta zeigten viele Gesamtschulen, Grundschulen, Gymnasien, private Naturführer und auch ein Internat, eine Jugendhilfewohneinrichtung sowie ein Pastor, der eine Kirchenfreizeit leitet, ein Hort und eine private durch Eltern geleitete Gruppe.

Alle meldeten sich bei Protect Nature an. Sie erhielten vorab die Umweltbroschüre und Materialien für den Unterricht.

So konnte dann im Mai mit Schulbesuchen und Freilanduntersuchungen begonnen und so manches Seemannsgarn an Bord der Pippilotta gesponnen werden.

Zwei Berichte der Projektleiterin Lea Stanke informieren über die Erlebnisse mit den Schülern als Küsten- und Flusswächter.
Denise Wenger, August 2015

⇒ Mehr Informationen über das Projekt

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser: er streckt seine Schnauze bis zu den Mundwinkeln leicht schräg auftauchend in die Luft, ein Auge, der Rest des Kopfes, ein Flipper und sogar der Ansatz der Rückenfinne sind im klaren Wasser gut zu erkennen.Der Schweinswal ist unser einziger heimischer Wal, das heißt die einzige Walart, die in den deutschen Gewässern in der Nord – und Ostsee ganzjährig vorkommt und hier auch ihre Jungen zur Welt bringt.

Vor der Nordseeinsel Sylt befindet sich ein für die Geburt und Kälberaufzucht wichtiges Gebiet, das deshalb seit 1999 zum ersten Walschutzgebiet Deutschlands erklärt wurde.

Aussehen
Schweinswale gehören zu den Zahnwalen. Im Gegensatz zu Delfinen haben sie keine konischen, spitzen Zähne, sondern spatenförmig, abgeflachte Zähne. Ebenso charakteristisch für die Schweinswale sind: ein rundlicher Kopf mit flacher Schnauze (kein langer Schnabel wie bei Delfinen), ein kleine dreieckige Rückenfinne, kleine Flipper und eine Einkerbung in der Mitte der Fluke.

Schweinswale haben einen kleinen gedrungenen Körper, damit sie durch eine geringere Oberfläche möglichst wenig Wärme in den kalten Gewässern verlieren. Der Schweinswal an unserer Küste kann bis zu 1,90 Meter groß werden und 55-65 Kilogramm schwer, dabei sind die Weibchen die größeren Exemplare. Allerdings werden so große Tiere nur noch selten gefunden. Meist messen die erwachsenen Wale etwa 1,40- 1,50 Meter.

Der Rücken der Tiere ist dunkel bis schwarz und mit einem von der Rückenflosse ausgehenden grauen Feld versehen, der Bauch ist heller, oft fast weiß. Vom Mundwinkel führt eine schwarze Zeichnung bis zum vorderen Ansatz der Flipper (Brustflossen).

Von vorne gesehen haben die kleinen Wale einen zugespitzten (Kuss-)Mund und scheinen zu lächeln, da die Mundlinie nach oben gezogen ist, sie haben aber keine Mimik und können dies nicht verändern.

Nachwuchs und Verhalten
Eine Schweinswalmutter schwimmt mit ihrem Baby fast einen Kreis beschreibend umher, die Aufnahme von einem erhöhten Standpunkt zeigt beide Tiere deutlich erkennbar im klaren WasserIm Sommer ist Paarungszeit und nach einer Tragzeit von etwa 10 bis 11 Monaten kommen die Kälber meist ab Juni etwa 50-70 Zentimeter groß mit einem Gewicht von ca. 5 Kilogramm zur Welt. Sie müssen gleich zum Atmen an die Wasseroberfläche und schwimmen zunächst dicht an der Seite ihrer Mutter, bis zu neun Monate lang werden sie gesäugt. In dieser Zeit kommunizieren und lernen sie viel.

Die kleinen Wale kommen zum Atmen mit einem hörbaren Blas nur kurz an die Wasseroberfläche und tauchen mit einer rollenden Bewegung wieder unter, bei der nur der Rücken mit der dreieckigen Finne zu sehen ist, die Fluke (Schwanzflosse) hebt sich nicht aus dem Wasser (wie dies bei den großen Walen der Fall ist). Sie springen nur ganz selten aus dem Wasser. Schweinswale können nur etwa 7 Minuten lang tauchen und bis zu 22 Stundenkilometer schnell schwimmen. Heutzutage erreichen sie meist nur ein Alter von 9 Jahren, könnten aber bis zu 20 Jahre alt werden.

Vorkommen und Nahrung
Das Verbreitungsgebiet des Gewöhnlichen Schweinswals (Phocoena phocoena) erstreckt sich in den kalten, aber eisfreien Küstengewässern des Nordatlantiks vor Europa, Nordwestafrika, dem Osten Nordamerikas sowie den amerikanischen und asiatischen Küstengewässern des Nordpazifiks. Im Schwarzen Meer gibt es eine eigene Unterart (Phocoena phocoena relicta), die sich durch Isolation genetisch unterschiedlich entwickelt hat.

Schweinswale ernähren sich hauptsächlich von Fischen, daneben auch von Borstenwürmern, Schnecken, Krebstieren und Tintenfischen. Die Zusammensetzung der Nahrung variiert dabei je nach den geografischen Gebieten. Die gefressenen Fische sind meistens kleiner als 25 Zentimeter, da die Schweinswale größere Fische nicht schlucken können.

Natürliche Feinde der Schweinswale sind vor allem größere Haie und Schwertwale.

Ein Schweinswal treibt im trüben Wasser von links nach rechts, sein Körper ist nur in Umrissen zu erkennen.Echoortung
Licht dringt nicht sehr weit ins Meer, in der Tiefe ist es dunkel, aber Schall breitet sich im Wasser sehr gut aus. Wie alle Zahnwale nutzen Schweinswale zur Orientierung und Jagd die Schallortung. Sie erzeugen dafür kurze Schallimpulse vor allem im Ultraschallbereich (für den Menschen nicht hörbar), so genannte Klicks, die wiederholt ausgestoßen werden.

Durch die von der Umgebung oder Fischen zurückgeworfenen Schallwellen (Echo), die über den Unterkiefer an das Innenohr geleitet werden, können sich die Schweinswale ein "akustisches Bild" machen. Sie können sogar verschiedene Metalle und Materialien damit unterscheiden.

Bestand und Bedrohung
Die Anzahlen der Schweinswale sind im Vergleich zu früheren Vorkommen rückläufig. Ursachen sind die früher massiven Umweltgifteinleitungen in die Meere, von denen sich bestimmte Stoffe wie Quecksilber in den Walen anreichern und ihr Immunsystem schwächen, und der Erstickungstod als ungewollter Beifang in Fischernetzen.

Durch Überfischung wird ihnen vielerorts ihrer Nahrungsgrundlage entzogen. Zudem macht Delfinen und Walen heutzutage die Verlärmung der Meere zu schaffen.

Schweinswale wurden in früheren Jahrhunderten sogar bejagt und gegessen. Dadurch und wegen der starken Verschmutzung der Flüsse und Küstengewässer mit Abwässern aus der Industrie und Landwirtschaft und dem Rückgang von Fischarten sind die Wale ab den 1950iger Jahren fast gänzlich von der deutschen Nordseeküste verschwunden.

Zwei Schweinswale schwimmen ganz dicht am Elbufer, beide Tiere sind eng zusammen, die Finnen und Rücken sind deutlich aus dem WasserSeit etwa 10 Jahren wird aber eine Art Rückkehr und Verlagerung des Bestandes aus dem Norden in den Süden festgestellt: Es werden wieder vermehrt Schweinswale in der südlichen Nordsee und an der deutschen Küste gesehen.

Der Bestand wird in der deutschen Nordsee jahreszeitabhängig auf etwa 15.000 bis 54.000 Tiere im Frühjahr geschätzt. Genaueres über eine Unterteilung in Gruppierungen ist noch nicht bekannt, aber in der Ostsee werden mehrere Populationen unterschieden.

In der westlichen Ostsee wurde das Vorkommen jüngst auf nur mehr etwa 11.000 Tiere geschätzt (davon 800-2000 in deutschen Gewässern), innerhalb der letzten 10 Jahre hat sich der Bestand damit halbiert! Vor allem die Population in der östlichen Ostsee, die sich genetisch etwas von den anderen unterscheidet, ist mit nur noch etwa 300 Individuen vom Aussterben bedroht!

Schutzabkommen
Der Schweinswal steht als geschützte Art auf den Listen verschiedener internationaler Schutzabkommen, die auf nationaler Ebene umgesetzt werden müssen, z.B.:

  • Rote Liste bedrohter Arten der IUCN: Status: "Gefährdet"
  • Rote Liste Deutschland: Status: "Stark gefährdet"
  • Europäische Fauna-und Flora-Habitatrichtlinie (Natura 2000): Der Schweinswal ist auch als geschützte Art bei der Europäischen Fauna-und-Flora-Habitat-Richtlinie auf den Listen II und IV aufgeführt, mehrere FFH-Gebiet (Natura 2000) sind zu seinem Schutz ausgewiesen worden, für die allerdings noch Schutzrichtlinien erlassen werden müssen.
  • ASCOBANS (Agreement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic, North East Atlantic, Irish and North Seas): Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in der Nord- und Ostsee, des Nordostatlantiks und der Irischen See; regionales Artenschutzabkommen, das im September 1991 im Rahmen der Bonner Konvention abgeschlossen wurde und im März 1994 in Kraft trat.

Wale auf Wanderschaft und Whale Watching
Schweinswalsuche in der Elbe: mit dabei die interessierte junge Journalistin Rebecca Sch. (15 Jahre) und die GRD-Biologin Denise Wenger, beide halten von einem Zodiac aus stehend mit Ferngläsern Ausschau nach SchweinswalenSchweinswale gehen jahreszeitlich auf Wanderungen, über die man noch nichts Genaueres weiß. Wintergebiete liegen wohl eher küstenfern im Norden oder Westen, im Frühjahr dann tauchen die ersten Wale an der Küste Niedersachsens auf.

Seit 2007 konnte durch ein Sichtungsprogramm und Untersuchungen der GRD-Biologin Denise Wenger nachgewiesen werden, dass nach fast 100 Jahren wieder Schweinswale in die Flüsse schwimmen, in der Weser bis Bremen, in der Elbe bis Hamburg – über 90 Kilometer von der Küste entfernt. Die Biologin ging der Sache auf die Spur: vor allem von März bis Mai wurden die Kleinen Tümmler in den Flüssen gesichtet, dann, wenn wandernde Fischschwärme wie die Stinte (Osmerus eperlanus) zum Ablaichen aus der Nordsee in die Flüsse hoch ziehen.

2013 konnten im Hamburger Hafen viele Schweinswale aus nächster Nähe vom Ufer von Spaziergängern oder von Strandcafés aus gesehen werden. Kajakfahrer und Motorbootfahrer berichteten zudem, dass die Wale neugierig nahe herangeschwommen seien.

Verwandtschaft: Familie der Schweinswale
Weltweit gibt es sechs Schweinswalarten, die alle relativ küstennah vorkommen, aber geographisch voneinander getrennt sind. Sie haben alle die Schweinswal-typischen anatomischen Merkmale, unterscheiden sich jedoch in Färbung und Größe. Unter ihnen findet man die kleinsten Wale.

Mit zu den unmittelbar vom Aussterben bedrohten Arten zählt dabei der Hafenschweinswal, der nur in einem Gebiet im Norden des Golfs von Kalifornien vorkommt. In Mexiko nennt man ihn auch Vaquita, kleine Kuh, er wird nur bis zu 1,5 Meter groß. Von dieser Schweinswalart gibt es schätzungsweise nur noch etwa 100 Individuen, darunter weniger als 30 fortpflanzungsfähige Weibchen. Beifang in oft illegalen Fischernetzen ist die Haupttodesursache für diese Wale, die, wenn nicht sofort alles zu ihrem Schutz getan wird, bis 2018 ausgestorben sein werden.
April 2015 - Denise Wenger

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser: er streckt seine Schnauze bis zu den Mundwinkeln leicht schräg auftauchend in die Luft, ein Auge, der Rest des Kopfes, ein Flipper und sogar der Ansatz der Rückenfinne sind im klaren Wasser gut zu erkennenAm 17.3 2015, wurde am frühen Nachmittag eine Gruppe von 2 bis 3 Schweinswalen in der Hahnöfer Nebenelbe von einem Kajakfahrer gesichtet und der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) gemeldet. Die GRD führt seit 2007 ein Sichtungsprogramm für Schweinswale in den Flüssen an der deutschen Nordseeküste durch.

"Dies ist die erste Meldung, die wir dieses Jahr aus der Elbe erhalten. 2012 und 2013 wurden von März bis Mai viele Schweinswale, auch in größere Gruppen, im gesamten Hamburger Hafengebiet bis Wedel gesichtet. 2014, nach einem sehr milden Winter, waren es nur wenige, aber Sichtungen gab es bis in den August. Die Stintschwärme waren bereits im Januar die Flussläufe hochgezogen gewesen und die Schweinswale anscheinend nicht an der Küste. 2015 könnte ähnlich sein, aber es bleibt spannend, wann und wie viele Wale noch kommen", kommentiert die Biologin Denise Wenger, Projektleiterin der GRD.

Walfreunde um Mithilfe gebeten
Denise Wenger bittet alle Segler, Kajakfahrer, Motorbootfahrer und Anwohner, die auf oder an Elbe, Weser und Nebenflüssen unterwegs sind, die Augen offen zu halten und Schweinswalsichtungen, auch Totfunde, möglichst umgehend zu melden.

Auch telefonisch können Schweinswalbegegnungen gemeldet werden unter 0176 - 2220 82 71 oder 089 - 7416 04 10. Wichtig sind die Anzahl der Tiere, der genaue Ort und die genaue Uhrzeit.

Die Daten fließen in ein Langzeitprojekt, werden Behörden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und dienen letztendlich dem besseren Schutz der Schweinswale.

Erstmals ist eine Kegelrobbe in Hamburg aufgetaucht
Im letzten Jahr wurde auch die erste Kegelrobbe in Hamburg gesichtet. Auch das Vorkommen dieser geschützten Art sollte genauestens dokumentiert werden. Der Biologe Abbo van Neer vom Institut für Aquatische und Terrestrische Wildtierforschung (ITAW) in Büsum führt ein Kegelrobbenprojekt durch und bittet um Sichtungsmeldungen.

Diese können ebenfalls bei der GRD > online abgegeben oder direkt bei ihm telefonisch unter 0511-8568162 gemeldet werden.
Pressemitteilung, 18.03.2015 -  GRD-Presse

⇒ Hier können Sie Ihre Schweinswal-Sichtung Online melden

⇒ Wie unterscheide ich zwischen einem Seehund und einer Kegelrobbe? (PDF)

Ein Schweinswal schwimmt vor dem Aquarium in Wilhelmshaven, er hebt den Kopf halb aus dem Wasser, ein Auge ist gut sichtbar, das Maul jedoch nichtPressemitteilung, 17.04.2014 - Erst am 16. April sind dieses Jahr die ersten zwei Schweinswale in der Elbe gesichtet worden. Sie tauchten beim Finkenwerder Rüschpark auf und wurden sofort der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) gemeldet.

Im vergangenen Jahr kam ein fast invasionsartiges Auftauchen von Schweinswalen von Wedel bis in den Hamburger Hafen einer Sensation gleich: Ab Mitte März konnten von den Strandcafés unterhalb der Elbchaussee und in den Hafenbecken die Kleinen Tümmler beobachtet werden, im Köhlbrand bis zu 10 Tiere gleichzeitig und das täglich.

"Doch wir können dieses Jahr nicht mit so vielen Schweinswalen in der Elbe rechnen", sagt die Biologin Denise Wenger von der GRD, die seit 2007 das Vorkommen der Schweinswale in den norddeutschen Flüssen untersucht und dokumentiert.

Trotzdem: Bitte Ausschau halten!
Schweinswalsuche in der Elbe: mit dabei die interessierte junge Journalistin Rebecca Sch. (15 Jahre) und die GRD-Biologin Denise Wenger, beide halten von einem Zodiac aus stehend mit Ferngläsern Ausschau nach SchweinswalenTrotzdem bittet die GRD alle, die über Ostern, aber auch danach, auf oder an Elbe oder Weser unterwegs sind, sei es mit dem Segel- oder Motorboot, Kajak, als Passagier einer Fähre oder als Spaziergänger die Augen offen zu halten und Schweinswalsichtungen zu melden.

Die Meldungen kann man online abgeben oder telefonisch unter: 0176-22208271 oder 089-74160410. Wichtig sind dabei genaue Angaben zu Datum, Uhrzeit, Ort und Anzahl der gesichteten Tiere.

Das Schweinswalsichtungsprogramm hat in den letzten Jahren erstaunliche Ergebnisse geliefert und dient dem Schutz der Schweinswale.

Der Ostermontag, der sich auch für einen Spaziergang entlang Elbe und Weser anbietet, war ursprünglich ab diesem Jahr als "River Whale Watching Day" geplant, doch nun ist ungewiss, wie viele Schweinswale noch auftauchen. Mit viel Glück trifft man vielleicht nach der erfolgreichen Ostereiersuche auch noch auf ein paar "Oster-Schweinswale". Im letzten Jahr schwammen die Kleinen Tümmler ganz nah am Ufer und sind von vielen Leuten gesehen worden.

Jetzt ist es sehr spannend, ob noch mehr Wale gesichtet werden
Zwei Schweinswale schwimmen ganz dicht am Elbufer, beide Tiere sind eng zusammen, die Finnen und Rücken sind deutlich aus dem Wasser"Offensichtlich hat der diesjährige warme Winter das in den letzten Jahren beobachtete Muster durcheinandergebracht. Normalerweise folgten die Meeressäuger den Stintschwärmen, die zum Ablaichen in die Flussläufe ziehen", meint Wenger.

Doch 2014 war der Stint um mehr als vier Wochen früher die Flüsse hochgewandert, berichteten Fischer an Elbe und Weser. Die Schweinswale befanden sich zu diesem Zeitpunkt wohl (noch) nicht an der Küste und wurden folglich auch nicht "mitgezogen". Mitte März verschwanden die Stinte bereits wieder zurück in Richtung Nordsee.

"Eine zweite Fischart, die zum Ablaichen in die Flüsse schwimmt und die dort als mögliche Beute in Betracht kommt, ist die geschützte Finte, deren Bestand sich erst im letzten Jahrzehnt mit schwankendem Erfolg wieder in Weser und Elbe etwas erholt hat. Ab einer Wassertemperatur von etwa 12-13°C in den Flüssen finden sich dort laichende Finten ein, meist etwa Ende April", meint Wenger.

Nun liegt die Temperatur der Elbe bei etwa 12 °C, gemessen bei Airbus, und siehe da, prompt sind auch die ersten Schweinswale aufgetaucht. Jetzt ist es sehr spannend, ob noch mehr Wale gesichtet werden!

Frohe Ostern und schöne Schweinswal-Erlebnisse wünscht die GRD!

⇒ Hier können Sie Ihre Schweinswal-Sichtung Online melden

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser: er streckt seine Schnauze bis zu den Mundwinkeln leicht schräg auftauchend in die Luft, ein Auge, der Rest des Kopfes, ein Flipper und sogar der Ansatz der Rückenfinne sind im klaren Wasser gut zu erkennenPressemitteilung, 04.03.2014 - Der erste Schweinswal dieser Saison wurde am 23. Februar von Marina Paradies bei Käseburg in der Mitte der Weser gesichtet und die Sichtung an die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) gemeldet. Seitdem sind zwei weitere Meldungen aus Weser und Jade eingegangen.

2007 hat die Biologin Denise Wenger von der GRD das Schweinswal-Sichtungsprogramm für die großen norddeutschen Flüsse, Ems, Jade, Weser und Elbe und deren Nebenflüsse ins Leben gerufen.

Mittlerweile liegen ihr fast 1000 Sichtungsdaten vor. Deren Auswertung hat ein neues Bild über die Verbreitung des Schweinswals und seine Rückkehr in die Flüsse ergeben.

Es begann in der Weser
"Jedes Frühjahr Ende Februar, Anfang März schwimmen seit etwa 8 Jahren Schweinswale verstärkt in die norddeutschen Flüsse. Das zeitlich-räumliche Muster der Sichtungen legt nahe, dass sie wandernden Fischschwärmen zu ihren Laichgründen folgen. Den Ausschlag scheint hier der Stint zu geben. Stintschwärme sammeln sich im Januar und Februar in den äußeren Ästuaren und ziehen dann die Flußläufe hoch. Zeitgleich schwimmen die Schweinswale ein.

Es begann erst in der Weser und seit 2012 wurden auch viele Schweinswale in der Elbe vor allem im Gebiet Wedel bis in den Hamburger Hafen gesichtet, wo sie beim Jagen auf Stinte beobachtet wurden.

Die GRD-Biologin Denise Wenger steht vor einem dichten Schilfgürtel, sie hält ein Poster mit einem großen Schweinswalkopf in beiden Händen. Auf dem Poster steht in großen Buchstaben: Schutz der heimischen Schweinswale – in Elbe, Weser und an der Küste"Jedes Jahr erhalten wir von der Jade und Weser die ersten Meldungen, einige Tage später erst werden die Schweinswale dann in der Elbe gesichtet", fasst Projektleiterin Denise Wenger zusammen.

Mitte bis Ende Mai, wenn die Fische wieder auswandern, verschwinden auch die Schweinswale wieder aus den Flüssen.

Auszeichnung mit dem Yves Rocher-Umweltpreis für Frauen
Die Biologin, die seit Jahren Behörden und Institute informiert, hat alle Meldungen ausgewertet, weitere Untersuchungen geplant und in die Wege geleitet. Für das Projekt erhielt sie in diesem Jahr den Yves Rocher-Umweltpreis für Frauen. Für diese Unterstützung ist die Biologin sehr dankbar.

Ebenso dankt sie allen, die ihre Schweinswalsichtungen gemeldet haben und dazu beitrugen, mehr über dieses neue Naturschauspiel zu erfahren.

Bitte alle Sichtungen an die GRD melden!
Sichtungen von Schweinswalen können online unter www.schweinswale.de gemeldet werden oder einfach telefonisch unter 089 - 7416 0410 oder 0176 - 2220 8271. Jede Schweinswalmeldung zählt, wird auf Sichtungskarten eingetragen und in die Datenerhebung aufgenommen!

Wichtig ist, die genaue Uhrzeit, den genauen Ort und die Anzahl der gesichteten Tiere zu melden.

⇒ Hier können Sie Ihre Schweinswal-Sichtung Online melden

Die GRD-Biologin Denise Wenger steht vor einem dichten Schilfgürtel, sie hält ein Poster mit einem großen Schweinswalkopf in beiden Händen. Auf dem Poster steht in großen Buchstaben: Schutz der heimischen Schweinswale – in Elbe, Weser und an der KüsteLogo des Trophee de FemmesPressemitteilung, 21.02.2014 - Denise Wenger, Diplom-Biologin bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD), ist mit dem "Trophée de femmes", einem Umweltpreis für Frauen, der von der Umweltstiftung Yves Rocher vergeben wird, für ihr Projekt zu Vorkommen und Schutz von Schweinswalen in Elbe, Weser und an der Nordseeküste ausgezeichnet worden.

Am 13. Februar 2014 hat die Umweltstiftung "Yves Rocher" in Stuttgart wieder drei Frauen mit dem Umweltpreis "Trophée de femmes" für ihre besonderen Verdienste im Natur- und Umweltschutz geehrt, darunter auch die GRD-Biologin Denise Wenger.

Dringend notwendige Unterstützung für Schutzprojekt
"Ich danke dem 'Trophée de femmes'-Team der Umweltstiftung Yves Rocher und der Jury von ganzem Herzen für diese besondere Auszeichnung und die Unterstützung für die Schweinswale", freut sich Denise Wenger.

Die Rückkehr der Wale
Die Untersuchungen der Biologin in den letzten sechs Jahren zeigen, dass die Kleinen Tümmler nach fast 100 Jahren wieder regelmäßig im Frühjahr weit in norddeutsche Flüsse ziehen, in der Weser bis Bremen, in der Elbe bis Hamburg.

"Das zeitlich-räumliche Muster der Schweinswalsichtungen legt nahe, dass sie dabei wandernden (anadromen) Fischschwärmen folgen, die zum Ablaichen aus der Nordsee zu ihren Laichgebieten in die Flussläufe schwimmen", erklärt die GRD-Biologin. "Die Fischarten Stint und Finte stehen im Verdacht, die begehrte Beute zu sein."

Whale-Watching im Hamburger Hafen
Für die Kleinen Tümmler scheint es sich zu lohnen, diesen Fischen zu folgen und die weite Reise - bis Hamburg sind es immerhin mehr als 95 Kilometer von der Küste - trotz der Gefahren und des Lärms in den stark befahrenen Wasserstraßen auf sich zu nehmen und im lauten Hamburger Hafen über Wochen hinweg zu jagen.

Portraitaufnahme der GRD-Biologin Denise WengerIm Köhlbrand - hier teilt sich die Elbe in Süderelbe und Norderelbe – konnten im vergangenen Jahr sogar täglich über mehrere Wochen bis zu 10 Wale beim Jagen beobachtet werden.

Trotz Zweiflern hat Denise Wenger die Schweinswalmeldungen ernst genommen und stetig die Ergründung des Aufenthalts der Kleinen Tümmlern verfolgt und in der historischen Literatur recherchiert, wie es früher war. Seit 2007 hat sie die Öffentlichkeit und Medien informiert und um die Meldung von Schweinswalsichtungen in den Flüssen gebeten.

Ihr ist es zu verdanken, dass wir heute von der Rückkehr der Wale in die Weser und Elbe wissen und ein ziemlich genaues Bild durch das Sichtungsprogramm davon haben, was die Wale dort machen. Sie hat die Daten zusammengetragen und ein erstes Gesamtbild erstellt.

Projekt für besseren Schweinswal-Schutz
Bislang fehlt es allerdings an geeigneten Schutzmaßnahmen an der Küste und in den Flüssen für die unter Artenschutz stehenden Meeressäuger. Beifang in der Grundstellnetzfischerei ist noch immer ein Hauptbedrohungsfaktor. Und allein im April und Mai 2013 wurden am Elbufer 26 tote Schweinswale gefunden, die Todesursachen wurden leider nicht ermittelt. In Frage kommen Kollisionen mit schnellen Motorbooten, wofür einige Hinweise bei der GRD eingingen, aber auch Schädigungen durch Lärm oder Umweltgifte und in der Folge Tod durch Infektionen kommen in Betracht.

Ein kleines Speedboot, besetzt mit 2 Personen, rast mit hoher Geschwindigkeit in der Elbe"Es ist meine große Hoffnung, mehr für den Schutz der Schweinswale erreichen zu können," sagt Denise Wenger. "Durch den "Trophée de femmes" für mein Projekt wird den kleinen Walen und ihrer Bedrohungssituation wieder mehr Aufmerksamkeit zuteil, und das brauchen sie, denn die Umsetzung tatsächlicher Schutzmaßnahmen, auch in den ausgewiesenen FFH-Schweinswalschutzgebieten, ist dringend nötig."

So setzt sich die Biologin unter anderem für die Klärung der Todesursachen, Schadstoffbelastung und eine temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung für Motorboote von Hamburg bis Wedel während der Schweinswal-Saison ein.

Seit 1994 dem Delfin- und Meeresschutz verschrieben
Denise Wenger ist Projektleiterin der GRD und ehrenamtlich im Vorstand tätig. Seit 1994 hat sie sich ganz dem Delfin- und Meeresschutz verschrieben. Mit ihrem Engagement, ihrer Kreativität und ihrem besonderen Einfühlungsvermögen hat sie bereits mehrfach Neues herausgefunden und für Erfolge im Delfinschutz gesorgt.

⇒ Video "Schweinswalen in der Elbe auf der Spur"

⇒ Umweltstiftung "Yves Rocher"

⇒ Yves Rocher - Die Pflanzen-Kosmetik

Denise Wenger beim Ausbringen der CPODs in der Weser.Das typische Gerät bei der Erfassung von Schweinswalen ist der Klickdetektor (CPOD). Bereits 2013 konnten dank der Hilfe des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg vier der Aufnahmegeräte in der Elbe installiert werden. Glücklicherweise leiht uns das Bundesamt für Naturschutz (BfN) 12 dieser Geräte für die kommende Saison 2014.

Was kann man damit machen: Schweinswale senden bei der Orientierung, für die Kommunikation und bei der Futtersuche typische Klicklaute im Ultraschallbereich aus. Bekannt ist diese Echoortung oder Sonar, wie es man nennt, von Fledermäusen oder auch von Schiffssonar, mit dem heute die Schiffe ausgerüstet sind. Ultraschall wird ausgesendet und das zurückkommende Echo gibt ein Bild von der Umgebung.

Der Trick mit dem Klick
Schweinswalsuche in der Elbe: mit dabei die interessierte junge Journalistin Rebecca Sch. (15 Jahre) und die GRD-Biologin Denise Wenger, beide halten von einem Zodiac aus stehend mit Ferngläsern Ausschau nach SchweinswalenBeim Jagen, wenn Schweinswale sich einem Fisch nähern, senden sie vermehrt Klicklaute aus. Orientierungs-, Kommunikations- und Jagdklicklautsequenzen kann man sogar unterscheiden und damit auch etwas über das Verhalten aussagen. Der Klickdetektor nimmt diese Laute auf und transformiert sie in digitale Daten, die auf einer SD-Karte im Gerät gespeichert werden. Leicht lassen sich dann die Daten auf einen PC übertragen und mit einem speziellen Programm analysieren.

Der Vorteil der Klickdetektoren: Sie nehmen kontinuierlich rund um die Uhr auf und so können wir mehr über den Aufenthalt und die Aktivitäten der Wale erfahren, auch in der Nacht. Ein Ergebnis des letzten Jahres ist z.B., dass an vielen Tagen im April in Wedel bei Hamburg bis zu 23 Stunden Klicklaute aufgezeichnet wurden, also die Schweinswale dort Tag und Nacht aktiv waren.

Das wichtigste Instrument jedoch ist die Beteiligung der Menschen am Sichtungsprogramm
Doch das wichtigste Instrument bei meiner Datenerhebung zum neuerlichen Vorkommen der Schweinswale in den Flüssen war die rege Beteiligung von mittlerweile Tausenden Bürgern am GRD-Sichtungsprogramm und dafür bin ich sehr dankbar.

Spaziergänger an der Elbe, Fährfahrer, Segler, die Wasserschutzpolizei, Mitarbeiter in Büros an den Ufern, Schulklassen, die einen Ausflug an die Elbe machten, so viele meldeten ihre Schweinswalsichtung mit oft sehr genauer Beschreibung des beobachteten Verhaltens.

Ein Schweinswal schwimmt sehr nah am Ufer der Elbe bei TeufelsbrückUnd über diese freiwillige Beteiligung am Sichtungsprogramm konnte ein genaues Bild gewonnen werden, was sich in den Flüssen abspielt, keine wissenschaftliche Erhebung hätte dies in so kurzer Zeit so umfassend ermöglicht.

Nur dem GRD-Sichtungsprogramm ist es zu verdanken, dass wir heute von dieser Rückkehr wissen, denn ohne die Motivierung und ein Forum und die Zusammenfassung der Daten wäre es nur einigen Seglern, Kajakfahrern oder Anwohnern aufgefallen, dass ihnen Schweinwale begegnen, aber kein Gesamtbild entstanden.

Ein beeindruckendes Naturerlebnis
Meist wurde die Begegnung mit den kleinen Walen als ein sehr besonderes und beeindruckendes Erlebnis empfunden und ich erhielt begeisterte Schilderungen auf den Online-Sichtungsbögen oder per Telefon. Die bislang als sehr scheu geltenden Wale sind vielen Kajakfahrern oder Seglern oder auch mir als Spaziergänger am Ufer neugierig begegnet, haben sich sogar angenähert oder sind trotz der Nähe der Menschen unbeeindruckt ruhig weitergeschwommen.

Der Biologe Martin Stein von der Naturschutzbehörde Brake und Denise-Wenger, im Hintergrund ist die Weser und ein großer Anker nebst Fahnenmast zu erkennen, beide studieren gerade ein SchriftstückBesorgnis um das Schicksal der kleinen Wale
Alle, die mir ihre Schweinswalsichtung meldeten, drücken neben ihrer Freude auch ihre Besorgnis um das Wohlergehen der Wale aus und möchten ihren Schutz. Diese Menschen setzen sich ein, ihnen liegen die Wale am Herzen.

Diese unglaublich tolle Unterstützung und Wertschätzung der Bevölkerung und aktive Mithilfe zeigen uns auch, wie wichtig die kleinen Meeressäuger und ihr Überleben den meisten Menschen sind, und das ist meine Hoffnung, mehr für den Schutz der Wale erreichen zu können.

In diesem und folgenden Jahren wird die GRD das Sichtungsprogramm weiterführen und die Öffentlichkeit informieren, wo die Wale überall auftauchen und zu beobachten sind.

Herzlichen Dank an alle, die das Sichtungsprogramm unterstützen!
Denise Wenger, Februar 2014

⇒ Schweinswale in Weser und Elbe - Ergebnisse 2013

⇒ Die Rückkehr der Wale

Kathrin Lösing und Marc-Oliver Pabst mit ihren Rennrädern auf dem schneebedeckten Umbrailpass in 2.503 m HöheEine wirklich ungewöhnliche Idee, den Schweinswalschutz zu unterstützen, hatten Kathrin Lösing und Marc-Oliver Pabst aus Hamburg. Sie radelten auf der offiziellen Transalp 2013 über die Alpen und führten weit entfernt von der Heimat der Schweinswale, hoch in den Bergen, eine Spendensammelaktion durch.

Die enormen Strapazen während der einwöchigen und fast 900 Kilometer langen und extrem harten Tour, auf der kältesten und ungemütlichsten Transalp der Geschichte mit Tagen voller Regen und Kälte, haben sich auch für die Wale wirklich gelohnt:

Sage und schreibe 1.000,00 €, die unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesammelt wurden, kamen für unser Schweinswalprojekt zusammen!

Initialzündung für die Sammelaktion war eine Schweinswalsichtung in der Elbe beim Findling "Alter Schwede" in Övelgönne. Und so waren irgendwie auch die Schweinswale dann ständig mit dabei, als es Ende Juni während des 7tägigen Radmarathons im Hochgebirge hinauf bis auf den Umbrailpass mit 2.503 m oder das Stilfser Joch mit 2.757 m ging.

Wir freuen uns sehr über diese ungewöhnliche, sicherlich sehr anstrengende und dabei gleichzeitig derart erfolgreiche Aktion für die Schweinswale und sagen Kathrin Lösing und Marc-Oliver Pabst ein ganz großes DANKE!

Das war wirklich riesig.

Kathrin Lösing und Marc-Oliver Pabst mit ihren Rennrädern auf dem Umbrailpass in 2.503 m Höhe, im Hintergrund türmt sich ein beeindruckendes, schneebedecktes Gebirgsmassiv auf

Duftkissen aus Tonis Weltretter Werkstatt.Mit einer wunderbaren Idee zum Schutz der Kleinen Tümmler setzt sich die 16-jährige Antonia aus Glücksburg ein: Sie zeigt ein großes "Herz für Schweinswale" und verkaufte 70 wunderschöne, selbst hergestellte Duftkissen in Herzform, deren Erlös sie vollständig unserem Schutzprojekt "Schweinswale in den großen norddeutschen Flüssen" spendete.

Antonia, die von allen Toni genannt wird, will nicht weniger, als die Welt ein gutes Stück besser zu machen, und nennt ihre Facebookseite und ihre Homepage folgerichtig "Toni's Weltretter-Werkstatt".

Mit dem Kauf von ihren in Handarbeit gefertigten und selbst gestickten Duftkissenherzen werden zu 100 % Hilfs- und Schutz-Projekte unterstützt.

Toni kann ihren Traum, Tierärztin zu werden, um bedrohte Tierarten zu retten, aufgrund einer Behinderung leider nicht verwirklichen. Aber sie kann richtig gut sticken. So kam ihr die Idee mit ihren Handarbeiten ihren Traum – bedrohte Tiere zu retten – auf andere Weise zu verwirklichen.

Nach der ersten Aktion "Ein Herz für Schweinswale" erhielt sie sehr viel positives Feedback, selbst der Landwirtschaftsminister von Schleswig-Holstein schickte ihr einen persönlichen Dankesbrief. Diese Aktion zeigte ihr aber auch, dass noch viel für den Schutz der Schweinswale getan werden muss, denn erst im Oktober 2013 wurde nur wenige hundert Meter von ihrem Zuhause ein toter Schweinswal am Strand in Schausende gefunden.

Deshalb machte Toni gleich weiter mit der Aktion "Schweinswale 2" und innerhalb kurzer Zeit waren sämtliche ihrer 70 Duftherzen vergriffen.

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser: er streckt seine Schnauze bis zu den Mundwinkeln leicht schräg auftauchend in die Luft, ein Auge, der Rest des Kopfes, ein Flipper und sogar der Ansatz der Rückenfinne sind im klaren Wasser gut zu erkennenWir sagen Toni ein ganz großes DANKE für ihre tolle Aktion, über die wir uns riesig freuen.

Insgesamt kamen 350 € für den Schweinswalschutz zusammen. Wir wünschen Toni weiterhin viel Erfolg bei ihrem vorbildlichen Einsatz für unsere heimischen Tümmler! Die flinken Gesellen können Freunde wie Toni wirklich gut gebrauchen.

Weitere Informationen über Toni und ihre Weltretter-Werkstatt findet man auf ihrer Homepage und ihrer Facebook-Seite:

Zur Homepage verlinktes Logo von Toni's Weltretter-Werkstatt  

Zwei Schweinswale schwimmen ganz dicht am Elbufer, beide Tiere sind eng zusammen, die Finnen und Rücken sind deutlich aus dem Wasser.Mehr als 400 Schweinswalsichtungsmeldungen haben wir dieses Jahr (2013) erhalten und damit ein immer klareres Bild von der Verbreitung der Kleinen Tümmler in den Flüssen Jade, Weser und Elbe und an der niedersächsischen Küste.

Die unglaublich tolle Unterstützung und Wertschätzung der Bevölkerung zeigen, wie wichtig die kleinen Meeressäuger und ihr Überleben den meisten Menschen sind. Herzlichen Dank an alle, die sich mit ihrer Sichtungs-Meldung, Fotos oder Videos aktiv an der Datenaufnahme zur Verbreitung der Schweinswale beteiligt haben!

Schweinswal-Welle in Hamburg
Durch das Interesse der Medien konnte für viel Wirbel um die Schweinswale gesorgt und ihr Aufenthalt in den Flüssen und ihre Bedrohungssituation der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Schweinswale in der Elbe, im Hamburger Hafen, in der Weser bis Bremen: Sie sind aufgefallen und kommen jedes Jahr etwa von Anfang März bis Ende Mai wieder. Viele der kleinen Meeressäuger sind dieses Frühjahr zeitgleich mit dem Einwandern der Stintschwärme im März bis nach Hamburg geschwommen und hielten sich dort über 10 Wochen hinweg auf, ein Vergnügen für die Hamburger, die sie an der Elbchaussee von Cafés und von Fähren aus beobachten konnten.

Mehrere Schweinswal-Klickdetektoren (CPODs) hatten wir mithilfe des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg in der Elbe von Wedel bis Glückstadt installiert und eine erste Auswertung der Unterwasseraufnahmen erbrachte bereits fantastische Erkenntnisse, z.B. fast 23 Stunden-, also Tag- und Nachtaktivität mit Jagdsequenzen vor Wedel.

GRD-Biologin Denise Wenger und Feuerwehrpressesprecher Dennis Renk knien in einem flachen Container vor einem toten Schweinswal, der in dicker weißer Plastikfolie liegt und für den Transport zur Obduktion vorbereitet wird.Klärung der Todesursachen wichtig
Doch 26 tote Schweinswale wurden - der überwiegende Teil davon ab der zweiten Maihälfte - entlang des Elbufers bis Höhe Haseldorf aufgefunden. Kollisionen mit Schiffen kommen als eine Todesursache in Betracht. Wahrscheinlich wird das Überfahren eines kleinen Wals gar nicht bemerkt, doch uns liegen mehrere Hinweise vor und ein Anstieg der Todesfälle ist mit dem Beginn der Sportboot-Saison zu verzeichnen. Deswegen schlagen wir für die Schweinswal-Saison von März bis Ende Mai von Hamburg bis Wedel eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Elbe vor.

Siehe Wedel-Schulauer-Tageblatt vom 12.06.2013:
> Schweinswal tot an Wedels Strand - pdf-download

Doch auch andere Faktoren, die zum Tod führen, sind möglich. Wir wissen nicht, wie sich der Aufenthalt der kleinen Wale im Hamburger Hafen auf ihr Gehör auswirkt, ob sie Schadstoffe aufnehmen oder der Lärm und Stress sie anfällig für Krankheiten macht. Die zahlreichen Todesfälle werden dank unseres Engagements endlich untersucht werden und wir hoffen, in den nächsten Jahren hierzu mehr aussagen zu können.

Den Walen auf der Spur
Für die kommende "Schweinswalsaison" ist viel geplant: Möglichst genau soll die Anzahl an Schweinswalen ermittelt werden, die die Flussläufe frequentieren, sowie ihre genaue räumlich-zeitliche Verteilung, bevorzugte Gebiete, deren Nutzung und das Beutespektrum in den Flussläufen.

Ein kleines Speedboot, besetzt mit 2 Personen, rast mit hoher Geschwindigkeit in der Elbe.Die Untersuchung möglichst aller toten Tiere soll Aufschluss über Todesursachen, Allgemeinzustand, Parasiten, Erkrankungen, Schadstoffbelastung sowie Altersstrukturen und Verwandtschaftsgrad untereinander und zu anderen Schweinswalen in der Nordsee geben. Konfliktbereiche und Bedrohungsfaktoren durch menschliche Aktivitäten sollen identifiziert und Risiken sowie die Auswirkungen des Lärms, verursacht vom Schiffsverkehr in den stark befahrenen Wasserstraßen, auf die sich akustisch orientierenden Meeressäugetiere eingeschätzt werden.

Auf Grundlage der Daten können Vorschläge für ein sinnvolles Monitoring- und Schutzprogramm für diese FFH-Art gemäß europäischer Habitat-Richtlinie (Natura 2000) erarbeitet werden. Doch ohne Ihre Mithilfe, ohne Unterstützung aus der Bevölkerung kann es nicht gelingen! Je mehr Leute mitmachen und ihre Sichtungen melden, umso mehr können wir über das Auftreten der Kleinen Tümmler und ihr Verhalten aussagen.

Sehr wichtig ist, auch die toten Schweinswale umgehend an uns zu melden, damit eine genaue Zahl ermittelt werden kann. Zudem möchten wir möglichst alle toten Wale bergen und untersuchen lassen. Für eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung hat das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) in Büsum umfassende Unterstützung angeboten.

© Denise Wenger, November 2013

Bitte unterstützen Sie unser Projekt zum Vorkommen der Schweinswale in den Flüssen und der Untersuchung der Gefahren, denen sie dort ausgesetzt sind sowie adäquaten Schutzmaßnahmen auch mit einer Spende! Benötigt werden Mittel z. B. für die Labor-Untersuchungen auf Umweltgifte oder Schädigungen durch Lärm, und für die Freilandarbeit, Batterien für die Klickdetektoren, und einiges mehr. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

Copyright Daten des Sichtungsprogramms und Ergebnisse: D. Wenger, Gesellschaft zur Rettung der Delphine, München.
Keinen Daten oder Teile davon für Veröffentlichungen nutzen! Verwendung nur nach Absprache, bei Erwähnen bitte immer Quelle korrekt angeben.

Eine Dreizehenmöve mit einem langten gebogenen Grashalm im MaulDieses Problem für die Schweinswale hatte keiner erwartet. Und es zeigt, wie komplex die Zusammenhänge des marinen Lebens sind: Eine Gruppe britischer Wissenschaftler hat herausgefunden, dass wegen der Klimaerwärmung die Zahl der Sandaale an den schottischen Küsten drastisch zurückgeht. Und dass deswegen in dieser Region die Schweinswale verhungern.

Der Meeresbiologe Colin D. McLeod aus St. Andrews in Schottland ist sehr besorgt. In den letzten Jahren werden vermehrt verhungerte Schweinswale an den schottischen Küsten angespült. 2002 und 2003 zeigten bereits ein Drittel der Todfunde aus dem Frühjahr deutliche Zeichen von Unterernährung.

Im Vergleichszeitraum 1993 bis 2001 waren es lediglich 5%. Es folgte eine langjährige Detektivarbeit, um den Gründen dafür auf die Spur zu kommen.

McLeod ist überzeugt, dass die Schweinswale der Klimaerwärmung und Überfischung zum Opfer fallen. In der schottischen Nordsee sind Schweinswale besonders im Frühjahr auf die fettreichen Sandaale als Nahrung angewiesen. Die kleinen Wale haben nur begrenzte Energiespeicher und müssen gerade im Frühjahr, wenn das Wasser der Nordsee noch sehr kalt ist und vor der Geburt ihrer Jungen qualitativ hochwertige Nahrung zu sich nehmen.

Durch die Erwärmung der Nordsee um durchschnittlich 1,4 Grad in den letzten 40 Jahren wandern Fischarten wie der Kabeljau und Sandaal aus der Nordsee ab. Einwanderer aus dem Süden wie die Große Schlangennadel kann das Fehlen von Beute für Kleinwale und Seevögel nicht kompensieren, erklärt McLeod in seinem in der Fachzeitschrift "biology letters" im Januar veröffentlichten Bericht. Die Forscher der Universität von Aberdeen und des Scottish Agricultural College sind erstaunt darüber, dass die Schweinswale so unflexibel auf die Knappheit ihrer gewohnten Beute reagieren und nicht auf andere Fischarten umsteigen.

Ein Fischbagger füllt Sandaale in einen roten Container.Die GSM-Vorsitzende und Meeresbiologin Petra Deimer sagt dazu, dass neben der Klimaveränderung selbstverständlich noch ein ganz anderes, gravierendes Problem hinzukommt, der übermäßige Fischfang: "Die Industrie- oder Gammelfischerei, z.B. für die Produktion von Fischmehl, ist an einer solchen Nahrungs-Kettenreaktion schuld. Es ist ein Skandal, dass die moderne Fischerei noch immer nicht als eklatanter Eingriff in das sensible Ökosystem Meer verstanden wird - mit dramatischen Folgen, wie man sieht".

Zusätzlich zum Klimawandel hat die Industriefischerei die Situation für die Kleinwale in der nördlichen Nordsee noch verschärft. 1997 wurden noch 1,1 Million Tonnen Sandaale in der Nordsee gefischt. 2006 waren es nur noch 266.000 t (trotz einer Empfehlung von Fischereiforschern, die Fischerei ganz zu schließen). Aus ihnen macht man das Futter für in Fischfarmen gemästete Arten wie Lachs, Wolfsbarsch oder Thunfisch.

Ähnlich wie diese Meeressäuger sind auch Nordsee-Seevögel vom Rückgang der Sandaale betroffen. Zu diesem Ergebnis waren bereits im vergangenen Sommer Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt gekommen.

In einer vierwöchigen Forschungsreise an Bord der "Walther Herwig III" in die Nordsee hatten sie festgestellt, dass die Zahl der Großen Schlangennadel drastisch zugenommen hat, und dass Seevögel anstelle der selten gewordenen Sandaale nährstoffarme Schlangennadeln fangen. Dass sie diese Beute, die verwandt ist mit den Seepferdchen, aber nicht hinunterwürgen können.

Die Folge: Es wurden Seevögel-Nester mit verhungerten Küken darin entdeckt, deren Eltern versucht hatten, sie mit Schlangennadeln zu füttern.
Quellen: Walter Karpf (GSM) / GRD-Presse

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser: er streckt seine Schnauze bis zu den Mundwinkeln leicht schräg auftauchend in die Luft, ein Auge, der Rest des Kopfes, ein Flipper und sogar der Ansatz der Rückenfinne sind im klaren Wasser gut zu erkennen.Pressemitteilung, 25.03.2011 - Es ist nicht leicht, sie zu sehen: ein graues Etwas im grauen Weserwasser. Doch wenn die bis zu eineinhalb Meter langen Tiere auftauchen, merkt man sofort, dass man einen Schweinswal vor sich hat: "Ihr Blas ist ein lautes Prusten, sie haben ein stumpfe Schnauze und eine dreieckige Rückenfinne", sagt die Biologin Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD).

Seit fünf Jahren werden die gefährdeten Meeressäuger zwischen März und Mai in der Weser, aber auch in Ems und Elbe, gesichtet, nachdem sie dort jahrzehntelang verschwunden waren. GRD-Wissenschaftler vermuten, dass die Wale wandernden Fischschwärmen folgen: Hering steht auf ihrer Speisekarte, aber auch wenig bekannte Fischarten wie Stint oder Finte.

"Seit 2007 gingen 79 Meldungen bei uns ein, dabei wurden insgesamt über 125 Schweinswale in der Weser gesichtet. Meist sind die Kleinen Tümmler allein unterwegs (zu 59,9 %), manchmal schwimmen sie zu zweit (30,4 %), ganz selten gab es sogar Beobachtungen von großen Gruppen mit bis zu 8 Tieren" berichtet Denise Wenger, Projektleiterin der GRD.

Viele Jahrzehnte waren die Meeressäuger von der Nordseeküste und aus den großen Flüssen verschwunden, nun sind sie zurückgekehrt und werden zunehmend auch in der Ems, Jade und Elbe entdeckt. In der Weser werden Sichtungen vor allem im Blexer Bogen zwischen Bremerhaven und Nordenham und bei Brake gemeldet. Manche der kleinen grauen Wale mit stumpfer Schnauze und dreieckiger Rückenfinne schwimmen aber auch bis nach Bremen.

Gute Beobachtungschancen für "Whale Watching" bestehen von Ende März bis Ende Mai, danach verschwinden die Schweinswale wieder aus der Weser.

Moderne "Abhörtechnik" liefert erste Ergebnisse
Ein Klickdetektor (C-POD) wird in der Fahrrinne der Weser installiert: Ein Mann steht bei Niedrigwasser auf der Plattform eines Leuchtfeuers hoch über dem Wasser und lässt den bereits im Wasser befindlichen C-POD an einem Seil herabIm vergangenen Jahr wurden von der GRD zwei Klickdetektoren (Hydrophone, sog. C-PODs) in der Fahrrinne der Weser installiert, die die Ultraschalllaute ("click trains") der Schweinswale aufzeichnen, um mehr über die räumlich-zeitliche Verteilung und den Grund des Besuchs zu erfahren. Es wird vermutet, dass die Kleinen Tümmler Fischschwärmen folgen, die zum Ablaichen aus der Nordsee in die Weser schwimmen. Heringe, Stinte und die Finte (Rote-Liste-Art) machen im Frühjahr mengenmäßig den größten Anteil an der Fischbiomasse in der Weser aus und stehen im Verdacht, das attraktive Futter zu sein, dem die Wale folgen.

"Tatsächlich wurden von einem der stationären Lauschdetektoren über 30 Ultraschalllautfolgen zur Futtersuche ("feeding click trains") und fast ebenso viele Kommunikationslaute ("communications click trains") aufgezeichnet", so der Schweinswalexperte Sven Koschinski, der die schwierige Auswertung der C-POD-Daten übernahm. Dies bestätigt, dass die Schweinswale in der Weser Fische jagen und sich auch als Paar oder Gruppen aufhalten und miteinander kommunizieren. Insgesamt wurden 413 Schweinswallautabfolgen aufgezeichnet.

Um Genaueres über Anzahl, Tun und Aufenthalt der Schweinswale zu erfahren, ist die GRD auf aktive Mithilfe angewiesen und bittet Segler, Bootsfahrer, Angler, Anwohner und Urlauber, die auf oder an der Weser unterwegs sind, nach den meist schwierig zu entdeckenden Meeressäugern zu schauen. Manchmal kann man auch ihren "Blas", ein geräuschvolles Prusten beim Auftauchen und Ausatmen, hören und sie so entdecken.
Denise Wenger

Schweinswalfoto: Koschinski | FjordBaelt, DK; www.fjord-baelt.dk
Fotos Installation der Klickdetektoren: M. Stein

Eine Schweinswalmutter schwimmt mit ihrem Baby fast einen Kreis beschreibend umher, die Aufnahme von einem erhöhten Standpunkt zeigt beide Tiere deutlich erkennbar im klaren WasserPressemitteilung, Mai/Juni 2012 - So viele Schweinswal-Sichtungsmeldungen aus Weser und Elbe wie dieses Jahr erhielt die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) noch nie. Besonders in der Elbe werden bereits seit Anfang April Gruppen von 2, 4 und bis zu 10 Tieren gemeldet.

Fast täglich werden sie von Anwohnern, Fährfahrern oder aus Büros bei Airbus gesehen. Sogar aus dem Wohnzimmer eines Hauses in Övelgönne konnten ein Vater und seine Tochter die Kleinen Tümmler genau beobachten.

2007 initiierte die GRD aufgrund wiederholter Schweinswalsichtungen in der Weser ein Meldeprogramm.

"Die ersten Daten zeigten, dass sich die Schweinswale vor allem im Frühjahr in den Monaten März bis Mai in der Weser aufhalten. Literaturrecherchen ergaben, dass die Kleinen Tümmler vor etwa 100 Jahren vor Verschmutzung der Flüsse weit in die Flussläufe schwammen, sogar bis südlich von Bremen, wahrscheinlich Fischschwärmen folgend. Und dieses könnte auch heutzutage der Grund für ihren Aufenthalt in Jade, Weser und Elbe sein", erläutert Denise Wenger, Diplom-Biologin bei der GRD.

Die Flüsse sind vergleichsweise wieder sauberer, Fischbestände wurden eingesetzt und haben sich vermehrt. Wandernde Fischarten ziehen aus der Nordsee zum Ablaichen in die Flussläufe, wie z.B. die Finte oder Stint und Hering. Mittlerweile wurden die Schweinswale auch bereits beim Fischejagen beobachtet und ihre Klicklaute mit Hydrophonen aufgenommen.

"Was mich sehr freut, ist die Begeisterung der Menschen über ihre Schweinswalbeobachtung. Man merkt, wie unser einziger heimischer Wal geliebt und geschätzt wird. Vieleicht kann man nun mehr für den Schutz der Meeressäugetiere erreichen, das ist meine große Hoffnung", sagt Denise Wenger.
Denise Wenger

Ein Schweinswal schwimmt vor dem Aquarium in Wilhelmshaven, er hebt den Kopf halb aus dem Wasser, ein Auge ist gut sichtbar, das Maul jedoch nichtPressemitteilung, 21.08.2012 - Nach jahrzehntelanger Abwesenheit schwimmen Schweinswale wieder regelmäßig im Frühjahr in die Flüsse an der deutschen Nordseeküste, das hat die Datenerhebung der Biologin Denise Wenger von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) ergeben.

2007 initiierte die GRD aufgrund wiederholter Schweinswalsichtungen in der Weser ein Meldeprogramm.

"Die ersten Daten zeigten, dass sich die Schweinswale vor allem im Frühjahr in den Monaten März bis Mai in der Weser aufhalten. Literaturrecherchen ergaben, dass die Kleinen Tümmler vor etwa 100 Jahren vor Verschmutzung der Flüsse weit in die Flussläufe schwammen, sogar bis südlich von Bremen, wahrscheinlich Fischschwärmen folgend. Und dieses könnte auch heutzutage der Grund für ihren Aufenthalt in Jade, Weser und Elbe sein", erläutert Denise Wenger, Diplom-Biologin bei der GRD.

Über 130 Meldungen von Sichtungen in der Weser mit dabei insgesamt 172 beobachteten Schweinswalen und 44 Meldungen mit insgesamt 98 in der Elbe gesichteten Tieren sind vom 6. März 2012 bis zum 23.Juli 2012 bei der GRD eingegangen. Die Zahl ist allerdings noch nicht von Mehrfachsichtungen bereinigt.

Keine Irrgäste:
Aufgrund der jetzigen Datenlage müssen Schweinswale nun wieder als fester Bestandteil der Biozönose der Unterläufe der Flüsse Weser und Elbe betrachtet werden. Sie kommen jedes Jahr in einem gewissen Zeitfenster dort vor und dies gehört zu ihrem natürlichen Verhaltensrepertoir.

Der Schweinswal ist nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie eine besonders streng geschützte Art.

Ein Schweinswal streckt den Kopf aus dem Wasser, das Maul ist leicht geöffnet, ein Flipper ist im klaren Wasser zu erkennenDie Biologin hat herausgefunden, dass Schweinswale jedes Frühjahr weit in die Unterläufe der Flüsse, bis nach Bremen und Hamburg, schwimmen und es sich dabei nicht um verirrte Tiere handelt.

Die Schweinswale folgen allem Anschein nach wandernden Fischschwärmen. Ihre räumlich-zeitliche Verteilung im Frühjahr deckt sich mit dem Einwandern von Fischarten wie Stint und Finte, die in den Flüssen ablaichen.

Ob sie die begehrte Beute darstellen, muss noch überprüft werden. Besonders in der Elbe wurden in diesem Jahr sogar Gruppen von bis zu 10 Schweinswalen gesichtet und einige hielten sich über sechs Wochen in einem bestimmen Elbabschnitt nahe dem Hamburger Yachthafen in Wedel und dem Mühlenberger Loch auf.

Das bevorzugte Aufenthaltsgebiet der Schweinswale in der Elbe entpuppte sich als Hauptablaichgrund der Finte.

"Inzwischen haben wir auch 10 Meldungen erhalten, die auf neugeborenen Kälber hinweisen, darunter in diesem Jahr leider sogar zwei Totfunde. Mit nur 60 cm Länge muss es sich um diesjährige Kälber handeln, die wahrscheinlich sogar im Ästuar oder Flusslauf geboren wurden", berichtet Wenger. Insgesamt gab es über 20 Totfunde in Weser und Elbe.

Wengers Recherchen in historischer Literatur hatten ergeben, dass die Meeressäuger bis Anfang des letzten Jahrhunderts regelmäßig in den Flüssen gesichtet wurden, sogar noch viel südlicher, heute halten sie Wehre von ihrer Weiterreise ab. Dann verschwanden die Schweinswale für viele Jahrzehnte aufgrund negativer anthropogener Eingriffe, wie direkte Bejagung, Begradigung und Verschmutzung der Flüsse, Rückgang der Fische und Beifang.

Ein Schweinswal schwimmt im Nassau-Hafen vor einem kleinen auslaufenden Katamaran"Durch ihren Aufenthalt in den Flüssen rücken die bedrohten Meeressäugetiere auch wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit, die Schweinswale sind sozusagen zum Greifen nahe gekommen, denn sogar von Land aus - vom Deich, aber auch von Büros und Wohnzimmern aus -, von den Fähren und natürlich von Seglern und anderen Bootsfahrern werden die Schweinswale ganz nah gesehen", berichtet die Mitarbeiterin der GRD. "Interessant waren auch die Beschreibungen des Verhaltens der Wale, die einige Beobachter begeistert gegeben haben."

Bedrohungsfaktoren:
Hauptbedrohungsfaktoren für die Kleinen Tümmler sind heutzutage vor allem der zwar ungewollte, aber häufige Beifang in Fischernetzen, der Rückgang ihrer Nahrungsgrundlage durch die industrielle Überfischung sowie zunehmend auch die Verlärmung der Meere durch Schiffsverkehr, Ölbohrungen, Sprengungen von Munitionsaltlasten und Rammarbeiten, z.B. für Offshore-Windkraftanlagen.

Lärm kann die sich akustisch orientierenden Meeressäuger zeitweise aus Gebieten vertreiben, aber auch wie bei Sprengungen oder dem Einsatz von Airguns bei der Rohstoffsuche Organe direkt schädigen und bis zum Tod führen.

Schadstoffe aus der Industrie und Landwirtschaft, die über die Flüsse ins Meer getragen werden, reichern sich bei den am Ende der Nahrungskette stehenden Zahnwalen an und beeinträchtigen ihre Fertilität und Gesundheit.

Risiko im Fluss:
Dass die vielbefahrenen Wasserstraßen Weser und Elbe keine besonders guten Lebensräume für die Kleinen Tümmler darstellen, liegt auf der Hand. In den zum Teil engen Flussläufen stellen anscheinend vor allem schnelle Motorboote eine Gefahr dar. Es gibt mehrere Hinweise darauf, dass Schweinswale tödliche Verletzungen durch Schiffsschrauben erlitten hatten.

Die GRD setzt sich für den Schutz der Schweinswale und die Umsetzung der europäischen FFH-Richtlinie ein.

Alle Schweinswalsichtungen 2012 können auf Online-Karten auf der Internetseite der GRD eingesehen werden.
Denise Wenger

Ein kleiner toter Schweinswal liegt im feuchten SandErtrunken, vergrämt und ausgestorben – Schicksal unserer Schweinswalpopulationen

Kiemen- und Verwickelnetze sind die Haupttodesursache für Schweinswale. Von 1987 bis 2001 sind nach Schätzungen als Beifänge in der dänischen Fischerei in der Nordsee allein jährlich zwischen 5500 und 5800 Schweinswale in den Netzen als Beifang ertrunken. Aktuelle Zahlen liegen von vielen Ländern nicht vor oder die offiziellen Statistiken enthalten nur die von Fischern gemeldeten, während zusätzlich noch immer zahlreiche Todfunde anstranden, die eindeutige Beifangzeichen aufweisen. Der ungewollte Beifang ist noch immer die Todesursache Nr. 1. Selbst der Beifang von Schweinswalen in Grundstellnetzen in deutschen Gewässern überschreitet die "Erheblichkeitsschwelle" (des Art. 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG., Quelle s.u.: A. PROELß/J. KIRSCHEY (1)).

Das Paradoxe ist, dass selbst in Schweinswalschutzgebieten diese Art der Fischerei erlaubt ist. Wie kann das sein? Die neue Veröffentlichung von Alexaner Proelß und Jenny Kirschey hat die unbefriedigende Rechtslage zwischen Umweltrecht, Fischereirecht und EU-Recht in Hinblick auf den unzureichenden Schutz der kleinen Wale beleuchtet.

Im Walschutzgebiet vor Sylt ist es untersagt, Wale erheblich zu beeinträchtigen, aber Fischereitätigkeit, so „die Schleppnetzfischerei zum Fang von Fischen zu unmittelbaren Ernährung (Konsumfischerei), der Fang mit anderen Geräten als Treibnetzen sowie mit Stellnetzen, deren gestreckter Abstand zwischen Grundtau und Schwimmerleine 2m nicht überschreitet“, ist erlaubt! Der derzeitiger Stand der Wissenschaft aber besagt über die Fischerei mit Stellnetzen, auch niedrigeren: sie sind die Hauptgefährdungsursache für Schweinswale! Die Schutzvorgaben des schleswig-holsteinischen Kleinwalschutzgebiets sind zudem auf die dänischen Fischereifahrzeuge nicht anwendbar, weil der deutsche Gesetzgeber keine Zuständigkeit besitzt, sondern die EU gemäß der gemeinschaftlichen Fischereipolitik (GFP), und die Einschränkungen bei der EU Kommission nicht angemeldet wurden.

Umsetzung der europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtlinie
Die EU-Habitatrichtlinie, besser bekannt als FFH-Richtlinie, gibt eigentlich bei strikter Auslegung einen wunderbaren Rahmen und gute Vorgaben für einen Schutz der Meeressäuger sowie von Meeresökosystemen. Doch es mangelt an der Umsetzung. Zwar sind mittlerweile FFH-Gebiete in Nord- und Ostsee ausgewiesen, doch es fehlen Managementpläne und die Fischerei ist bislang nicht beschränkt.
Die GRD fordert von der Bundesregierung, explizit vom BMELV, endlich die nötigen Schutz-Vorgaben umzusetzen und sinnvolle Managementmaßnahmen bei der EU einzureichen. Die Bundesrepublik Deutschland muss die natur- und artenschutzrechtlichen Pflichten der FFH-Richtlinie umsetzen. Vor allem schädliche Formen von Fischerei müssen verboten, eingeschränkt oder völlig verändert werden.

Alexaner Proelß und Jenny Kirschey kommen zu dem Schluss, dass „für einen effektiven und dauerhaften Schutz der Schweinswale die Etablierung eines ganzjährigen Ausschlusses der Fischerei mit Kiemen- und Verwickelnetzen von Unionsrecht wegen geboten ist“. Auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ist dieser Meinung, doch werden vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz nötige Vorgaben bislang „ausgesessen“.

Ein Schweinswal streckt den Kopf aus dem Wasser, das Maul ist leicht geöffnet, ein Flipper ist im klaren Wasser zu erkennenBesserer Schutz der Schweinswal-Kinderstuben
Das Beispiel Sylter Außenriff soll die Rechtssituation deutlich machen: die Schweinswaldichte ist hier kurz nach Geburt der Jungen im Sommer am inneren Rand der AWZ am größten, hier kommen am meisten Kälber vor. Unser „Walschutzgebiet“ reicht aber nur bis zur 12-Meilen-Zone. Das FFH-Gebiet „Sylter Außenriff“ könnte aber durchaus zusätzlich einen besseren Schutz gewährleisten. Entsprechende Schutzgebietsverordnungen sind aber bislang noch nicht erlassen worden, das BMELV kommt seinen Pflichten nicht nach, die Fischerei wird wieder einmal vorne angestellt.

„Mit einer Ausweisung als besonderes Schutzgebiet durch das BMU müssen fischereirechtliche Aktivitäten dem Vermeidungsgebot des Art. 6 Abs. 2 der FFH-Richtlinie (1) genügen. Doch auch nach BNatSchG werden ausschließlich unter deutscher Flagge fahrende Fischereifahrzeuge den in der AWZ geltenden autonomen Fischereibeschränkungen unterworfen. Für ausländische Fischer bedarf es einem Legislativakt der EU, denn in der AWZ gelten zwar souveräne Rechte und Hoheitsbefugnisse für Deutschland, aber auch das europäisches Unionsrecht und hier das geltende Fischereirecht für alle Mitgliedsstaaten, das außer der Treibnetzfischerei jegliche Form der Fischerei noch erlaubt (sowie das Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in Nord- und Ostsee und angrenzenden Gebieten (ASCOBANS) und natürlich das UN-Seerecht.)“, so analysieren die Autoren die Rechtslandschaft und zeigen die Handlungsmöglichkeiten auf.

Das BMELV muss nun zuerst seiner Verpflichtung nachkommen und artenschutzrechtlich sinnvolle Managementpläne, die zum Beispiel mindestens ein Stellnetzverbot, am besten ein völliges Verbot jeglicher Form der Fischerei und anderer menschlicher Nutzung zumindest in einer großen Zone für das Sylter Außenriff enthalten sollten, bei der EU einreichen.

„Nach Verabschiedung entsprechender Schutzgebietsverordnungen hätte sich die Bundesregierung bei der EU-Kommission dann um eine Ausweitung der für deutsche Schiffe geltenden strengen Regeln auf Fischereifahrzeuge aller EU-Mitgliedsstaaten zu bemühen, um ihren Pflichten aus der FFH-Richtlinie gerecht zu werden“, schließen Proelß und Kirschey.

Genau das erwarten wir von der Bundesregierung, wenn ihr ein ernsthafter Meeres- und Biodiversitätsschutz wirklich am Herzen liegt!

Auch die Fischer sind gefragt – Meeresschutz und Nutzung vereinbaren
Ein Schweinswal hängt tot im Stellnetz.Mit der GFP der EU sollte ein Umdenken im Fischereisektor stattfinden. Jahrzehntelanger Raubbau an den Fischbeständen hat viele an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Das Akzeptieren unselektiver Netze hat einen millionenfachen Beifang an anderen Arten oder zu kleinen Fischen erlaubt, Tod durch Ertrinken für Schweinswale zum Beispiel und eine immense Verschwendung an Ressourcen, wenn Nicht-Zielarten wieder über Bord geworfen wurden.

Doch der Fischereisektor bleibt zum großen Teil hinter Vernunftdenken und Einsicht sowie verantwortungsvollem Einsatz zum Schutz der selbst genutzten und damit überlebenswichtigen Ressourcen zurück. Ebenso ist ein Umdenken zugunsten wichtiger Meeressökosysteme und Meeressäugetierschutz angebracht. Nicht das Festhalten an starren veralteten Strukturen, sondern innovative Lösungen sind auch hier gefragt – und das fängt bei jedem Berufsfischer an: Meldung von Beifängen, Einsatz selektiver Fischfanggeräte, eigene Ideen zur Verbesserung. Früher gab es viel mehr Fisch, größere Fische und mehr Schweinswale. Die Fische wurden mit Körben aus der Nordsee geholt, so einfach war das Fischen bei den großen Schwärmen. Wieder ein gesundes System herzustellen, muss doch auch im Interesse jedes einzelnen Fischers liegen.

Bestandserholung ermöglicht Einkommensverbesserungen, erfordert aber jetzt entsprechende Weichenstellungen, die zunächst einmal schmerzhaft sein können! Würde nach ökologischen und sozialen Kriterien gefischt, würden sich auch die Fisch-Bestände wieder erholen. Alternative Fangmethoden wie bestimmte Fischfallen oder modifizierte Langleinen und automatisierte Pilkangeln (Jiggingmaschinen) sollen in Projekten mit Fischern ausprobiert und an die lokalen Bedürfnisse angepasst werden.

Pinger sind Vergrämer
Pinger, akustische Signalsender für Schweinswale, die an Fischernetzen angeracht werden, genügen in FFH-Schutzgebieten den Vorgaben der FFH-Richtlinie für besonderen Schutzgebieten (SACs- speciell areas for conservation) nicht!
Pinger sind Vergrämer, sind zeit- und gebietsweise an Stellnetzen der meisten Fischereifahrzeuge in der Nordsee Pflicht und durchaus können sie den Beifang von Schweinsale verhindern, doch zum einen vergrämen sie die Tiere und vertreiben sie tatsächlich aus ihrem Lebensraum. Wenn viele der Netze in einem Gebiet ausgelegt werden, bedeutet das für die Schweinswale schon einen großen Gebiets- und somit Nahrungsverlust. Zum anderen erfordern die Pinger einen hohen Aufwand an Wartung und sie funktionieren deshalb auch oft nicht und stellen dann eine zusätzliche Gefahr dar. Auch können sich Schweinswale an den Lärm der Pinger gewöhnen und ihn ignorieren.

Selbst neuentwickelte Warnsignalgeber, sogenannte PALs, die in der Testphase sind und identifizierte Schweinswal-Warnlaute geben sollen, wären zwar, sollte sie sich als erfolgreich und anwendbar herausstellen, wunderbar für ihren Einsatz in der Fischerei, aber ständige Warnlaute sind nicht vertretbar in einem ausgewiesenen Schutzgebiet, ihre Verwendung innerhalb von Schutzgebieten wäre ebenso wenig angebracht wie die von Pingern.

 

Kurz zur Ostsee
Ausgestorben - das könnte bald für eine Population des Ostsee-Schweinswals gelten, die sich genetisch vom Rest unterscheidet und nur noch aus wenigen Hundert Individuen besteht. Nur strikte Maßnahmen wie ein völliges Verbot der Fischerei mit Netzen und ein ausgezeichnetes Schutzgebiet könnten das endgültige Aus stoppen.

Denise Wenger

Quelle: (1) Proelß, Alexander, & Kirschey, Jenny, 2012NuR (2012) 34: 378-385, Springer Verlag

Ein Schweinswal schwimmt vor dem Aquarium in Wilhelmshaven, er hebt den Kopf halb aus dem Wasser, ein Auge ist gut sichtbar, das Maul jedoch nicht. 14.02.2013 - Das Eis geht, die Wale kommen: Jedes Frühjahr schwimmen die Kleinen Tümmler bis Bremen und Hamburg. "Wal, da bläst er!"“ Dieser Satz in Herman Melvilles „Moby Dick“ ist weltweit bekannt. Dass man Wale aber auch im Binnenland in den Flüssen Jade, Weser und Elbe sehen kann, wird manch einer noch für Seemannsgarn halten.

Doch unsere einzigen heimischen Vertreter, die Schweinswale, besuchen seit einigen Jahren regelmäßig im Frühjahr, vor allem von März bis Juni, unsere norddeutschen Flüsse, das hat eine Datenerhebung der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) ergeben. Ein weißer Schweinswal, wie in der Ostsee gesichtet, war aber bislang nicht dabei.

Meist sind die kleinen Wale auf ihrer Wanderung in die Flussläufe einzeln oder zu zweit unterwegs, doch auch Gruppen von 10 Individuen in der Elbe und sogar etwa 30 in der Weser wurden gesichtet. 2012 erhielt die GRD so viele Sichtungsmeldungen wie noch nie: Insgesamt 67 Schweinswal-Sichtungen gab es in der Weser zwischen Bremerhaven und Bremen. 47 Meldungen gingen aus der Elbe ein.

Die Beobachtungen dort waren besonders bemerkenswert. Von April bis Anfang Juni wurden die seltenen Meeressäuger fast durchgehend zwischen Wedel und Teufelsbrück gesichtet, oft auch in Gruppen von 4-5 Tieren. Als Irrgäste können sie nun nicht länger bezeichnet werden.

Fette Finte oder schlanker Stint?
Dichter Schiffsverkehr auf der Weser, hinter einem dicken Pott kreuzt eine große Fähre den Fluss. Was mag der Grund sein, der die Schweinswale in die stark befahrenen Wasserstraßen lockt? „"Mit hoher Wahrscheinlichkeit folgen sie wandernden Fischschwärmen, die aus der Nordsee zum Ablaichen die Flussläufe hoch schwimmen. Auffällig ist, dass besonders bei Laichplätzen der geschützten Fischart Finte Schweinswale öfters gesehen werden, so z.B. zwischen Wedel und dem Mühlenberger Loch“", stellt die GRD-Projektleiterin Denise Wenger fest.

Aber auch der Stint kommt als begehrte Beute in Betracht. Stinte sammeln sich bereits im Februar in den äußeren Ästuaren und so erscheinen dort auch um diese Zeit die ersten Schweinswale.

Die Wasserqualität der Flüsse hat sich in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert und Fische haben in Art und Anzahl in ihren ursprünglichen Lebensräumen wieder zugenommen. Die seltene Finte zeigt sich in der Elbe wieder in ähnlichen Laichgebieten wie Anfang des 19. Jahrhunderts.

"In historischen Aufzeichnungen ist ebenso zu finden, dass vor etwa hundert Jahren Schweinswale regelmäßig in den Flussunterläufen gesichtet wurden, in der Ems bis nach Weener, in der Weser bis nach Achim südlich von Bremen und in der Elbe sogar bis nach Magdeburg“", erläutert Wenger.

Vielleicht hat auch der Nahrungsdruck in der stark befischten Nordsee zugenommen und es lohnt sich für die Schweinswale, Lärm und Gefahren der Flüsse für eine Mahlzeit in Kauf zu nehmen.

Systematische Studie
Es ist spannend, nun die wahren Hintergründe der Rückkehr der Wale und ihre bevorzugten Aufenthaltsgebiete genauer zu untersuchen. Das hat sich die Biologin Denise Wenger zur Aufgabe gemacht. Sie möchte in diesem Frühjahr mit einer systematischen Studie möglichst genau klären, wie viele Schweinswale sich zu welcher Zeit wo in den Flüssen aufhalten und welche Fischarten sie tatsächlich fressen.

Moderne „Abhörtechnik“ in der Elbe
Ein Schweinswal streckt den Kopf aus dem Wasser, das Maul ist leicht geöffnet, ein Flipper ist im klaren Wasser zu erkennen. Konkret sehen die Pläne vor, 5 stationäre Schweinswal-Klickdetektoren, sogenannte CPODs (Continuous Porpoise Detectors), dauerhaft in der Elbe zu installieren. Unterstützung erhält das Projekt dabei durch den Biologen Dr. Veit Hennig von der Universität Hamburg und den Teams der Wasser- und Schifffahrtsämter Hamburg und Cuxhaven.

„"Mit diesen Geräten können die typischen hochfrequenten Laute der Wale aufgezeichnet werden und wir können mehr über ihre Aufenthaltsorte herausfinden. Bestimmte Klick-Abfolgen kann man sogar der Futtersuche oder Kommunikation zuordnen"“, erklärt Veit Hennig.

Bitte Schweinswal-Sichtungen melden!
Doch unverzichtbar sind weiterhin Sichtungsmeldungen. Für Anwohner an Jade, Weser und Elbe sowie Segler, Fähr-, Boots- und Kajakfahrer heißt es deshalb wieder: „Bitte Augen offen halten“, denn bereits ab Februar sind Begegnungen mit den Meeressäugern an der Küste und in den Flussläufen möglich und jede Meldung einer Schweinswal-Sichtung ist wichtig.

Auch Totfunde sollten unverzüglich gemeldet werden. Die GRD versucht, ein Netzwerk aufzubauen, um tote Schweinswale möglichst schnell zu Veterinären zu bringen, die sie auf die Todesursachen hin untersuchen können. Die Wissenschaftler interessieren sich zudem für Mageninhalt, Verletzungen, Schadstoffanreicherung und genetische Daten.

Ansprechpartner:
GRD: Denise Wenger: Tel.:089-74160410 oder 0176-22208271
Uni Hamburg: Dr. Veit Hennig: 040/42838-4235 oder 0170-8342175

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser: er streckt seine Schnauze bis zu den Mundwinkeln leicht schräg auftauchend in die Luft, ein Auge, der Rest des Kopfes, ein Flipper und sogar der Ansatz der Rückenfinne sind im klaren Wasser gut zu erkennen.Hamburg/München, 13.03.2013 – Den harten winterlichen Bedingungen trotzend haben sich in den letzten Tagen die ersten Schweinswale aus der Nordsee in Richtung Hamburg aufgemacht.

Der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD), die seit 2007 ein Sichtungsmeldeprogramm für Schweinswale in den großen norddeutschen Flüssen durchführt, wurden in den letzten Tagen zwei Gruppen mit 3 bzw. 2 Tieren von Elbanwohnern gemeldet.

Am weitesten elbaufwärts bis Nähe des Elbtunnels schwamm die Zweier-Gruppe der kleinen Meeressäuger. Die beiden sind wohl die ersten Schweinswale, die in diesem Frühjahr die Elbe hoch kommen und eventuell die gleichen Tiere, die bereits am 6. März vor Brunsbüttel gesichtet worden waren.

Fast alle Beobachtungen fanden von Land aus statt. "Die Tiere schwammen nah am Ufer entlang und waren gut zu sehen", berichtet die Biologin Denise Wenger, Projektleiterin der GRD. "Was mich sehr freut, ist die Begeisterung der Menschen über ihre Schweinswalbeobachtung. Man merkt, wie unser einziger heimischer Wal geliebt und geschätzt wird. Leider hinkt der offizielle Schweinswal-Schutz in Deutschland der Beliebtheit der kleinen Wale in der Bevölkerung stark hinterher, Schutzgesetze existieren bislang nur auf dem Papier und werden nur ungenügend umgesetzt."

Lauschangriff mit moderner "Abhörtechnik" in der Elbe
Denise Wenger beim Ausbringen der CPODs in der Weser.Im Februar installierte die Biologin in Zusammenarbeit mit dem Biologen Dr. Veit Hennig von der Universität Hamburg mit Hilfe des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg vier stationäre Klickdetektoren, sogenannte CPODs (Continuous Porpoise Detectors) in der Elbe von Glückstadt bis zum Mühlenberger Loch.

"Mit diesen Geräten können die typischen hochfrequenten Laute der Wale aufgezeichnet werden. Wir hoffen, damit noch mehr über die räumlich-zeitliche Verteilung und ihr Verhalten zu erfahren", so die Biologin.

Ihre bisherige Datenerhebung hat ergeben, dass sich in den letzten Jahren zunehmend Schweinswale von März bis Juni in den Unterläufen von Weser und Elbe aufhalten. Vermutlich folgen sie wandernden Fischschwärmen, die in den Flüssen ablaichen. Stint und Finte stehen im Verdacht, die begehrte Beute zu sein.

Jede Schweinswal-Meldung zählt!
Sichtungsmeldungen sind sehr wichtig, um mehr über die Aufenthaltsgebiete der Schweinswale zu erfahren und sie besser schützen zu können. Für Anwohner an Elbe, Weser und Jade sowie Segler, Fähr-, Boots- und Kajakfahrer heißt es deshalb wieder: "Bitte Augen offen halten und Sichtungen melden"!

Ansprechpartner:
Denise Wenger: Tel.:089-74160410 oder 0176-22208271

Zum Hintergrund:
Die GRD ist seit Beginn ihres Schweinswalsichtungsprogramms 2007 einem Phänomen auf der Spur: Schweinswale kommen nach etwa 100 Jahren wieder regelmäßig in den großen norddeutschen Flüssen Ems, Jade, Weser und Elbe vor.

Jedes Frühjahr schwimmen die kleinen Wale in die Ästuare und Flussunterläufe. Wahrscheinlich veranlasst sie die Nahrungssuche zu diesem Verhalten und sie folgen wandernden Fischschwärmen, die zum Ablaichen aus der Nordsee in die Flüsse schwimmen. Aufgrund des zeitlich-räumlichen Auftretens der Schweinswale vermuten wir, dass Stintschwärme oder auch z.B. die Finte, eine geschützte Fischart, die Meeressäuger bis zu ihren Ablaichgebieten locken.
Denise Wenger

Ein toter Schweinswal treibt senkrecht nahe bei einem Kajak in der Elbe, von dem Tier ist nur die Schnauzenspitze über Wasser zu erkennen.Am Abend des 8. Mai 2013 gegen 20 Uhr haben zwei Kajakfahrer einen Schweinswal vor dem Mühlenberger Segelclub tot in der Elbe treibend aufgefunden. Gegen 18:30 Uhr hatte ein anderer Kajakfahrer das Tier am Ufer gefunden. Der Schweinswal war gestrandet und "röchelte", er lag ca. 2 - 3 Meter vom Wasser entfernt auf den Steinen der Uferböschung gegenüber von Airbus. 

Der Paddler stieg beherzt aus seinem Kajak aus und trug den ca. 10 Kilo schweren Schweinswal zurück ins Wasser. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Ebbe bereits eingesetzt, der kleine Wal kann also gut und gerne schon über 1 Stunde hilflos an Land gelegen haben.

Träge und langsam hat er sich dann nochmals auf den Weg gemacht und ist davon geschwommen. Doch der kleine Gesell hat es trotz der Rettungsaktion leider nicht geschafft, kurze Zeit später trieb er tot in der Elbe. Leider konnte er nicht geborgen werden und die Todesursache lässt sich nicht mehr klären. In einer stark befahrenen Wasserstraße wie der Elbe sind die kleinen Wale zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Kollisionen mit schnellen Motorbooten kommen dabei als Todesursache auch in Betracht.

Die GRD versucht, durch Aufklärung und Aufbau eines Rettungsnetzes mehr zum Schutz der kleinen Wale zu erreichen. Bitte helfen Sie uns dabei durch Ihre Beobachtung, Ihre Sichtungs-Meldung oder unterstützen Sie jetzt mit Ihrer Spende für unser Schweinswal-Schutzprojekt!
Denise Wenger, Mai 2013

Schweinswale brauchen Hilfe!

Schweinswal taucht ab. Foto: S.Koschinski

Schweinswale suchen Freunde!

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser. Foto: S.Koschinski | FjordBaelt, DK, fjord-baelt.dk

Erste Hilfe für Schweinswale

Offensichtlich unverletzte Tiere, die z.B. durch Wellenschwall an Land gespült wurden, bitte wieder zurück ins Wasser bringen!

Finden Sie einen schwer verletzten Schweinswal am Strand, lassen sie ihn am besten dort liegen, er hat sich vermutlich selbst ans Ufer gebracht, um weiter atmen zu können. Auf keinen Fall verletzte oder sehr schwache Tiere wieder zurück ins Wasser schubsen, denn sie müssen zum Atmen ja an die Wasseroberfläche, sind sie zu geschwächt, können sie das aus eigener Kraft nicht mehr tun.

Das Blasloch oben am Kopf sollte sich nicht unter Wasser befinden. Wenn Sie keine Scheu haben und es möglich ist, dann lagern sie das verletzte Tier im flachen Wasser sicher, sodass es atmen kann. Waschen Sie sich aber danach gründlich die Hände.

Rufen Sie am besten sofort uns:
 0176-222 08 271, die Polizei/Wasserschutzpolizei oder den Amtsveterinär an, damit man sich um das verletzte Tier kümmern kann. In den meisten Fällen sind die Verletzungen so groß, dass man nicht mehr viel tun kann, aber es konnten auch schon Schweinswale gerettet und gesund gepflegt werden.
Denise Wenger