Grafik Symboltier SchweinswalProjekt für den Erhalt der Biodiversität mit dem Schweinswal als Projektsymboltier - Schüler können Lebensräume und Arten entdecken, untersuchen und schützen. Die GRD unterstützte bei diesem Projekt 2015 die neu gegründete Organisation Protect Nature e.V.

Die derzeitige UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung - BNE" wird seit 2015 in Form der "Zukunftsstrategie BNE 2015+" fortgeführt. Kindern und Jugendlichen wird in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle zugewiesen.

Kinder sollen eine Beziehung zur Natur und Umwelt aufbauen
Logo von Protect Nature e.V.Dass das Naturverständnis und das Verständnis für nachhaltige Entwicklung bei Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren defizitär sind, zeigt der Jugendreport 2010. Jeden Tag sterben weltweit ca. 120 Tierarten aus, doch wie der "Bio Index Report" (2010) belegt, wissen ein Siebtel aller Jugendlichen weltweit nichts mit dem Begriff "gefährdete Arten" anzufangen.

Nur wenn Kinder und Jugendliche ökologische Zusammenhänge ausreichend verstehen, werden sie nachhaltig handeln und sich für den Schutz von Natur und Umwelt engagieren.

Kinder werden Botschafter für die Küsten und Flüsse Schleswig-Holsteins
Wie können Kinder heute eine Beziehung zur Natur und Umwelt, die ein verantwortungsvolles Bewusstsein fördert, aufbauen? Dafür ist es notwendig, dass Kinder in verschiedenen Prozessen lernen, sich als Teil des Lebenssystems wahrzunehmen, mitgestalten zu können und Verantwortung zu übernehmen.

Vor diesem Hintergrund setzen wir eine in Schleswig-Holstein einmalige Aktion um: Kinder und Jugendliche werden Botschafter für die Küsten und Flüsse Schleswig-Holsteins. Das Entdecken und Erleben der biologischen Vielfalt ist der Mittelpunkt des Projekts.Zum Erhalt der tierischen und pflanzlichen Bewohner von Küsten und Flüssen entwickeln Schüler zudem eigene Ideen und setzen diese um.

Symboltier des Projekts ist der Schweinswal
Logo Bingo die Umweltlotterie. Der Schweinswal ist Symbolträger des Projektes, da er einerseits sowohl in der Nord- und Ostsee als auch in norddeutschen Flüssen vorkommt und andererseits in der Nordsee gefährdet und in der Ostsee sogar vom Aussterben bedroht ist und deshalb besonders viel Aufmerksamkeit und Schutz benötigt.

Lea Stanke & Denise Wenger

⇒ Der Schweinswal (Phocoena phocoena)

⇒ Projektflyer "Küsten– und Flusswächter gesucht" ) PDF

⇒ Küsten-und Flusswächter: Segeltörns auf dem Traditionssegler Pippilotta 2015 (PDF)

 

Segeltörn mit der Pippilotta am 19. Juni 2015

Begeisterte Kindergruppe an Bord der Pippilotta. Heute sind wir mit der Kirchengemeinde Süderlügum und Pastor Matthias Corves und mit dem Verein Seebrise von Helga Christiansen auf See gestochen. Zudem waren noch 6 Kinder der Elterngruppe aus Langballig unter Leitung von Prof. Looks dabei.

Kapitän und Seebär Schröder
Pünktlich um 9 Uhr waren alle Kinder da. An Bord stellte sich erstmal der Kapitän der Pippilotta, Hartwig Schröder, den Kindern vor. Seit 40 Jahren fast fährt die Pippilotta bereits mit Kindern segeln und Hartwig ist ein sympathischer Seebär, der immer eine kleine Anekdote und gute Idee auf Lager hat. Von unserem Verein war Vera Noack wieder dabei, wie auch die Tage zuvor. Vera ist begeisterte Seglerin und kennt alle Knoten und weiß, wie man ein Segel hisst. Ihre Freundin Franzi hat ihr heute assistiert.

Wir haben den Tag mit einer kleinen Vorstellungsrunde begonnen. Die Kinder haben berichtet, was sie schon an ihrem Küsten-und Flussabschnitt Tolles erlebt haben. Dann haben wir ein kleines Quiz gemacht. Überall auf dem Schiff waren Fragezettel aufgehängt mit Fragen rund um das Thema Meer und Naturschutz. Die Kinder haben so das ganze Boot erkundet und spielerisch kennengelernt. Wurden alle Fragen richtig beantwortet, ergab sich ein Lösungswort: "Was ist die Lieblingsspeise des Schweinswals?" - "Sandaale".

Das Schweinswalspiel
Während eine Gruppe mit Vera Knotenkunde lernte, hat die andere Gruppe mit Lea Vögel beobachtet und das Schweinswalspiel gespielt. Das Schweinswalspiel ist eigentlich sehr kritisch und ernsthaft in Bezug auf den Inhalt, macht den Kindern aber jedes Mal einen Riesenspaß: Alle Kinder stellen sich im Kreis auf. In die Mitte kommen ein Kind mit verbundenen Augen hinein, welches den Schweinswal darstellt, und ein weiteres Kind ohne verbundene Augen, welches den Fisch darstellt. Zuvor haben wir besprochen, wie Schweinswale jagen, nämlich mit Echoortung, ihre Augen brauchen sie dabei nicht!

In die Runde hat Lea dann gefragt, welche Gefahren dem Ostseeschweinswal drohen. Wir haben Stellnetze, seismische Erkundungen zur Erdgas- und Erdölsuche, Militärische Übungen, Umweltverschmutzung und Offshore-Windkraft besprochen. Lea hat anschaulich erklärt, dass jede moderne "Windmühle" meist auf 3 Pfeilern steht und jeder einzelne etwa 1000 Schläge zur Verankerung im Boden mit einem riesigen Hammer bedarf. Ein Schlag ist dabei so laut wie ein Mündungsschuss aus einem Infanteriegewehr einen Metern vom Ohr entfernt.

Dann haben die Kinder im Kreis, um das Rammen nachzuahmen, laut gestampft und dabei musste der Schweinswal im Kreis "Klick-Klick" sagen und der Fisch "Klick-Klick" antworten. Bei dem lauten Stampfen hat es der Schweinswal nicht geschafft, den Fisch zu fangen. Dann haben die Kinder das Wellengeräusch mit einem seichten "Sch-Sch" nachgeahmt und prompt konnte der Schweinswal seinen Fisch fangen.

Strandgut – gutes und schlechtes
Danach sind wir in die Schiffsküche gegangen, in der man gemütlich sitzen konnte, und Vera und Lea holten eine Plastiktüte hervor mit allerlei Strandgut. Die Kinder sollten immer eine Sache ziehen und dann wurde besprochen, ob der Gegenstand an den Strand gehört oder nicht. Wenn der Gegenstand sich als Müll, wie Angelschnüre, PET-Flaschen oder Bonbonpapier herausstellte, haben wir mit Hilfe der Umweltbroschüre herausgefunden, wie lange der Stoff braucht, um sich zu zersetzen. Die Kinder waren ganz entrüstet darüber, dass ihre Fleece-Pullis auch aus Plastik bestehen und bei jedem Waschgang tausende Mikroplastikteilchen verlieren. 

Zur Stärkung gab es danach gespendete Brezeln vom Bäcker Allvörden und Saft vom Realmarkt. Draußen war schon die Lotseninsel Schleimünde in Sicht und ein netter FÖJ´ler vom Verein Jordsand wartete auf uns. Die Inseln war total schön und der FÖJ´ler zeigte uns Eiderenten, Küstenseeschwalben und Silber- und Sturmmöwen.

Grafik Kinder und Jugendliche werden Botschafter für die Küsten und Flüsse Schleswig-Holsteins.Die Silbermöwen haben einen roten sogenannten "Kotzfleck" am Schnabel. Wenn die Jungen an diesen Fleck picken, dann würgt der Elternvogel das Essen wieder hoch und füttert die Jungen. Die Zeit verging wie im Flug und schon mussten wir wieder auf die Pippilotta zurück.

Meeresbodenprobe
Auf dem Rückweg gab es erstmal gespendeten Kuchen und als Highlight haben wir einen Bodengreifer ins Wasser gelassen, hochgeholt und in einer Wanne entleert. Der Boden war sehr schlammig und roch moderig. Nach ein paar Aufforderungen haben die Kinder gewagt, mit ihren Fingern vorsichtig nach Lebendigem zu suchen und wir fanden viele Seesterne, Muscheln und Garnelen.

Nun war es schon fast 16 Uhr und wir haben uns für ein Gruppenfoto gesammelt. Pastor Matthias Corves war ganz aus dem Häuschen und hat den ganzen Tag viele Fotos gemacht, ihm hat der Törn, wie auch den Kindern, großen Spaß gemacht. Alle Kinder und auch besonders wir vom Verein sind müde, aber glücklich und erfüllt mit ganz vielen tollen Eindrücken und Erinnerungen von Bord gegangen. Wir freuen uns schon auf die nächsten Törns im September!

Lea Stanke, Projektleiterin & Denise Wenger
Foto: W. Barz

 

Beginn der Freilandsaison 2015

Schüler mit ihren Strandfunden. Hallo liebe Freunde und Unterstützer des Küsten- und Flusswächterprojekts, heute, am 19. Mai, haben wir mit den Schulbesuchen und Freiland-Begehungen mit den Schülern begonnen. In der Schule Kupfermühle habe ich gemeinsam mit den Lehrern und knapp 40 Kindern den praktischen Einstieg ins Projekt gemacht:

Untersuchung eines Küstenabschnitts
Wir haben einen Küstenabschnitt ausgewählt und sind diesen 200 Meter abgegangen und haben den Bereich markiert mit einem Ast und Steinen. Dann haben wir etwas Hartes, Weiches, Eckiges und Rundes und etwas besonders Schönes gesucht. Ich habe mich vorgestellt und nach den Erwartungen gefragt. Die Kinder haben beschrieben, welche Erfahrungen sie schon an dem Küstenabschnitt gemacht haben und wir haben die Fundstücke sortiert und besprochen.

Wir haben über Feuersteine gesprochen und eine Ohrenqualle gefunden. Dann haben wir Müll gesammelt. Da waren die Kinder ganz verrückt nach. Dann haben wir den Müll sortiert und uns überlegt, was für Müll das jeweils war und woher er wohl stammt und wie lange er ungefähr braucht, um sich zu zersetzen. Wir sind dann zurück in die Schule gegangen und die Kinder haben eine Skizze ihres Küstenabschnittes gemacht. Dann habe ich eine Gruppe genommen und in der Sporthalle das Schweinswalspiel, das in unserer Umwelt-Broschüre beschrieben ist, gespielt. Vorher erzählte ich ein bisschen etwas über die Biologie der Schweinswale und dass die Schweinswale mithilfe der Echoortung jagen und daher empfindlich gegenüber Lärm sind.

Dann haben die Kinder ein paar weitere Gefahren aufgelistet: Meeresverschmutzung, Fischerei, zunehmender Schiffsverkehr und Windparks im Meer wurden genannt.

Fundstück Feuerstein. Das Schweinswalspiel
Ein Kind war bei dem Spiel ein Schweinswal und hatte ein Band um die Augen, ein anderes Kind war der Fisch. Beide standen im Kreis. Die anderen Kinder bildeten drum herum einen Kreis. Dann sollte der Schweinswal "Klickklick" sagen und kurz danach der Fisch "Klickklick" antworten. Die anderen Kinder haben dann Störgeräusche gemacht, z.B. also "tttt" gesagt, was die Jagd des blinden Schweinswals im Kreis sehr erschwert hat, er konnte den "Fisch" nicht mehr "orten" und nicht fangen. Das hat den Kindern riesig Spaß gemacht. Im Nu waren 3 Stunden um und ich habe mich verabschiedet.

In der einen Klasse habe ich noch kurz gesagt, dass genau bei dem ausgesuchten Küstenabschnitt Stellnetze stehen, die man an den orangenen Fahnen erkennt. Ich erwähnte, dass die Schweinswale sich leider oft darin verheddern. Ohne dass ich mehr gesagt habe, meinte ein Kind, ob man nicht die Stellnetze einfach kaputtmachen könne. Ich sagte, dass wir natürlich nichts zerstören und keine Gewalt anwenden dürfen und wollen, aber dass es ganz toll wäre, wenn sich die Kinder Gedanken machen, wie man das Problem mit den Stellnetzen lösen könnte (es war eine 3. Klasse).

Gleich sagte ein Kind, dass man doch Buntgarnnetze wie früher nehmen könnte, und dass der Staat die bezuschussen könnte. Ein anderes Kind meinte, dass man doch Schutzgebiete einrichten kann, wo Lea Stanke mit Schülern an der Ostseeküste. nicht gefischt werden darf. Das hat mich verblüfft, dass die Kinder so gut informiert und pfiffig waren.

Petition an Umweltminister Habeck
Dann sagte ich, dass eine Möglichkeit wäre, dass man Unterschriften sammelt für so etwas und dass man unserem Umweltminister Habeck ja eine Petition überreichen könnte. In jedem Fall sind die Kinder alle echt großartig gewesen. Ich meinte am Ende noch, dass die Fischer es ja einfach eventuell nicht besser wissen oder machen können, weil sie selbst nicht viel Geld haben und überleben müssen. Da riefen aber alle Kinder vehement, dass sie keinen Fisch essen werden, wenn dafür Wale sterben müssen. Naja, ich liebe jedenfalls dieses unmittelbare Gerechtigkeitsdenken der Kinder.
Lea Stanke Projektleiterin, Protect Nature e.V.
Fotos: Dirk Thaysen

Schweinswale brauchen Hilfe!

Schweinswal taucht ab. Foto: S.Koschinski

Schweinswale suchen Freunde!

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser. Foto: S.Koschinski | FjordBaelt, DK, fjord-baelt.dk

Erste Hilfe für Schweinswale

Offensichtlich unverletzte Tiere, die z.B. durch Wellenschwall an Land gespült wurden, bitte wieder zurück ins Wasser bringen!

Finden Sie einen schwer verletzten Schweinswal am Strand, lassen sie ihn am besten dort liegen, er hat sich vermutlich selbst ans Ufer gebracht, um weiter atmen zu können. Auf keinen Fall verletzte oder sehr schwache Tiere wieder zurück ins Wasser schubsen, denn sie müssen zum Atmen ja an die Wasseroberfläche, sind sie zu geschwächt, können sie das aus eigener Kraft nicht mehr tun.

Das Blasloch oben am Kopf sollte sich nicht unter Wasser befinden. Wenn Sie keine Scheu haben und es möglich ist, dann lagern sie das verletzte Tier im flachen Wasser sicher, sodass es atmen kann. Waschen Sie sich aber danach gründlich die Hände.

Rufen Sie am besten sofort uns:
 0176-222 08 271, die Polizei/Wasserschutzpolizei oder den Amtsveterinär an, damit man sich um das verletzte Tier kümmern kann. In den meisten Fällen sind die Verletzungen so groß, dass man nicht mehr viel tun kann, aber es konnten auch schon Schweinswale gerettet und gesund gepflegt werden.
Denise Wenger