Denise Wenger beim Ausbringen der CPODs in der Weser.Das typische Gerät bei der Erfassung von Schweinswalen ist der Klickdetektor (CPOD). Bereits 2013 konnten dank der Hilfe des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg vier der Aufnahmegeräte in der Elbe installiert werden. Glücklicherweise leiht uns das Bundesamt für Naturschutz (BfN) 12 dieser Geräte für die kommende Saison 2014.

Was kann man damit machen: Schweinswale senden bei der Orientierung, für die Kommunikation und bei der Futtersuche typische Klicklaute im Ultraschallbereich aus. Bekannt ist diese Echoortung oder Sonar, wie es man nennt, von Fledermäusen oder auch von Schiffssonar, mit dem heute die Schiffe ausgerüstet sind. Ultraschall wird ausgesendet und das zurückkommende Echo gibt ein Bild von der Umgebung.

Der Trick mit dem Klick
Schweinswalsuche in der Elbe: mit dabei die interessierte junge Journalistin Rebecca Sch. (15 Jahre) und die GRD-Biologin Denise Wenger, beide halten von einem Zodiac aus stehend mit Ferngläsern Ausschau nach SchweinswalenBeim Jagen, wenn Schweinswale sich einem Fisch nähern, senden sie vermehrt Klicklaute aus. Orientierungs-, Kommunikations- und Jagdklicklautsequenzen kann man sogar unterscheiden und damit auch etwas über das Verhalten aussagen. Der Klickdetektor nimmt diese Laute auf und transformiert sie in digitale Daten, die auf einer SD-Karte im Gerät gespeichert werden. Leicht lassen sich dann die Daten auf einen PC übertragen und mit einem speziellen Programm analysieren.

Der Vorteil der Klickdetektoren: Sie nehmen kontinuierlich rund um die Uhr auf und so können wir mehr über den Aufenthalt und die Aktivitäten der Wale erfahren, auch in der Nacht. Ein Ergebnis des letzten Jahres ist z.B., dass an vielen Tagen im April in Wedel bei Hamburg bis zu 23 Stunden Klicklaute aufgezeichnet wurden, also die Schweinswale dort Tag und Nacht aktiv waren.

Das wichtigste Instrument jedoch ist die Beteiligung der Menschen am Sichtungsprogramm
Doch das wichtigste Instrument bei meiner Datenerhebung zum neuerlichen Vorkommen der Schweinswale in den Flüssen war die rege Beteiligung von mittlerweile Tausenden Bürgern am GRD-Sichtungsprogramm und dafür bin ich sehr dankbar.

Spaziergänger an der Elbe, Fährfahrer, Segler, die Wasserschutzpolizei, Mitarbeiter in Büros an den Ufern, Schulklassen, die einen Ausflug an die Elbe machten, so viele meldeten ihre Schweinswalsichtung mit oft sehr genauer Beschreibung des beobachteten Verhaltens.

Ein Schweinswal schwimmt sehr nah am Ufer der Elbe bei TeufelsbrückUnd über diese freiwillige Beteiligung am Sichtungsprogramm konnte ein genaues Bild gewonnen werden, was sich in den Flüssen abspielt, keine wissenschaftliche Erhebung hätte dies in so kurzer Zeit so umfassend ermöglicht.

Nur dem GRD-Sichtungsprogramm ist es zu verdanken, dass wir heute von dieser Rückkehr wissen, denn ohne die Motivierung und ein Forum und die Zusammenfassung der Daten wäre es nur einigen Seglern, Kajakfahrern oder Anwohnern aufgefallen, dass ihnen Schweinwale begegnen, aber kein Gesamtbild entstanden.

Ein beeindruckendes Naturerlebnis
Meist wurde die Begegnung mit den kleinen Walen als ein sehr besonderes und beeindruckendes Erlebnis empfunden und ich erhielt begeisterte Schilderungen auf den Online-Sichtungsbögen oder per Telefon. Die bislang als sehr scheu geltenden Wale sind vielen Kajakfahrern oder Seglern oder auch mir als Spaziergänger am Ufer neugierig begegnet, haben sich sogar angenähert oder sind trotz der Nähe der Menschen unbeeindruckt ruhig weitergeschwommen.

Der Biologe Martin Stein von der Naturschutzbehörde Brake und Denise-Wenger, im Hintergrund ist die Weser und ein großer Anker nebst Fahnenmast zu erkennen, beide studieren gerade ein SchriftstückBesorgnis um das Schicksal der kleinen Wale
Alle, die mir ihre Schweinswalsichtung meldeten, drücken neben ihrer Freude auch ihre Besorgnis um das Wohlergehen der Wale aus und möchten ihren Schutz. Diese Menschen setzen sich ein, ihnen liegen die Wale am Herzen.

Diese unglaublich tolle Unterstützung und Wertschätzung der Bevölkerung und aktive Mithilfe zeigen uns auch, wie wichtig die kleinen Meeressäuger und ihr Überleben den meisten Menschen sind, und das ist meine Hoffnung, mehr für den Schutz der Wale erreichen zu können.

In diesem und folgenden Jahren wird die GRD das Sichtungsprogramm weiterführen und die Öffentlichkeit informieren, wo die Wale überall auftauchen und zu beobachten sind.

Herzlichen Dank an alle, die das Sichtungsprogramm unterstützen!
Denise Wenger, Februar 2014

⇒ Schweinswale in Weser und Elbe - Ergebnisse 2013

⇒ Die Rückkehr der Wale

Schweinswale brauchen Hilfe!

Schweinswal taucht ab. Foto: S.Koschinski

Schweinswale suchen Freunde!

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser. Foto: S.Koschinski | FjordBaelt, DK, fjord-baelt.dk

Erste Hilfe für Schweinswale

Offensichtlich unverletzte Tiere, die z.B. durch Wellenschwall an Land gespült wurden, bitte wieder zurück ins Wasser bringen!

Finden Sie einen schwer verletzten Schweinswal am Strand, lassen sie ihn am besten dort liegen, er hat sich vermutlich selbst ans Ufer gebracht, um weiter atmen zu können. Auf keinen Fall verletzte oder sehr schwache Tiere wieder zurück ins Wasser schubsen, denn sie müssen zum Atmen ja an die Wasseroberfläche, sind sie zu geschwächt, können sie das aus eigener Kraft nicht mehr tun.

Das Blasloch oben am Kopf sollte sich nicht unter Wasser befinden. Wenn Sie keine Scheu haben und es möglich ist, dann lagern sie das verletzte Tier im flachen Wasser sicher, sodass es atmen kann. Waschen Sie sich aber danach gründlich die Hände.

Rufen Sie am besten sofort uns:
 0176-222 08 271, die Polizei/Wasserschutzpolizei oder den Amtsveterinär an, damit man sich um das verletzte Tier kümmern kann. In den meisten Fällen sind die Verletzungen so groß, dass man nicht mehr viel tun kann, aber es konnten auch schon Schweinswale gerettet und gesund gepflegt werden.
Denise Wenger