Die GRD-Biologin Denise Wenger steht vor einem dichten Schilfgürtel, sie hält ein Poster mit einem großen Schweinswalkopf in beiden Händen. Auf dem Poster steht in großen Buchstaben: Schutz der heimischen Schweinswale – in Elbe, Weser und an der KüsteLogo des Trophee de FemmesPressemitteilung, 21.02.2014 - Denise Wenger, Diplom-Biologin bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD), ist mit dem "Trophée de femmes", einem Umweltpreis für Frauen, der von der Umweltstiftung Yves Rocher vergeben wird, für ihr Projekt zu Vorkommen und Schutz von Schweinswalen in Elbe, Weser und an der Nordseeküste ausgezeichnet worden.

Am 13. Februar 2014 hat die Umweltstiftung "Yves Rocher" in Stuttgart wieder drei Frauen mit dem Umweltpreis "Trophée de femmes" für ihre besonderen Verdienste im Natur- und Umweltschutz geehrt, darunter auch die GRD-Biologin Denise Wenger.

Dringend notwendige Unterstützung für Schutzprojekt
"Ich danke dem 'Trophée de femmes'-Team der Umweltstiftung Yves Rocher und der Jury von ganzem Herzen für diese besondere Auszeichnung und die Unterstützung für die Schweinswale", freut sich Denise Wenger.

Die Rückkehr der Wale
Die Untersuchungen der Biologin in den letzten sechs Jahren zeigen, dass die Kleinen Tümmler nach fast 100 Jahren wieder regelmäßig im Frühjahr weit in norddeutsche Flüsse ziehen, in der Weser bis Bremen, in der Elbe bis Hamburg.

"Das zeitlich-räumliche Muster der Schweinswalsichtungen legt nahe, dass sie dabei wandernden (anadromen) Fischschwärmen folgen, die zum Ablaichen aus der Nordsee zu ihren Laichgebieten in die Flussläufe schwimmen", erklärt die GRD-Biologin. "Die Fischarten Stint und Finte stehen im Verdacht, die begehrte Beute zu sein."

Whale-Watching im Hamburger Hafen
Für die Kleinen Tümmler scheint es sich zu lohnen, diesen Fischen zu folgen und die weite Reise - bis Hamburg sind es immerhin mehr als 95 Kilometer von der Küste - trotz der Gefahren und des Lärms in den stark befahrenen Wasserstraßen auf sich zu nehmen und im lauten Hamburger Hafen über Wochen hinweg zu jagen.

Portraitaufnahme der GRD-Biologin Denise WengerIm Köhlbrand - hier teilt sich die Elbe in Süderelbe und Norderelbe – konnten im vergangenen Jahr sogar täglich über mehrere Wochen bis zu 10 Wale beim Jagen beobachtet werden.

Trotz Zweiflern hat Denise Wenger die Schweinswalmeldungen ernst genommen und stetig die Ergründung des Aufenthalts der Kleinen Tümmlern verfolgt und in der historischen Literatur recherchiert, wie es früher war. Seit 2007 hat sie die Öffentlichkeit und Medien informiert und um die Meldung von Schweinswalsichtungen in den Flüssen gebeten.

Ihr ist es zu verdanken, dass wir heute von der Rückkehr der Wale in die Weser und Elbe wissen und ein ziemlich genaues Bild durch das Sichtungsprogramm davon haben, was die Wale dort machen. Sie hat die Daten zusammengetragen und ein erstes Gesamtbild erstellt.

Projekt für besseren Schweinswal-Schutz
Bislang fehlt es allerdings an geeigneten Schutzmaßnahmen an der Küste und in den Flüssen für die unter Artenschutz stehenden Meeressäuger. Beifang in der Grundstellnetzfischerei ist noch immer ein Hauptbedrohungsfaktor. Und allein im April und Mai 2013 wurden am Elbufer 26 tote Schweinswale gefunden, die Todesursachen wurden leider nicht ermittelt. In Frage kommen Kollisionen mit schnellen Motorbooten, wofür einige Hinweise bei der GRD eingingen, aber auch Schädigungen durch Lärm oder Umweltgifte und in der Folge Tod durch Infektionen kommen in Betracht.

Ein kleines Speedboot, besetzt mit 2 Personen, rast mit hoher Geschwindigkeit in der Elbe"Es ist meine große Hoffnung, mehr für den Schutz der Schweinswale erreichen zu können," sagt Denise Wenger. "Durch den "Trophée de femmes" für mein Projekt wird den kleinen Walen und ihrer Bedrohungssituation wieder mehr Aufmerksamkeit zuteil, und das brauchen sie, denn die Umsetzung tatsächlicher Schutzmaßnahmen, auch in den ausgewiesenen FFH-Schweinswalschutzgebieten, ist dringend nötig."

So setzt sich die Biologin unter anderem für die Klärung der Todesursachen, Schadstoffbelastung und eine temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung für Motorboote von Hamburg bis Wedel während der Schweinswal-Saison ein.

Seit 1994 dem Delfin- und Meeresschutz verschrieben
Denise Wenger ist Projektleiterin der GRD und ehrenamtlich im Vorstand tätig. Seit 1994 hat sie sich ganz dem Delfin- und Meeresschutz verschrieben. Mit ihrem Engagement, ihrer Kreativität und ihrem besonderen Einfühlungsvermögen hat sie bereits mehrfach Neues herausgefunden und für Erfolge im Delfinschutz gesorgt.

⇒ Video "Schweinswalen in der Elbe auf der Spur"

⇒ Umweltstiftung "Yves Rocher"

⇒ Yves Rocher - Die Pflanzen-Kosmetik

Schweinswale brauchen Hilfe!

Schweinswal taucht ab. Foto: S.Koschinski

Schweinswale suchen Freunde!

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser. Foto: S.Koschinski | FjordBaelt, DK, fjord-baelt.dk

Erste Hilfe für Schweinswale

Offensichtlich unverletzte Tiere, die z.B. durch Wellenschwall an Land gespült wurden, bitte wieder zurück ins Wasser bringen!

Finden Sie einen schwer verletzten Schweinswal am Strand, lassen sie ihn am besten dort liegen, er hat sich vermutlich selbst ans Ufer gebracht, um weiter atmen zu können. Auf keinen Fall verletzte oder sehr schwache Tiere wieder zurück ins Wasser schubsen, denn sie müssen zum Atmen ja an die Wasseroberfläche, sind sie zu geschwächt, können sie das aus eigener Kraft nicht mehr tun.

Das Blasloch oben am Kopf sollte sich nicht unter Wasser befinden. Wenn Sie keine Scheu haben und es möglich ist, dann lagern sie das verletzte Tier im flachen Wasser sicher, sodass es atmen kann. Waschen Sie sich aber danach gründlich die Hände.

Rufen Sie am besten sofort uns:
 0176-222 08 271, die Polizei/Wasserschutzpolizei oder den Amtsveterinär an, damit man sich um das verletzte Tier kümmern kann. In den meisten Fällen sind die Verletzungen so groß, dass man nicht mehr viel tun kann, aber es konnten auch schon Schweinswale gerettet und gesund gepflegt werden.
Denise Wenger