Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser: er streckt seine Schnauze bis zu den Mundwinkeln leicht schräg auftauchend in die Luft, ein Auge, der Rest des Kopfes, ein Flipper und sogar der Ansatz der Rückenfinne sind im klaren Wasser gut zu erkennenPressemitteilung, 04.03.2014 - Der erste Schweinswal dieser Saison wurde am 23. Februar von Marina Paradies bei Käseburg in der Mitte der Weser gesichtet und die Sichtung an die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) gemeldet. Seitdem sind zwei weitere Meldungen aus Weser und Jade eingegangen.

2007 hat die Biologin Denise Wenger von der GRD das Schweinswal-Sichtungsprogramm für die großen norddeutschen Flüsse, Ems, Jade, Weser und Elbe und deren Nebenflüsse ins Leben gerufen.

Mittlerweile liegen ihr fast 1000 Sichtungsdaten vor. Deren Auswertung hat ein neues Bild über die Verbreitung des Schweinswals und seine Rückkehr in die Flüsse ergeben.

Es begann in der Weser
"Jedes Frühjahr Ende Februar, Anfang März schwimmen seit etwa 8 Jahren Schweinswale verstärkt in die norddeutschen Flüsse. Das zeitlich-räumliche Muster der Sichtungen legt nahe, dass sie wandernden Fischschwärmen zu ihren Laichgründen folgen. Den Ausschlag scheint hier der Stint zu geben. Stintschwärme sammeln sich im Januar und Februar in den äußeren Ästuaren und ziehen dann die Flußläufe hoch. Zeitgleich schwimmen die Schweinswale ein.

Es begann erst in der Weser und seit 2012 wurden auch viele Schweinswale in der Elbe vor allem im Gebiet Wedel bis in den Hamburger Hafen gesichtet, wo sie beim Jagen auf Stinte beobachtet wurden.

Die GRD-Biologin Denise Wenger steht vor einem dichten Schilfgürtel, sie hält ein Poster mit einem großen Schweinswalkopf in beiden Händen. Auf dem Poster steht in großen Buchstaben: Schutz der heimischen Schweinswale – in Elbe, Weser und an der Küste"Jedes Jahr erhalten wir von der Jade und Weser die ersten Meldungen, einige Tage später erst werden die Schweinswale dann in der Elbe gesichtet", fasst Projektleiterin Denise Wenger zusammen.

Mitte bis Ende Mai, wenn die Fische wieder auswandern, verschwinden auch die Schweinswale wieder aus den Flüssen.

Auszeichnung mit dem Yves Rocher-Umweltpreis für Frauen
Die Biologin, die seit Jahren Behörden und Institute informiert, hat alle Meldungen ausgewertet, weitere Untersuchungen geplant und in die Wege geleitet. Für das Projekt erhielt sie in diesem Jahr den Yves Rocher-Umweltpreis für Frauen. Für diese Unterstützung ist die Biologin sehr dankbar.

Ebenso dankt sie allen, die ihre Schweinswalsichtungen gemeldet haben und dazu beitrugen, mehr über dieses neue Naturschauspiel zu erfahren.

Bitte alle Sichtungen an die GRD melden!
Sichtungen von Schweinswalen können online unter www.schweinswale.de gemeldet werden oder einfach telefonisch unter 089 - 7416 0410 oder 0176 - 2220 8271. Jede Schweinswalmeldung zählt, wird auf Sichtungskarten eingetragen und in die Datenerhebung aufgenommen!

Wichtig ist, die genaue Uhrzeit, den genauen Ort und die Anzahl der gesichteten Tiere zu melden.

⇒ Hier können Sie Ihre Schweinswal-Sichtung Online melden

Schweinswale brauchen Hilfe!

Schweinswal taucht ab. Foto: S.Koschinski

Schweinswale suchen Freunde!

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser. Foto: S.Koschinski | FjordBaelt, DK, fjord-baelt.dk

Erste Hilfe für Schweinswale

Offensichtlich unverletzte Tiere, die z.B. durch Wellenschwall an Land gespült wurden, bitte wieder zurück ins Wasser bringen!

Finden Sie einen schwer verletzten Schweinswal am Strand, lassen sie ihn am besten dort liegen, er hat sich vermutlich selbst ans Ufer gebracht, um weiter atmen zu können. Auf keinen Fall verletzte oder sehr schwache Tiere wieder zurück ins Wasser schubsen, denn sie müssen zum Atmen ja an die Wasseroberfläche, sind sie zu geschwächt, können sie das aus eigener Kraft nicht mehr tun.

Das Blasloch oben am Kopf sollte sich nicht unter Wasser befinden. Wenn Sie keine Scheu haben und es möglich ist, dann lagern sie das verletzte Tier im flachen Wasser sicher, sodass es atmen kann. Waschen Sie sich aber danach gründlich die Hände.

Rufen Sie am besten sofort uns:
 0176-222 08 271, die Polizei/Wasserschutzpolizei oder den Amtsveterinär an, damit man sich um das verletzte Tier kümmern kann. In den meisten Fällen sind die Verletzungen so groß, dass man nicht mehr viel tun kann, aber es konnten auch schon Schweinswale gerettet und gesund gepflegt werden.
Denise Wenger