Ein Schweinswal schwimmt vor dem Aquarium in Wilhelmshaven, er hebt den Kopf halb aus dem Wasser, ein Auge ist gut sichtbar, das Maul jedoch nichtPressemitteilung, 17.04.2014 - Erst am 16. April sind dieses Jahr die ersten zwei Schweinswale in der Elbe gesichtet worden. Sie tauchten beim Finkenwerder Rüschpark auf und wurden sofort der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) gemeldet.

Im vergangenen Jahr kam ein fast invasionsartiges Auftauchen von Schweinswalen von Wedel bis in den Hamburger Hafen einer Sensation gleich: Ab Mitte März konnten von den Strandcafés unterhalb der Elbchaussee und in den Hafenbecken die Kleinen Tümmler beobachtet werden, im Köhlbrand bis zu 10 Tiere gleichzeitig und das täglich.

"Doch wir können dieses Jahr nicht mit so vielen Schweinswalen in der Elbe rechnen", sagt die Biologin Denise Wenger von der GRD, die seit 2007 das Vorkommen der Schweinswale in den norddeutschen Flüssen untersucht und dokumentiert.

Trotzdem: Bitte Ausschau halten!
Schweinswalsuche in der Elbe: mit dabei die interessierte junge Journalistin Rebecca Sch. (15 Jahre) und die GRD-Biologin Denise Wenger, beide halten von einem Zodiac aus stehend mit Ferngläsern Ausschau nach SchweinswalenTrotzdem bittet die GRD alle, die über Ostern, aber auch danach, auf oder an Elbe oder Weser unterwegs sind, sei es mit dem Segel- oder Motorboot, Kajak, als Passagier einer Fähre oder als Spaziergänger die Augen offen zu halten und Schweinswalsichtungen zu melden.

Die Meldungen kann man online abgeben oder telefonisch unter: 0176-22208271 oder 089-74160410. Wichtig sind dabei genaue Angaben zu Datum, Uhrzeit, Ort und Anzahl der gesichteten Tiere.

Das Schweinswalsichtungsprogramm hat in den letzten Jahren erstaunliche Ergebnisse geliefert und dient dem Schutz der Schweinswale.

Der Ostermontag, der sich auch für einen Spaziergang entlang Elbe und Weser anbietet, war ursprünglich ab diesem Jahr als "River Whale Watching Day" geplant, doch nun ist ungewiss, wie viele Schweinswale noch auftauchen. Mit viel Glück trifft man vielleicht nach der erfolgreichen Ostereiersuche auch noch auf ein paar "Oster-Schweinswale". Im letzten Jahr schwammen die Kleinen Tümmler ganz nah am Ufer und sind von vielen Leuten gesehen worden.

Jetzt ist es sehr spannend, ob noch mehr Wale gesichtet werden
Zwei Schweinswale schwimmen ganz dicht am Elbufer, beide Tiere sind eng zusammen, die Finnen und Rücken sind deutlich aus dem Wasser"Offensichtlich hat der diesjährige warme Winter das in den letzten Jahren beobachtete Muster durcheinandergebracht. Normalerweise folgten die Meeressäuger den Stintschwärmen, die zum Ablaichen in die Flussläufe ziehen", meint Wenger.

Doch 2014 war der Stint um mehr als vier Wochen früher die Flüsse hochgewandert, berichteten Fischer an Elbe und Weser. Die Schweinswale befanden sich zu diesem Zeitpunkt wohl (noch) nicht an der Küste und wurden folglich auch nicht "mitgezogen". Mitte März verschwanden die Stinte bereits wieder zurück in Richtung Nordsee.

"Eine zweite Fischart, die zum Ablaichen in die Flüsse schwimmt und die dort als mögliche Beute in Betracht kommt, ist die geschützte Finte, deren Bestand sich erst im letzten Jahrzehnt mit schwankendem Erfolg wieder in Weser und Elbe etwas erholt hat. Ab einer Wassertemperatur von etwa 12-13°C in den Flüssen finden sich dort laichende Finten ein, meist etwa Ende April", meint Wenger.

Nun liegt die Temperatur der Elbe bei etwa 12 °C, gemessen bei Airbus, und siehe da, prompt sind auch die ersten Schweinswale aufgetaucht. Jetzt ist es sehr spannend, ob noch mehr Wale gesichtet werden!

Frohe Ostern und schöne Schweinswal-Erlebnisse wünscht die GRD!

⇒ Hier können Sie Ihre Schweinswal-Sichtung Online melden

Schweinswale brauchen Hilfe!

Schweinswal taucht ab. Foto: S.Koschinski

Schweinswale suchen Freunde!

Ein Schweinswal schaut neugierig aus dem Wasser. Foto: S.Koschinski | FjordBaelt, DK, fjord-baelt.dk

Erste Hilfe für Schweinswale

Offensichtlich unverletzte Tiere, die z.B. durch Wellenschwall an Land gespült wurden, bitte wieder zurück ins Wasser bringen!

Finden Sie einen schwer verletzten Schweinswal am Strand, lassen sie ihn am besten dort liegen, er hat sich vermutlich selbst ans Ufer gebracht, um weiter atmen zu können. Auf keinen Fall verletzte oder sehr schwache Tiere wieder zurück ins Wasser schubsen, denn sie müssen zum Atmen ja an die Wasseroberfläche, sind sie zu geschwächt, können sie das aus eigener Kraft nicht mehr tun.

Das Blasloch oben am Kopf sollte sich nicht unter Wasser befinden. Wenn Sie keine Scheu haben und es möglich ist, dann lagern sie das verletzte Tier im flachen Wasser sicher, sodass es atmen kann. Waschen Sie sich aber danach gründlich die Hände.

Rufen Sie am besten sofort uns:
 0176-222 08 271, die Polizei/Wasserschutzpolizei oder den Amtsveterinär an, damit man sich um das verletzte Tier kümmern kann. In den meisten Fällen sind die Verletzungen so groß, dass man nicht mehr viel tun kann, aber es konnten auch schon Schweinswale gerettet und gesund gepflegt werden.
Denise Wenger