Späte Verluste

Seit 1945 gab es 283 Tote durch Munitionsunfälle an Nord- und Ostsee

01.04.2008 | Quelle: SZ - Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind mindestens 283 Menschen durch Munitionsaltlasten an den Stränden und vor den deutschen Küsten der nord- und Ostsee gestorben. Weitere 285 wurden teils schwer verletzt. Das zeigt die erste derartige Statistik, die der Koblenzer Umweltgutachter Stefan Nehring jetzt in der Zeitschrift Waterkant veröffentlicht hat.

 

Den letzten tödlichen Unfall habe es in der Nordsee 1985 bei Helgoland mit einem von der NATO für die Minenräumung verwendeten Sprenggreifer gegeben. Allein 1984 und 1985 seien mindestens 36 dieser explosiven Sprengkörper von der deutschen Marine auf nicht genau bekannten Positionen in Nord- und Ostsee verloren gegangen.

 

Weil den Behörden Munitionsunfälle nicht gemeldet werden müssen, gibt es dazu keine offiziellen Unfallzahlen. Die Bundesländer führen lediglich sporadisch Aufzeichnungen - und halten diese geheim. "Die Heimlichtuerei der Behörden muss ein Ende haben", sagt Angelika Beer, Abgeordnete der Grünen im Europaparlament.