22.11.2001 - Mit Beginn des nächsten Jahres wird der Einsatz von Treibnetzen in der EU nicht mehr erlaubt sein. Die GRD freut sich über diesen kleinen, aber wichtigen Schritt im Delfinschutz, warnt jedoch vor falschen Rückschlüssen: "Dies bedeutet nicht, dass man jetzt jede Thunfischdose unbedenklich kaufen kann. Denn ob beim Thunfischfang keine Delfine ums Leben kamen ist weder durch das Treibnetzverbot noch durch die Aufschrift "delfinsicher" garantiert."
So bleibt zum einen die Wirksamkeit des von der EU mit ihrer Verordnung vom 08.06.1998 beschlossenen Verbots der "Todesvorhänge" abzuwarten, denn dieses nutzt nichts, wenn es nicht auch entsprechend umgesetzt und kontrolliert wird. Und da hapert es in der EU bisher gewaltig. Die Akzeptanz des Verordnung seitens der Treibnetz-Nationen Frankreich, Irland und Großbritannien ist zudem fraglich. Die irische Regierung denkt bereits laut über eine Anfechtung nach.
Zum anderen ist die Dosen-Aufschrift "delfinfreundlich gefangen" in Deutschland nicht gesetzlich geschützt und stellt so mehr eine Werbebotschaft denn eine inhaltlich überprüfte Aussage dar. Hinzu kommt, dass die in Deutschland erhältliche Thunfischware aus allen Teilen der Welt, und nicht nur aus Europa, stammt.
Nur bei Händlern und Importeuren, die auf der Positivliste der GRD stehen sowie Ware mit dem SAFE-Logo, können die Verbraucher sicher sein, dass der Thunfisch nicht mit Treibnetzen oder anderen Fangmethoden gefangen wurde, bei denen Delfine getötet werden.
Die Liste wird von der GRD im Rahmen des seit 1993 in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Earth Island Institute (EII) durchgeführten weltweiten International Monitoring Program SAFE veröffentlicht.
Unter SAFE verpflichten sich Fischer und Händler, keinen mit Treibnetzen oder durch Umkreisen von Delfinen, mit sogenannten Ringwaden gefangenen Thunfisch anzubieten. Mitarbeiter des IMP kontrollieren die Fischer auf den Fangbooten sowie die Verarbeitung und den Weiterverkauf der Ware. Der Weg des Thunfisches lässt sich so vom Fang bis ins Supermarktregal verfolgen.
"Leider finden sich auf dem deutschen Markt noch immer ein paar "schwarze Schafe", die sich ihrer Verantwortung zum Erhalt der Meeressäuger und ihrer Lebensräume entziehen. Delfin-tödlicher Thunfisch wird selbst in Bioläden angeboten", warnt Ulrike Kirsch, Leiterin des Thunfisch-Kontrollprogramms.
Trotz Treibnetzverbot bleibt SAFE also weiterhin von entscheidender Bedeutung für den Schutz von Walen und Delfinen beim Thunfischfang.
GRD-Presse