Tote Delfine im Freizeitpark Connyland

Connyland-Delfine sollen an den Folgen einer Behandlung mit Antibiotika gestorben sein - Schweizer Bundesrat lehnt Importverbot für Delfine ab - Zweifel an Antibiotika-These

23.01.2012 - Wie Schweizer Nachrichtenagenturen berichten, sollen die beiden im Freizeitpark mit Delfinarium "Connyland" Ende November 2011 innerhalb einer Woche gestorbenen Delfine an den Folgen einer Behandlung mit Antibiotika gestorben sein. Laut einem einem Gutachten des Instituts für Veterinärpathologie der Universität Zürich starben die Großen Tümmler "Shadow" und "Chelmers" an Gehirnschädigungen – ausgelöst durch Antibiotika. Die Staatsanwaltschaft Thurgau teilte mit, dass degen die zwei Tierärzte, die die Antibiotika den Tieren verabreicht hatten, eine Untersuchung eingeleitet werde. Dies ist nicht das erste Mal, dass im "Connyland" eine Fehl-Medikation stattfand, bereits 2010 verendete "Cheespa", die Mutter von Shadow. Seit 2008 hat das "Connyland" acht tote Delfine zu beklagen. Heute leben hier nur noch drei Meeressäuger.

 

Aber es gibt auch starke Zweifel an der Antibiotika-These, denn Antibiotika können unter normalen Umständen nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden und somit Schädigungen im zentralen Nervensystem verursachen. Unklar ist auch für oder gegen was die Antiobiotika überhaupt verabreicht wurden. Das "Connyland" jedenfalls hüllt sich weiterhin in Schweigen, fragt sich warum?

 

-> Lesen Sie mehr auf 20min.ch: "Antibiotika gehen eigentlich nicht ins Hirn"; Interview mit Hermann Ammer, Professor am Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der Maximilian Universität in München.

 

-> Lesen Sie mehr auf SF-Vermischtes: "Connyland wollte neue Delfine – und darf nicht"
Das Connyland in Lipperswil (TG) hat sich Anfangs Januar für den Kauf neuer Delfine interessiert. Das will der Thurgauer Kantonstierarzt aber vorerst nicht. Zuerst sollen alle offenen Fragen um den Tod der beiden Delfine Shadow und Chelmers im vergangenen November geklärt werden.

 

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01.12.2011 - Wie NZZOnline berichtet, ist der tragische Tod von zwei Delfinen im Freizeitpark mit Delfinarium "Connyland" für den Schweizer Bundesrat kein Anlass, den Import von Walen und Delphinen in die Schweiz zu verbieten. Obwohl innerhalb nur weniger Tage zwei der fünf im "Connyland" gehaltenen Delfine unter nach wie vor ungeklärten Umständen verendeten: Am 8. November starb das achtjährige Männchen "Shadow" in den Armen seines Trainers, am 13. November starb dann auch noch der 29-jährige "Chelmers".

Zuletzt wurden 1989 und 1992 Große Tümmler in die Schweiz eingeführt. Nach Angaben der Schweizer Presseagentur sda wolle man im Bundesrat nun immerhin aufmerksam verfolgen, ob die Untersuchungen zum Tod der zwei Delfine weiteren Handlungsbedarf nahelegten.

Die Todesursache ist in beiden Fällen unklar, es kursieren Gerüchte, wonach die Tiere möglicherweise vergiftet worden seien. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung begonnen. Die Vergiftungs-Hypothese dürfte allerdings eher eine Schutzbehauptung von überwachenden Behörden und Betreibern des wegen seiner Delfinhaltung seit Jahren heftigst kritisierten Vergnügungsparks sein. So fand unmittelbar vor dem Tod von "Shadow" eine Techno-Party im "Connyland" statt.

Beide Tiere sollen unter ähnlichen mysteriösen Symptomen gestorben sein. Urplötzlich soll es ihnen "schlecht" gegangen sein. "Sie litten an Krämpfen, schwammen wild im Bassin umher und sind dann innerhalb von Minuten gestorben", heißt es in einer Verlautbarung des zuständigen Staatsanwalts. Ein eiligst herbeigerufener Tierarzt konnte den Tod nicht mehr verhindern.

Wilde Vermutungen und jede Menge Gerüchte
Es gibt Hinweise, dass die Meeressäuger vor ihrem Tod über den Futterfischen beigemengte Antibiotika und einer chinesischen Kräuterrezeptur behandelt wurden. Laut des zuständigen Staatsanwalts wurden die im Delfinarium vorhandenen Medikamente sichergestellt. Die Mittel sollen auf ihre Inhaltsstoffe hin untersucht und dann mit den Ergebnissen der Sektion der toten Delfine verglichen werden. Laut Aussagen eines Delfinpflegers des Connyland wurde allerdings allen Delfinen dasselbe Futter verabreicht, ob auch alle Tiere mit den in Verdacht geratenen Medikamenten behandelt wurden, ist unklar.

Haben Raver die Tiere im Drogenrausch vergiftet?
In der englischen "Dailymail" wird derweil spekuliert, dass berauschte Raver während der Techno-Party die Delfine mit Drogen vergiftet haben könnten bzw. Drogen in das Delfinbecken gelangt sein könnten.

Selbstmord aus Kummer?
Auch dass die Delfine aus Kummer und Verzweiflung über ihre Gefangenschaft und die Bedingungen Selbstmord begangen haben, wird vermutet. Eine derartige Übertragung menschlichen Verhaltens auf eine Tierart wird nie nachzuweisen sein, jedoch könnte durch ungenügende Haltungsbedingunen und zu starkem Vorführungsdruck ausgelöster großer Stress, verbunden mit fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und Erholungspausen, zu einem Zusammenbruch des gesamten Organismus führen, kumulierend in mit Krämpfen verbundenem hektischem Hin- und Herschwimmen bis zum Tod.

Staatsanwalt befangen und vom Fall entbunden
Mittlerweise wurde der zuständige Staatsanwalt von dem Fall entbunden. Recherchen des TV-Magazins "10vor10" des Schweizer Fernsehens hatten aufgedeckt, dass er auch als Präsident des Handball-Clubs Kreuzlingen fungiert und dass das Connyland zu den Spezial-Sponsoren der Kreuzlinger Handballer zählt, außerdem ist er mit dem Connyland-Chef per Du und hat diesem auch schon mal juristischen Rat erteilt. Nach außen wird die Abberufung von der Generalstaatsanwaltschaft als "gängige Umstrukturierung" bezeichnet.

Mehrheit ist gegen Delfinhaltung - Ric O'Barry verurteilt Connyland
In einer Online-Umfrage von "20 Minuten Online" mit 8011 Teilnehmern sprachen sich 60,6 % der Befragten für ein Verbot von Delfinarien in der Schweiz aus. Auch Ric O'Barry, zum Delfinschützer konvertierter ehemaliger Trainer des legendären TV-Stars Flipper, ruft zum Boykott des Connylands auf. Im Connyland werden Tiere wie Wegwerfgüter behandelt, so der Vorwurf. Rund ein halbes Dutzend Mal hat Ric O'Barry schon besucht. Der Tod der beiden Delfine überrasche ihn nicht, sagte er der Zeitung "Sonntag". Deshalb ruft er jetzt zum Boykott gegen das Connyland auf.

Bis zur endgültigen Klärung – falls dies überhaupt möglich ist – werden wohl noch mehrere Wochen vergehen. Somit kommt das Connyland seit 2008 auf acht tote Delfine und scheint dem Delfinarium im Nürnberger Tiergarten traurige Konkurrenz in puncto "verendete Delfine" machen zu wollen.

Zum Schutz der drei im Connyland verbliebenen Delfine werden diese nun permanent bewacht.
U.Karlowski

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