12.09.2006 - Der wegen seiner katastrophalen Haltungsbedingungen als "Horror-Delfinarium" zu trauriger Berühmtheit gelangte Manatipark in der Dominikanischen Republik darf vorerst keine neuen Delfine einführen. Damit reagieren die Behörden des Karibikstaates erstmals auf die seit Jahren gegen das bei Punta Cana gelegene Delfinarium andauernden Proteste von Tierschutzorganisationen, wie der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD).
Wie das deutschsprachige DomRep-Magazin berichtet, stoppte das dominikanische Umweltministerium die geplante Einfuhr von vier Delfinen aus Kuba. Hintergrund sei, "eine ungewisse artgerechte Haltung der Tiere", so das Ministerium. Nachdem im vergangenen Jahr zwei der vier Delfine des Parks an Blutvergiftungen verendeten, deren Tod jedoch erst sieben Monate später gemeldet wurde, um pathologischen Untersuchungen zu entgehen, will man die Einfuhr der neuen Tiere erst dann autorisieren, "wenn für die Delfine sichere Lebensbedingungen gegeben sind".
Zahlreiche deutsche Reiseveranstalter wie REWE-Touristik, TUI oder Thomas Cook hatten bereits 2002 der Kritik der GRD an dem "Horror-Delfinarium" nachgegeben und den Kartenverkauf für den Manatipark eingestellt. "Nach bislang unbestätigten Informationen sollen sich im Manatipark derzeit überhaupt keine Delfine mehr befinden, damit wäre die Haupteinnahmequelle versiegt. Die Betreiber werden sicherlich alles daran setzen, auf ihre ganz eigene Art die Behörden von den sicheren Lebensbedingungen für die Delfine zu überzeugen", befürchtet Diplom-Biologe Ulrich Karlowski von der GRD.
Karlowski war vor 4 Jahren zusammen mit einem Kamera-Team von Stern-TV vor Ort und wurde unter Androhung von Waffengewalt am Eintritt in den Park gehindert. "Die Betreiber sind skrupellos, sie arbeiten mit Drohungen und mehr als deutlichen Einschüchterungsversuchen", verdeutlicht Karlowski.
Die GRD hat den Umweltminister der Dominikanischen Republik, Max Puig, aufgefordert, die Einfuhr von neuen Delfinen für den Manatipark endgültig abzulehnen und die Delfinhaltung zu verbieten. "Wie viele Delfine bislang im Manatipark verendet sind, halten die Betreiber geheim, es dürften sicherlich sehr viele sein. Jetzt stehen wir vor der großen Chance, dass das weltweit schlimmste Delfinarium endlich geschlossen wird", hofft Ulrich Karlowski.
berichtete am 24.07.2002
Als extreme Tierquälerei bezeichnet die GRD die Haltungsbedingungen im Delfinarium des "Manati-Park" in der Dominikanischen Republik. Eine unbekannte Anzahl von Delfinen ist dort bereits verendet. "Das Traurige dabei ist, dass dieses Delfinelend von Touristen, die den Vergnügungspark besuchen, finanziert wird", beklagt Ulrike Kirsch, Kampagnenleiterin der GRD.
Auf Kosten der scheinbar immer vergnügten Meeressäuger sahnen skrupellose Geschäftemacher kräftig ab. In winzigen Betonbecken, die noch nicht einmal die Größe eines Schwimmbeckens haben, finden die derzeit fünf Großen Tümmler keine Ruhe vor dem Menschenandrang.
Täglich gibt es zwei Shows und drei Schwimmprogramme für Besucher, die immerhin 65 US-Dollar hinblättern, um etwa sieben Minuten mit einem echten Delfin zu verbringen. "Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Tiere ihre Kunststücke und vermeintlichen Zuneigungsbekundungen nicht freiwillig geben, sondern weil sie hungrig sind und sich so ihre häppchenweise verabreichte Nahrung sichern wollen, die sie nach Erfüllung ihres Solls erhalten", erklärt Ulrike Kirsch. An die 200 Besucher steigen in der Hauptsaison an jedem Tag der Woche in das stark chlorierte Wasser und bescheren dem Manati-Park allein damit 13.000 US-Dollar täglich.
Bei einem Vergnügungspark, der Spass mit Tieren verspricht, geraten die als Rechtfertigung für Gefangenschaftshaltung genannten abgeschmackten Schlagworte "Bildung, Forschung und Erhalt" zum Hohn. Investiert wird lediglich in die Beschaffung neuer Delfine, sobald einer aufgrund der katastrophalen Zustände wegstirbt.
Die Behörden der Dominikanischen Republik sehen völlig tatenlos zu. Offensichtlich verfügen die Besitzer des "Manati-Park" über gut geschmierte Beziehungen bis in höchste Regierungskreise. Unbequeme Beamte der Naturschutzbehörde wurden entlassen und durch willfährige Erfüllungsgehilfen ersetzt. Ehemalige Delfintrainer ziehen es vor zu schweigen, statt auszupacken.
Zwar haben zahlreiche deutsche Touristikunternehmen der Kritik der GRD an dem "Horror-Delfinarium" bereits nachgegeben und den Kartenverkauf für den Manati-Park eingestellt. Trotzdem besuchen nach wie vor zahllose deutsche Urlauber aus Unkenntnis den Park. Diese Einnahmen ermöglichen die Fortsetzung des Delfinelends.
Die GRD appelliert an alle DomRep-Urlauber, dem Manati Park fernzubleiben und fordert die sofortige Schließung des Delfinariums.