August 2005 - Wegen Überfischung geht die Artenvielfalt von Tun-, Schwert- und anderen Großfischen in den Weltmeeren dramatisch zurück. Dies besagt eine in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte aktuelle Studie.
In den offenen Ozeanen gibt es zwar noch Regionen (Hotspots), in denen besonders viele Großfischarten vorkommen, trotzdem sinkt die Artenvielfalt an Großfischarten insgesamt. Für ihre Studie kombinierten Meeresbiologen Fischfangdaten der letzten 50 Jahre mit wissenschaftlichen Beobachtungen und erstellten Weltkarten, die die räumliche und zeitliche Verteilung von Großfischarten zeigen. Dabei wurden zwar auch die Hotspots entdeckt, die meisten davon weit entfernt von Küsten und Korallenriffen.
Doch dieser aus heutiger Sicht vermeintliche Artenreichtum ist in Wirklichkeit nur noch ein relativ kläglicher Überrest dessen, was vor einem halben Jahrhundert noch da war. Manche der Hotspots sind schon längst verwaist, an den verbliebenen beträgt der Rückgang der Arten, je nach Region, zwischen 20 und 50 Prozent.
Der Grund ist für die Autoren der Studie eindeutig. "Klimaveränderungen haben natürlich auch einen Einfluss, aber sie sind eher für kurzfristige Schwankungen verantwortlich", erläutert Boris Worm von der kanadischen Dalhousie University. "Langfristig, das konnten wir durch unsere Untersuchung feststellen, ist Überfischung die Ursache für den Abwärtstrend." Setze sich dies weiter fort, könnten die gerade erst entdeckten Hotspots schon sehr bald leer und verlassen sein.
Nach Meinung der Forscher besteht dringender Handlungsbedarf für die Einrichtung von Meeresschutzzonen zumindest in den noch verbliebenen Hotspots. "Unsere Arbeit zeigt die Lösung", sagt Worm. "Es gibt die Chance und die politischen Mittel, zumindest einige dieser Regionen zu schützen."