06.03.2007 - Quellen: WAZ/ots/GRD - Die Vereinten Nationen warnen eindringlich vor der Überfischung der Meere. Das geht aus dem neuen Fischereibericht hervor, den die Welternährungsorganisation (FAO) in Rom vorstellte. Insgesamt sei ein Viertel der Meeresfisch-Bestände gefährdet. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Bestände würden bereits heute derart intensiv ausgebeutet, dass keine Steigerung mehr möglich sei, heißt es.
Meeresschützer fordern bereits seit langem eine radikale Umkehr in der globalen Fischereipolitik. Verdeutlicht werden diese Forderungen einmal mehr durch die alarmierenden Zahlen des aktuellen Weltfischerei-Reports, der von der Welternährungsorganisation FAO der Vereinten Nationen vorgestellt wurde. Demnach sind bereits 77 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt oder bis an ihre Grenzen ausgebeutet.
Überfischte Meere sind vor allem der Südost-Atlantik, der Südost-Pazifik, der Nordost-Atlantik sowie die Lebensräume der Hochsee-Thunfischarten im Atlantik und im Indischen Ozean.
Auch die Nordsee zählt zu den am stärksten überfischten Regionen der Weltmeere. Politik und Fischereiwirtschaft haben kläglich versagt, ungeachtet zahlloser Hinweise auf die andauernde Plünderung der Ozeane. "Was zählt, ist die sofortige Gewinnmaximierung, die ungehemmte Plünderung der Ozeane, auf Kosten des Lebens in den Meeren und auf Kosten von Millionen Menschen, deren Einkommen und Nahrungserwerb vom Meer abhängt", erklärt die GRD.
Der Fischfang hat, so der FAO-Bericht, eine Rekordmenge von 95 Millionen Tonnen pro Jahr erreicht - 85,8 Millionen Tonnen Fische werden aus dem Meer gezogen, 9,2 Millionen Tonnen aus Binnengewässern. Von den Beständen in den Weltmeeren sind 17 Prozent überfischt und sieben Prozent gehen zurück.
Zu den am stärksten bedrohten Arten zählen laut FAO-Report Riesenhaie, Kabeljau, Seehecht, Granatbarsch und Roter Thunfisch. Bis zu zwei Drittel ihrer Bestände seien überfischt oder bereits zusammengebrochen. Besonders auf Hoher See seien viele Arten massiv gefährdet. Nur ein Prozent der Bestände erholt sich demnach.
Die Zahl der nur moderat ausgebeuteten Fischbestände ist laut FAO seit den 1970er Jahren bis heute von 40 auf 23 Prozent gesunken. Vielen Fischereien droht in absehbarer Zeit das Aus. Dabei tragen die UN, die sich nicht zu einem Moratorium für Schleppnetze durchringen konnte, oder die EU mit Subventionen in Höhe von 11 Miliarden Euro (Quelle: WWF) für den Ausbau der Fangflotten, eine große Mitschuld an der katastrophalen Situation.
"Das Denken der Fischindustrie und der zuständigen Politiker ist ausschließlich auf das Hier und Jetzt gerichtet, getreu dem Motto 'Nach uns die Sintflut'. Die Lösung muss deshalb von unten kommen, über gezieltes und bewusstes Konsumverhalten", so die GRD.
Bericht der FAO zum Zustand der Fischerei und der Aquakultur 2006
Die Fischpopulationen der Weltmeere machen die Übernutzung nicht mehr lang mit, melden Wissenschaftler. Gleich zwei Studien über die Zukunft der Fischerei kamen im November 2006 zum selben Schluss. Nur rasches Handeln könne den drohenden Kollaps noch abwenden.
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