Haie - Gejagte Jäger

 

EU-Kommission will Hai-Finning-Verbot verschärfen

21.11.2011 - Die EU-Kommission will die EU-Finning-Verordnung verschärfen, in dem sie für ein ausnahmsloses Verbot der grausamen Praxis eintritt. Meeresschutzorganisationen wie die GRD begrüßen den Vorstoß gegen das brutale Abschlachten der Knorpelfische ausdrücklich.

Beim so genannten Finning trennen die Fischer die für den Handel kostbaren Haiflossen unmittelbar nach dem Fang an Bord ab und entsorgen die übrigen Tierkörper zum qualvollen Tod verurteilt noch lebend im Meer. Nach Angaben der Weltnaturschutzorganisation IUCN) fallen dieser grausamen Fischereimethode, die in der EU-Fischerei noch immer weit verbreitet ist und meist ungeahndet bleibt, jedes Jahr über 30 Millionen Haie zum Opfer. Haiflossen sind vor allem in Asien heiß begehrt und zählen zu den teuersten Fischereierzeugnissen, z.B. für Haiflossensuppe. Einer der wichtigsten Exporteure ist die EU, mit Spanien an der Spitze.


Die Kommission will die in einigen Mitgliedstaaten noch vorhandenen Sondergenehmigungen abschaffen, die es Fischern gestatten, Haiflossen auf See abzutrennen und Körper und Flossen getrennt voneinander anzulanden. So soll das Finning-Verbot künftig bei sämtlichen von EU-Fischereifahrzeugen oder in EU-Gewässern gefangenen Haien greifen. Da vor allem spanische Fischer über Sondergenehmigungen verfügen, wird von der spanischen Fischerei-Industrie und der Regierung in Madrid der größte Widerstand erwartet.

Die Annahme des Kommissionsvorschlags erfolgt allerdings erst nach einem ordentlichen EU-Gesetzgebungsverfahren. Meeresschützer fordern von der Bundesrepublik nicht nur, dem Kommissionsvorschlag zuzustimmen, sondern darüber hinaus ihren Einfluss für einen umfassenden Haischutz geltend machen, damit die vorgeschlagenen Verschärfungen des Finning-Verbots die notwendige Unterstützung bei anderen Mitgliedstaaten finden. Zuletzt wurde im Rahmen der European Shark Week eine Petition mit einem Aufruf an Bundesagrarministerin Aigner gestartet, für die Schließung der Schlupflöcher im Finning-Verbot und gegen den Raubbau an Haibeständen einzutreten.

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Palau führt Schutzzone für Haie ein

26.09.2009 | Quelle: dpa - Das Südseeparadies Palau richtet die erste Schutzzone der Welt für Haie ein. Sie soll sich über 600.000 Quadratkilometer erstrecken, kündigte der Präsident von Palau, Johnson Toribiong, am bei den Vereinten Nationen in New York an. Das entspricht etwa der Größe von Frankreich. «An der Kraft und Schönheit der Haie können wir den Zustand unserer Meere messen», sagte Toribiong vor der UN-Vollversammlung. Jährlich werden derzeit weltweit etwa 100 Millionen der Tiere getötet. Einige Arten befinden sich am Rand des Aussterbens.

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Überfischung großer Haiarten bringt Meeresökosysteme aus den Fugen

Seit vielen Jahren warnen Meeresschützer vor der massiven Überfischung großer Haiarten, meist mit relativ wenig Erfolg - die eleganten Knorpelfische haben leider eine schlecht Lobby. Selbst wenn gravierende Auswirkungen Hai-Überfischung auf das Ökosystem bekannt werden, hat dies kaum ein Umdenken zu Folge. Wissenschaftler von der Dalhousie-Universität im kanadischen Halifax konnten durch die Auswertung von über einen Zeitraum von 35 Jahren geführten Statistiken nachweisen, dass es im Nordatlantik einen direkten Zusammenhang zwischen der Überfischung großer Haiarten und dem Rückgang von Muschelpopulationen an der nordamerikanischen Ostküste gibt.

Mit dem vom Menschen verursachten Rückgang der großen Haiarten, gewinnen deren Beutetiere, kleinere Haiarten aber auch Rochen, die Überhand, was wiederum deren Beutetiere wie Muscheln in Bedrängnis bringt. Eine Kettenreaktion, das Dilemma wird ans schwächste Glied weitergereicht mit der Folge, dass das gesamte Ökosystem aus den Fugen gerät.

Seit 1970 sinken die Bestände vieler großer Haiarten, zum Teil derart stark, dass es verwundert, dass sie den Raubbau überhaupt überlebt haben. So sollen die Bestände der Bullenhaie und der Glatten Hammerhaie bereits um 99 Prozent zusammengeschmolzen sein. Haie sterben dabei nicht nur als sinnloser Beifang in der industriellen Fischerei, sonder werden vielerorts ganz gezielt befischt wegen ihres Fleisches und ganz besonders wegen der heiß begehrten Haiflossen, die sich besonders im wirtschaftlich aufstrebenden China großer Beliebtheit erfreuen und die sich – trotz zum Teil horrender Preise für Haiflossensuppe – immer mehr Chinesen leisten können.

Einer der Hauptprofiteure des Niedergangs der großen Haiarten ist der Kuhnasenrochen, dessen Population jährlich um acht Prozent zulegt. Man schätzt, dass über 40 Millionen heute im Bereich der Ostküste Nordamerikas leben. Zur Lieblingsspeise der bis zu zwei Meter langen Rochen zählen Muscheln. Und so verwundert es nicht, dass es zum Beispiel an der Küste von North Carolina nur noch so wenig Muscheln gibt, das sich die Muschelernte nicht mehr lohnt.
© U. Karlowski

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Shark-Finning: Jährlich werden über 38 Millionen Haie wegen ihrer Flossen abgeschlachtet

Bei der gezielten Haiflossen-Fischerei, dem sogenannten "Shark Finning", schneiden Fischer den Haien direkt nach dem Fang die Flossen ab, dann werfen sie die schrecklih verstümmelten und nicht mehr schwimmfähigen Tiere zurück ins Meer, wo sie langsam verenden. Wissenschaftler schätzen, dass jährlich 38 Millionen Haifische nur wegen ihrer Flossen getötet werden.

Meeresschützer und Wissenschaftler befürchten schon lange, dass angesichts der stark gestiegenen Fänge und der sehr langsamen Reproduktionsrate dieser Knorpelfische – Haie haben nur wenig Nachwuchs und bei vielen dauert es bis zu 25 Jahre bis sie geschlechtsreif sind – den vollständigen Zusammenbruch der Bestände bestimmter Arten. Erstes Opfer könnte der Blauhai sein. Durch seinen hohen Harnstoffgehalt riecht und schmeckt ihr Fleisch stark nach Ammoniak, wenn es nicht unmittelbar nach dem Fang verarbeitet wird. Da dies den Fischern zu mühselig ist, schneiden sie stets nur die Flossen ab, fast 99% eines jeden Blauhais verschwinden so ungenutzt wieder im Ozean.

Haiflossen gehören bei Preisen von über 200 Dollar pro Kilo zu den teuersten Fischprodukten überhaupt. Doch die Nachfrage übertrifft das Angebot bei weitem. In über 125 Länder werden Haiflossen verkauft, größter Absatzmarkt ist Hong Kong, wo die Flossen als Delikatesse und Statussymbol gelten. Dort kann eine Schale Haifischflossensuppe von bestimmten Arten bis zu 400 Euro kosten. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung der letzen Jahre können immer mehr Menschen Haiflossenprodukte kaufen, während dies früher nur einer kleinen wohlhabenden Bevölkerungsschicht vorbehalten war.

Auch Heilmittel aus Haiknorpel werden immer beliebter und heizen die Nachfrage weiter an, obwohl eine Wirkung der als Wundermittel gegen Krebs angepriesenen Pülverchen bis jetzt nicht bewiesen werden konnte.

Bereits 1994 warnten Experten auf der neunten Internationalen Artenschutzkonferenz in Fort Lauderdale vor der drohenden Ausrottung vieler Hai-Arten, geschehen ist seitdem allerdings herzlich wenig. Und so kämpfen diese den Delfinen in Sachen Unterwassermanövrierfähigkeit in nichts nachstehenden Knorpelfische heute, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, weiter um ihr Überleben.
© U. Karlowski

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Haie können sich Fischern nicht in die Tiefsee entziehen

März 2006 - Kiel (dpa/lno) - Die meisten Haifische können sich nach einer neuen Studie dem wachsenden Druck durch Fischerei nicht in die Tiefsee entziehen. Eine internationale Untersuchung unter Beteiligung des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) zeige erstmals, dass die großen Raubfische unterhalb von 3000 Metern im Meer nicht vorkommen.

 

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Lebensraum von Haifischen sich praktisch nur auf Gebiete intensiver Fischerei beschränkt", sagte Biologe Rainer Froese.

400 bis 500 der insgesamt rund 600 Haiarten lebten in weniger als 1000 Meter Tiefe, schilderte Froese. "Die Netze gehen immer tiefer. Im Augenblick erfassen sie bis zu 1000 Meter Tiefe." Nachdem die Fischereibranche die flacheren Kontinentalrändern vielerorts bereits leergefischt habe, würden nun die Unterseeberge gezielt angegangen, wo viele Tiere lebten. "Haifische bevölkern die Ozeane seit über 100 Millionen Jahren und hatten damit ausreichend Zeit, sich an den extremen Bedingungen in der Tiefsee anzupassen. Der Grund warum sie das nicht tun, hängt vermutlich mit Nahrungsmangel zusammen."

Damit sie im Wasser schweben können, nutzen Haifische eine ölreiche Leber, deren Entwicklung hohen Energieaufwand erfordert. Moderne Knochenfische wie der Kabeljau verfügen dagegen über eine Schwimmblase, deren Wachstum verhältnismäßig wenig Energie in Anspruch nimmt. Knochenfische sind bis zu einer Tiefe von 9000 Metern beobachtet worden. Nach der neuen Studie ist auch bei zunehmender Erforschung der Tiefsee nicht mit einer Entdeckung weiterer Haiarten zu rechnen. In 70 Prozent der Meere gebe es keine Haie.

Die Wissenschaftler warnten außerdem, dass schon seit Jahren der Fischereidruck auf Haie dramatisch zunehme. Für die in Asien als Delikatesse beliebte Haifischflossensuppe werden die Tiere zum Beispiel nur wegen ihrer Flossen gejagt. Froese erläuterte: "Die Gefährdung der Haifische beruht in erster Linie darauf, dass sie langsam wachsen und nur wenig Nachwuchs produzieren."

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