Thunfische - Roter Thun

  1. EU verbietet Fischerei mit Ringwaden im Mittelmeer bis Ende 2010
  2. EU opfert Roten Thun dem Profit - Debakel auf Artenschutzkonferenz
  3. EU spendiert Fischereiflotten 34,5 Millionen Euro für die Ausrottung des Roten Thunn
  4. ICCAT riskiert Überleben des Roten Thun
  5. Allianz von Naturschutzverbänden fordert Schutz des Roten Thun
  6. Roter Thunfisch im Mittelmeer bis 2012 ausgestorben?
  7. Juni 2008: Jagd auf Roten Thun eingestellt!
  8. Fangflotten zu groß für nachhaltige Fischerei
  9. Thunfischkonferenz gescheitert - Kein Fangstopp für Roten Thun
  10. USA fordern Fangstopp für Roten Thun im Mittelmeer
  11. Japan will Thun-Fangquoten reduzieren
  12. Ausrottung des Roten Thun im Mittelmeer
  13. EU-Piraten plündern Thunfisch - Bestände vor dem Kollaps
  14. SAFE und seine Auswirkungen auf Thunfischbestände

 

EU verbietet Fischerei des Roten Thuns - nur nicht für Frankreich! - Thunfischjagd im Mittelmeer jetzt ausnahmsweise mit der Angel weiter

15.06.2010 | Quelle: SR DRS/taz - Die Europäische Kommission hat die Ringwadenfischerei auf den bei Sushi-Freunden sehr beliebten Roten Thunfisch (Thunnus thynnus) bis Ende 2010 verboten. Die zu den Blauflossenthunen zählende Art ist vom Aussterben bedroht.

Die industriellen Fangflotten der EU (Frankreich, Griechenland und Spanien) hatten ihre jährlichen Quoten bereits nach der Hälfte der vierwöchigen Saison ausgeschöpft. EU-Kommissarin Maria Damanaki stopte daraufhin die Ringwadenfischerei auf Roten Tun, was Frankreichs Fischer auf die Barrikaden trieb. Der Streit endete mit einem (faueln) Kompromiss - auf Kosten des rar werdenden Roten Thunfischs. Die Fischer aus Marseille und Sète können nun doch noch bis zum üblichen Ende der Fangsaison, auf Thunjagd gehen - wie sie es verlangt hatten. Industriellen Methoden sind dabei allerdings tabu, es dürfen nur Angeln eingesetzt werden und die Fangmenge wurde ist begrenzt auf 170 Millionen Tonnen. Das entspricht allerdings knapp 10 Prozent der gesamten Quote Frankreichs für 2010.

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EU spendiert Fischereiflotten 34,5 Millionen Euro für die Ausrottung des Roten Thun

14.12.2009 - Die Scheinheiligkeit der EU kennt keine Grenzen. Einerseits gibt man vor, das Aussterben des Roten Thun im Mittelmeer verhindern zu wollen, andererseits wurde der Ausbau der Thunfangflotten der Mittelmeeranrainerstaaten in den Jahren 2000 bis 2008 durch Subventionen in Höhe von mehreren Millionen Euro unterstützt. Nach einer parlamentarischen Anfrage eines spanischen EU-Abgeordneten musste EU-Fischereikommissar Joe Borg die peinlichen Zahlen jetzt endlich auf den Tisch legen.

 

Von 2000 bis 2008 flossen 34,5 Millionen Euro in den Ausbau der Thunfangflotten, obwohl Wissenschaftler schon seit Jahren vor der drohenden Ausrottung dieser majestätischen Fischart warnen. „Das Ausmaß der Subventionen ist schockierend“, sagte Raül Romeva i Rueda, Abgeordneter der Fraktion der Grünen im EU-Parlament. „Die Zahlen entlarven die Scheinheiligkeit der EU, man kann Fischbestände nicht schützen in dem man gleichzeitig bereits überdimensionierte Fangflotten noch weiter ausbaut“. Experten gehen davon aus, dass die Populationen des Roten Thun seit 1995 auf ein Viertel ihrer ursprünglichen Größe zusammengeschmolzen sind, wobei der Großteil der Bestandsverluste seit 2002 stattfand.

Subventionskönig ist Spanien, das mehr als die Hälfte der 34,5 Millionen erhielt, dann folgen Frankreich und Italien, Zypern, Malta und Griechenland. Dabei wurden 23 Millionen Euro für den Bau neuer Fangschiffe gezahlt, darunter modernste Ringwadenfischkutter, deren Netz eine Kapazität von 100 Tonnen pro Fischzug hat. Zur Modernisierung von Fischkuttern, insbesondere für die technische Aufrüstung zum Aufspüren von Thunfischschwärmen, zahlte die EU in den acht Jahren über 10 Millionen Euro. Demgegenüber steht die sehr bescheidene Summe von 1 Millionen Euro, die für die Stilllegung und Verschrottung von Fangbooten eingesetzt wurde. Meist handelte es sich hierbei allerdings um kleinere und lokal eingesetzte Kutter.

So konnte die Überkapazität der EU-Fangflotten mit den Jahren groteske Ausmaße annehmen. Nach Angaben der EU-Kommission liegt die derzeitige Fangkapazität im Mittelmeer bei fast 22.000 Tonnen Thunfisch im Jahr und ist damit fast doppelt so hoch wie die von der EU für 2009 festgelegte Thun-Fangquote, die bei 12.400 Tonnen liegt. Die jetzt offengelegten Zahlen spiegeln allerdings noch nicht das Gesamtausmaß aller Subventionen für die Thunfangflotten wider. Zu den Zahlungen aus Brüssel müssen noch nationale Subventionen hinzugezählt werden, die in vielen Ländern der Höhe der EU-Subventionen entsprechen.

Falls die EU, wie verlautbart, jetzt tatsächlich Überkapazitäten konsequent abbaut, wird nochmals Geld fließen, und zwar sehr viel Geld. Für die Besitzer der Fangflotten ist es gleichsam eine EU-Lizenz zum Geld drucken. Erst werden ihre Fangschiffe aus EU-Mitteln bezahlt, dann, nach ihrem hochprofitablen Ausrottungsfeldzug gegen den Roten Thun und Zehntausenden als Beifang getöteten Delfinen, Haien, Meeresschildkröten und anderen Meerestieren, bekommen sie nochmals Subventionen aus Brüssel, damit die mangels Thunfisch nun überflüssig gewordenen Fangboote eingemottet oder verschrottet werden
Ulrich Karlowski

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ICCAT riskiert Überleben des Roten Thun

17.11.2009 | Quelle: entwicklungspolitikonline (epo) - Die Internationale Kommision für den Schutz des Thunfischs im Atlantik (ICCAT) hat bei ihrer jüngsten Sitzung in Recife (Brasilien) nicht die notwendigen Schutzmaßnahmen für den Roten Thun eingeleitet. Das Ergebnis der Tagung ist "eine einzige Enttäuschung", kritisieren Meeresschützer.

 

So wurde für das kommende Jahr eine die Fangquote für das Mittelmeer von 13.500 Tonnen festgelegt - rund 6.000 Tonnen weniger als im aktuellen Fangjahr. Das ist allerdings noch immer viel zu viel, um den Bestand zu stützen. Die Fangquote entspricht politischer Willkür und hält keiner wissenschaftlichen Prüfung stand. Nach Einshätzung von Experten gäbe es selbst bei einer Reduzierung der Fangmenge auf 8.000 Tonnen lediglich eine fünfzigprozentige Chance, das Überleben des Roten Thunfischs zu sichern. Meeres- und Naturschützer sehen daher ein Handelsverbot als letzten Rettungsanker für den Roten Thunfisch. Ein enstprechender Antrag steht auf der Agenda der nächsten CITES-Vertragsstaatenkonferenz, die im März 2010 stattfinden wird.

Einen Fangstopp im Mittelmeer während der für den Erhalt der Art so wichtigen Fortpflanzungszeit, wie er von vielen Experten gefordert wird, lehnt die ICCAT weiter ab. Kritiker bezeichnen die ICCAT auf Grund ihres eklatanten Versagens beim Erhalt des Roten Thun als "International Conspiracy to Catch All Tuna".

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Allianz von Naturschutzverbänden fordert Schutz des Roten Thun

07.09.2009 - Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) gerät aufgrund ihrer unentschlossenen Haltung zum Schutz des Roten Thunfischs im Mittelmeer stark in die Kritik. In einem offenen Brief forderten 13 Naturschutzorganisationen Ilse Aigner auf, den Antrag zur Listung des Roten Thuns im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) auf EU-Ebene endlich zu unterstützen. Derzeit droht das Votum für ein weltweites Handelsverbot für Roten Thun an ungeklärten Positionen zwischen Fischerei- und Umweltministerium zu scheitern. Der Rote Thun (Thynnus thynnus), der zu den Blauflossenthunfischen gehört, wird seit Jahrzehnten überfischt, mittlerweile gilt er im Mittelmeer als vom Aussterben bedroht.

 

Ein Handelsverbot könnte dem Roten Thun die dringend benötigte Chance auf Erholung geben und ist angesichts des eklatanten Versagens des bisherigen Fischereimanagements durch die Internationale Kommision für den Schutz des Thunfischs im Atlantik (ICCAT) unumgänglich. Der offene Brief der Naturschutzverbände kritisiert die momentane Position Deutschlands bei der europaweiten Abstimmung über ein internationales temporäres Handelsverbot für den Roten Thun. Letztendlich spielt die Enthaltung Deutschlands der Thunfischindustrie in die Hände und gefährdet das Überleben dieser Art. Eine aktive Unterstützung der sowieso nur schwer durchzusetzbaren CITES-Listung ist aber dringend notwendig.

Das Fürstentum Monaco hatte im Juli 2009 den Schutzantrag zur Abstimmung in der EU vorgelegt. Seitdem ist er von Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Polen und sogar Frankreich, der größten Thunfisch-Fangnation Europas, ausdrücklich unterstützt worden. Auch das Bundesumweltministerium hat Unterstützung signalisiert, ist aber in der finalen Abstimmung auf eine gemeinsame Regierungsposition angewiesen. Als größte Gegner eines CITES-Handelsverbots gelten Spanien, Malta und Japan. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Handelsverbot durch die innerhalb von zehn Jahren um 74 Prozent eingebrochenen Bestandszahlen und die geringe Fortpflanzungsrate der Art gerechtfertigt sind.

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April 2009: Roter Thunfisch im Mittelmeer bis 2012 ausgestorben?

Der Blauflossen-Thunfisch (oder Rote Thunfisch) im Mittelmeer wird, wenn sich der derzeitige Befischungsgrad nicht ändert, bis zum Jahr 2012 ausgerottet sein. Dies zeigt eine Analyse der Populationsbestände und der vorhandenen Zahl an fortpflanzungsfähigen Tieren. Die Fangsaison für den Blauflossen-Thun im Mittelmeer beginnt traditionell Mitte April. Zu der offiziellen Fangquote kommt nach Angaben von Meeresschützern eine erhebliche Dunkelziffer an illegalen Fängen aus Piratenfischerei. Zwar hat die EU kurzfristig die Fangsaison um zwei Wochen verkürzt, doch damit wird die Jagd auf Thunfisch immer noch in der Laichsaison, die im Mai beginnt, stattfinden.

 

Meeresschutzorganisationen wie die GRD aber auch verschiedene Fangnationen wie die USA, Spanien und sogar Japan hatten in der Vergangenheit wiederholt einen kompletten Fangstopp bis zur Erholung der Bestände, die in den vergangenen 50 Jahren um etwa 75 Prozent eingebrochen sind, gefordert. Neueste Untersuchungen haben jetzt ergeben, dass die fortpflanzungsfähige Population bis 2012 ausgelöscht sein wird. Danach droht die unwiederbringliche Ausrottung des Roten Thun im Mittelmeer.

Fang und Verzehr von Rotem Thun haben in den Mittelmeeranrainern eine lange, stark verankerte Tradition, die jedoch bald der Vergangenheit angehören könnte. Erst Anfang April hatte das Fürstentum Monaco als erster Staat überhaupt komplett auf Blauflossen-Thunfisch verzichtet. Alle Restaurants, Einzelhändler und Chefköche haben die bedrohte Art aus ihren Regalen und von den Speisekarten genommen. Diese Maßnahme will Monaco so lange durchführen, bis sich die Bestände von der Jahrzehnte andauernden Überfischung erholt haben. Ob es jedoch jemals wieder Roten Thun im Fürstentum geben wird, ist mehr als zweifelhaft. Die letzte Chance das Aussterben der großen Raubfische zu verhindern, ist ein kompletter Fangstopp, dessen Einhaltung konsequent überwacht werden muss.

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Juni 2008: Jagd auf Roten Thun eingestellt!

Mit einem Fangverbot für Roten Thun (Thynnus thynnus) im Ostatlantik und Mittelmeer will die EU-Kommission ein erneutes Überschreiten der Jahresfangquote verhindern. Es gilt seit dem 16. Juni für die Flotten von Griechenland, Frankreich, Italien, Zypern und Malta sowie ab dem 23. Juni für die spanische und betrifft ausschließlich die industrielle Ringwadenfischerei, die über 70% der Gesamtfangmenge hereinholt. Kleinere, handwerkliche Fischereien sind ausgenommen und dürfen ihre Quote ausschöpfen.

 

Roter Thun gehört zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Thunfischarten. Der räuberische Gigant erreicht eine Länge von 4,5 m bis 5 m und bringt bis zu 700 kg und mehr auf die Waage. Juni ist die Hauptlaichzeit des Roten Thuns im Mittelmeer und damit auch die wichtigste Jagdsaison. In diesem Zeitraum kann die Ringwadenflotte der EU in nur drei Tagen 10 % der für die gesamte EU zugelassenen Höchstmenge abfischen, die 2008 bei 16210 Tonnen liegt. Besonders begehrt ist er – vornehmlich als Sushi oder Sashimi – in Japan, auf das über 80% des weltweiten Umsatzes entfallen. Dagegen wird Roter Thun nicht als Konserve verarbeitet.

 

Mit einem Fünfzehnjahresplan will die Internationale Kommission zum Schutz des Atlantischen Thunfisches (ICCAT), zu deren 46 Mitglieder auch die EU zählt, die drohende Ausrottung von Rotem Thun verhindern und die Bestände wieder aufbauen. Ursprünglich sollte die Ringwadenfischerei, wie im Vorjahr, erst ab Juli eingestellt werden. Doch nachdem Frankreich und Spanien ihre Quoten bereits 2007 erheblich überschritten hatten, wurde der Termin vorverlegt, zumal auch dieses Jahr die internationalen vereinbarten Regeln zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Bestände von Rotem Thun vielfach nicht eingehalten wurden.

"Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hat nach den offiziellen Zahlen die Hälfte der französischen Flotte noch nichts gefangen, während die andere Hälfte bereits mehr als 90 % der jeweiligen Quote ausgeschöpft hat und alle Schiffe ähnlich aktiv sind. Wir wissen auch von acht italienischen Ringwadenfängern, die nach offiziellen Zahlen ihre Quoten bereits um 100-240% überschritten haben", beklagt EU-Fischereikommissar Borg.

Maßnahmen der EU zum Bestandserhalt blieben bislang wirkungslos. Trotz Senkung der Fangquoten für Roten Thun und Bereitstellung von Mitteln zur Verkleinerung der Ringwadenflotten haben die Mitgliedsstaaten, im Gegenteil, aufgerüstet – von 92 Schiffen im Jahr 2007 auf 134 im Jahr 2008!

 

Die GRD und andere Umweltorganisationen halten das vorverlegte Fangverbot zwar für einen Schritt in die richtige Richtung, doch bei Weitem nicht ausreichend, um einen Zusammenbruch der Bestände des Roten Thun zu verhindern. Sie fordern, die Schonzeit auf den gesamten Juni auszudehnen sowie die Fangquoten auf die von den ICCAT-Wissenschaftlern empfohlenen Mengen zu senken. Darüber hinaus sind schärfere Kontrollen und Sanktionen notwendig, um Verstöße zu verhindern.

 

So entdeckte die Umweltorganisation Oceana kurz nach Erlass des Fangstopps weiterhin operierende italienische Ringwadenfänger sowie bereits Anfang Juni mit den Fischern kooperierende Suchflugzeuge zum Aufspüren der Thunfischschwärme, deren Einsatz absolut illegal ist.

 

Auch der stark wachsenden Piratenfischerei müssen wirkungsvolle Maßnahmen entgegengesetzt werden. Diese nicht registrierten Schiffe, die gegen internationale Fischereivorgaben verstoßen, richten immense ökologische und wirtschaftliche Schäden an. Das Ausmaß wird inzwischen mit dem organisierten Verbrechen, wie Drogenhandel oder Schmuggel, verglichen.
Ulrike Kirsch

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Rüstungswahn der Thunfisch-Jäger: Fangflotte zu groß für nachhaltige Fischerei

12.03.2008 | Quellen: WWF|GRD - Die Jagd auf den begehrten und bedrohten Roten Thunfisch im Mittelmeer hat zu einem wahren Wettrüsten der Fischereinationen geführt. Laut einer WWF-Studie liegt die Kapazität der Fangflotten um nahezu das Vierfache über dem Niveau einer nachhaltigen Fischerei. Wissenschaftler empfehlen, nicht mehr als 15.000 Tonnen Roten Thun pro Jahr zu fangen. Die Flotte kann jedoch 55.000 Tonnen aus dem Meer holen "Das ist ein wirtschaftlich und ökologisch krankes System. Immer mehr High-Tech-Boote machen Jagd auf immer weniger Tunfisch", kommentiert Dr. Sergi Tudela vom WWF-Mittelmeerprogramm. Angesichts der Überfischung drohe ein Kollaps der Bestände.

 

Die größten Überkapazitäten haben die Türkei, Italien, Kroatien, Libyen, Frankreich und Spanien. "Es gibt fast 300 Fischtrawler zuviel im Mittelmeer", so WWF-Expertin Karoline Schacht. Doch Politik und Industrie ignorieren die Krise. Statt die Flotte zu verkleinern, werden derzeit sogar noch 25 neue hochmoderne Fangschiffe gebaut. Allein um die Betriebskosten der aktuellen Flotte zu decken, müssten etwa 42.000 Tonnen Thunfisch gefangen werden. "Diese enorme Überkapazität hat fatale Folgen. Die Politik beschließt zu hohe Fangquoten, um das System zu stützen. Und zusätzlich blüht die illegale Fischerei. Um zu überleben, sind die Fischer gezwungen, den Thunfisch zu plündern. So fischen sie sich arbeitslos", sagt Schacht.

Der WWF beschuldigt unter anderem Italien, illegale Praktiken zu decken. Die Italiener würden offiziell angeben, immer weniger Thunfisch zu fangen - dabei wachse die Flotte. Allein Italien müsste 30 Fischtrawler verschrotten, um auf ein nachhaltiges Fangniveau zu kommen. Auch Kroatien, Spanien und Libyen verschweigen ihre tatsächlichen Fangmengen.

 

Der Rote Thunfisch (Thunnus thynnus, auch: Atlantischer- oder Blauflossen-Thun) im Mittelmeer gilt als stark bedroht. Seit den 1970er Jahren sind seine Bestände an den wichtigen Laichplätzen um fast die Hälfte geschrumpft. Seit Jahren ignorieren Fischindustrie und Politik wissenschaftliche Empfehlungen, die Fangquoten drastisch zu senken.

 

So hatten Experten für 2008 eine Halbierung der Quote auf 15.000 Tonnen empfohlen - tatsächlich dürfen in der im April beginnenden Saison jedoch 29.000 Tonnen legal gefangen werden. Der wegen seines edlen Fleisches besonders teure Rote Thun wird vor allem in Japan und Europa konsumiert. Auch auf dem deutschen Markt spielt er eine Rolle - etwa in Sushi oder Sashmi-Gerichten. Hingegen wird Roter Thunfisch nicht in Dosen angeboten.

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Thunfischkonferenz gescheitert - Kein Fangstopp für Roten Thun im Mittelmeer

19.11.07 | Quellen: WWF|GRD - Umweltschützer kritisieren die anhaltend hohe Fangquote für den stark bedrohten Roten Thunfisch im Mittelmeer und im Ost-Atlantik. Die Quote für 2008 liegt mit 29.500 Tonnen genauso hoch wie in diesem Jahr. Dies haben die 45 Staaten der der Kommission zum Schutz des Atlantischen Tunfischs (ICCAT) bei ihrer zehntägigen Herbst-Konferenz im türkischen Antalya bestätigt. Umweltschützer aber auch die USA fordern dagegen ein mindestens dreijähriges Fangverbot für den begehrten Speisefisch. Selbst die Wissenschaftler der ICCAT warnen vor dem Zusammenbruch der Bestände.

 

"Dies ist ein neuer Akt in einer seit Jahren andauernden Tragödie, an deren Ende der Kollaps des Roten Tunfisch stehen könnte. Die Konferenz glänzte durch Inkompetenz. ICCAT ist unfähig, ein nachhaltiges Fischerei-Management zu etablieren", erklärte Dr. Sergi Tudela vom Mittelmeerprogramm des WWF.

Zwar sollen zukünftig die Fänge besser dokumentiert und ihren Weg vom Schiff bis in den Supermarkt zu verfolgt und die illegale Fischerei eingedämmt werden, doch dürften diese Maßnahmen für das Überleben der Art zu spät kommen. Der Druck auf die Vorkommen des wertvollen Fisches, der in Japan, aber auch in europäischen Ländern ein beliebter Speisefisch für Sushi-Gerichte ist, nimmt seit Jahren zu. Weltweit gehen Wissenschaftler von einem Rückgang der Bestände um etwa 90 Prozent aus.

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USA fordern Fangstopp für Roten Thunfisch im Mittelmeer

18.10.07 | Quellen: planetark.com|umweltschutz-news.de - Die USA wollen ein komplettes Fangverbot für Roten Thunfisch im Mittelmeer für fünf Jahre fordern, damit sich die Bestände erholen können. William Hogarth, Direktor der Fischereiabteilung der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten (NOAA), wird dies bei der nächsten Tagung der International Comission for the Conservation of Atlantic Tuna (ICCAT) fordern (9. bis 18. November in Antalya, Türkei).

 

Nach neueren wissenschaftlichen Studien gibt es heute im Mittelmeer und im Ostatlantik nur noch etwa 6 Prozent der ursprünglichen Bestände dieser größten Thunfischart. Der Rote Thunfisch (Atlantischer Blauflossenthunfisch), Thunnus thynnus, ist mit über 4,5 m Länge ein räuberischer Gigant, der bis zu 700 kg und mehr auf die Waage bringen kann. Wegen seiner ungewöhnlich schnellen Reisegeschwindigkeit von bis zu 70 km/h wird er auch als "Ferrari" unter den Fischen bezeichnet. Eine Atlantikdurchquerung kann ein Roter Thun in nur 40 Tagen schaffen.

"Es gibt ein Problem mit der Fischerei", gibt Rafael Centenara, Vize-Direktor des spanischen Fischereiministeriums und ICCAT-Delegierter zu. Das durchschnittliche Gewicht der gefangenen Tiere betrug durchschnittlich etwa 140 Kilogramm. "In den vergangenen fünf bis zehn Jahren ist die Größe der Fische deutlich geringer geworden."

"Angesichts der eklatanten und andauernden Verstöße gegen die existierenden Fangquoten und Fangverbote sowie gegen die Meldepflicht der getätigten Fänge, ist ein Fangstopp die letzte Hoffnung, um die Katastrophe noch aufhalten zu können", erklärt Hogarth, der auch Vorsitzender der von EU-Staaten dominierten ICCAT ist.

Gerald Scott, Experte der NOAA und Vorsitzender des wissenschaftlichen Kommitees der ICCAT, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Bestände des Roten Thunfisch an einer kritischen Grenze sind. Würde diese überschritten, gäbe es für die Art kaum noch Rettungschancen.

Die von Vertretern aus 44 Nationen gebildete ICCAT hatte die Empfehlungen ihrer eigenen Wissenschaftler ignoriert und die Fangquoten für den Roten Thun doppelt so hoch wie empfohlen angesetzt. Auch Umweltschützer haben immer wieder darauf hingewiesen, dass es massive Verstöße gegen die offiziellen Fangquoten gibt und der Kommission den Spitznamen "International Commission to Catch All Tuna" gegeben.

Besonders heikle Bereiche finden in der ICCAT offensichtlich kein Gehör. "Wir sind Freunde der Fische, aber mehr noch Freunde der Fischer", meint Centenara. Gerade in diesen Aussagen liegt das Problem, die Bestrebungen, die Fangquoten zu reduzieren, werden ständig unterlaufen. Ein Beispiel von vielen ist die Einhaltung der Schonzeit ab Juli. "Es sind einige Fischereiflotten auch noch nach Beendigung der Fangzeit gesehen worden", kritisiert Masanori Miyahara von der japanischen Fischereibehörde und ICCAT-Delegierter.

Ein weiteres Problem sind die Überkapazitäten der Fischereiflotten. Tatsächlich gehen die ICCAT-Experten davon aus, dass nur eine Verringerung der Fangquoten um 50 Prozent in naher Zukunft wieder zu einer Erholung der Bestände führen - und damit verbunden wieder höhere Fangquoten ermöglichen würde. Selbst der Versuch mit EU-Fördermitteln Schiffe außer Dienst zu setzen, fruchtete nicht. Viele der Fischereien nahmen das Geld und kauften damit noch größere Schiffe. Die alten Kutter wurden nach Libyen verkauft, wo damit munter weiter gefischt wird.

Im September hat die EU-Kommission gedroht, Griechenland, Malta, Portugal, Spanien, Italien, Frankreich und Zypern vor dem Europäischen Gerichtshof zu verklagen, wenn die Staaten nicht nachweisen, dass sie den Roten Thun nicht überfischen.

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Japan will Thun-Fangquoten reduzieren

27.05.2007 | Quellen: tso | AFP - Zur Rettung der Thunfisch-Bestände will Japan die Fangquoten für Blauflossenthunfische in seinen eigenen Gewässern offenbar erheblich reduzieren.

 

Die japanische Fischereibehörde will bis Ende Juni einen Rat einrichten, der einen Plan zur Rettung des jungen Blauflossenthunfischs ausarbeiten soll, wie eine japanische Wirtschaftszeitung unter Berufung auf die Behörde berichtete. Der Plan soll bis Ende des Jahres vorliegen. "Wenn wir weiter jungen Thunfisch fangen, werden die Bestände leergeräumt und wir schneiden uns ins eigene Fleisch", zitiert die Zeitung einen Behördenmitarbeiter.

Japan hatte bisher keinerlei Restriktionen beim Fang von Thunfisch in seinen eigenen Gewässern erlassen. Japan und die Europäische Union vereinbarten jedoch Ende Januar eine schrittweise Absenkung der Fangquoten von Blauflossenthunfisch um 20 Prozent im Atlantik und im Mittelmeer bis zum Jahr 2010. Japan konsumiert ein Viertel des weltweiten Tunfisch-Fangs. In großen Mengen wird er für die Nationalgerichte Sushi und Sashimi verarbeitet.

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Good Bye Sushi! Ausrottung des Roten Thunfisch (Blauflossenthunfisch) im Mittelmeer ist "beschlossene Sache"

28. November 2006, Qullen: WWF / SZ / GRD - Gerade erst hatten Wissenschaftler eindringlich vor dem weltweiten Zusammenbruch sämtlicher kommerziell nutzbarer Fischbestände gewarnt, da fiel der Internationalen Kommision für den Schutz des Tunfisch im Atlantik (ICCAT) auf ihrem jährlichen Treffen in Dubrovnik nichts besseres ein, als die Fangquote für den Roten Tunfisch oder Blauflossenthunfisch (Thunnus thynnus) für 2007 im Mittelmeer nur geringfügig von 32 000 Tonnen auf 29 500 Tonnen zu senken.

 

Natur- und Meeresschützer quittierten die unverständliche Entscheidung mit Entsetzen. Die ICCAT ignorierte sogar den Rat ihres eigenen Wissenschaftsgremiums, das eine Halbierung der Fangquote gefordert hatte. Ebenso wurde eine Verlängerung der fangfreien Zeit während der Laichperiode abgelehnt, wie auch ein Wiederaufbauprogramm für die stark bedrohten Bestände.

Da die Thunfisch-Fänge im Mittelmeer durch illeagle Piratenfischerei tatsächlich um ein vielfaches über der jeweiligen offiziellen Quote liegen dürften, wird der Rote Thunfisch sicher bald aus dem Mittelmeer verschwunden sein. "Diese Entscheidung ist das Todesurteil für den Roten Tunfisch. Und die EU trägt die Hauptverantwortung in diesem traurigen Spiel", erklärt Dr. Sergi Tudela, Fischereiexperte des WWF-Mittelmeerbüros.

Der ICCAT gehören 42 Staaten an, darunter sämtliche EU-Mitgliedsstaaten und Japan. Die japanische Regierung hatte zwar die Reduzierung der Fangquoten in Dubrovnik mitgetragen und nannte sie einen wichtigen Beginn für den Erhalt der Thunfisch-Bestände, aber bereits jetzt werden steigende Sushi-Preise befürchtet. Dies werde den Preis für die japanischen Nationalgerichte Sushi und Sashimi "auf jeden Fall" beeinflussen, sagte ein Sprecher der Japaner. Die 127 Millionen Einwohner Japans verzehren Unmengen von Fisch und Meeresfrüchten. Besonders beliebt ist der lokal bereits fast ausgerottete Rote Thunfisch oder Blauflossenthunfisch, der in großen Mengen für Sushi, in dem er roh mit Reis serviert wird, und für das ebenso beliebte Sashimi, wo er ebenfalls roh, aber ohne Reis serviert wird, genutzt wird.

Wissenschaftlern zufolge wird derzeit weltweit dreimal mehr Thunfisch gefischt, als für den optimalen Erhalt notwendig wäre. So sind die Bestände des Roten Thun vielerorts, wie bei den Balearen, durch den enormen Fischereidruck zusammengebrochen oder stehen kurz davor. Allein die gesamten japanischen Importe aus dem Mittelmeer belaufen sich auf rund 25 000 Tonnen.

Der Rote Thunfisch ist ein räuberischer Gigant, der bis zu 700 Kilogramm auf die Waage bringen kann. Wegen seiner ungewöhnlich schnellen Reisegeschwindigkeit von bis zu 70 km/h wird er auch als "Ferrari" unter den Fischen bezeichnet. Eine Atlantikdurchquerung kann ein Roter Thun in nur 40 Tagen schaffen.

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EU-Piraten plündern Thunfisch - Bestände vor dem Kollaps

05.07.2006 - Quelle/Text: WWF - lllegale Fischerei bedroht nach einer aktuellen WWF-Studie die Thunfisch-Bestände in Mittelmeer und Ostatlantik. Der WWF dokumentiert, dass die Flotten der Europäischen Union, insbesondere Frankreichs, weil größere Mengen fangen, als die offiziellen Quoten erlauben.

 

Auch Libyen und die Türkei ignorieren die Höchstgrenzen. Der begehrte Rote Thunfisch (Thunnus thynnus) wird vor allem für die Trendspeise Sushi verarbeitet. Die Preise liegen bei über 150 Euro pro Kilo. Thunfisch ist damit ähnlich lukrativ wie Kaviar. Der wichtigste Markt ist Japan, aber auch Deutschland zählt zu den Abnehmern.

"Piraterie kommt leider nicht nur in Geschichtsbüchern vor. Die Kriminellen sitzen im Herzen Europas. Sie plündern mit dem Thunfisch einen der wertvollsten Schätze der Ozeane", so WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper. Der WWF fordert einen sofortigen Fangstopp, bis ein Plan zur Wiederherstellung der Bestände ausgearbeitet ist.

Wie der WWF-Report nachweist, wurden die Fangquoten für den Roten Thunfisch in jüngster Zeit um über 40 Prozent überschritten. Statt der erlaubten 32.000 Tonnen entnahm die Fischindustrie 2004 etwa 44.949 Tonnen, 2005 sogar 45.547 Tonnen aus dem Mittelmeer und dem Ostatlantik. Die tatsächliche Menge lag in beiden Jahren sogar weit über 50.000 Tonnen. Diese Zahl bestätigen auch die Wissenschaftler des Internationalen Fischereiabkommens für den Atlantischen Thunfisch (ICCAT), das die Fanquoten festlegt.

Die Piratenfischer melden ihre Fänge häufig nicht, um so Kontrollen zu entgehen und Steuern zu sparen. Zudem wird der Thunfisch oftmals bereits an Bord verarbeitet und direkt an die Importländer geliefert.

Wichtigste Triebfeder für das illegale Geschäft ist laut WWF die ungezügelte Ausweitung der Fischzuchten im Mittelmeer. In den Aquakulturen werden im Meer gefangene Thunfische gemästet und dann weiter verarbeitet. Die Zucht gefährdet auch andere Arten, denn für jedes Kilo Thunfisch werden über 20 Kilo Fisch verfüttert.

Die Europäische Union subventioniert Zuchten und Fangflotten. "Der Raubbau wird aus Steuergeldern finanziert", erläutert Vesper. Der WWF fordert die EU auf, die Subventionen zu streichen und ihre tragende Rolle in der ICCAT zu nutzen, um die Plünderung zu stoppen. "Die EU-Kommission darf nicht länger zusehen, wie eine jahrhundertealte Fischerei zugrunde gerichtet wird."

Die Bestände des Roten Thunfischs sind massiv überfischt. So fangen traditionelle Fischer in der Straße von Gibraltar heute 80 Prozent weniger Thunfisch als noch zu Beginn der 1990er Jahre. Die großen Flotten weiten derweil ihre Fangzonen bis in die Brutgebiete des Thunfischs aus. "Es ist ein unheilvoller Wettlauf mit der Zeit, bei dem alle nur verlieren können. Die Thunfisch-Bestände kollabieren. Die Fischer verlieren ihr Einkommen. Und die Verbraucher müssen dauerhaft auf den schmackhaften Fisch verzichten", so Vesper.

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