September 2000 - Innerhalb der nächsten 20 Jahre wird es keine Belugawale in den Gewässern vor West Grönland mehr geben. Bereits jetzt gibt es vor West Grönland etwa 20 Prozent weniger Belugawale als noch vor 40 bis 50 Jahren. Als Ursache führt der wissenschaftliche Ausschuss der Meeressäuger Kommission der (NAMMCO) eine zu hohe Zahl getöteter Tiere in den vergangenen 10 Jahren an, die Jagd der Grönländer auf die weißen Wale stelle eine Übernutzung der Bestände dar.
Nach Meinung der unter Naturschützern umstrittenen NAMMCO dürften nur zwischen 100 und 150 dieser Meeressäuger jährlich getötet werden, um den Erhalt der Population nicht zu gefährden. Derzeit gibt es keinerlei Beschränkungen, jedes Jahr sterben zwischen 400 und 1000 Belugas in grönländischen Gewässern.
Gegründet wurde die NAMMCO von der drei Walfangnationen Grönland, Island und Norwegen vor zehn Jahren, um - bislang allerdings vergeblich - Quoten für eine Bestands erhaltende Nutzung von Narwalen, Belugas und Walrossen festzulegen.
Die zwischen 4 bis 5 Meter großen Belugas oder Weißwale erlangten weltweite Berühmtheit als 1996 ein "Moby Dick" getauftes Exemplar im Rhein auftauchte, vom Duisburger Zoo-Direktor gejagt wurde, schließlich in Bonn umdrehte, um nach vier Wochen wieder die offene See zu erreichen.
Weltweit soll es noch etwa 50.000 Exemplare dieser, wegen ihres umfangreichen Lautrepertoires auch Kanarienvögel der Meere genannten Delfinart, geben. Außer bei Grönland werden die Tiere auch in Alaska, und entlang der Küsten Russlands gejagt.
Ulrich Karlowski