80 Prozent weniger Delfine in der Biskaya

24.08.2007 | Quellen: BDRP | Greenpeace - In der Biskaya haben Wissenschaftler des Biscay Dolphin Research Programme (BDRP), einem Projekt der Organisation Marinelife, in diesem Jahr 80 Prozent weniger Delfine gesichtet als noch im Vorjahr. Beobachtet wurden drei dort verbreitete Arten - Großer Tümmler, Gemeiner Delfin und Streifendelfin. Seit 13 Jahren überwacht das BDRP-Projekt das Gebiet auf einer Route von Bilbao, Spanien bis Portsmouth, England.TEXT

Die Gründe für das Verschwinden der Meeressäuger: Zu viele verenden in den riesigen Schleppnetzen der Industriefischer und sie finden keine Nahrung mehr. Früher gab es eine lukrative Anchovis-Fischerei in diesem Gebiet, doch jetzt ist kaum mehr etwas davon übrig. In diesem Jahr haben Spanien, England und Frankreich sogar verboten, nach Anchovis zu fischen. Anchovis sind die Hauptnahrung der Delfine. Aus Nahrungsmangel wandern sie westwärts in den Mittelatlantik.

Auch Seevögel wie Basstölpel wurden seit dem Frühjahr in weitaus geringerer Zahl als sonst gesichtet und bislang ist im August auch keine Veränderung zum Positiven beobachtet worden. Die BDRP-Experten befürchten, dass der gleichzeitige dramatische Rückgang von Meeressäugern und Seevögeln auf eine andauernde und gravierende Verschiebung der Artenzusammensetzung in der Biskaya hinweist. Weniger Beute lässt die Populationen der Jäger schrumpfen.

Dr. Tom Brereton, Forschungsleiter von Marinelife, sagt: "Was auch immer die Ursache für das Verschwinden der Delfine in diesem Sommer sein mag, man sieht, wie empfindlich sie auf Veränderungen im Ökosystem reagieren. Diese Veränderungen zeigen deutlich, dass wir schnell handeln und Probleme wie Klimawandel und Überfischung endlich angehen müssen".

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