26.08.2009 | Quelle: dpa - Der vermutlich weltweit einzige Albino-Buckelwal ist wieder vor der australischen Küste gesichtet worden. Der Meeresriese namens Migaloo ist zurzeit auf dem Weg in wärmere Gewässer und wurde vor dem Bundesstaat Queensland entdeckt.
Erstmals sichteten Forscher den weißen Buckelwal 1991. Seitdem zeigt sich Migaloo, dessen Name aus der Sprache der Ureinwohner stammt und etwa «weißer Bursche» bedeutet, hin und wieder bei seinen saisonalen Wanderungen zwischen den antarktischen und tropischen Gewässern.
Migaloo gilt als einziger Albino-Buckelwal, der jemals gesehen und beschrieben wurde. Australischen Wissenschaftlern der Southern Cross University in Lismore war es 2004 gelungen, mit Hilfe von abgefallen Hautfetzen das Geschlecht des Wals zu bestimmen: Migaloo ist ein erwachsenes Männchen. Die unter Artenschutz stehenden Buckelwale können bis zu 15 Meter lang und 40 Tonnen schwer werden.
17.06.2008 | Quelle: ddp/wissenschaft.de - Männliche Buckelwale singen, um einsame Weibchen zu bezirzen – und nicht, um Konkurrenten um deren Gunst abzuschrecken oder herauszufordern. Das schließen australische Forscher aus Beobachtungen an 114 singenden Walen, die sie im Lauf von drei Jahren gesammelt hatten. Die Männchen lassen ihren charakteristischen Gesang demnach hauptsächlich dann erklingen, wenn sie sich in der Nähe eines Mutter-Kind-Paares befinden, das nicht von einem anderen Männchen begleitet wird. Diese Verführungsstrategie hat allerdings einen unerwünschten Nebeneffekt: Potenzielle Rivalen brauchen lediglich die Ohren zu spitzen und den Gesängen zu folgen, um die fruchtbaren Weibchen zu finden.
Im September und Oktober der Jahre 2002, 2003 und 2004 überwachten die Wissenschaftler einen 15-Kilometer-Radius vor der Ostküste Australiens, indem sie von Booten und einem Hügel aus Ausschau nach Buckelwalen hielten. Zusätzlich registrierten fünf 1,5 Kilometer vor der Küste angebrachte Unterwassermikrophone die Laute der Tiere, die auf dem Weg von ihren Nahrungsgründen in der Nähe des Äquators zu ihren Brutplätzen im Süden unterwegs waren.
Die Ausbeute waren 114 singende Männchen, von denen 66 Kontakte mit Artgenossen hatten, berichten die Forscher. Von diesen 66 wiederum gesellten sich die meisten zu solchen Gruppen, zu denen auch Muttertiere mit ihren Kälbern gehörten – vorausgesetzt, diese wurden nicht von einem Männchen begleitet. In einer solchen Gesellschaft sangen die Männchen zudem mehr und länger, als wenn sie andere Artgenossen begleiteten. Besonders interessant war jedoch das Verhalten der Sänger, wenn zu ihrer kleinen Gruppe ein weiteres, einsames Männchen stieß: In diesen Fällen hörten sie sofort auf zu singen.
Das deute klar darauf hin, dass die Gesänge nicht dazu dienten, den Rivalen abzuschrecken – schließlich hätten die singenden Männchen ihre Anstrengungen dann eher verstärkt als sie einzustellen, erklären Smith und seine Kollegen. Folglich sollen die Gesänge die begleiteten Weibchen verführen beziehungsweise ihnen einen guten Eindruck vermitteln.
Ob die Männchen mit dieser Strategie Erfolg haben, können die Forscher zumindest bisher noch nicht sagen – noch nie wurde nämlich ein tatsächlicher Geschlechtsakt bei den Tieren beobachtet. Auch warum die Männchen Mütter mit jungen Kälbern bevorzugen, ist bislang unklar. Möglicherweise lösen sie mit dem Singen bei den Weibchen die nächste fruchtbare Phase aus, oder sie steigern die Wahrscheinlichkeit, während einer solchen Phase an Ort und Stelle zu sein. Vatergefühle sind es jedoch mit hoher Sicherheit nicht: Buckelwalmännchen haben keinen Anteil an der Aufzucht des Nachwuchses.
23.03.2006 - Quelle: ddp/wissenschaft.de / Ryuji Suzuki (Universität von Massachusetts, Dartmouth) - Die Gesänge von Buckelwalen sind ähnlich aufgebaut wie eine einfache menschliche Sprache: Einzelne Lauteinheiten werden zu Phrasen kombiniert, die dann wiederum zu den eigentlichen Gesängen verbunden werden. Das haben amerikanische Forscher mithilfe der so genannten Informationstheorie gezeigt, einer mathematischen Theorie, die sich mit der Übertragung und Verschlüsselung von Daten beschäftigt. Damit konnte erstmals die bereits Anfang der 1970er Jahre aufgestellte Vermutung bestätigt werden, dass Walgesänge eine hierarchische Struktur besitzen.
Etwa sechs Monate eines jeden Jahres geben männliche Buckelwale ihre Gesänge von sich, deren Lautfolge aus Stöhnen, Rufen und Zirpen als die komplexeste im gesamten Tierreich gilt. Welchem Zweck diese aufwändigen Lautäußerungen dienen und welche Informationen sie vermitteln, ist bislang allerdings weitgehend ungeklärt. Da die Wale ausschließlich während der Paarungszeit singen, vermuten Forscher, dass die Gesänge eine Rolle bei der Partnersuche spielen. Ob sie aber an die Weibchen gerichtet sind oder beispielsweise Rivalen vertreiben sollen, ist nicht bekannt.
Um Hinweise auf die in den Gesängen enthaltenen Informationen zu bekommen, untersuchten Ryuji Suzuki von der Universität von Massachusetts in Dartmouth und seine Kollegen den inneren Aufbau und die Struktur der Lautfolgen. Dazu entwickelten sie ein Computerprogramm, das vor Hawaii aufgezeichnete Walgesänge in einzelne Elemente zerlegte und jedem Element ein eigenes Symbol zuordnete. Der nun in die Symbole übersetzte Gesang wurde anschließend erneut analysiert, wobei die Forscher sich besonders für strukturelle Eigenschaften und die Komplexität des Aufbaus interessierten.
Tatsächlich ließ sich eine eindeutig hierarchische Struktur nachweisen, wie sie bislang nur von menschlichen Sprachen bekannt war, berichten die Forscher. Die Grundlage des Gesangs sind demnach einzelne Lautabschnitte, von denen es kurze und lange Varianten gibt. Diese Segmente werden zu Phrasen zusammengesetzt, die ständig wiederholt werden und so den eigentlichen Gesang bilden. Auch die Wiederholungen folgen dabei genau definierten Mustern: So besteht ein kürzerer Abschnitt typischerweise aus sechs und ein längerer aus 180 bis 400 Einheiten.
Es gelang den Forschern außerdem zu bestimmen, wie viel Information in einem Walgesang vermittelt werden kann: Pro Sekunde transportieren die Tiere weniger als ein Bit an Daten. Im Vergleich dazu vermittelt ein englischsprachiger Mensch pro Wort durchschnittlich etwa zehn Bit. Demnach handelt es sich bei den Gesängen trotz ihrer sprachähnlichen Struktur nicht um eine Sprache im engeren Sinn - dazu fehlen ihnen einfach zu viele essenzielle linguistische Kennzeichen, lautet das Fazit der Forscher. Sie hoffen jedoch, dass ihre Analyse einmal helfen wird, die Bedeutung der Walgesänge zu entschlüsseln.
22.08.2008 - Sydney | Quellen: n24.de/DCRS-Online/GRD - Sein trauriges Schicksal bewegte weltweit unzählige Menschen: "Colin", der kleine verwaiste Buckelwal, der eine Segeljacht als Ersatzmutter auserkor, weil er seine eigene Mutter verloren hatte. Doch trotz aller Anstrengungen hat "Colin" es nicht geschafft. Am 22. August wurde der kleine Wal auf Anraten von Tierärzten eingeschläfert, um ihn von seinem Leid zu erlösen.
Am 18. August war plötzlich vor der Küste Australiens ein einsames Buckelwal-Baby aufgetaucht. "Colin" erkor sich eine denkbar ungünstige Ersatzmutter aus: eine Segeljacht. Hungrig umringte das gerade mal ein bis zwei Monate alte Walbaby das Boot Tag und Nacht auf der Suche nach Nahrung und suchte sogar nach einer Zitze zum Saugen. Doch das Boot konnte ihm natürlich keine Zitze zum Nuckeln bieten. "Colin" drohte zu verhungern. Auch die Idee ihn mit Muttermilchersatz zu füttern, musste verworfen werden, da ein Jungtier rund 230 Liter hoch konzentrierter, spezielller Buckelwalmuttermilch pro Tag braucht.
Umweltschützer zogen die Yacht schließlich auf das offene Meer hinaus, in der Hoffnung, dass das verirrte Walbaby dort vielleicht seine Mutter oder eine Walherde, die "Colin" vielleicht "adoptiert" hätte, eine sehr vage Hoffnung, die leider ohne Erfolg blieb.
"Colin" musste eingeschläfert werden. Das Buckelwal-Kalb, das sich post mortem als Mädchen entpuppte, wurde in der Pittwater-Bucht nahe Sydney in flaches Wasser geführt und dann von einem Tierarzt eingeschläfert. "Es war ein trauriger Moment, aber es schlief friedlich ein", sagte ein Sprecher der australischen Naturschutzbehörde.
Segler Peter Lewis berichtete, er wurde geweckt, als er Sauggeräusche am Rumpf seines Bootes hörte. "Es klang wie ein riesiger Staubsauger, mit dem jemand versuchte, am Bootsboden zu lutschen", sagte Lewis dem Radiosender ABC. Es habe keine andere Möglichkeit gegeben, als das Tier zu töten, sagte die Chefin der Naturschutzbehörde, Sally Barns. Das Buckelwal-Baby habe sehr gelitten.
Warum das Walbaby von seiner Mutter verlassen worden war, ist unklar. Buckelwale ziehen von August bis September vor Queensland und in andere tropische Regionen, um sich fortzupflanzen.
Nach einer Tragzeit von 11 Monaten bringen Buckelwalmütter ihr dann bereits 4 bis 4,5 m langes und 1 bis 2 t schweres Kalb zur Welt. Erst mit 6 bis 8 Monaten und bei einer Größe von 8 bis 10 m wird das Kalb entwöhnt. Viele Kälber bleiben jedoch bis zu einem Alter von einem Jahr bei ihrer Mutter.