06.05.2009 | Quelle: Basler Zeitung - Sogenannte Geisternetze werden zu einer immer größeren Gefahr für das marine Ökosystem. Mit 640'000 Tonnen machen sie bereits zehn Prozent des Abfalls aus, der jedes Jahr in den Weltmeeren landet. Da die Netze zumeist aus nahezu unverrottbaren Kunststoffen bestehen, töten sie über Monate und manchmal auch Jahre hinweg Fische, Wale, Delfine, Seevögel oder Meeresschildkröten.
Die inzwischen tausende Kilometer umfassenden Geisternetze schädigen zusätzlich die Ökosysteme der Meeresböden, wenn sie sich wie ein Leichentuch darüber legen. An der Oberfläche treibende Netze können zudem Schiffsunfälle verursachen.
In einem Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO und des UN-Umweltprogramms UNEP besteht international dringender Handlunghsbedarf, sich des Problems der Geisternetze anzunehmen.
Dieser Herausforderung müsse gemeinsam begegnet werden, damit die Produktivität der Ozeane und Meere für die kommenden Generationen erhalten bleibe, erklärte UNEP-Direktor Achim Steiner. Der Bericht schlägt unter anderem finanzielle Anreize für Fischer vor, damit sie verlorene Netze melden oder alte und beschädigte Netze abliefern statt über Bord zu werfen.