Überfischung im Mittelmeer: Hilferuf für den "Delphinus delphis"

Gemeine Delfine im östlichen Mittelmeer kurz vor dem Aussterben

Delphinus delphis steht im östlichen Mittelmeer kurz vor dem Aussterben19.05.2009 | Quellen: FR-Online.de/GRD - "Wer einen Delfin tötet, zieht sich den Zorn der Götter zu", hieß es in der Antike. Damals wurden sie als göttliche Geschöpfe verehrt, jetzt entziehen griechische Fischer ihnen die Lebensgrundlage: Der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) ist im Mittelmeer vom Aussterben bedroht. Naturschützer fordern deshalb von der griechischen Regierung, gegen die chronische Überfischung der Gewässer vorzugehen.

Anlässlich des ausgerechnet von der EU ausgerufenen "Europäischen Tages der Meere" am 20. Mai schlagen Naturschutzorganisationen Alarm: Die Zahl der besonders im ionischen Meer früher häufig anzutreffenden Gemeinen Delfine geht von Jahr zu Jahr drastisch zurück. Noch 1996 sollen im Seegebiet zwischen den ionischen Inseln Lefkas und Kalamos, das als wichtigstes Refugium des Gemeinen Delfins im östlichen Mittelmeer gilt, etwa 150 Tiere gelebt haben. 2003 waren es bereits weniger als 60, und 2007 war die Zahl auf 15 geschrumpft. Damit steht die Art im östlichen Mittelmeer kurz vor dem Aussterben. Hauptgrund: die Fischerei. Viel zu viele Delfine verfangen sich in den immer "perfekteren" Netzen der Fischkutter.

Die chronische Überfischung beraubt sie auch ihrer Nahrungsgrundlage: Die Fischerei führt zu einem Zusammenbruch des Ökosystems und zu einer Artenveramung der maritimen Fauna, und das obwohl das Seegebiet südöstlich von Lefkas im Rahmen des Programms Natura 2000 unter besonderem Schutz steht.

Naturschutzzorganisationen fordern von der griechischen Regierung und der Europäischen Union, im Seegebiet um Lefkas auf die strikte Einhaltung der Natura 2000-Auflagen zu achten. Natur- und Meeresschutzzorganisationen fordern jetzt von der griechischen Regierung und der Europäischen Union, im Seegebiet um Lefkas auf die strikte Einhaltung der Natura 2000-Auflagen zu achten. Dazu gehören begrenzte Fangquoten und Einschränkungen bestimmter Fischereimethoden auf einzelne Monate im Jahr. Zum Schutz der Fischbestände sollten die Fischer zudem Netze mit größeren Masche einsetzen.

Derartige Beschränkungen liegen mittelfristig auch im Interesse der Fischerei. Zwar konnten griechische Fischer durch effizientere Techniken und immer größere Netze ihren Fangerfolg zwischen 1970 und 1994 auf das Dreifache steigern, seit Mitte der 90er Jahre sind die Erträge aber um fast 50 Prozent zurückgegangen - eine direkte Folge der jahrzehntelangen Überfischung.
© Foto oben: Mario Angehrn
© Foto unten: Fabian Ritter

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