Irawadi-Delfine im Mekong vor der Ausrottung

Pestizide und Umweltgifte im Wasser verantwortlich

Irawadi-Delfine sind kaum bekannt, stellenweise sollen sie in ihren Verbreitungsgebieten noch häufig vorkommen.28.03.2009 | Quellen: GRD/focus.de/fr-online.de - Pestizide und andere Umweltgifte haben die Irawadi-Delfine (Orcaella brevirostris) im Mekong an den Rand der Ausrottung gebracht. Nur noch höchstens 70 Tiere sollen im kambodschanischen Teil des asiatischen Flusses leben. In den vergangenen Jahren hat es ein Massensterben von Jungtieren gegeben.

Ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren hat das Immunsystem der Delfinkälber geschwächt. Über die Muttermilch aufgenommene Giftstoffe wie DDT und PCB, machten sie anfällig für Krankheiten. Hinzu kommt eine zusätzliche Schwächung der Population durch Inzucht. Das Insektizid DDT ist in Kambodscha zwar offiziell verboten, kommt jedoch immer noch zum Einsatz und gelangt so in das Ökosystem. PCB findet sich vor allem in Schiffsanstrichen, wo es Algenbewuchs verhindern soll. Es gibt keine Hoffnung, die Einleitung der Giftstoffe rechtzeitig zu stoppen.

In den Flüssen Irawadi und Mekong kooperieren Irawadi-Delfine mit Fischern, indem sie ihnen Fische in die Netze treiben.

Seitens des WWF wird daher vorgeschlagen, die Delfine medizinisch zu behandeln, z.B. soll durch gezielte Impfungen das Immunsystem junger Tiere gestärkt werden. Delfinexperten halten ein derartiges Vorgehen allerdings für nicht praktikabel, zumal es die Tiere zusätzlichem, in Einzelfällen sicherlich tödlichem, Stress aussetzen würde.

Die bis 2,6 m großen, hell gefärbten und äußerlich einem Beluga-Wal ähnelnden Delfine sind in seichten Küstengewässern des tropischen Indopazifik und großen Flusssystemen, wie Ganges oder Mekong verbreitet.Nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN sind vier der fünf Süßwasserpopulationen des Irawadi-Delfins vom Aussterben bedroht. Prekär ist die Lage der rund 30 Tiere im thailändischen Songkhla-See, wo in fünf Jahren 20 Delfine in Fischernetzen verendet sind.

Der Irawadi-Delfin gehört zur Gruppe der Meeresdelfine. Wegen seiner Ähnlichkeit mit Belugas wird er, als sein tropisches Äquivalent, oft auch zur Familie der Monodontidae (Gründelwale) gezählt. Beluga uhnd Irawadi sind die einzigen Cetaceen, die ihren Gesichtsausdruck ändern können. Ähnlich wie der Beluga und der Narwal hat der Irawadi ein bewegliches Genick.

Es handelt sich um eine weitgehend unbekannte Delfinart, stellenweise sollen sie in ihren Verbreitungsgebieten noch häufig vorkommen. Irawadis stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der IUCN (Weltnaturschutzorganisation) mit dem Status: "Vulnerable" (mittelfristig hohes Risiko des Aussterbens). Die bis 2,6 m großen, hell gefärbten und äußerlich einem Beluga-Wal ähnelnden Delfine sind in seichten Küstengewässern des tropischen Indopazifik und großen Flusssystemen, wie Ganges oder Mekong verbreitet. Irawadi-Delfine können bis zu 1300 Kilometer flussaufwärts wandern, manche wiederum leben vermuitlich zeitlebens im Salzwasser. Sie halten sich nur wenige Kilometer von der Küste entfernt auf. Wie viele Exemplare es überhaupt noch gibt, ist nicht bekannt.

2005 wurden die Tiere vor Australien und Papua Neuguinea als eigene Art Orcaella heinsohni, Australischer Stupsfinnendelfin, eingestuft.

Gelegentlich sind Irawadi-Delfine mit Chinesischen Weißen Delfinen zusehen, können aber mit diesen kaum verwechselt werden. Sehr häufig wird der Irawadi dagegen mit dem allerdings deutlich kleineren und finnenlosen Indischen Schweinswal oder mit Dugongs verwechselt.
Foto: © Department of Fishery of Thailand
Karte: © CMS / GROMS

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