28.08.2007 | Quelle: berlinerumschau.com | dpa - Island beendet vorerst seinen kommerziellen Walfang. Das bestätigte der isländische Fischereiminister Einar K. Gudfinnsson gegenüber Reuters. Demnach werden keine weiteren Quoten für den kommerziellen Walfang festgesetzt, da es keinen Markt für das Fleisch gibt.D
Nach mehr als 20 Jahren Walfangpause hatte Island im vergangenen Jahr gegen heftige internationale Proteste erstmals 39 Zwergwale und neun Finnwale zum Abschuss für kommerzielle Zwecke freigegeben. Sie gilt bis zum 31. August 2007. Die Entscheidung führte zu einer großen Welle an internationalem Protest. Auch in Island war die Kritik heftig, Geschäftsleute und Tourismusvertreter der Insel fürchteten Schaden für die isländische Wirtschaft.
Bisher töteten Walfänger sieben Finwale und sieben Zwergwale aus dieser Quote, wobei das meiste Walfleisch noch unverkauft in Kühlhäusern lagert. Pläne, das Fleisch an Japan zu verkaufen, scheiterten bisher. 2003 hatte Island zunächst mit dem "wissenschaftlichen" Walfang begonnen mit einer Quote von 200 Zwergwalen. Island wird allerdings noch sechs weitere Zwergwale bis Ende des Jahres für die "Wissenschaft" harpunieren.
Gudfinsson sagte weiter, er werde erst dann wieder Fangquoten freigeben, wenn es ein eindeutiges Kundeninteresse für das Fleisch der Meeressäuger gebe. "Wir haben immer gesagt, dass auch der Walfang nach den Regeln des Marktes funktionieren muss", erklärte der Minister. Die Regierung auf der Nordatlantik-Insel hatte die kommerzielle Jagd trotz des seit den achtziger Jahren geltenden weltweiten Fangverbotes durch die Internationale Walfangkommission (IWC) wieder in Gang gesetzt.
Naturschützer und Politiker fordern nun, dass der seit 2003 von Island betriebene Walfang zu so genannten "wissenschaftlichen Zwecken" ebenfalls beendet werden müsse. Im Gegensatz zur wirtschaftlich desaströsen Jagd auf die Wale blüht in Island eine erfolgreiche und wachsende Whalewatching-Industrie, die jährlich mehr als 15 Millionen Euro erwirtschaftet.