02.04.2005 - Quellen: ddp/wissenschaft.de/GRD - Nach Angaben britischer Forscher aus Newcastle upon Tyne sollen die Delfinbestände in der Nordsee wieder deutlich gestiegen sein. Als Hauptursachen für die Zunahme sehen Joanna Stockill von der Universität in Newcastle und ihre Kollegen ansteigende Temperaturen des Meereswassers und ein dadurch bedingtes reichhaltigeres Nahrungsangebot: Heringe, Makrelen, Tintenfische und gelegentlich auch Sardinen. Außerdem halten es die Biologen für wahrscheinlich, dass höhere Wassertemperaturen die Tiere anziehen. Darauf deutet zum Beispiel das verstärkte Aufkommen der bis zu 3,80 Meter langen Rundkopfdelfine hin, die wärmere Gewässer bevorzugen.
Stockill und ihre Kollegen verwendeten für ihr Forschungsprojekt allerdings eine zweifelhafte Zählmethode: zahlreiche Fischer und Yachtbesitzer berichteten den Wissenschaftlern, wenn sie auf See Wale beziehungsweise Delfine gesehen hatten.
Die Freiwilligen füllten jeweils ausführliche Fragebögen über ihre Beobachtungen aus. In dem so erfassten Gebiet, das von Northumberland bis in den Norden von Yorkshire reicht, tummeln sich sechs unterschiedliche Arten - darunter Große Tümmler, Schweinswale, Rundkopfdelfine und Weißschnauzendelfine.
Insgesamt hatten die freiwilligen aber sicher nicht ganz uneigennützig und immer objektiv beobachtenden Beobachter den Eindruck, dass die Anzahl der Tiere in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen habe. Ein Fischer bemerkte etwa eine Delfinschule mit rund 250 Exemplaren.