07.10.2010 | Quelle: comprendes-grancanaria.de - Schon wieder hatte sich ein Wal in den Hafen von Puerto Colon verirrt. Alarmierte Tierschützer und freiwillige Helfer retteten den jungen Wal und brachten ihn wieder aufs offene Meer hinaus.
Immer öfters passiert es, dass Wale und Delfine stranden oder sich in Hafenbecken verirren. So auch jetzt in Puerto Colon. Hier war ca. ein 1,5 Meter langer junger Pottwal in den Hafen gelangt und hatte sich dabei verirrt. Er war so verwirrt, dass er den Weg ins offene Meer nicht mehr gefunden hatte. Herbei gerufene Tierschützer haben gemeinsam mit Freiwilligen den jungen Pottwal mit einem Netz einfangen, auf ein Boot verfrachtet, um ihn dann wieder im offenen Meer entlassen können.
Zum Schluss waren Helfer und Tierschützer zufrieden, als der junge Wal im offenen Meer seines Weges zog.
13.12.2009 | Quelle: ftd.de - Alle sieben Pottwale, die vor Tagen an der süditalienischen Küste gestrandet waren, sind tot. Die beiden zuletzt noch im Todeskampf liegenden Tiere verendeten am Sonntag, wie italienische Medien aus Apulien berichteten.
Eine Autopsie und Untersuchungen von Blut und Gewebe sollen jetzt klären, woran die zwischen neun und zwölf Meter großen Pottwale gestorben sind. Tierschützer hatten erklärt, dass sich die Tiere unter normalen Umständen der Küste Italiens noch nicht einmal nähern würden und sie wahrscheinlich schon vorher gesundheitliche Probleme gehabt hätten. Die apulischen Behörden beraten nun, wie die toten Tiere bei einem Gewicht von je 13 Tonnen transportiert und wo sie begraben werden könnten, ohne dass ihre Verwesung Umweltfolgen mit sich bringt.
01.03.2007 - Die Spanische Regierung hat für ein Gebiet in der Straße von Gibraltar, in dem 25 Pottwale leben, ein Tempolimit von 13 Knoten verhängt. Diese für Europa beispiellose Entscheidung soll in der viel befahrenen Wasserstraße Kollisionen schnell fahrender Schiffe mit den Walen verhindern. Zudem prüfen Spanien und Marokko nach Eröffnung des neuen Hafens von Tanger, zum Schutz der Wale die Routen der Fähren Algeciras-Tanger zu verlegen.
Der Meeresbiologe Sven Koschinski, nationale Kontaktperson der Internationalen Walfangkommission (IWC) zum Thema Kollisionen, erklärt dazu: "Ein Tempolimit von 13 Knoten (24 Stundenkilometer) ist eine sinnvolle Maßnahme, Großwale vor tödlichen Kollisionen zu bewahren. Leider gilt dieses Limit nur in einem sehr begrenzten Meeresgebiet. Rundherum fahren Schnellfähren nach wie vor mit Geschwindigkeiten bis zu 38 Knoten."
Um das Problem wirkungsvoll zu lösen, müssen Geschwindigkeitsbegrenzungen für alle Gebiete erlassen werden, in denen es regelmäßig zu Unfällen mit Walen kommt. Die IWC benennt vor allem den Ärmelkanal, Skagerrak, die Ostsee, Kattegat und Belte und die Straße von Dover als Risikogebiete. Dazu kommen die Gebiete rund um die Kanarischen Inseln, wo Schnellfähren häufig Wale rammen.
Von Schiffskollisionen betroffen sind nach derzeitiger Kenntnis mindestens 17 verschiedene Walarten, vor allem Großwale wie Pottwal, Finnwal, Buckelwal, Nordkaper oder Südkaper. Unter den Delfinen werden Großer Tümmler und Blau-Weißer Delfin gelistet. Auch Chinesische Weiße Delfine (Indo-Pazifische Buckeldelfine) sind stark gefährdet. In den letzten 10 Jahren ist ihr Bestand um 40 % zurückgegangen. Beifang und Kollisionen gelten als die Hauptursachen.
In dem schwarz umgrenzten Bereich gilt das Tempolimit, in Pink dargestellt sind Hauptverbreitungsgebiete einer lokalen Pottwalpopulation
Quelle: INSTITUTO HIDROGRÁFICO DE LA MARINA (2006)

Februar 2003 - Einen Aufsehen erregenden Beitrag zur Frage, ob Tiere in der Lage sind, Kultur zu entwickeln, lieferten jüngst Biologen von der Dalhousie-Universität im kanadischen Halifax. Bei Landlebewesen lässt sich Kultur - die Ausprägung nicht genetisch bedingter durch Überlieferung und Lernleistung tradierter Verhaltensweisen, die nur in bestimmten Regionen, Gruppen oder Familien auftreten - relativ leicht beobachten. Besonders bei großen Menschenaffen, Schimpansen oder Gorillas, wurden bereits kulturelle Entwicklungen und Differenzierungen festgestellt. Sehr viel schwieriger gestaltet sich die Sache bei Meereslebewesen, deren Verhalten nur über kurze Zeiträume beobachtbar ist.
So konzentriert sich die Forschung bei Walen und Delfinen auf deren akustische Kommunikation. Heute weiß man, dass Familienverbände von Orcas oder Schwertwalen - der größten Delfinart - mit spezifischen Dialekten kommunizieren, die überliefert und erlernt werden und als Zeichen einer Orca-Kultur gelten.
Neu ist, dass Pottwale ebenfalls Kultur besitzen. Die Forscher Luke Rendall und Hal Whitehead fanden heraus, dass diese größten Zahnwale soziale Großverbände mit mehreren Tausend Mitgliedern bilden, die sich durch einen gemeinsamen Dialekt von fremden Verbänden oder Clans abgrenzen.
Rendall und Whitehead verglichen Aufnahmen von Klicklauten verschiedener Pottwalgruppen, die über 15 Jahre lang im Südpazifik zwischen den Galapagosinseln und Chile aufgenommen wurden. Die Laute stammten von Pottwal-Weibchen, die mit ihren Jungen Familienverbände von maximal 20 Tieren bilden und sich untereinander mit charakteristischen Klicklauten verständigen.
Bei der Auswertung der rund 13.000 Tonaufnahmen konnten die Forscher drei Clans unterscheiden, die jeweils in einem eigenen Dialekt sprechen. Dieser gemeinsame Dialekt greift weit über die kleinen Familienstrukturen hinaus, obwohl diese sich meist nur über kurze Zeiträume von zehn bis elf Tagen zu größeren Einheiten zusammenschließen. Wenn dies geschieht, treffen sich in der Regel aber Familien, die zu ein und demselben Clan gehören. Für Luke Rendall und Hal Whitehead bilden die Dialekte eine kulturelle Clan-Identität. Eine genetische Fixierung ist ausgeschlossen, da Clan- und sogar manche Familienmitglieder nicht miteinander verwandt sind.
Was die Klicklaute bedeuten und welche Funktion die Dialekte haben, blieb den Forschern bislang verborgen. Sie vermuten, dass sich Clanangehörige mittels ihres Dialekts innerhalb der sehr mobilen Pottwalgesellschaft erkennen und zum Beispiel bei Attacken von Fressfeinden andere zum Clan gehörende Gruppen um Hilfe rufen können.
Sollte den Forschern jetzt noch der Nachweis gelingen, dass die Dialekte als soziale Schranke wirken, also jeweils nur Angehörige eines Clans auf die Klicks reagieren, dann wären die Pottwal-Clans nach den Menschen die größte bekannte sozial kooperative Gemeinschaft der Welt.
Ulrich Karlowski
"Gott wird uns jagen, wenn wir nicht Moby Dick jagen bis in seinen Tod." Sterben musste jedoch Kapitän Ahab und alle, die seinem Ruf gefolgt waren. Nur ein Matrose überlebte in dem Roman, nachdem Moby Dick Ahabs Schiff in Stücke gerammt hatte. Im Jahre 1851, in dem Herman Melville seinen Roman veröffentlichte, versenkte tatsächlich ein bereits harpunierter Pottwal mit zwei Angriffen das Schiff seiner Jäger. Ahab jedoch wusste nicht, dass Moby Dick eine "Waffe" hatte, die seinem Schiff gefährlich werden konnte. Denn gehetzte Pottwale attackierten nur selten ihre Verfolger.
Der Grund für die Jagd auf Pottwale war unter anderem das profitable Öl im Körper der Tiere. Besonders große Mengen an Öl befinden sich in zwei Ausbuchtungen auf der Stirn der Tiere. Der Sinn dieser Ausbuchtungen konnte bis heute nicht enträtselt werden. Viele Forscher meinen, dass die mit Öl gefüllten Säcke unter den Ausbuchtungen die Navigation mit Hilfe von Ultraschall erleichtern, oder dass das Öl den Tieren zusätzlichen Auftrieb gibt und ihnen dadurch das Schwimmen erleichtert.
Stephen Deban und seine Kollegen von der Universität Utah berichten nun jedoch, dass die Stirn der Tiere optimal geschaffen ist, um schwere Stöße abzufedern: Bei plötzlichem Druck wird das Öl gleichmäßig verdrängt, egal ob dabei eine schwache oder sehr starke Kraft auf die Stirn wirkt. Dadurch kann das Tier heftige Zusammenstöße überleben, ohne sich dabei zu verletzen.
Da die Ausbuchtungen am Kopf bei den großen männlichen Pottwalen besonders ausgeprägt sind, vermuten Deban und seine Kollegen, dass sich rivalisierende Männchen gegenseitig mit Kopfstößen attackieren. Das würde auch Berichte von Matrosen über kämpfende Pottwale bestätigen, die von vielen Wissenschaftlern bisher allerdings für Seemannsgarn gehalten wurden. Trotzdem ist die massive Konstruktion auf dem Kopf der Meeressäuger bestens geeignet, um Boote oder Schiffe zu rammen, meinen die Forscher.
Auch "Moby Dick" bekommt Karies, leidet aber weniger als der Mensch. Deutlich sichtbare Spuren von Zahnfäulnis haben Experten im Gebiss eines Ende 1998 vor Cuxhaven gestrandeten Pottwals gefunden. "Ein äußerst seltener Befund", diagnostizierte Günther Behrmann, Leiter des Nordsee-Museums in Bremerhaven. Doch unter den kariösen Resten stieß der erstaunte Walforscher auf Ersatzzähne, die schon bereit standen, die Funktion der Hauptzähne zu übernehmen. Insgesamt hatte der Meeressäuger 200 Ersatzzähne im Maul, laut Behrmann für den Pottwal ein absolutes Novum, das bisher noch nicht in der Literatur beschrieben worden sei.
Seine Entdeckung machte Behrmann erst bei der Ausgrabung des Wal-Skeletts, das in einem Sandhaufen auf dem Gelände des Naturkundemuseums Natureum in Balje (Kreis Stade) lag. Mehr als zwei Jahre lang hatten Bakterien als umweltfreundliche Putzkolonne an den Knochen des Pottwals herumgenagt. Nach seiner Strandung war der 13 Meter lange Riese zwar entfleischt worden, doch die Feinarbeit hatten die Mikroben geleistet. Sie befreiten die Knochen von den letzten Geweberesten.
Als Schädel und Skelett wieder ausgebuddelt wurden, kam auch das Zahnleiden zum Vorschein, das die Wissenschaftler bisher nur vom Schwertwal kannten. "Die Karies in den Pottwal-Zähnen reichte bis zur Wurzel", berichtet Behrmann.
Die Ursache dafür sei noch unbekannt. Zum ersten Mal suchte der Forscher gezielt nach Ersatzzähnen und wurde überraschend schnell fündig. Sie lagen jeweils unter den Hauptzähnen und waren im Bereich der angefaulten Exemplare auch schon vergrößert, um bald einzugreifen. "Diese Zahn-Reserve, bekannt vom Krokodil, wächst allmählich nach und wird offensichtlich aktiviert, wenn es in der ersten Reihe einen Ausfall gibt."
Schon in den ersten sieben Lebenswochen bildet sich das Walgebiss vollständig aus. Auf bis zu 15 Zentimeter Länge bringen es die elfenbein-ummantelten Zähne, mit denen der Pottwal bei seinen Tauchgängen in mehr als 2 000 Metern Tiefe seine Leckerbissen packt: Riesentintenfische.