Spacesound der Zwergwale

Quellen: netzeitung/bdw - Der Zwergwal, auch als Minkewal bekannt, gibt Laute von sich, die wie Schläge auf eine Öltonne klingen und aus Scince-Fiction-Filmen stammen könnten. Zwei US-Meeresbiologen haben diese Klänge, die der Verständigung untereinander dienen und bei keiner Walart bislang vernommen wurden, am Great Barrier Reef Australiens aufgenommen.

Das Gesangsrepertoire dieser kleinsten Bartenwalart (Balaenoptera acutorostrata) umfasst viele Geräusche, vom tiefen Brummen bis zu hellem Zwitschern. Da die Tiere meist Abstand zu Booten und Schiffen halten, gelang es bislang nicht Aufnahmen aufzuzeichnen, die man eindeutig ihnen hätte zuschreiben können.

Deshalb ergriffen Jason Gedamke und Daniel Costa von der University of Califormia in Santa Cruz die Gelegenheit beim Schopf, als ein australischer Bootsführer sie über ungewöhnlich zutrauliche Zwergwale informierte. Sie kamen regelmäßig bis auf wenige Meter an sein Boot heran und ließen sich auch von Tauchern und Unterwassermikrophonen nicht irritieren.

So konnten die Forscher sowohl das Verhalten der Wale beobachten als auch gleichzeitig ihre Lautäußerungen aufnehmen. Die ungewöhnlichen Klänge hören sich in etwa wie "bub-bub-boing" an. Immer wieder war dabei eine fremdartig hohl und synthetisch klingende Gesangspassge, die sie als "Star Wars"-Sound bezeichneten, zu hören. Sie beginnt mit kurzen lauten Tönen, die an Trommelschläge auf einem leeren Ölfass erinnern, und klingt in einem tiefen Murmeln aus. Die Klänge werden von den Walen regelmäßig wie in einem Lied wiederholt.

"Ich war einfach nur verblüfft", so Gedamke. Die Zwergwal-Gesänge unterscheiden sich vollkommen von denen anderer Wale. Die Forscher vermuten, dass der "Star Wars"-Sound vielleicht beim Werben um Geschlechtspartner eingesetzt wird. Gedamke hat inzwischen einen ganzen Katalog von Zwergwal-Geräuschen angelegt, mit dessen Hilfe er die Tiere auch über große Entfernungen hinweg orten kann. "Damit wird die Erforschung von Zwergwalen sehr viel einfacher", meint der Walforscher Christopher Clark von der Cornell University, Ithaca.

Die Untersuchungen führten außerdem die Behauptungen japanischer und norwegischer Walfänger ad absurdum, der Walfang sei aus wissenschaftlichen Gründen notwendig. "Diese Forschung zeigt, dass man lebende Tiere besser studieren kann als tote", so Clark

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