Der Tauch-Trick der Meeressäuger

Quelle: bdw - Die Fähigkeit von Robben, Walen und Delphinen, viele hundert Meter tief zu tauchen, war den Biologen bislang ein Rätsel. Jetzt ist das Forscherteam von Terrie Williams von der University of California in Santa Cruz dem Geheimnis mit aufwendigen Beobachtungen auf die Spur gekommen: Die Meeressäuger sparen dadurch Energie, dass sie sich über weite Strecken in die Tiefe gleiten lassen.

 

Mit Videokameras, die sie an einem Blauwal, mehreren antarktischen Weddell-Robben, einem See-Elefant und einem Delfin befestigten, beobachteten die Forscher, dass die Tiere zu Beginn eines Tauchgangs bis zu drei Minuten aktiv tauchten, dann aber bewegungslos in die Tiefe sanken. "Im Prinzip stellen sie den 'Motor' immer wieder an und aus und verbrauchen dadurch zehn bis fünfzig Prozent weniger Energie, als wenn sie die ganze Zeit schwimmen würden", sagte Williams.

Dass diese Technik funktioniert, verdanken die Meeressäuger einer trickreichen Anpassung: Wenn der hydrostatische Druck mit größerer Tiefe steigt, fallen die Lungen in sich zusammen. Die darin enthaltene Luft gelangt in den oberen Teil der Atemwege und wird ebenfalls zusammengedrückt. Dadurch verringert sich das Volumen des Tieres bei gleichbleibendem Gewicht. Das spezifische Gewicht des Tieres wird größer und es sinkt ohne Anstrengung in die Tiefe.

Diese Technik bewahrt Meeressäuger auch davor, die Taucherkrankheit zu bekommen: Wenn Landsäuger tauchen, wird Stickstoff aus der Luft in den Lungenbläschen ins Blut gepresst. Bei einem Taucher, der zu schnell auftaucht, bilden sich dann die gefürchteten Bläschen im Blut. Obwohl Robben und Wale unterschiedlichen Familien angehören und sich eigenständig entwickelt haben, verwenden beide die gleiche Tauchstrategie. Rekordhalter war eine Weddelrobbe: Sie ließ sich über sechs Minuten lang gleiten und sank in dieser Zeit 540 Meter abwärts.

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