Australien: Ölpest zehn Mal größer als erwartet

In der Moreton-Bucht leben Meeresschildkröten, Sevögel, Delfine und Pelikane

Das Ausmaß der Katastrophe: In der Moreton-Bucht leben Schildkröten, Vögel, Delfine und Pelikane.14.03.2009; Quellen: Focus-online/abendblatt.de - Die Ölpest vor der australischen Sonnenscheinküste ist größer als erwartet. Statt wie bisher angenommen 20 000 bis 30000 Litern sind bei der Schiffshavarie offenbar 230 000 Liter Öl ins Meer geflossen. Einige der bei Touristen besonders beliebten Strände wurden auf einer Länge von mehreren Kilometern verdreckt. Die Behörden des Staates Queensland erklärten die Region zum Katastrophengebiet und drohten der Reederei eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe an. Bedroht sind unzählige Meerestiere, die in dem Gebiet leben, wie Meeresschildkröten, Seevögel und Delfine.

Laut offiziellen Angaben vom Samstag floss nach der Havarie eines Containerschiffs etwa zehn Mal mehr Öl aus als bisher vermutet. Die Behörden des Staates Queensland haben die Küstenregion im Osten Australiens am Freitag zum Katastrophengebiet erklärt.

Nach jüngsten Schätzungen flossen etwa 230.000 Liter Öl ins Meer, wie der stellvertretende Ministerpräsident von Queensland, Paul Lucas, am Samstag dem australischen Radiosender ABC sagte. Zunächst seien die Behörden von 20.000 bis 30.000 Litern ausgegangen. Lucas sagte nicht, worauf sich die neue Zahl stützt.

Der Frachter "Pacific Adventurer" hatte am 11.03.2009 auf dem Weg nach Indonesien in einem Zyklon 31 Container verloren. Zunächst war von 43 Tonnen Öl die Rede, die ausgeflossen seien. Später räumte die britische Reederei Swire ein, dass es bis zu 100 Tonnen sein können. Nach der Havarie bedroht ein Ölteppich die Sonnenscheinküste. Einige der bei Touristen besonders beliebten Sandstrände wurden auf einer Länge von mehreren Kilometern verdreckt. Die Regierung von Queensland drohte der britischen Reederei Swire eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe an. Sie warf dem Unternehmen vor, die Behörden über das Ausmaß der Verschmutzung getäuscht zu haben.

Am schwersten betroffen von der Ölverschmutzung waren ausgerechnet die Nationalparks auf den Inseln Moreton und Bribie nördlich von Brisbane. Mitarbeiter der Umweltschutzbehörde fanden nach eigenen Angaben ein Dutzend Vögel mit ölverschmiertem Gefieder. Räumfahrzeuge rückten an, um den schwarz verseuchten Sand abzutragen. Die Behörden befürchteten, dass sich die Lage in den kommenden Tagen weiter verschlechtern wird. Das südlich von der Sonnenscheinküste gelegene weltberühmte Great Barrier Reef war nicht bedroht.
Foto: AFP

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