Kleinste Seepferdchenart der Welt in Indonesien entdeckt

Gerade einmal die Größe eines Fingernagels erreicht die kleinste Seepferdchenart der Welt. Die 16 Millimeter langen Tierchen leben in Korallenbänken vor der Küste Indonesiens und wurden bislang für Jungtiere anderer Seepferdchen gehalten.

Die Meeresbiologin Sara Lourie von der Universität British Columbia (Kanada) idenfizierte die Winzlinge als eigenständige Art und taufte sie Hippocampus denise. Der Name Denise ist abgeleitet vom griechischen Gott des Weines und Rausches, Dionysus, und beschreibt die angesichts ihrer Größe ungewöhnliche Lebhaftigkeit der Tiere. "Verglichen mit anderen kleineren Arten sind sie ungemein aktiv", erklärt Lourie.

Die Zahl der weltweit bekannten Seepferdchenarten erhöht sich damit auf 33. Alle sind durch Übernutzung mittlerweile gefährdet. Mitarbeiter des Project Seahorse schätzen, dass jedes Jahr wenigstens 24 Millionen getrocknete Seepferdchen in den Welthandel kommen. Zusätzlich geschwächt werden die Bestände der ungewöhnlichen Meeresbewohner, bei denen die Männchen die Eier in einer Bauchtasche ausbrüten und den Nachwuchs dann einzeln lebendig gebären, durch Zerstörung und Vergiftung ihrer Lebensräume sowie den Aquarienhandel, der jährlich mehrere hunderttausend Exemplare verschlingt.

Wie hoch der Bestand der Miniseepferdchen ist, weiß derzeit niemand, da sie nur selten gesichtet werden. Sara Lourie befürchtet jedoch nichts Gutes: "Taucher und Unterwasserfotografen könnten diese wilden Zwerge förmlich zu Tode lieben".
Ulrich Karlowski

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