Hainetze: Todesfallen für Delfine und Haie

In Hainetz ertrunkener Bullenhai - Ein im Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin wird aus dem Netz geholt.

Bleifarbene Delfine in Südafrika:
Hainetze an den Stränden von KwaZulu-Natal töten die letzten ihrer Art!

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Ein Delfin wird auf einem Boot transportiert, es wird Wasser zur Kühlung über seinen Rücken gegossen, ein Mann beugt sich tief über den Kopf des Tieres und spricht beruhigend auf es ein.

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Zwei Delfine jagen durchs Meer einer springt hoch in dieLuft. Delfine gehören zu den wenigen Säugetieren, die in der Lage sind, gehörte Geräusche zu imitieren. Sie nutzen diese Fähigkeit auch, um den individuellen Signaturpfiff - den Namen - anderer Delfine nachzuahmen, berichten Forscher aus Großbritannien im Journal "Proceedings B" der britischen Royal Society.

Die bekannteste Delfinart, der Große Tümmler (Tursiops truncatus), ist abgesehen vom Menschen das einzige Lebewesen, von dem man sicher weiß, dass es sich selbst einen Namen gibt und andere Mitglieder einer Delfingruppe mit deren Namen "anspricht".

In der Delfinwelt spricht man nicht nur miteinander, sondern auch übereinander
Ein Delfin-Name wird über einen charakteristischen, individuellen Signaturpfiff, der aus einer bestimmten Modulation von Frequenzen besteht, bei einer Begegnung als Begrüßung mitgeteilt. Wissenschaftler sind sich zudem sicher, dass sich zwei Delfine über einen dritten Artgenossen verständigen können, indem sie dessen Namen nutzen. Wahrscheinlich verfügen auch andere – vielleicht alle – Delfinarten über diese Fähigkeiten.

Identitätsdiebstahl bei Meeressäugern?
Doch einige wenige Tiere aus einer Delfingruppe belassen es nicht beim "Über-andere-reden", sie täuschen mittels einer akustischen Tarnkappe die Identität eines anderen Delfins vor. Dazu imitieren sie die Signaturpfiffe ihrer Artgenossen. Allerdings weichen die nachgeahmten Pfiffe immer leicht vom kopierten Original ab, der Trick – wenn es denn einer ist - dürfte somit nicht wirklich gut funktionieren und wird auch nur selten angewandt.

Zwischen 1984 und 2009 zeichneten Forscher um Stephanie King von der University of St. Andrews Lautäußerungen von Großen Tümmlern auf. Dabei konnten sie nur bei zehn von 179 Delfin-Paaren Nachäffer feststellen, insbesondere bei Mutter-Kind-Paaren, aber auch bei Männchen, die häufig zusammen gesehen wurden.

Täuschung, Aggression oder Stärkung der sozialen Bindung?
Forscher gehen derzeit davon aus, dass es sich beim Einsatz von kopierten Individualpfiffen weniger um arglistigen Identitätsdiebstahl handelt, sondern vielmehr um eine uns noch nicht verständliche Form der akustischen Interaktion zur Stärkung sozialer Bindungen. Nicht nur, dass die akustische Tarnkappe selten eingesetzt wird, sie kommt vor allem unter Tieren vor, die ein enges Verhältnis zueinander haben. So wurde aggressives Verhalten im Zusammenhang mit akustischem Identitätsklau noch nie beobachtet.

Bewusst leicht falsch gepfiffen?
Auch die leichte Abwandlung der kopierten Laute wird als Hinweis darauf gedeutet, dass mit der Imitation keine Täuschungsabsichten verbunden sind. Es wäre für Große Tümmler ein Leichtes, andere Signaturpfiffe exakt zu kopieren. Würde die akustische Tarnkappe zudem häufig "betrügerisch" eingesetzt, könnte dies den sozialen Zusammenhalt einer Delfingesellschaft gefährden und der Signaturpfiff würde seiner Funktion eines verlässlichen Kommunikationsmittels beraubt.

Delfinen ist die Bewahrung sozialer Bindungen letztendlich wichtiger, als sich selbst kurzfristig und auf Kosten anderer einen Vorteil zu verschaffen. Sie könnten es schon – aber sie tun es nicht!
Ulrich Karlowski

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