Hainetze: Todesfallen für Delfine und Haie

In Hainetz ertrunkener Bullenhai - Ein im Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin wird aus dem Netz geholt.

Bleifarbene Delfine in Südafrika:
Hainetze an den Stränden von KwaZulu-Natal töten die letzten ihrer Art!

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Ein Delfin wird auf einem Boot transportiert, es wird Wasser zur Kühlung über seinen Rücken gegossen, ein Mann beugt sich tief über den Kopf des Tieres und spricht beruhigend auf es ein.

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Ein Delfin schwimmt um einen Taucher vor einem Korallenriff, viele Luftblasen steigen hinter dem Delfin auf. Delfine setzen – wie Buckelwale - bei der gemeinsamen Jagd auch Vorhänge aus aufsteigenden Luftblasen ein. Mit derartigen Blasenschleiern kreisen sie einen Fischschwarm ein, um dann durch ihn hindurch zu schießen und sich gezielt einen Fisch nach dem anderen heraus zu holen.

Doch wie ihnen eine derart genaue Unterwasserortung möglich ist, war bislang rätselhaft, denn technisch sind Delfin-Sonare den besten von Menschen konstruierten Echoloten nicht überlegen.

Allerdings verrauschen Luftblasen im Wasser das Signalbild selbst der besten Echolote, während die intelligenten Meeressäuger ihr eigenes Echolotbild scheinbar absichtlich stören, ihre Zielobjekte aber trotzdem exakt erfassen können.

Britische Akustiker vom Institute of Sound and Vibration Research (ISVR) der University of Southampton scheinen das Rätsel nun teilweise gelüftet zu haben. Mit ihrem Echolot-Ortungssystem erzeugen die Meeressäuger beim Orten durch eine Luftblasenwand hochfrequente Schallimpulse (Klicks) mit unterschiedlicher Lautstärke. Aus den Echos können sie mittels einer hochkomplexen Analyse dann sogar hinter die eigentlich störenden Luftblasen "blicken". Diese Variationen sind, so vermutet Professor Timothy Leighton, "der Schlüssel, um Fische von Luftblasen zu unterscheiden".

Und tatsächlich, durch die Berechnung mit nichtlinearen Algorithmen künstlich erzeugter Klicks von Großen Tümmlern konnten die Wissenschaftler selbst hinter den Schleier aus Luftblasen "blicken". Der Clou war die Veränderung der Tonintensität der Klicks, deren Echos technische Sonare bisher nicht erkennen können. Dies soll sich jetzt ändern und zum Beispiel bei Schiffs-Echoloten zum Einsatz kommen, die dann auch in bewegter und schwerer See mit vielen Luftblasen und Turbulenzen Hindernisse wie Wale oder auch gefährliche Seeminen klar erkennen könnten. Die dermaßen delfinisch nachgerüsteten Sonare heißen "Biased Pulse Summation Sonar" (BiaPSS).

Dennoch bleiben viele Fragen offen, denn Grau ist alle Theorie und alle höhere Mathematik, was fehlt sind Schallaufnahmen von wilden Delfinen, die durch einen Blasenschleier hindurch jagen und der Beweis, dass sie dabei tatsächlich Variationen der Klick-Intensität einsetzen, die sie bei anderen Formen der Jagd nicht benutzen.

Aber Timothy Leighton könnte der Lösung dieses Delfinrätsels nahe gekommen sein, denn von anderen Studien ist die erstaunliche Fähigkeit der Delfine bekannt, ihr Echo-Ortungssystem den gerade herrschenden Umweltbedingungen anzupassen.

So können sie aus dem Echo ihrer Klicks auch Rückschlüsse über die räumliche Gestalt eines Angreifers oder eines Beutefisches gewinnen, können also dreidimensional hören und sich zudem in ihrer Umwelt auch dann noch extrem gut zu Recht finden, wenn es dort trüb und dunkel ist.
© U. Karlowski, Juli 2012

Ein Familientyp braucht Hilfe

Drei Grindwale oder Pilotwale schwimmen ganz eng zusammen im tiefblauen Meer vor La Gomera.

Indische Grindwale sind Delfine und leben in Familienverbänden. Ihre Körperlänge variiert von 3,5 bis 6,5 m. Männchen deutlich größer als Weibchen.

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