Hainetze: Todesfallen für Delfine und Haie

In Hainetz ertrunkener Bullenhai - Ein im Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin wird aus dem Netz geholt.

Bleifarbene Delfine in Südafrika:
Hainetze an den Stränden von KwaZulu-Natal töten die letzten ihrer Art!

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Ein Delfin wird auf einem Boot transportiert, es wird Wasser zur Kühlung über seinen Rücken gegossen, ein Mann beugt sich tief über den Kopf des Tieres und spricht beruhigend auf es ein.

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Die mit den Menschen schwimmenFungie aus Irland.Fungie mit Besuchern.
Foto: Philip Loos

Dass – meist einzellebende – Delfine mitunter den Kontakt zu Menschen suchen, ist zwar nicht außergewöhnlich, aber dennoch kein sehr häufiges Phänomen.

Doch 2016 hat sich an der deutschen Ostseeküste die Anwesenheit solcher kontaktfreudiger Großer Tümmler geradezu "gehäuft". Nachdem die von den Schweden auf die Namen "Delfie" und "Selfie" getauften Delfine sich nach einigen Wochen Richtung Dänemark verzogen hatten, erschien kurz darauf ein weiterer sehr kontaktfreudiger Großer Tümmler in der Kieler Förde, der "Menschenflüsterer Freddy".

Einzelgänger - Lone Rangers
Delfine, die lieber mit oder in Nähe von Menschen leben als mit Artgenossen, gibt es weltweit immer wieder. Die Gründe sind hierfür sind unbekannt, die Spekulationen vielfältig. In Kroatien tauchten in den letzten 3 Jahren unabhängig voneinander zwei verschiedene Große Tümmler auf, die den Kontakt zu Schwimmern suchten.

Dean Bernal und JoJo."JoJo" aus der Karibik gelangte dank seiner innigen Freundschaft mit Dean Bernal zu internationalem Ruhm, der seine berührenden und erstaunlichen Erlebnisse in seinem Buch "Jojo und ich" schildert.

Über die irischen Landesgrenzen hinaus bekannt wurde "Fungie", der sich bereits 1984 in der Dingle Bay "ansiedelte", wie die britische Naturschutzorganisation Marine Connection in ihrem Bericht "Lone Rangers" beschreibt. Die Wissenschaftler untersuchen darin etliche der weltweit bekannten Fälle von einzellebenden Delfinen, bei denen es sich in der Mehrzahl um Große Tümmler handelt, und dokumentierten die verschiedenen Phasen der Gewöhnung an Menschen.

Artübergreifende Sozialkontakte mir wilden Raubtiere
Die Habituierung verläuft in vielen Fällen ähnlich in mehreren Stufen vom Aufenthalt z. B. in einem Hafen oder in Nähe einer Boje, über das Folgen von Booten und schließlich der engere Kontakt mit Schwimmern.

Verletzungsgefahr
Mit zunehmender "Berühmtheit" häufen sich diese artübergreifenden Begegnungen und damit auch das Verletzungsrisiko für den Delfin. Er wird in Gegenwart von Wasserfahrzeugen unvorsichtig, Verletzungen durch Propeller werden wahrscheinlicher. Auch die Menschen werden durch das generell "freundliche" Verhalten eines geselligen Delfins unvorsichtiger, stören ihn beispielsweise in Ruhe- oder Jagdphasen oder missinterpretieren aggressives Verhalten.

So sehen z. B. etliche Boot- oder Jetskifahrer auch keine Notwendigkeit, in Anwesenheit des oder der Delfine die Geschwindigkeit zu drosseln, da dies dem in der Bug- oder Heckwelle mitschwimmenden Tier gefalle.

"Wir dürfen nicht annehmen, dass Delfine, weil sie im Meer leben, an Boote etc. gewöhnt sind. Sie werden leicht durch Propeller verletzt. (…) Ich habe das bei vielen einzellebenden Delfinen immer wieder beobachtet: Es fängt alles wunderbar an Einzelgäanger Delfin Griechenland. Durch Fütterung wird mitunter versucht, einzelgängerische Delfine als touristische Attraktion an einen Ort zu binden. Das ist nicht nur verboten, sondern greift massiv in das natürliche Verhalten wild lebender Tiere ein. Dieser Große Tümmler bei der griechischen Insel Ios wurde 1990 vermutlich von Fischern einer Nachbarinsel getötet. Auch heute noch betrachten viele Fischer weltweit die Meeressäuger als Nahrungskonkurrenten.
Foto: Helmut Westerdorf
und dann kommt es zu Verletzungen, mitunter sogar tödlichen, weil die Menschen vergessen, dass sie es mit einem wild lebenden verletzlichen Tier zu tun haben", erklärt Liz Sandemann, Mitgründerin der "Marine Connection".

GRD regt Verhaltenscodex für Deutschland an
Es zeichnet sich ab, dass einige "Lone Rangers" die Ostsee als neuen Lebensraum auserkoren haben. "Selfie" und "Delfie" sind jetzt schon über anderthalb Jahr hier und fühlen sich offensichtlich pudelwohl.

Wir haben daher beim Bundesamt für Naturschutz (BfN) wir angeregt, einen generellen Verhaltenskodex für Begegnungen mit wild lebenden Walen und Delfinen zu veröffentlichen, etwa nach dem Vorbild kroatischer oder US-amerikanischer Behörden.

Dies wäre eine gute Basis und Richtschnur für die Bevölkerung, aber auch für Behörden, Polizei und Veterinärämter, um Auswüchse und schlimmstenfalls Verletzungen von Menschen und/oder Meeressäugern bei artübergreifenden Kontakten zu vermeiden.
Ulrike Kirsch, November 2016

 

Weitere Informationen:

⇒ Der mit dem Delfin tanzt – Die Geschichte von Dean und JoJo

⇒ Ostsee-Tümmler: Gekommen, um zu bleiben?

⇒ Kieler Schleusen-Delfin jetzt auf Besuch in Eckernförde

⇒ "Selfie" und "Delfie" auf Besuch in der Kieler Bucht

⇒ Ostsee-Schnabelwal hat es leider nicht geschafft

⇒ Verhaltenstipps bei Begegnungen mit Delfinen in freier Natur

 

Lesetipp:

Buch JoJo und Ich von Dean Bernal.JoJo und ich: Die Geschichte einer tiefen Freundschaft"

von Dean Bernal
Das Buch gewährt einen faszinierenden Einblick in das Leben und die Gefühlswelt von Delfinen und die Kommunikation mit ihnen.
Preis: 18,99 EUR zzgl. Versand

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MAGIC braucht Hilfe

Patendelfin Magic aus dem Roten Meer.

Magic wurde im Juli 2013 geboren. Als sie ein paar Monate alt war, verhedderte sie sich in einer Angelschnur, die ihr tief ins Fleisch schnitt. Eines Tages war die tödliche Gefahr wie durch ein Wunder verschwunden.

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