Erstmaliger Nachweis: Exploration von Bodenschätzen im Meer verantwortlich für Massenstrandung von Meeressäugern

Ende September 2014 veröffentlichte die Internationale Walfangkomission (IWC) einen Bericht, in dem Wissenschaftler erstmals den Nachweis erbrachten, dass der Einsatz eines Fächerecholot-Systems (multi-beam echosounder system) zur Exploration von Bodenschätzen für eine Massenstrandung von Breitschnabeldelfinen verantwortlich war, die im Mai 2008 vor der Küste im Nordwesten Madagaskars ) in der Loza-Lagune stattfand.

Rund 100 der etwa zweieinhalb Meter langen, hauptsächlich in den tropischen und subtropischen Meeren lebenden Hochseeart (Peponocephala electra) starben. Breitschnabeldelfine sind eine weitgehend unbekannte Delfinart, die nur sehr selten in Küstennähe auftaucht.

Die offensichtlich panisch reagierenden Delfine gelangten gemeinsam durch eine Engstelle in die weit verzweigte und von Mangrovenwäldern bewachsene Loza-Lagune. Sie schwammen sogar in die kleinen Häfen der Siedlungen und verirrten sich dann in den Mangroven-Wäldern. Aus dem dichten Wurzelgestrüpp gab es für sie keinen Ausweg mehr. Einige Anwohner versuchten, manche der Tiere zu retten, während andere wiederum die Delfine töteten, um ihr Fleisch zu nutzen.

Zur Zeit der Strandung setzte ein Explorationsschiff von Exxon Mobil ein sehr starkes Fächerecholot-System zur Erkundung von Bodenschätzen etwa 65 Kilometer vor Küste und der Öffnung der Loza-Lagune ein. Die mit der Untersuchung des Massenstrandung beauftragten Wissenschaftler sehen die damit verbundenen starken akustischen Unterwasser-Signale als alleinge Ursache für die panische Reaktion dieser Hochseeart, die niemals zuvor in der Lagune gesehen wurde und seitdem auch nie wieder dort aufgetaucht ist.

Die Studie zeigt, dass intensive und hoch-frequente Schallquellen gravierende negative Auswirkungen auf Wale und Delfine haben.

⇒ Independent review of a 2008 mass stranding in Madagascar

BO braucht Hilfe

Unterwasseraufnahme des Mosambik Patendelfins BO, der von links ins Bild schwimmt.

Bo ist ein Weibchen. Sie wurde Anfang März 1999 identifiziert und stand damals kurz vor der Geschlechtsreife. Inzwischen hat Bo zwei Junge: Thai, ein 2004 geborenes Weibchen und die 2009 geborene Bella (verstorben).

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