Im Fischernetz ertrunkener und von den Fischern verstümmelter Schweinswal auf Seziertisch (Kopf bis Rückenfinne, Flipper wurden abgetrennt)Über 100 zum Teil furchtbar zerstückelte Schweinswal-Kadaver wurden in den letzten drei Monaten an Strände der niederländischen Wattenmeerinseln Texel und Vlieland sowie in Nordholland angeschwemmt. "Etwa 30 Kadaver hatten eindeutig durch Messer verursachte Schnitte durch Haut und Speckschicht, einige waren teilweise skelettiert worden", berichtet ein Sprecher der GRD. 

GRD und Mitarbeiter des niederländischen Forschungszentrums IMARES vermuten, dass Fischer auf diese Weise ihre Beifänge vertuschen wollten. Zerstückelte Kadaver verschwinden schneller im Meer, werden von Krebsen schneller aufgefressen. Doch die grausame Rechnung ging nicht auf, Westwinde spülten zumindest einen Teil der toten Schweinswale an Land.

Rätselhaft bleibt, wer die Täter waren und welche Fischerei für diesen extrem hohen Meeressäugerbeifang verantwortlich ist
Netzabdrücke mit der Maschenweite 8 cm auf der Haut der Schweinswale deuten auf die Schollenfischerei hin. Allerdings spielt die Grundstellnetzfischerei auf Schollen vor der niederländischen Küste nach offiziellen Angaben nur eine untergeordnete Rolle. Weder niederländische Fischer noch offizielle Beobachter an Bord niederländischer Stellnetzkutter berichteten auffällig hohe Beifangzahlen. Dies spräche dafür, dass hier ausländische Fischer oder illegal operierende Piratenfischer am Werk waren.

Im Fischernetz ertrunkener und von den Fischern mit Messern verstümmelter Schweinswal liegt im SandVermutlich locken große Mengen von Heringen und Sprotten, die im Winter an die Küste wandern die Schweinswale an. "Es ist ein Skandal, dass generell keine Details zu Ausmaß und Verteilung der Fischerei erfasst und bekannt gegeben werden. Somit lassen sich die Verursacher dieses schrecklichen Desasters kaum feststellen. Die Erarbeitung von Schutzkonzepten und Ausweisung von Schutzgebieten für Meeressäugetiere wird so zur Makulatur", meint die GRD.

Bestimmungen der EU zum Schutz von Kleinwalen sind absolut unzureichend
Zwar müssen auch niederländische Kutter ab 12 m Länge sogenannte Pinger einsetzen, die Schweinswale von den todbringenden Netzen verscheuchen sollen, aber in der niederländischen Stellnetzfischerei gibt es lediglich 2 Kutter, die länger als 12 m sind. Die restlichen 80 Kutter sind kleiner. Hinzu kommt noch eine erhebliche Zahl von Nebenerwerbs- und Hobbyfischern. 

Brisant in diesem Zusammenhang ist auch, dass bis heute das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium abstreitet, dass Schollennetze überhaupt Schweinswal-Beifänge verursachen und das Stellen von Schollennetzen im Walschutzgebiet westlich von Sylt nach wie vor erlaubt ist!
GRD-Pressemitteilung, 12.03.2009
Fotos:
Von Fischern verstümmelter Schweinswal auf Seziertisch: Kees Camphuysen | ecomare
Abgeschnittene Schweinswal-Fluke: Christine Koersen

Ein Frecher braucht Hilfe

Fünf bis sechs Rauzahndelfine schwimmen langsam und sehr dicht beieinander an der Wasseroberfläche.

Rauzahndelfine (Steno bredanensis) kamen zu ihrem Namen durch feinen Rillen auf den Zähnen. Aufgrund der einzigartigen Form des konisches Kopfes sind sie relativ leicht zu identifizieren.

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