Ein Schwarm Blauflossenthunfische im tief blauen Meer, gegen die weiß leuchtende Meeresoberfläche fotografiert. Die Regierung des Inselstaats Kiribati hat in einem der derzeit größten Meeresschutzgebiete, der über 408.000 km2 umfassenden Phoenix Islands Protected Area (PIPA), ab Januar 2015 jegliche kommerziellen Fischereiaktivitäten verboten und damit das gesamte Schutzgebiet zur "No Take Zone" erklärt. PIPA ist ungefähr so groß wie Kalifornien.

Der mitten im Pazifik, auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien gelegene Inselstaat hatte bislang Lizenzen auch an Fischereien aus Japan, China oder Taiwan verkauft. Mit der neuen "No Take Zone" sind nun elf Prozent der ausschließlichen Wirtschaftszone des aus einer Vielzahl von Inseln bestehenden Kleinstaates unter Schutz gestellt.

Meilenstein für den Schutz mariner Biodiversität
Logo PIPA. Die zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärte PIPA ist ein extrem artenreiches Meeresgebiet mit acht Atollen und zahlreichen kleineren Koralleninseln. Die umfangreichen Riffe sind noch weitgehend intakt. Mehr als 120 Korallenarten, 514 Arten Rifffische sowie Raubfischarten wie Thune, Haifische oder Makrelen wurden hier bislang identifiziert. Meeresschildkröten suchen die Strände der in der PIPA liegenden Inseln zur Eiablage auf, Delfine und große Ansammlungen von Seevögeln werden hier regelmäßig beobachtet.

Fischerei in deutschen Schutzgebieten an der Tagesordnung
Die mutige Entscheidung der Regierung von Kiribati gegen die kommerzielle Fischerei und damit gegen nicht unerhebliche Geldflüsse aus dem Verkauf der Fischereilizenzen ist bemerkenswert und ungewöhnlich. Viele Industrie- und Wohlstandsnationen wie leider auch Deutschland, zeigen sich unfähig zu solch konsequentem Eintreten für den Meeresschutz. In den wenigen und im Vergleich zur PIPA winzigen deutschen Meeresschutzgebieten darf munter ohne wirksame Beschränkungen weitergefischt werden – das Todesurteil für unsere vom Aussterben bedrohten Ostseeschweinswale und viele andere Meerestiere.

Ulrich Karlowski, Juli 2014

Weitere Informationen:

⇒ Phoenix Islands Protected Area

⇒ Phoenix Islands Protected Area auf Facebook

⇒ UNESCO World Heritage List

SUN braucht Hilfe

Peru Patendelfin SUN, dümpelt ruhig im Wasser, Kopf, Blasloch und Finne sind sichtbar.

Die Rückenfinne von Sun hat eine weiße Narbe auf der linken Seite, von der wie Sonnenstrahlen mehrere kleine Kerben ausgehen.

⇒ Pate von SUN werden ⇒ Patenschaft verschenken

Ihre Hilfe für bedrohte Delfine

Ein kleiner Delfin blickt uns neugierig an.

Mehr zum Thema

Letzte Chance für die letzten rosa Delfine vor Taiwan
Die Taiwanesen lieben ihre rosa Delfine. Doch allen Schutzbemühungen zum Trotz nimmt ihre Zahl...
Entlarvt: Walmart verkauft delfin-tödlichen Thunfisch
Unsere Partner vom Earth Island Institute (EII) sind einem unglaublichen Skandal auf die Spur...
Sizilianische Fischer wollen gegen Delfine streiken
Es ist die ewig gleiche Klage. Nein, nicht das eigene rücksichtslose Tun – hemmungsloses...
Vaquita: Die letzten sollen jetzt eingefangen werden
Die Regierung Mexikos will mit einem letzten Kraftakt so viele der letzten überlebenden Vaquitas...
Schon wieder ein Delfin auf Stippvisite in der Kieler Bucht
Erneut ist ein ungewöhnlich zutraulicher Großer Tümmler vor Kiel aufgetaucht. Der sehr...
Freudiges Wiedersehen mit schwer verletztem Delfin Košara
Niemand hätte zu hoffen gewagt, dass er es ohne Hilfe schaffen würde.Košara im September 2013:...

Kostenlos Gutes tun!

Logo benefind

Mit Internet-Suchanfragen helfen.

⇒ benefind