Ein toter Chinesischer Weißer Delfin liegt an Land, mehrere Schwarzafrikaner stehen um das Tier, einer kniet hinter dem Tier und hält es am Rücken stabil, ein vor dem Tier stehender Mann ist dabei die Haut des Delfin abzuziehen, ein großflächiger Hautlappen vom Hals bis zum Bauch reichend ist bereits abgelöst und hängt herab.

"Bushmeat aus dem Meer" - In zunehmendem Maß greift die Bevölkerung armer Küstenregionen auch auf das Fleisch von Meeressäugern zurück. Hauptursache für die sich verändernden und für einige Delfinarten bedrohliche Verschiebung der Nahrungsgewohnheiten ist die massive Überfischung durch die Fangflotten der Industrienationen. Die Netze kleinerer und lokaler Fischereien bleiben immer öfter leer. Der Bevölkerung der betroffenen Küstenregionen bricht eine wichtige Proteinquelle weg.

Während die alljährlichen Delfinmassaker in Japan und auf den Färöer-Inseln sicherlich nicht auf die Notwendigkeit der Nahrungsbeschaffung, sondern auf pure Lust und Vergnügen am Töten (Färöer-Inseln) oder Geschäftemacherei (Japan) zurückzuführen sind, sieht das in den armen Küstenregionen Südamerikas, Afrikas, Asiens und Australiens anders aus. In zunehmendem Maße wird das Fleisch von Meeressäugern, darunter auch von den bereits hochgradig bedrohten Seekühen, als Nahrung genutzt.

In einer Studie aus dem Jahr 2011 stellen die amerikanischen Wissenschaftler Randy Reeves und Martin Robards fest: "Die Jagd auf Meeressäuger ist weiter verbreitet, als wir glaubten".

Hauptgrund dafür, dass viele Menschen auf vormals tabuisierte Nahrung ausweichen, ja ausweichen müssen, ist die massive Überfischung der Fischbestände, vornehmlich durch die Fangflotten der Industrienationen, die auch die tropischen Meere leerfischen.

So soll auf Madagaskar das vormals kulturell geächtete Delfin-Fleisch mittlerweile so beliebt sein, dass Delfine nicht mehr nur als Beifang auf den Tisch kommen, sondern eigens gejagt werden.

Andere Zentren der Drittwelt-Meeressäugerküche sind laut Robards und Reeves Venezuela, der Golf von Guinea, Sri Lanka sowie die Salomon-Inseln. Da die Jagd auf Delfine nicht reguliert ist und weil sich Delfine nur relativ langsam vermehren, kann diese Entwicklung zu einer zusätzlichen, ernsthaften Gefahr für das Überleben einiger Delfinarten werden.

In Peru konnte die GRD in Zusammenarbeit mit der peruanischen Meeresschutzorganisation ACOREMA nicht nur ein gesetzliches Verbot der Jagd auf Delfine und des Verkaufs von Delfinfleisch durchsetzen, sondern über umfangreiche Informations- und Aufklärungskampagnen große Teile der Bevölkerung in der Region Pisco-Paracas und darüber hinaus für den Delfin- und Meeressäugerschutz sensibilisieren.

Ein Charaktervoller braucht Hilfe

Zwei Große Tümmler schwimmen, von dem größeren Tier ist nur ein Teil der Finne sehen, davor hebt ein kleinerer gerade den Kopf aus dem Wasser.

Große Tümmler (Tursiops truncatus) kommen vor La Gomera am häufigsten vor. Die Kanaren-Population wird auf 300-400 Tiere geschätzt. Ihr Verhalten gegenüber Booten variiert von scheu bis neugierig, Jungtiere sind oft recht vorwitzig.

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Ein kleiner Delfin blickt uns neugierig an.

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