Das Schicksal von mittlerweile über 600 Grind- oder Pilotwalen, die am 10. und 11. Februar entlang der schmalen Landzunge Farewell Spit im äußersten Norden der Südinsel Neuseelands strandeten, rührt Millionen Menschen.

Hunderte freieiwillige Helfer vor Ort versuchen alles, um wenigstens einige der bis zu sechs Meter langen und 3,5 Tonnen schweren Meeressäuger wieder zurück ins Wasser zu leiten. Oftmals vergeblich. Von 416 Tieren, die am 10. Februar strandeten, konnten rund 90 am Samstagmorgen zurück ins Meer geleitet werden. 20 von ihnen kehrten allerdings zurück und mussten eingeschläfert werden. Am Samstag strandete dann erneut eine Gruppe von etwa 200 Grindwalen am Farewell Spit. Vieles an diesem Verhalten der in großen Familienverbänden lebenden Tiere erinnert an Massenselbstmord.

Viel Spekulation – wenig Wissen
Farewell Spit ist berüchtigt für Strandungsereignisse dieser zur Familie der Delfinartigen zählenden Zahnwale. Im Februar 2015 waren dort 200 Grindwale gestrandet, von denen immerhin 60 wieder ins Meer gebracht werden konnten. Die mindestens 600 Meter tief tauchenden Grindwale sind die mit Abstand am häufigsten strandende Meeressäugerart. Über die Ursachen wird viel spekuliert: von Desorientierung durch Schiffslärm oder militärische Sonartests, partieller Taubheit der sich akustisch orientierenden Tiere verursacht durch bei der Suche nach fossilen Energieträger eingesetzten, extrem lauten Air-Guns bis hin zu einem erkrankten Führungstier, dem die Herde blindlings ins Verderben folgt. Doch im Grunde weiß man nichts.

Evolution?
Wissenschaftler weisen im Zusammenhang mit derartigen Strandungsereignissen denn auch darauf hin, dass es sich hier um natürliche Vorgänge handeln könnte. Evolution "live" sozusagen, bei der wir miterleben, das nicht überlebensfähige Grindwalfamilienverbände "aussortiert" werden, um den Genpool der gesamten Art oder Population fit fürs Überleben zu halten.

Rettungsaktionen am anderen Ende der Welt – Walmassaker in Europa
faroer 04Die Tiere verbluten langsam, bei vollem Bewußtsein, hingemetzelt von Männern, Frauen und immer wieder auch Kindern.
Foto:EIA
Übersehen wird bei der Berichterstattung über Grindwalstrandungen stets, dass mitten unter uns in Europa Jahr für Jahr ein unvorstellbar grausames Massaker an dieser Meeressäugerart stattfindet: Auf den zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln.

Färinger mit Spaß am Quälen und Töten anderer Lebewesen
Mehrere Hundert oft über Tausend der Meeressäuger werden von den Färingern jedes Jahr abgeschlachtet. Alle Angehörigen einer Familie werden getötet, schwangere Mütter, neugeborene Kälber, einfach alle. Sie verbluten langsam, bei vollem Bewußtsein, hingemetzelt von Männern, Frauen und immer wieder auch Kindern. Eine verrohte und entmenschlichte Gesellschaft vernichtet sinnlos und mit kaum vorstellbarer Grausamkeit Wildtiere. Immer wieder, immer weiter und die EU schaut weg.

Neuseeländische Grindwale können von den Färingern nicht geschächtet werden
Ein vielleicht kleiner Trost bliebt den Walrettern vom Farewell Spit und allen, die um die Tiere mitbangen. Neuseeländische Grindwale, die es sicher wieder zurück ins Meer geschafft haben, laufen kaum Gefahr, später einmal bei den Färöer-Inseln bei einem "Grindadrap" oder "Grind" geschächtet zu werden. Die Art ist eine nördliche und eine in der Südhemisphäre lebende Population geteilt. Sie trennt der breite tropische Gürtel und sie haben keinen Austausch untereinander – soweit man weiß.
Ulrich Karlowski, 12. Februar 2017

 

Weitere Informationen:

⇒ Airguns schädigen Meeressäuger über extrem weite Distanzen

⇒ Seismik verantwortlich für Delfin-Massenstrandung in Madagaskar

⇒ Färinger im Blutrausch: Über 250 Grindwale abgeschlachtet

⇒ Färinger töten 33 Pilotwale auf der Insel Sandoy

⇒ Protestieren Sie jetzt für ein Ende der grausamen Grindwal-Massaker!

 

Ein Charaktervoller braucht Hilfe

Zwei Große Tümmler schwimmen, von dem größeren Tier ist nur ein Teil der Finne sehen, davor hebt ein kleinerer gerade den Kopf aus dem Wasser.

Große Tümmler (Tursiops truncatus) kommen vor La Gomera am häufigsten vor. Die Kanaren-Population wird auf 300-400 Tiere geschätzt. Ihr Verhalten gegenüber Booten variiert von scheu bis neugierig, Jungtiere sind oft recht vorwitzig.

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