Berlin, 27.10.2010 - Enttäuschung beim Schutz der Schweinswale - Koalition stimmt gegen GRD-Petition zum Verbot von Speedbootrennen in der Ostsee - Kein Schutz für bedrohte einheimische Schweinswale

Speedbootrennen werden auch zukünftig die vom Aussterben bedrohten Schweinswale in der Ostsee gefährden. Die Koalitionsparteien haben mit ihrer Mehrheit die GRD-Petition abgewiesen, die sich dafür einsetzte, die Rennen auf der Ostsee in den deutschen Hoheitsgewässern zu verbieten.

"Es ist sehr enttäuschend, dass die Koalition einen Rückzieher macht, wenn es um wirkungsvollen Schutz der bedrohten Tiere geht", sagt Valerie Wilms, die in der grünen Bundestagsfraktion für maritime Fragen zuständig ist. "Ein Verzicht auf solche Spaßveranstaltungen würde den enormen Lärmanstieg in der Ostsee wenigstens etwas dämpfen. Leider sind die Auflagen für die Veranstalter nicht ausreichend, denn Boote mit riesigen Motoren machen immer riesigen Lärm" so die Bundestagsabgeordnete.

Die Petition war im August letzten Jahres von der GRD im Zuge der Protestaktion gegen die Speedboot-Rallye "4 Elements Challenge" eingereicht worden und wurde heute im Petitionsausschuss verhandelt. Die grüne Bundestagsfraktion hatte sich für einen aktiven Schutz der Schweinswale eingesetzt und wollte mit einem entsprechenden Mehrheitsbeschluss die Petition dem Bundesverkehrsministerium weiter leiten, um ein Verbot von Speedbootrennen zu erreichen. Bedauerlicherweise stimmten die Koalitionäre jedoch für einen Abschluss der Petition. Damit wird sie folgenlos bleiben.

Noch im Sommer hatte es einen vielversprechenden Ansatz gegeben, als man sich fraktionsübergreifend auf eine Walschutzinitiative verständigte, mit der am Ende die internationale Einführung von Walfangquoten verhindert werden konnte. Deswegen war man jetzt optimistisch, auch beim Schutz der stark bedrohten heimischen Ostsee-Schweinswale weiter zu kommen.

Die Ostsee ist eines der am meisten befahrenen Meere. Die Lärmbelastung für die empfindlichen Tiere ist enorm und hat dazu beigetragen, dass sich die Population in den letzten zehn Jahren nahezu halbiert hat. Speedbootrennen finden auch in der Nähe von Schutzgebieten statt und stören vor allem durch die große Reichweite des Lärms die Meeressäuger. Sie verursachen Gehörschäden und verändern damit das Sozial- und Jagdverhalten.

Ein Spaßmacher braucht Hilfe

Zwei Flecken- oder Zügeldelfine schwimmen dicht unter der glasklaren Wasseroberfläche fast nebeneinander von rechts ins Bild, das hintere Tier ist leicht versetzt.

Zügeldelfine (Stenella frontalis) sind mit ihren etwa 2 Metern Länge relativ klein. Jungtiere sind ungefleckt, erst mit dem Alter nimmt die Fleckung immer mehr zu. Zügeldelfine sind nicht selten in Schulen von mehreren Hundert Tieren anzutreffen!

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