Ein Atlantischer Fleckendelfin pflügt ganz knapp unter der Wasseroberfläche durch eine Welle.Von Großen Tümmlern weiß man, dass sie sich individuelle Namen geben und daran auch gegenseitig erkennen können. Als Jungtiere entwickeln sie einen ganz individuellen Pfeifton, den sogenannten Signaturpfiff, den sie ihr Leben lang als persönliches Kennzeichen, als ihren Namen, beibehalten.

Doch wie kann das sein, Kommunikation mit Pfiffen beim Tauchen, gar in Tiefen von bis zu 800 Metern, die Tümmler gelegentlich auch aufsuchen?

Eigentlich müsste sich der Signaturpfiff mit zunehmender Tiefe stark verändern, denn Pfiffe entstehen durch Resonanzschwingungen in einem Hohlraum. Wird dieser Hohlraum z.B. durch zunehmenden Wasserdruck zusammengepresst und verkleinert, dann müssten die Pfiffe, wenn es denn Pfiffe sind, mit zunehmender Tauchtiefe immer höher und als Kommunikationssignal untauglich werden. Das tun sie aber nicht.

Eines der vielen Rätsel um die faszinierenden Meeressäuger scheint der dänische Wissenschaftler Peter Madsen von der Universität Aarhus gelöst zu haben. Madsen überlegte, dass die Signaturpfiffe gar kein Pfiffe sind, sondern als Töne erzeugt werden. Der Unterscheid: Töne entstehen durch schwingendes Gewebe, wie beim Menschen, wo die Sprachlaute in den Stimmbändern erzeugt werden. Ihre Grundfrequenz ist relativ unabhängig von der Größe eines Hohlraums. 

Zur Überprüfung seiner These griff der dänische Forscher auf Tonaufnahmen aus einen abstrusen Versuch aus dem Jahr 1977 zurück, die er 2011 mit moderner Technik analysierte. Damals hatte man in San Diego einem Tümmler abwechselnd normale Luft und das beim Berufstauchen und technischen Tauchen als Atemgas eingesetzte Mischgas Heliox zu atmen gegeben. Die Forscher in San Diego hatten dem Tier beigebracht, durch eine auf seinem Blasloch angebrachte Maske zu atmen und zu pfeifen.

Heliox besteht zu 79 Prozent aus Helium und zu 21 Prozent aus Sauerstoff. Bei einer derartigen Mischung ist der Schall um 75 Prozent schneller als in der Luft. Wäre der Signaturpfiff ein Pfiff müsste sich seine Frequenz unter Heliox-Einfluss entsprechend erhöhen. Genau das passierte aber nicht, jedenfalls nicht im erwarteten Ausmaß. Lediglich die Obertöne veränderten sich unter Heliox-Einfluss. Sie erreichten – für Menschen unhörbar – Frequenzen von bis zu 60 Kilohertz. Das Mischgas wirkte bei der Tonbildung des Delfin aus San Diego somit ähnlich wie der Druck in der Tiefe: gar nicht.

Die Schlussfolgerung: Große Tümmler, vielleicht auch alle Delfine, bringen zur Tonerzeugung Gewebe zum Schwingen, wie wir Menschen. Vielleicht wollen Sie uns auf diesem Wege auch etwas mitteilen, doch werden wir es je verstehen?
U. Karlowski, Dezember 2011

BODO braucht Hilfe

Peru Patendelfin BODO steht bei einem seiner gewaltigen Sprünge mit ganzem Körper waagerecht in der Luft, im Hintergrund ist eine Häuserzeile der Stadt Paracas zu erkennen.

Bodo ist wahrscheinlich ein Männchen. Er liebt es, zu springen und die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

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