Ein Vaquita Golf von Kalifornien.Die Regierung Mexikos will mit einem letzten Kraftakt so viele der letzten überlebenden Vaquitas wie möglich einfangen, um ein Gefangenschaftszuchtprogramm aufzubauen, das berichtet die New York Times. Es wird befürchtet, dass es überhaupt nur noch acht fortpflanzungsfähige Vaquitaweibchen in freier Wildbahn gibt. Jedoch wurde diese Art noch nie in Gefangenschaft gehalten!

Keine Chance für die Kleinen?
Vaquitas gehören zur Familie der Schweinswale (Überfamilie Delfinartige). Aufgrund ihres geringen Verbreitungsgebietes im nördlichen Golf von Kalifornien (Mexiko) verbunden mit dem enorm hohen Nutzungsdruck in ihrem Lebensraum gelten sie als eine der am stärksten bedrohten Säugetierarten der Welt. Die nur bis etwa 1,5 Meter groß werdenden Miniaturwale gehören zu den kleinsten Delfinartigen.

Erst im Oktober wurden auf der 66. Tagung der Vertragsstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) im slowenischen Portorož Schutzmaßnahmen für den akut vom Aussterben bedrohten Vaquita (Phocoena sinus), auch Hafenschweinswal genannt, beschlossen. Nur wenige Wochen später erweist sich: Das kommt zu spät und ist zu wenig. Im Mai 2016 teilte die mexikanische Regierung mit, dass der Bestand vor einem Jahr auf etwa 63 Individuen gesunken sei, darunter nur etwa 25 Weibchen.

Nachfrage aus China nach Totoaba-Schwimmblasen rottet die kleinen Wale aus
Hauptursache für den dramatischen Bestandsrückgang ist die illegale Stellnetzfischerei im Golf von Kalifornien, bei der Vaquitas als Beifang ertrinken. Die Fischer haben es dabei auf den gleichfalls bedrohten Totoaba (Totoaba macdonaldi), einen Umberfisch, der über 2 m Länge erreichen und über 100 kg schwer werden kann, abgesehen. Seine Schwimmblase wird in der traditionellen chinesischen Medizin und als spezielle Delikatesse verwendet und ist mehrere Tausend Dollar wert.

Trotz gewaltiger Anstrengungen der mexikanischen Küstenwache, die illegale Stellnetzfischerei im Golf von Kalifornien zu unterbinden, gelingt es den Fischern immer wieder ihre Netze auszubringen. So wurden allein zwischen dem 10. Oktober und dem 7. Dezember 103 Stellnetzte konfisziert. Selbst der Einsatz von Überwachungsdrohnen konnte dem kriminellen Treiber der Fischer kein Ende bereiten.

Überleben in einer geschützten Bucht?
Die letzten Vaquitas sollen nun in einer geschützten Bucht vor den tödlichen Netzen Schutz finden. Doch es gibt weder Erfahrungen mit dem Einfangen noch mit der Haltung dieser Art in Gefangenschaft. Fangaktionen von Meeressäugetieren gehen mit immer mit hohen Verlusten einher. So könnte die verzweifelte Rettungsaktion den Untergang der Art noch beschleunigen und auch den Totoaba mit in den Untergang reißen, befürchten Experten. Denn ist die Leuchtturm-Art - der Vaquiata - nicht mehr im nördlichen Golf von Kalifornien vorhanden, wird es auch weniger Kontrollen geben. Das Gebiet und die dort noch lebenden Arten wären "zum Abschuss freigegeben". Für die Fischer bräche eine Art Goldrausch aus.

Nur die Freiheit bietet eine Überlebenschance
Nach Meinung der GRD, wie auch anderer Experten, hat der Vaquita nur in freier Wildbahn eine Überlebenschance, auch wenn diese mittlerweile extrem klein ist.

Gelingt es nicht, die illegale Fischerei abzustellen, werden die kleinen Schweinswale angesichts der derzeitigen Verlustraten von etwa 40 Prozent im Jahr in spätestens fünf Jahren ausgestorben sein.
Ulrich Karlowski, 19. Dezember 2016
Foto Vaquita: Paula Olson | NOAA | public domain

 

Weitere Informationen:

⇒ IWC beschließt Schutzmaßnahmen für stark bedrohte Kleinwale

SRECKOVIC braucht Hilfe

Der Delfin Srećković schwimmt an der Wasseroberfläche, er zieht einen viereckigen, weißen Plastikkanister, der sich auf Höhe seiner Schwanzfluke befindet und dort mit einem Seil fixiert ist.

Srećković (Glückspilz) hatte sich hoffnungslos in Fischereigerät verheddert. ⇒ Dank der Hilfe beherzter Menschen konnten unsere Projektpartner ihn retten (mit zwei Videos).

⇒ Pate von SRECKOVIC werden ⇒ Patenschaft verschenken

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