Delfine in Brandungswelle, Ponta do Ouro Schutzgebiet, Mosambik.

 

Glück gehabt! Dank ganz spezieller Bodyguards hat ein Liegend-Surfer vor der Küste Westaustraliens am Back Beach bei Point Casuarina einen Hai-Angriff zumindest körperlich unversehrt überlebt. Der Mann war nur etwa 50 Meter vor der Küste auf einem kurzen Surfbrett, einem Bodyboard, unterwegs. Plötzlich stupste ein Hai, angeblich ein Weißer Hai, an das Board und der verdutzte Surfer landete im Wasser.

Drei Delfine zeigen sich uneigennützig
Es war eine höchst gefährliche Situation. Dem Sender Channel Seven berichtete Paul Goff, dass der Hai zwischen ihm und dem Board schwamm, sich dann aber erst einmal diesem widmete und es wuchtig mit seinem mächtigen Gebiss malträtierte.

Dann tauchten drei Delfine auf - vermutlich Indopazifische Große Tümmler (Tursipos aduncus) - und betätigten sich als Lebensretter. Sie vertrieben den Hai. Paul Goff und andere im Wasser befindliche Badegäste konnten sich unversehrt in Sicherheit bringen.

Artübergreifender Altruismus
Uneigennütziges Handeln zum Wohle artfremder Individuen ist im Tierreich nicht oft zu beobachten. Felix Warneken und seinen Kollegen vom Leipziger Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie gelang 2010 der Erstnachweis bei Schimpansen. Von Delfinen kennt man dieses nicht dem eigenen Vorteil dienende Handeln, bei dem einem selbst mehr Kosten als Nutzen entstehen, seit der Antike. Ungezählt sind die Berichte über vor Hai-Angriffen geretteten Menschen oder die Rettung von Ertrinkenden.

Theory of Mind
Das jüngste Beispiel des australischen Bodyboarders zeigt einmal mehr, dass Tümmler die Voraussetzungen der "Theory of Mind" erfüllen. Sie besitzen die Fähigkeit, das eigene Verhalten oder das Verhalten anderer durch Zuschreibung mentaler Zustände zu interpretieren und sich in Bewusstseinsvorgänge und die Gedankenwelt anderer Lebewesen hineinzuversetzen. Sie sind in der Lage, die Notsituation eines anderen Lebewesens zu erkennen und richten ihr Handeln an dieser Erkenntnis aus.

Dies geht so weit, dass sie das Risiko einer Auseinandersetzung mit einem großen Hai eingehen, um einen Menschen zu schützen - wenn sie gerade in der Nähe sind. Glück gehört halt auch dazu.
Ulrich Karlowski, 12. Juni 2016
Foto oben: DCA / Angie Gullan

 

Weitere Informationen

⇒ Sharksmart - Government of Australia: Check shark acitivity before you go to the beach

⇒ Ungewöhnliche Adoption: Delfin-Baby findet Ersatzmutter

⇒ Haben Delfine Humor?

⇒ Sind Delfine so schlau wie Menschen?

⇒ sueddeutsche.de: Altruismus im Tierreich - Ganz besonders nette Affen

 

ANDREA braucht Hilfe

Peru Patendelfin ANDREA, ihr Baby hält sich dicht ihren Körper.

Andrea ist ein Weibchen und wurde im Juni 2011 identifiziert. Damals hatte sie gerade ein Baby. Ihren Namen erhielt sie 2015 von Schülern der "22489 Paracas School".

⇒ Pate von ANDREA werden ⇒ Patenschaft verschenken

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Delfine suchen Freunde!

Indopazifischer Großer Tümmler spielt mit einem Kugelfisch.

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