Sachspenden für Adriaprojekt - Wir sagen DANKE!
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frank Althoff, der unserem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" zwei Laptops vermachte, die nun in der Feldstation auf der Insel Molat und an der Uni Zagreb zum Einsatz kommen! Der Segler vom Yacht Club Austria war im Juli 2017 mit Familie und Freunden in der nördlichen Adria unterwegs. Delfinen begegneten sie auf ihrem Törn zwar leider nicht, dafür nutzten sie die Gelegenheit für einen...
Get-Together-Party in der Marina Baotić Yachting in Trogir
Am 21. Juni veranstalteten Baotić Yachting in ihrer Marina in Seget Donji (Trogir) ein Fest, bei dem auch an die Delfine gedacht wurde. Unsere Projektpartnerin Dr. Martina Ɖuras von der Tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb durfte unsere Arbeit zum Schutz der letzten Adria-Delfine vorstellen und vermittelte den Besuchern unter anderem, wie man sich bei Begegnungen mit Delfinen als Bootsführer richtig verhält. Wir danken Silvia und...
Behinderter Adria-Delfin erneut nahe Zadar gesichtet
Ein Delfin mit einem kümmerlichen Rest von Schwanzfluke und mit Gewebewucherungen von eingewachsenen Resten eines Fischernetzes – der Anblick eines derart behinderten Großen Tümmlers ruft zunächst Mitleid und Sorge hervor. Und doch löst dieses unerwartete Wiedersehen große Freude bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) aus. Die Delfinschützer hatten für diesen Delfin vor knapp vier Jahren jede Hoffnung aufgegeben. Urlauber...
Adria-Delfine bitte melden!
Mitmachaktion für Touristen als Delfinschutz-Bürgerforscher Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) bittet Kroatienurlauber um Mithilfe: Als Bürgerforscher für das Projekt "Rettung der letzten Adria-Delfine", Delfinsichtungen zu melden. Dafür muss man nicht einmal in See stechen. Häufig halten sich die geschickten Schwimmer dicht an der Küste auf und lassen sich mitunter ganz bequem vom Balkon der eigenen Ferienwohnung aus...
Adria-Delfine gesucht und gefunden!
Großartige Beteiligung beim Citizen-Science-Projekt! Wir freuen uns sehr über die diesjährige Beteiligung bei unserem Citizen-Science-Projekt "Adria-Delfine gesucht". "Über 400 Sichtungsmeldungen sind bislang eingetroffen. So viele gab es noch nie", fasst Projektleiterin Ulrike Kirsch die diesjährige Bilanz des Bürgerforschungsprogramms zusammen. Ein knappes Viertel der eingegangenen Beobachtungen aus der kroatischen Adria wurde von Land aus...
Freudiges Wiedersehen mit schwer verletztem Delfin Košara
Niemand hätte zu hoffen gewagt, dass er es ohne Hilfe schaffen würde.Košara im September 2013: Dramatische Szenen spielten sich im September 2013 in Nähe der kroatischen Insel Pašman ab, als unsere Projektpartner um den Tierarzt Tom Gomerčić versuchten, einen schwer verletzten Delfin einzufangen, um ihn medizinisch zu versorgen. Tiefe Wunden, Entzündungen und Wucherungen überzogen Maul, Rücken und Brust des Großen Tümmlers, verursacht von...
Offshore-Ölförderung in der kroatischen Adria vom Tisch?
Geht es nach den Aussagen des derzeitigen kroatischen Wirtschaftsministers Tomislav Panenić, dann wird es keine Offshore-Förderung von Öl und Gas geben, wie er auf Nachfrage kroatischer Medien erklärte. "Ich kann bestätigen, dass die Ölförderung in der Adria nicht erwünscht ist", wird Panenić in der kroatischen Tageszeitung "Poslovni dnevnik" zitiert. Wir danken allen, die ihre Stimme für den Schutz der Adria erhoben haben!Neben dem niedrigen...
Wir begrüßen unseren ersten "Adriatic Dolphin Observer"
Mit unserem neuen Citizen-Science-Programm / Freiwilligen-Programm "Adriatic Dolphin Observer" bieten wir die Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei unserem Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" in Kroatien. Ein Adriatic Dolphin Observer unterstützt mit seinen Delfinbeobachtungen sowie Foto- und/oder Videoaufnahmen die wissenschaftliche Arbeit unserer kroatischen Partner, Tierärzte der Universität Zagreb, in besonderem Maße....
Erfolg gegen Offshore-Ölförderung in der Adria: Regierung zieht Reißleine
Pressemitteilung 01.10.2015 - Mit großer Erleichterung quittiert die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) zwei wichtige Entscheidungen gegen die Förderung von Öl in der Adria. So hat Shell, nach dem Rückzug aus der Arktis vor wenigen Tagen, jetzt bekannt gegeben, geplante Offshorebohrungen vor der Küste von Bosnien und Herzegowina nicht durchzuführen. Und vor einer Woche musste die kroatische Regierung die eigentlich für September...
SUP-Erstumrundung des Genfer Sees für den Delfinschutz
Kein Lüftchen weht auf dem Genfer See und das Thermostat klettert auf bis zu 37 Grad. Nicht unbedingt ideale Bedingungen für eine kraftraubende Expedition, die über mehrere Tage gehen soll. Unbeeindruckt dessen, bestückten drei Paddel-Pioniere am Ufer von Montreux ihre SUP-Bretter und bereiteten sich mental auf ihre anstehende Expedition vor. Das Ziel: in knapp drei Tagen (vom 02.07 – 05.07.2015) einmal per Stehpaddel rundum Europas...
Pottwale in der Adria: Seltener Besuch mit tragischem Ausgang
Eine außergewöhnliche Begegnung hatten deutsche Segelurlauber bei der norddalmatinischen Insel Molat: Am Abend des 8. September sichteten sie vier Pottwale vor der Westküste der Insel, auf der auch unser letztes Jahr eröffnetes Delfinschutzzentrum steht. Die bis zu 3000 m und tiefer tauchenden Zahnwale sind im Mittelmeer zwar häufiger anzutreffen, verirren sich aber nur sehr selten in die nördliche Adria, da dieser Arm des Mittelmeers für sie...
Delfinmutter trauert um totes Baby – Todesursache: Schraubenverletzung?
Nahe der vor Istrien liegenden Insel Cres wurde am 10. August eine Delfinmutter beobachtet, die ihr totes Kleines auf dem Rücken balancierend sich schwerfällig durch die Wellen bewegte. Die kroatische Zeitung 24sata veröffentlichte darüber einen Bericht nebst Video mit dem Titel "Beerdigung eines Delfins". Immer wenn der bereits erste Verwesungsspuren zeigende Körper des Babys der Mutter vom Rücken rutscht, nimmt sie den kleinen Delfin wieder...
Bergung vom Meeresgrund: Skelettfund in der Adria
Einen sehr seltenen Fund machte die Urlauberin Kathrin Zimmermann beim Schnorcheln vor der kroatischen Insel Šolta. Ende Juni entdeckte die Schweizerin auf dem Meeresgrund Reste eines Tierskeletts. Anhand von Fotos ließ sich rasch feststellen, dass es sich um einen Wal oder Delfin handeln musste, denn die Schwanzflosse stand quer zum Rückgrat und nicht wie bei Fischen senkrecht dazu. Nach Meinung unserer kroatischen Projektleiterin, der...
Delfin-Patenschaften für einen echten "Glückspilz"
"Srećković" – das kroatische Wort für "Glückspilz" – ist der Neuzugang unter den "Adria-Delfinen", für die man eine symbolische Patenschaft übernehmen kann. Mehr als die anderen acht "kroatischen" Schützlinge symbolisiert er das Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Kroatien: Durch Menschenhand geriet er in tödliche Gefahr, doch dank der Hilfe beherzter Menschen konnten ihn die...
Stand up and Paddle for the Dolphins! – Ein großer Erfolg
Vier Stehpaddler vollbrachten mit der Erstumrundung des Gardasees am Pfingstwochenende nicht nur eine grandiose sportliche Erstleistung. Andy Dressler, Arnd Dünzinger sowie die Zwillingsbrüder Mario und Manuel Stecher konnten auch mit ihrer Spendenaktion für den Schutz der Adria-Delfine einen großartigen Erfolg erzielen. "Ich habe jahrelang als Skipper in der Adria gearbeitet, daher liegen mir die Meeressäuger dort besonders am Herzen",...
Brutaler Delfinmord in Kroatien: Großer Tümmler stirbt im Kugelhagel
Pressemitteilung, 02.10.2012 - Von Schrotkugeln förmlich durchsiebt starb einer von nur noch etwa 220 Adria-Delfinen im September nahe der istrischen Hafenstadt Poreč. Der Portier eines Hotels, das ausgerechnet den Namen "Delfin" trägt, entdeckte den tot vor dem Hotelstrand treibenden Großen Tümmler. Bei der Obduktion fand man 7 Schrotkugeln im Brustkorb des erwachsenen Männchens. "Doch er war nicht sofort tot", erklärt Ulrike Kirsch,...
Delfine helfen sich gegenseitig aus Fischernetz
Pressemitteilung, 13.06.2012 - Auf ihrem Segeltörn in der Kvarner Bucht (nördliche Adria) wurden deutsche Segler Zeugen eines ebenso dramatischen wie bewegenden Beispiels für Kooperation und Empathie unter Delfinen. Ein Großer Tümmler hatte sich in einem Fischernetz verheddert und machte durch Quietschlaute auf seine gefährliche Situation aufmerksam. Daraufhin kam ihm ein in der Nähe schwimmender Delfin zu Hilfe. Gemeinsam gelang es ihnen,...
Spektakuläre Beobachtung: Acht Finnwale nördlich von Split gesichtet
Pressemitteilung, 05.06.2012 - Man kann es ruhig eine Sensation nennen, was ein deutscher Segler am Pfingstmontag in der kroatischen Adria erlebte. Er sichtete 6-8 Finnwale bei der auf Höhe von Split gelegenen Insel Vis. Die mit bis zu 25 m Länge zweitgrößten Tiere der Welt tauchen zwar immer mal wieder als "Gäste" in der kroatischen Adria auf. „Aber derart viele Finnwale wurden uns seit Beginn unserer Aufzeichnungen zum Vorkommen von...
Auszeit mit Mission: Mit vollen Segeln für den Schutz der Delfine
Pressemitteilung, 19.04.2011 - Es ist nicht gleich die ganze Welt, die sie umrunden wollen. Doch ein wenig segeln Dagmar und Klaus Quanz schon auf den Spuren der Seglerlegende Rollo Gebhard, der die Welt gleich dreimal umsegelte und 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine gründete. Ihr mehrmonatiger Törn führt das Ehepaar aus dem hessischen Frielendorf und ihre Yacht "RuckZuck" kreuz und quer übers Mittelmeer. Genau dort, wo einst...
Jagd auf Delfine mit Schrotflinte und Harpune
"Nur ein toter Delfin ist ein guter Delfin".... Zwar heißt der Große Tümmler auf Kroatisch der "Gute Delfin" (dobri dupin), doch seit eh und je betrachten die meisten Fischer, wie fast überall auf der Welt, Delfine als Nahrungskonkurrenten. So müssen die Meeressäuger häufig auch für den Rückgang der Fischbestände als Sündenböcke herhalten. Noch bis in die 1960er-Jahre vergab der damalige jugoslawische Staat "Kopfprämien" für jeden toten...
Dramatische Delfinrettung in der Krka
Mai 2007 - Immer wieder verirren sich in Kroatien Delfine in Flüssen und finden nicht mehr den Weg zurück. Meist bezahlten sie den Ausflug in die unbekannten Gewässer mit dem Tod, weil sie im für sie ungeeigneten Brack- und Süßwasser nicht genug Nahrung finden. In diesem Jahr jedoch gelang unseren Projektpartnern eine spektakuläre Rettungsaktion eines Delfinweibchens, das sich fast bis zu den Krka-Wasserfällen verirrt hatte. Anfang Mai...

Materialspende von Familie Althoff auf Molat.Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frank Althoff, der unserem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" zwei Laptops vermachte, die nun in der Feldstation auf der Insel Molat und an der Uni Zagreb zum Einsatz kommen!

Der Segler vom Yacht Club Austria war im Juli 2017 mit Familie und Freunden in der nördlichen Adria unterwegs.

Delfinen begegneten sie auf ihrem Törn zwar leider nicht, dafür nutzten sie die Gelegenheit für einen Besuch auf Molat, um sich vor Ort über unser Schutzprojekt zu informieren!

 

 

Feldarbeit in der Adria mit dem GRD-Projektboot.

 

Adria Patendelfin Veseljak liegt beim Sprung hoch in der luft.Pressemitteilung 01.10.2015 - Mit großer Erleichterung quittiert die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) zwei wichtige Entscheidungen gegen die Förderung von Öl in der Adria.

So hat Shell, nach dem Rückzug aus der Arktis vor wenigen Tagen, jetzt bekannt gegeben, geplante Offshorebohrungen vor der Küste von Bosnien und Herzegowina nicht durchzuführen. Und vor einer Woche musste die kroatische Regierung die eigentlich für September geplante Unterzeichnung von Verträgen für Offshore-Probebohrungen auf unbestimmte Zeit zu verschieben!

"Dies ist ein Sieg für die letzten Adria-Delfine und den Erhalt der Artenvielfalt in der Adria", sagt der GRD-Biologe Ulrich Karlowski. Bereits im Juli hatten die österreichische OMV und die US-Firma Marathon Oil ihren Rückzug aus der Ölförderung in der Adria bekannt gegeben, im August folgte der ungarische Mineralölkonzern MOL, Anteilseigner am kroatischen Mineralölkonzern INA.

Bürgerproteste und niedriger Ölpreis zeigen Wirkung
Ausschlaggebend für den Erfolg waren die anhaltenden Proteste im In- und Ausland sowie der auf absehbare Zeit niedrige Ölpreis, der eine Ausbeutung der Adria unrentabel macht.

Atempause für die Adria-Delfine und andere bedrohte Meerestiere
Die Umsetzung der Pläne der kroatischen Regierung hätte nach Ansicht der GRD unweigerlich die Zerstörung des fragilen Ökosystems der Adria und das Aussterben bedrohter Arten wie der letzten etwa 220 Adria-Delfine oder der noch selteneren Mittelmeermönchsrobbe in der Adria zur Folge gehabt.

Die Pläne, Öl in der Adria zu fördern sind zwar nicht ganz vom Tisch, aber auch durch die anstehenden Parlamentswahlen in Kroatien in sehr weite Ferne gerückt.

Zum Hintergrund:
Mit der Kampagne "Rettet die Adria! Keine Ölplattformen in der Adria" setzt sich die GRD seit Ende 2014 gemeinsam mit kroatischen Initiativen dafür ein, dass die Adria von der Öl- und Gasförderung ausgenommen und vor den katastrophalen Folgen einer Ölpest geschützt wird. Hierzu wurde unter anderem auf change.org die Petition "Hands off"! Die Adria darf nicht sterben!" gestartet.

Zudem warnte die Münchner Delfin- und Meeresschutzorganisation mit Stellungnahmen im Rahmen der kürzlich zu Ende gegangenen öffentlichen Anhörungen der kroatischen, slowenischen und italienischen Behörden vor den katastrophalen Folgen der geplanten Öl- und Gasförderung.

Karte der Adria mit eingezeichneten Ölplattformen.Noch vor Abschluss der öffentlichen Anhörung im Februar 2015 wurden im Januar 10 Probebohrlizenzen an 5 Energiekonzerne, darunter die österreichische OMV, vergeben. Knapp 37.000 km², also ca. 90 % der kroatischen Adria, stellte man als Fläche für die Offshore-Bohrungen bereit. Der Mindestabstand der Bohrinseln zur Küste wurde auf 10 km bzw. auf 6 km von der Außenlinie der Inseln festgelegt.

Öl- und Gasförderung im Meer ist hoch riskant und stellt tagtäglich eine große Gefahr dar, zumal in einem relativ geschlossenen System wie dem der Adria. Bei der täglichen Routine gelangen Öl und giftige Chemikalien ins Wasser.

 

Katarina und Silvia Baotic mit Martina Duras.Am 21. Juni veranstalteten Baotić Yachting in ihrer Marina in Seget Donji (Trogir) ein Fest, bei dem auch an die Delfine gedacht wurde.

Unsere Projektpartnerin Dr. Martina Ɖuras von der Tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb durfte unsere Arbeit zum Schutz der letzten Adria-Delfine vorstellen und vermittelte den Besuchern unter anderem, wie man sich bei Begegnungen mit Delfinen als Bootsführer richtig verhält.

Wir danken Silvia und Željko Baotić, denen die Natur sehr an Herzen liegt, ganz herzlich für Ihr Engagement und für die schöne Summe, die für die Delfine zusammenkam!
Ulrike Kirsch, 29.06.2017

Katarina (li) und Silvia Baotić (Mitte) sowie Dr. Martina Ɖuras (rechts)
Foto: Ivona Mešin

 

Željko Baotić und sein Team bei der Begrüssung.

Željko Baotić begrüsst die Gäste.
Foto: Ivona Mešin

 

Weitere Informationen:

⇒ Delfin-Sichtung in der kroatischen Adria melden

⇒ Hier sehen Sie, wo überall in der Adria Delfine in diesem und in den vergangenen Jahren gesichtet wurden

⇒ Adriatic Dolphin Observer – Neues Citizen-Science-Programm

⇒ Delfine und Wale in freier Wildbahn erleben (PDF)

 

Feldarbeit in der Adria mit dem GRD-Projektboot.

 

Kosara bei Vrgada 2017.Ein Delfin mit einem kümmerlichen Rest von Schwanzfluke und mit Gewebewucherungen von eingewachsenen Resten eines Fischernetzes – der Anblick eines derart behinderten Großen Tümmlers ruft zunächst Mitleid und Sorge hervor.

Und doch löst dieses unerwartete Wiedersehen große Freude bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) aus. Die Delfinschützer hatten für diesen Delfin vor knapp vier Jahren jede Hoffnung aufgegeben. Urlauber aus Deutschland entdeckten ihn jetzt während eines Segeltörns im Juni vor der Insel Vrgada inmitten einer Delfingruppe und konnten ihn filmen.

Erstmals wurde dieser spezielle Große Tümmler im September 2013 vor der Insel Pašman bei Zadar aufgespürt. Er war allein und gezeichnet von gleich mehreren schweren Handicaps. Experten gaben ihm keine Überlebenschance. Erstaunliche Selbstheilungskräfte brachten den Delfin, der damals recht entkräftet stets alleine umherzog, zurück ins Leben. Quirlig und agil vertreibt er sich die Zeit mit einer Gruppe von etwa fünf Großen Tümmlern, wie auf den Aufnahmen zu erkennen ist.

 

Vergebliche Rettungsversuche
Am Rücken des Tieres, an den Flippern und am Maul waren Reste eines Fischernetzes tief ins Fleisch eingewachsen, hatten sich entzündet und starke Gewebewucherungen verursacht. Eine stark beschädigte Schwanzfluke behinderte den Delfin zusätzlich.

Im Rahmen des GRD-Projekts "Rettung der letzten Adria-Delfine" starteten Meeressäuger-Spezialisten von der Universität Zagreb 2013 eine aufwändige Rettungsaktion. Mehrere Tage lang wurde versucht, den auf den Namen "Košara" getauften Delfin einzufangen, um ihn veterinärmedizinisch zu behandeln.

Die Aktion schlug fehl. Niemand rechnete damit, dass das Tier mit seinen akuten, schweren Wunden lange leben würde. Doch – es grenzt an ein Wunder - "Košara" hielt durch. Er wurde 2014 einmal kurz gesehen, dann wieder im Sommer 2016 bei der vor Šibenik gelegenen Insel Žirje und jetzt vor Vrgada. Seine Wunden scheinen gut verheilt. Und er hat gelernt, mit dem kümmerlichen Rest seiner Schwanzfluke geschickt zu tauchen und zu schwimmen.

Nicht mehr allein unterwegs
 "Košara sieht ziemlich munter und fit aus. Es freut mich, dass dieser Delfin kein Einzelgänger mehr ist, sondern in einer Gruppe mitschwimmt", sagt die kroatische Tierärztin, Meeressäugerexpertin und Leiterin des Schutzprojekts Dr. Martina Đuras aus Zagreb.

Reste von Fischernetzen: Tödliche Gefahr für Delfine
Sogenannte Geisternetze, Reste zerstörter, von Fischern nicht wiedergefundener oder weggeworfener Netze, werden zu einer immer größeren Gefahr. Meerestiere wie Delfine oder auch Wale verheddern sich, sterben langsam und qualvoll. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und die UNEP warnten bereits 2009 vor der von Geisternetzen ausgehenden Gefahr für das Meeresökosystem und sahen dringenden Handlungsbedarf, sich des Problems auf internationaler Ebene anzunehmen. Geschehen ist seitdem wenig.
Pressemitteilung, 22. Juni 2017
Foto oben: Sabrina Eicher

 

"Košara" im Juli 2016 vor der Insel Žirje:

Der verletzte Delfin Kosara 2016 vor Zirje.

 

Košara im September 2013 vor der Insel Pašman:

Der verletzte Delfin Košara 2013 vor Pasman.

 

Weitere Informationen:

⇒ Es ist ein Wunder: Freudiges Wiedersehen mit schwer verletztem Delfin Košara 2016 vor der Insel Zirje

⇒ Geisternetze töten sinnlos weiter ...

 

Delfin springt und wird von Schlauchbootfahrern beobachtet.Mitmachaktion für Touristen als Delfinschutz-Bürgerforscher

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) bittet Kroatienurlauber um Mithilfe: Als Bürgerforscher für das Projekt "Rettung der letzten Adria-Delfine", Delfinsichtungen zu melden. Dafür muss man nicht einmal in See stechen. Häufig halten sich die geschickten Schwimmer dicht an der Küste auf und lassen sich mitunter ganz bequem vom Balkon der eigenen Ferienwohnung aus beobachten.

Langzeitdatenerhebung zum Schutz einer vom Aussterben bedrohten Delfin-Population
Das Sichtungsprogramm, das die GRD zusammen mit ihren kroatischen Partnern von der tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb durchführt, existiert seit 2001. Die Daten liefern wichtige Hinweise zum Bestand und zum Verhalten der Meeressäuger und dienen gemeinsam mit anderen Erhebungen als Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um die bedrohten Bestände zu schützen. So haben in der Adria, in der bis in die 60er-Jahre mehrere Tausende Delfine beheimatet gewesen sein sollen, nur ca. 220 Große Tümmler überlebt.

Ungewöhnliche Sichtungen im vergangenen Jahr
"Weit über 400 Sichtungen wurden uns 2016 gemeldet, so viele gab es noch nie", fasst GRD-Projektleiterin Ulrike Kirsch die Bilanz des letztjährigen Bürgerforschungsprogramms zusammen. Neben Großen Tümmlern, der einzigen Delfinart die ganzjährig in kroatischen Gewässern lebt, sichteten Segler vor der Insel Mljet und bei Šolta zwei größere Schulen mit Gemeinen Delfinen. Diese Art ist eher selten in der Adria zu beobachten.

Wie 2014 verirrten sich 2016 erneut Pottwale in die Adria. Eine Segelcrew entdeckte die Leviathane im August vor der istrischen Stadt Rovinj. Die Sichtungen werden zeitnah, soweit vorhanden mit Fotos und Videos, online auf www.adriadelfine.de veröffentlicht.

Tatort Meer
"Wichtig ist auch, Funde von gestrandeten oder toten Meeressäugern umgehend zu melden. Nur dann lassen sich sofortige Rettungsmaßnahmen einleiten bzw. die Todesursachen erforschen", erklärt Ulrike Kirsch. Leider werden Delfine bis heute von vielen Fischern als Nahrungskonkurrenten gesehen, die es zu elimieren gilt, oder als leichte Beute für eine Harpune, wenn die Tiere nichts Böses ahnend in einer Bugwelle reiten. Nur wenn derartige Vorfälle zeitnah gemeldet werden, besteht die Chance, die Täter zu verfolgen und zur Rechenschaft zu ziehen.

Sichtungsmeldungen online und offline
Meldebogen und Hinweise zum korrekten Verhalten bei Begegnungen mit Delfinen, Walen und Mittelmeer-Mönchsrobben in freier Wildbahn können im Büro der GRD angefordert oder online abgerufen (und ausgefüllt) werden: www.delfinsichtung.de
Pressemeldung, 04. April 2017
Foto: Sven Koeller

 

⇒ Adria-Delfine gesucht und gefunden! Großartige Beteiligung beim Citizen-Science-Projekt 2016!

⇒ Delfin-Sichtung in der kroatischen Adria melden

⇒ Hier sehen Sie, wo überall in der Adria Delfine in diesem und in den vergangenen Jahren gesichtet wurden

⇒ Adriatic Dolphin Observer – Neues Citizen-Science-Programm

⇒ Delfine und Wale in freier Wildbahn erleben (PDF)

 

Citizen Science in der Adria.Großartige Beteiligung beim Citizen-Science-Projekt! Wir freuen uns sehr über die diesjährige Beteiligung bei unserem Citizen-Science-Projekt "Adria-Delfine gesucht".

"Über 400 Sichtungsmeldungen sind bislang eingetroffen. So viele gab es noch nie", fasst Projektleiterin Ulrike Kirsch die diesjährige Bilanz des Bürgerforschungsprogramms zusammen. Ein knappes Viertel der eingegangenen Beobachtungen aus der kroatischen Adria wurde von Land aus gemacht – mitunter ganz bequem vom Balkon der eigenen Ferienwohnung aus.

Große Delfinschulen und seltene Arten
Neben Großen Tümmlern, der einzigen Delfinart die ganzjährig in kroatischen Zwei Pottwale schwimmen vor Rovinj.Gewässern lebt, sichteten Segler in diesem Jahr vor der Insel Mljet und bei Šolta zwei größere Schulen mit Gemeinen Delfinen. Diese Art ist eher selten in der Adria zu beobachten. "Auffällig waren auch zwei Meldungen über Schulen aus Großen Tümmlern mit bis zu etwa 60 Tieren in der Kvarner Bucht. Derartig große Ansammlungen treten in kroatischen Gewässern selten auf und sprechen dafür, dass es ein besonders üppiges Nahrungsangebot gegeben haben muss", erklärt Ulrike Kirsch.

Delfine gesucht – Pottwale gefunden!
Wie vor zwei Jahren schon einmal verirrten sich 2016 erneut Pottwale in die Adria. Eine Segelcrew entdeckte die Leviathane im August vor der istrischen Stadt Rovinj. Ihre Spur verlor sich dann relativ schnell, was hoffen lässt, dass sie es zurück ins tiefere Mittelmeer geschafft haben. Streifzüge in die flache Adria sind für die Tieftaucher sehr riskant. 2014 strandeten sieben Pottwale an der italienischen Adriaküste, nachdem sie eine Zeitlang in den kroatischen Inselgewässern umhergezogen waren. Nur vier von ihnen konnten gerettet werden.

Mehr Artenvielfalt in der Adria?
"Vielleicht zeigen sich hier erste Anzeichen für eine Erholung der Artenvielfalt in der kroatischen Adria, sollte sich der Trend aus verstärktem Auftreten seltener Arten und größeren Ansammlungen residenter Delfine fortsetzen", vermutet der Biologe Ulrich Karlowski von der GRD.

Citizen-Science liefert wichtige Hinweise zum Bestand und zum Verhalten der Meeressäuger
Gemeine Delfine vor Hvar.Seit 2001 erhebt die GRD gemeinsam mit ihren kroatischen Partnern von der tierärztlichen Fakultät in Zagreb Sichtungsdaten im Rahmen ihres gemeinsamen Schutzprojekts "Rettung der letzten Adria-Delfine".

Die Meldungen werden wissenschaftlich ausgewertet, liefern wichtige Hinweise zum Bestand und zum Verhalten der Meeressäuger und dienen neben anderen Erhebungen als Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, die bedrohten Delfinbestände zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten.

Aktiver Delfinschutz in der Adria seit 1999
Bis in die 1960er-Jahre lebten in kroatischen Gewässern mehrere Tausend Delfine verschiedener Arten. Ende 1999 gründete die GRD gemeinsam mit Tierärzten der Universität Zagreb das Projekt „Rettung der letzten Adria-Delfine“. Zum damaligen Zeitpunkt gab es nur noch eine Restpopulation von noch etwa 220 Großen Tümmlern in der kroatischen Adria.
GRD-Presse, 14. November 2016

Weitere Informationen:

⇒ Delfinsichtungen 2015 und 2016 aus der Adria

⇒ Für Spezialisten: Citizen-Science-Programm Adriatic Dolphin Observer

⇒ Delfin-Sichtung in der kroatischen Adria melden

⇒ Delfine und Wale in freier Wildbahn erleben (PDF)

⇒ Wir sind die Patendelfine aus der Adria

Niemand hätte zu hoffen gewagt, dass er es ohne Hilfe schaffen würde.
Košara im September 2013:

Adria Delfin mit eingewachsenen Netzresten an Flipper schwimmt auf dem Rücken.

 

Der verletzte Delfin Košara 2016 vor Zirje.Dramatische Szenen spielten sich im September 2013 in Nähe der kroatischen Insel Pašman ab, als unsere Projektpartner um den Tierarzt Tom Gomerčić versuchten, einen schwer verletzten Delfin einzufangen, um ihn medizinisch zu versorgen.

Tiefe Wunden, Entzündungen und Wucherungen überzogen Maul, Rücken und Brust des Großen Tümmlers, verursacht von Resten eines Fischernetzes, die tief ins Fleisch eingedrungen waren und die er immer noch mit sich herumschleppte. Die Meeressäuger-Spezialisten von der Uni Zagreb wollten das auf den Namen Košara getaufte Tier von den Netzfetzen befreien und es mit Antibiotika behandeln.

Leider gelang es ihnen damals nicht, den Delfin, trotz sich über mehrere Tage hinziehender, wiederholter Anläufe, einzufangen. Er verschwand und wurde nur noch einmal kurz im Jahr 2014 bei der Insel Košara gesichtet, nach der er benannt worden war.

Manchmal geschehen noch Wunder
Wir befürchteten das Schlimmste, doch nun machten unsere Partner bei der Analyse ihrer Feldarbeit eine freudige Entdeckung: "Wir haben den Delfin Košara wieder gesichtet", berichtet Tierärztin Martina Đuras. Er wurde im Juli bei der vor Šibenik gelegenen Insel Žirje entdeckt, grob 45 km weiter südlich als bei seiner letzten Sichtung vor drei Jahren. "Auf den Fotos sieht man nicht genau, ob er noch Netzreste in der Wunde hat. Es könnte sein, dass er sie losgeworden ist. Die Wunde ist nicht größer geworden und sieht besser aus als vor drei Jahren", freut sich die Expertin. Die Wucherungen am Rücken sind auch jetzt noch sehr deutlich zu erkennen. "Trotzdem, wir sind sehr froh, ihn lebend zu sehen", fügt sie hinzu.

Alle dachten: Ohne schnelle Hilfe hat dieser Delfin keine Überlebenschance
Der verletzte Delfin Košara 2013 vor Pašman.Es ist ein Wunder, dass es dieser Delfin geschafft hat. Keiner der involvierten Experten und Meeressäugerspezialisten hatte ihm damals eine Überlebenschance gegeben. Es waren nicht nur die schlimmen Wunden und die an einem Flipper festgewachsenen Netzteile, zusätzlich beeinträchtigte ihn auch noch seine beschädigte Schwanzfluke beim Schwimmen.

Aufmerksam auf Košara wurden wir durch eine Urlauberin, die uns von einem verletzten Delfin berichtete, der ein Seil mit sich herumschleppte. Kurze Zeit später fanden ihn unsere Partner und leiteten in Zusammenarbeit mit örtlichen Fischern die dank zahlreicher Spenden ermöglichte, aufwändige Such- und Rettungsaktion ein.
Ulrike Kirsch, 30. August 2016

 

Weitere Informationen:

⇒ "Košara" im Juni 2017 erneut nahe Zadar gesichtet

⇒ Rettungsaktion für Košara 2013: Verletzter Delfin bleibt unauffindbar

⇒ Geisternetze töten sinnlos weiter ...

 

Freudiges Wiedersehen mit Košara im Juli 2016 vor der Insel Žirje:

Der verletzte Delfin Kosara 2016 vor Zirje.

 

Košara im September 2013 vor der Insel Pašman:

Der verletzte Delfin Košara 2013 vor Pasman.

Die brennende Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko 2010. Geht es nach den Aussagen des derzeitigen kroatischen Wirtschaftsministers Tomislav Panenić, dann wird es keine Offshore-Förderung von Öl und Gas geben, wie er auf Nachfrage kroatischer Medien erklärte. "Ich kann bestätigen, dass die Ölförderung in der Adria nicht erwünscht ist", wird Panenić in der kroatischen Tageszeitung "Poslovni dnevnik" zitiert.

Wir danken allen, die ihre Stimme für den Schutz der Adria erhoben haben!
Neben dem niedrigen Ölpreis, der eine Offshore-Förderung derzeit unrentabel macht, ist es nicht zuletzt der wachsende Druck in der Öffentlichkeit, der diese Pläne immer unwahrscheinlicher werden lässt.

Neben mehreren in- und ausländischen Petitionen, wie u. a. die von uns auf change.org lancierte, führten kroatische Initiativen im ganzen Land Veranstaltungen durch, um die Bevölkerung darüber aufzuklären, dass Offshore-Bohrungen in der Adria alles andere als der von der damaligen Regierung versprochene Heil bringende Segen in Form von Arbeitsplätzen und Wohlstand für alle seien, sondern lediglich ein enormes Risiko für den marinen Lebensraum und damit verbunden für den wichtigsten Wirtschaftszweig Kroatiens, den Tourismus, darstellten. Unterstützt wurden sie dabei von anerkannten Experten wie Nenad Duplančić, der sich seit Jahrzehnten beruflich mit den Umweltauswirkungen bei der Energieerzeugung befasst.

Doch es bleiben Zweifel
Allerdings fehlt bislang eine offizielle Stellungnahme der zuständigen Behörde, der Agentur für Kohlenwasserstoffe. Zudem wurden gleichzeitig – vom selben Minister - die Weichen für die Ölförderung an Land gestellt, zunächst wohl in Slawonien im Osten Kroatiens.

Die Abkehr von fossilen Energieträgern und Förderung regenerativer Energien im Sinne der langfristigen Ziele des Pariser Klimaabkommens 2015 zur Reduzierung der Erderwärmung sieht anders aus!
Ulrike Kirsch, Juni 2016

 

Zum Hintergrund:
Karte der Adria mit eingezeichneten Ölplattformen.Mit der Kampagne "Rettet die Adria! Keine Ölplattformen in der Adria" setzt sich die GRD seit Ende 2014 gemeinsam mit kroatischen Initiativen dafür ein, dass die Adria von der Öl- und Gasförderung ausgenommen und vor den katastrophalen Folgen einer Ölpest geschützt wird. Hierzu wurde unter anderem auf change.org die Petition "Hands off"! Die Adria darf nicht sterben!" gestartet.

Zudem warnten wir mit Stellungnahmen im Rahmen öffentlichen Anhörungen der kroatischen, slowenischen und italienischen Behörden vor den katastrophalen Folgen der geplanten Öl- und Gasförderung.

 

⇒ Rettet die Adria! Keine Ölplattformen in der Adria! - Mit Video-Präsentation des Experten Nenad Duplančić

Adriatic Dolphin Oberserver Werner Kellerer mit seinen Urkunden.Mit unserem neuen Citizen-Science-Programm / Freiwilligen-Programm "Adriatic Dolphin Observer" bieten wir die Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit bei unserem Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" in Kroatien.

Ein Adriatic Dolphin Observer unterstützt mit seinen Delfinbeobachtungen sowie Foto- und/oder Videoaufnahmen die wissenschaftliche Arbeit unserer kroatischen Partner, Tierärzte der Universität Zagreb, in besonderem Maße.

Dobri Dupini
Kroatien ist für Werner Kellerer aus München schon fast zur zweiten Heimat geworden. Seit vielen Jahren reist er mit seiner Familie in die Adria, um mit seinem RIB-Schlauchboot die kroatische Inselwelt zu erkunden. Eines Tages begegnete er auf einer Bootstour Delfinen und sogleich packte ihn die Leidenschaft.

Seit 2009 hat er jede seiner Begegnungen mit den "Guten Delfinen", wie der Große Tümmler auf Kroatisch heißt, dokumentiert und mit Fotos ergänzt. Dank toller Aufnahmen der Rückenflosse (Finne) konnte jetzt einer von ihnen identifiziert werden. Daher durfte unser erster Adriatic Dolphin Observer, als kleines Dankeschön für seinen freiwilligen Einsatz, einen Namen für diesen Delfin aussuchen, für den auch eine symbolische Patenschaft übernommen werden kann. Die Wahl fiel nicht leicht, doch nach reiflicher Überlegung entschied sich der vierköpfige Kellerer-Familienrat für den Namen Luna.

Luna
Adria-Delfin Luna schießt aus dem Wasser.Der Große Tümmler wurde am 15. Juli 2015 erstmals gesichtet und hielt sich an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils um die Mittagszeit herum etwa 3 bis 4 km vor dem Festland bei Slano in der südlichen Adria auf. Er befand sich stets in einer fünf- bis sechsköpfigen Gruppe, zu der auch ein bis zwei Jungtiere gehörten.

"Uns kam es mitunter so vor, als würde Luna uns von dem Mutter-Kind-Paar in der Gruppe ablenken. Er hielt sich lange bei uns am Boot auf und hatte natürlich unsere volle Aufmerksamkeit. Derweil hatte sich die Mutter mit ihrem Nachwuchs weit entfernt", berichtet Werner Kellerer begeistert von seinen Begegnungen mit den Meeressäugern.

Aufgrund etlicher Markierungen auf Finne und restlichem Körper ist zu vermuten, dass Luna kein ganz junger Delfin ist, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt, ist unklar.

Foto-Identifizierung
Finne des Adria Delfins Luna mit deutlichen Markierungen.In der Delfinforschung und –schutzarbeit ist die sogenannte Foto-Identifikation (Foto-ID) ein wichtiges Instrument, um mehr über Delfine und ihr Leben erfahren. Bei der Foto-ID wird die Rückenflosse oder Finne eines Delfins fotografisch katalogisiert. Sie ist aufgrund Form und Markierungen so einzigartig wie der Fingerabdruck des Menschen. So können Individuen wiedererkannt werden und dies erlaubt Rückschlüsse auf Gruppenzusammensetzungen, Wanderungen und vieles mehr.

Dobro došli
Schon bald wieder heißt es für die Kellerers dobro došli- herzlich willkommen in Kroatien. Wir sind gespannt, ob unser erster Adriatic Dolphin Observer auch dieses Jahr wieder Delfine zu Gesicht bekommt. Und wer weiß, vielleicht ist sogar "seine" Luna dabei!
Ulrike Kirsch, April 2016

 

⇒ Citizen-Science-Programm Adriatic Dolphin Observer

⇒ Eine Patenschaft für Luna übernehmen oder verschenken

⇒ Delfin-Sichtung in der kroatischen Adria melden

⇒ Delfinsichtungen 2015 und 2016 aus der Adria

Großaufnahme der Schwanzfluke eines Pottwals, die beim Aufbruch zu einem längeren Tauchgang bei Pottwalen völlig senkrecht in der Luft steht.Eine außergewöhnliche Begegnung hatten deutsche Segelurlauber bei der norddalmatinischen Insel Molat: Am Abend des 8. September sichteten sie vier Pottwale vor der Westküste der Insel, auf der auch unser letztes Jahr eröffnetes Delfinschutzzentrum steht.

Die bis zu 3000 m und tiefer tauchenden Zahnwale sind im Mittelmeer zwar häufiger anzutreffen, verirren sich aber nur sehr selten in die nördliche Adria, da dieser Arm des Mittelmeers für sie zu flach ist.

Reise durch die kroatische Inselwelt
Es stellte sich heraus, dass bereits am Tag zuvor eine Gruppe Pottwale nahe der vom kroatischen Festland am weitesten entfernten Insel Vis gesichtet wurde sowie am 9. September von der Wasserschutzpolizei fünf Pottwale bei der vor Šibenik gelegenen Insel Zmajan. Wahrscheinlich waren es immer Mitglieder derselben Gruppe.

Strandung in Italien
Am 12. September erreichte uns dann aus Italien die traurige Nachricht, dass nördlich der italienischen Hafenstadt Vasto bei Punta Penna sieben Pottwale gestrandet seien. Die Stelle liegt praktisch „schräg gegenüber“ von der Insel Vis. Helfer eines Strandungsnetzwerks konnten vier der Meeressäuger wieder zurück ins Meer bringen, drei sind leider gestorben.

Zwei Pottwale schwimmen vor der Insel Molat. Mit großer Sicherheit handelte es sich um dieselbe Gruppe Pottwale, die sich ein paar Tage zuvor auf der kroatischen Seite der Adria aufhielt. Die toten Tiere werden von Experten der Universität Padua untersucht, um herauszufinden, ob natürliche Ursachen den Tod brachten oder menschliche Einflüsse, wie militärische Sonarübungen oder seismische Explorationen zur Öl- und Gassuche.

"Junggesellenschule"
Nach Informationen der italienischen Zeitung „La Stampa“ hatten die Wale eine Länge zwischen 10 m und 15 m und ein Gewicht von etwa einer Tonne. Es soll sich wahrscheinlich um adoleszente Tiere im Alter von 15 bis 20 Jahren gehandelt haben. Möglicherweise war es eine "Junggesellenschule", in der sich junge, noch nicht geschlechtsreife Männchen zusammentun und gemeinsam umherziehen.

Massenstrandungen von Pottwalen
Massenstrandungen von Pottwalen sind in der Adria eher selten. Nach einer Studie des italienischen Forschers Giovanni Bearzi vom Tethys Research Institute soll es seit 1584 sechs Mal vorgekommen sein. Zuletzt strandete 2009 eine Gruppe von sieben jungen, männlichen Pottwalen an der süditalienischen Adriaküste, die alle starben.

Daneben gab es auch immer wieder rare Strandungen oder Sichtungen von einzelnen Pottwalen. So wurde 1995 beispielsweise ein Exemplar bei Triest beobachtet.

Genetische Unterschiede
Die im Mittelmeer lebenden Pottwale unterscheiden sich genetisch von ihren Cousins im Atlantik und gelten als Unterpopulation. Mit weniger als 2500 Individuen ist ihr Bestand gemäß der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN stark gefährdet. Größere Vorkommen im östlichen Mittelmeer soll es vor allem im Ionischen Meer geben.
Ulrike Kirsch, 26.09.2014

Eine Motorjacht rast durch den Kanal von Pasman. Nahe der vor Istrien liegenden Insel Cres wurde am 10. August eine Delfinmutter beobachtet, die ihr totes Kleines auf dem Rücken balancierend sich schwerfällig durch die Wellen bewegte. Die kroatische Zeitung 24sata veröffentlichte darüber einen Bericht nebst Video mit dem Titel "Beerdigung eines Delfins".

Immer wenn der bereits erste Verwesungsspuren zeigende Körper des Babys der Mutter vom Rücken rutscht, nimmt sie den kleinen Delfin wieder auf, platziert ihn ausbalanciert vor ihrer Rückenfinne und schwimmt weiter Richtung offenes Meer.

Ein anderer Delfin schloss sich ihr dem Bericht zufolge an und versuchte zu helfen. Das sehr berührende Verhalten der Mutter kann kaum anders als Trauerverhalten über ihr gestorbenes Junges interpretiert werden. Das Delfinbaby war anscheinend schon mehrere Tage tot.

Todesursache: Schraubenverletzung nach Schiffskollision?
Der tote Babydelfin hatte am Bauch eine ca. 20cm langen klaffende Schnittwunde, aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um eine tödliche Schraubenverletzung nach einer Boots- oder Schiffskollision.

⇒ Bericht (auf Kroatisch) und Video auf 24sata

Trauerverhalten bei Delfinen
Ein Grindwalweibchen schiebt ihr kleines Junges vor sich her, das tote Baby ist fast weiß. Trauerverhalten in Delfingesellschaften ist mehrfach dokumentiert, auch wenn es – im Gegensatz zu Landsäugetieren – schwer zu beobachten ist. So zeigen Delfine sogar gemeinschaftliches Fürsorge- und Trauerverhalten, neben Einzelinteraktionen, wie bei der Delfinmutter von Cres.

Beim Trauerverhalten zeigen die Tiere ausgeprägte Fürsorge- und Abschiedsgesten, wie man sie sonst nur z.B. von Gorillas, Schimpansen, Elefanten oder Menschen kennt.

Im Juni 2014 berichtete eine Urlauberin aus der Adria von einer Delfinmutter, die ständig ihr totes Junges umkreiste. Auch bei unseren Projekten auf La Gomera und in Peru wurde bereits vergleichbares Verhalten dokumentiert.

Vor 2 Jahren machten chinesische Touristen eine herzzerreißende Beobachtung, bei der ein Chinesischer Weißer Delfin sein durch eine Schiffskollision getötetes Baby weit hinaus ins Meer trug.
U. Kirsch & U. Karlowski, 11. August 2014

⇒ Requiem für einen Delfin

⇒ Trauerverhalten in Delfingesellschaften

Die Reste eines Delfinskeletts liegen am Meeresboden, einige Schwanzwirbel mit Resten der Fluke. Einen sehr seltenen Fund machte die Urlauberin Kathrin Zimmermann beim Schnorcheln vor der kroatischen Insel Šolta. Ende Juni entdeckte die Schweizerin auf dem Meeresgrund Reste eines Tierskeletts.

Anhand von Fotos ließ sich rasch feststellen, dass es sich um einen Wal oder Delfin handeln musste, denn die Schwanzflosse stand quer zum Rückgrat und nicht wie bei Fischen senkrecht dazu. Nach Meinung unserer kroatischen Projektleiterin, der Tierärztin Dr. Martina Đuras von der Universität Zagreb, muss das tote Tier bereits mehrere Monate dort gelegen haben. Übrig waren nur noch die Schwanzwirbel mit Resten der Fluke.

Bergung der Knochen vom Meeresgrund
Ohne Umschweife erklärten sich Kathrin Zimmermanns Gastgeber Familie Kaiser, die auf der vor Split gelegenen Insel Ferienapartments (> inselurlaub-adria.de) vermietet, dazu bereit, die Knochen zu bergen. Im Auftrag von Dr. Đuras tauchte Jochen Kaiser am 20. Juli zum Meeresgrund hinab, sammelte die Skelettreste ein und übersandte sie per Fähre aufs Festland. "Wir freuen uns, auf diese Art und Weise einen nützlichen Beitrag für das Schutzprojekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine leisten zu können", erklärt er.

Delfinmutter trauert um ihr Baby
Bereits Anfang Mai berichtete uns ein Urlauber von einem toten Delfin, der auf dem Meer bei Vrsar in Istrien trieb. Dieses Tier konnte geborgen werden, während ein anderer, Mitte Juni entdeckter nicht mehr auffindbar war. Deutsche Segler hatten nördlich der vor Šibenik gelegenen Insel Žirje beobachtet, wie eine Delfinmutter immer wieder um ihr totes Junges schwamm. Leider konnten unsere Projektpartner das Jungtier nicht mehr finden, da zwischen Fund und Meldung bereits zu viel Zeit verstrichen war.

Totfunde bitte umgehend meldenEin toter Delfin treibt an der steinigen Küste der Insel Vrsar, jemand macht von Land mit einem Smartphone ein Foto.
Wir möchten daher noch einmal darauf hinweisen, dass wir für die kroatische Adria nicht nur um Sichtungsmeldungen über lebende Delfine, sondern auch bei Totfunden um Benachrichtigung bitten. Je schneller, desto besser. Denn nur so kann es gelingen, ein totes Tier rechtzeitig zu finden und zu bergen.

Feststellung der Todesursache
Die Untersuchung toter Delfine, soweit der Verwesungszustand diese noch zulässt, bildet einen wichtigen Bestandteil der Erforschung von Meeressäugern. Auf diese Weise gewinnt man zum Beispiel Erkenntnisse über Krankheiten, Parasiten oder die Konzentrationen von Umweltgiften, die sich in den marinen Räubern ansammeln.

Unter Umständen können so auch Epidemien oder Umweltseuchen rechtzeitig erkannt werden oder man erfährt, inwieweit menschliche Einflüsse den frühzeitigen Tod von Delfinen verursachen, etwa wenn sie an den Folgen von Zusammenstößen mit Schnellbooten sterben, sich in Fischernetzen verheddern oder Plastikmüll verzehren, den sie mit Beute verwechseln. Auch über Physiologie und Biologie der Meeressäuger lässt sich auf diese Weise etliches herausfinden.

Erkenntnisse aus all diesen Daten ermöglichen es, gezielt Maßnahmen zum besseren Schutz der bedrohten Meeressäuger einzuleiten.

Wichtiger Hinweis
Delfine und andere Meeressäuger sind in Kroatien gesetzlich geschützt. Skelettreste dürfen nicht ohne Genehmigung gesammelt und auch nicht außer Landes geschafft werden!

Daher noch einmal unsere Bitte:
Falls Sie einen toten Delfin oder Wal sehen, bitte melden Sie dies umgehend – entweder an uns oder direkt an unsere Deutsch sprechende Projektleiterin vor Ort, Dr. Martina Đuras: ++385/95/9022613.
Ulrike Kirsch, Juli 2014

⇒ Delfin-Sichtung in der kroatischen Adria melden

Ein Delfin hat sich mit der Schwanzflosse in einem Seil verheddert, an dessen Ende ein großer Plastikkanister befestigt ist."Srećković" – das kroatische Wort für "Glückspilz" – ist der Neuzugang unter den "Adria-Delfinen", für die man eine symbolische Patenschaft übernehmen kann.

Mehr als die anderen acht "kroatischen" Schützlinge symbolisiert er das Projekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Kroatien: Durch Menschenhand geriet er in tödliche Gefahr, doch dank der Hilfe beherzter Menschen konnten ihn die kroatischen Projektpartner der GRD retten.

Beherzte Bootsausflügler können nur teilweise helfen
Den 8. Juni 2014 wird Tomislav Brozić wohl so schnell nicht vergessen. Mit Freunden machte er einen Bootsausflug nördlich der in der Nähe von Dugi Otok gelegenen Insel Rava, als er einen Großen Tümmler entdeckte, der verzweifelt versuchte, sich von einem Seil zu befreien. Verzweifelt zappelte der Delfin mehr oder weniger auf der Stelle.

 

Die Bootsausflügler eilten dem armen Tier zu Hilfe und schnitten das Seil durch. Nun konnte er zwar wegschwimmen, doch am Ende des Seils hing immer noch ein großer Plastikkanister – ein tödliches Verhängnis! Diese Kanister werden typischerweise von Fischern zur Markierung ihrer Netze verwendet. Eine Annäherung an den Delfin war nun nicht mehr möglich.

Professionelle Hilfe wird gerufen
Geistesgegenwärtig erfasste Brozić die Situation und rief die Telefonnummer 112 an, die man in Kroatien für Hilfe jedweder Art kontaktieren kann.

Von dort wurden die Wasserschutzpolizei aus Biograd sowie unsere kroatische Partnerorganisation VAL verständigt.

Erfolgreiche Rettungsaktion und ein leises "Dankeschön"
Tom Gomerčić, Tierarzt und Vorsitzender von VAL, machte sich sogleich auf den Weg und fand das Tier in den Nachmittagsstunden in stark erschöpftem Zustand ein paar Kilometer südlich von Rava.

Mit einem geschickten Lassowurf um den Kanister konnten er und sein Kollege den Delfin vorsichtig ans Boot ziehen. Dann packten sie ihn an der Fluke und schnitten das Seil durch - Befreiung geglückt!

Wie zum Dank tauchte der Delfin noch zweimal beim Boot seiner Retter auf, bevor er davonzog.

Seine Rettung aus tödlicher Gefahr hat "Srećković" der Hilfsbereitschaft mitfühlender Menschen zu verdanken. Dies ist auch ein Erfolg des GRD-Projekts in Kroatien, durch das die Meeressäuger auch von immer mehr Einheimischen als schützenswerte Lebewesen wahrgenommen werden.

 

Patenschaften für den "Glückspilz"
Für den "Glückspilz" unter den kroatischen Delfinen bietet die GRD nun eine symbolische Patenschaft an.

Ein Blick in den "Finnenkatalog" der bisher fotografisch erfassten Delfine in der kroatischen Adria zeigte, dass "Srećković" kein Unbekannter war. Bereits zwei Jahre zuvor wurde er nahe der Insel Ugljan gesichtet und mithilfe eines Fotos seiner Rückenflosse (Finne) identifiziert.

⇒ Werden Sie Pate für Srećković (Adria/Kroatien)

⇒ Patenschaft verschenken

 

Viele Gefahren lauern auf die Adria-Delfine
Leider ist nicht jeder Delfin solch ein "Glückspilz": Obwohl die Meeressäuger seit 1995 in Kroatien gesetzlich geschützt sind, sterben noch immer 50 % durch menschliche Einflüsse, wie Beifangtod in Fischernetzen, Überfischung, direkte Jagd und rücksichtsloser Wassermotorsport.

Schutzprojekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine
Mit ihrem Schutzprojekt will die GRD gemeinsam mit ihren Partnern von der Universität Zagreb und kroatischen der Naturschutzorganisation VAL die nur noch etwa 220 Große Tümmler (Tursiops truncatus) zählende Population vor dem Aussterben bewahren. Es sind die letzten Meeressäuger, die das ganze Jahr über in kroatischen Küstengewässern leben, nachdem die Mönchsrobbe (Monachus monachus) and der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) in der Adria ausgestorben sind. Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für die kleine Population das Aus bedeuten.
Ulrike Kirsch

 

Die vier Stand-Up-Paddler auf ihren letzten Metern bei der abendlichen Ankunft in Malcesine, begleitet von anderen SUPlern im tief dunkelblauen Licht des zu Ende gehenden Tages. Vier Stehpaddler vollbrachten mit der Erstumrundung des Gardasees am Pfingstwochenende nicht nur eine grandiose sportliche Erstleistung.
Andy Dressler, Arnd Dünzinger sowie die Zwillingsbrüder Mario und Manuel Stecher konnten auch mit ihrer Spendenaktion für den Schutz der Adria-Delfine einen großartigen Erfolg erzielen.

"Ich habe jahrelang als Skipper in der Adria gearbeitet, daher liegen mir die Meeressäuger dort besonders am Herzen", begründet Mario Stecher sein Engagement. Über 2.000 € kamen für die Aktion der vier zusammen! Das ist ein großartiger Erfolg. 

Wir danken allen, die sich beteiligt haben, ganz herzlich für ihr wichtiges Engagement für die Delfine! Für die besondere Unterstützung danken wir:
- Wwwind Square Malcesine
- Killerfish Germany GmbH
- SUP24-7.com!
- Sport Vibrations
- Munich Stand Up Paddling

⇒ Expeditionsvideo: "SUP-Charity-Event - Lago di Garda"

Vier Paddler und ein gemeinsames Ziel

Ein Stand-Up-Paddler fährt entlang des Ufers des Gardasees an einer alten Burg vorbei. Der Startschuss zur Erst-Umrundung des Gardasees fiel am 07. Juni 2014 um 06:00 Uhr morgens an der Windsurfschule Windsquare in Malcesine. Von nun an wurde unermüdlich gepaddelt! Die ersten drei Stunden konnten als "Downwinder" (Fahrt mit Rückenwind) gemeistert werden. Danach waren die Paddler allerdings einzig und allein auf ihre Muskelkraft angewiesen.

Im Süden wurden zuerst die beiden großen Becken zwischen Garda und Sirmiona sowie von Sirmione bis Desenzano ausgepaddelt. Pausen wurden während der gesamten Expedition nur für wenige Minuten zur Nahrungsaufnahme zugelassen, wofür spezielles Trekking Food bestehend aus wenigen Fertiggerichten und Energieriegeln diente. Die Pausen erfolgten in regelmäßigem Abstand von 2 Stunden für ca. 5 Minuten, um das Energiedepot wieder aufzustocken.

In zwei Tagen 155 km rund um den Gardasee
Die Etappe am ersten Tag bestand aus 80 km und wurde in 14 Stunden effektiver Paddelzeit bewältigt! Das Nachtlager errichteten die Sportler im Süden bei "Punta San Sivino". Für ein Lagerfeuer hat es allerdings nicht mehr gereicht ... Sie waren so erschöpft, dass sie direkt nach dem Abendessen einschliefen.

Am nächsten Morgen ging es erneut um 06.00 Uhr los. Von Saló aus paddelten die Athleten weiter nördlich Richtung Riva. Für den zweiten Tag der Expedition hatten sie mit Rückenwind gerechnet, welcher ihnen das Paddeln erleichtern sollte.

Dieser blieb aber leider aus! So musste der größte Teil der Strecke auch hier wieder mit reiner Muskelkraft bewältigt werden.

Am zweiten Tag wurden 75 km in 14,5 Paddel-Stunden bewältigt. Um 21:00 Uhr schließlich erreichten die vier ihr Ziel und machten die Umrundung des Gardasees perfekt!

"Am schwersten fiel uns die Strecke von Torbole zurück zum Ausgangspunkt in Malcesine, da wir starken Gegenwind mit 15 bis 18 Knoten hatten", erzählt Mario Stecher vom letzten Abschnitt der Umrundung.

Stolz stehen die vier SUPler nach erfolgreicher Umrundung des Gardasees wieder an Land, drei halten ihre Paddel, alle vier haben Blumengirlanden umgehängt. Ein begeisterter Empfang
Mit Magnesiumfackeln, Getränken und einem umfangreichen Buffet wurden die Erstumpaddler vom Team des Windsquare Center und ihren Freunden würdig empfangen.

Insgesamt schaffte das Viererteam die 155 Kilometer in 28,5 Stunden! Dabei ging man gemeinsam durch körperliche und mentale Höhen und Tiefen. Doch durch das gute Gleichgewicht und dem Zusammenhalt der Gruppe konnte sich jeder Teilnehmer der Expedition auf seine Paddelkollegen verlassen und so erreichten alle gemeinsam ihr Ziel!

GRD-Presse, Manuel und Mario Stecher, Juni 2014

 

Alle Fotos:
© Holger Dorn / Photography - www.dorn-photography.de

Die Tümmlerdame schwimmt im Hafen von Zaton umher, nordwestlich der Hafenstadt Sibenik.Mai 2007 - Immer wieder verirren sich in Kroatien Delfine in Flüssen und finden nicht mehr den Weg zurück. Meist bezahlten sie den Ausflug in die unbekannten Gewässer mit dem Tod, weil sie im für sie ungeeigneten Brack- und Süßwasser nicht genug Nahrung finden.

In diesem Jahr jedoch gelang unseren Projektpartnern eine spektakuläre Rettungsaktion eines Delfinweibchens, das sich fast bis zu den Krka-Wasserfällen verirrt hatte. Anfang Mai tauchte die Tümmlerdame in dem am Unterlauf des Flusses Krka gelegenen Hafen Zaton, nordwestlich der Hafenstadt Sibenik, auf. Unbekümmert schwamm sie einige Tage lang zwischen Booten und Bojen umher und erregte schnell Aufmerksamkeit.

Das kroatische Fernsehen und so ziemlich alle Landeszeitungen berichteten über den ungewöhnlichen Gast. Natürlich eilte ein Team der Universität Zagreb, angeführt von Tierarzt Tomislav Gomercic, zum Ort des Geschehens. Da sich der Delfin gesund und munter zeigte, beschloss man abzuwarten, ob er vielleicht von allein wieder zur ca. 9 km entfernten Mündung der Krka bei Sibenik finden würde.

Es sah anfangs auch ganz danach aus, als das Tier den Hafen schließlich mit unbekanntem Ziel verließ. Doch etwa 14 Tage später war sie noch weiter im Landesinneren, in dem bei den Krka-Wasserfällen gelegenen Ort Skradin in der dortigen ACI-Marina angelangt. Nun war höchste Alarmstufe, denn lange konnte das nicht mehr gut gehen. Die Krka verengt sich bei Skradin auf bis zu 80 m, die Wassertiefe beträgt stellenweise nur 7 bis 8 m und das linke Flussufer ist sehr seicht.

Geretteter Delfin wird transportiert und mit Wasser gekühlt.In Windeseile trommelte Tomislav Gomercic ein Rettungsteam zusammen. Die ACI-Marina stellte ein Boot zur Verfügung und mit Unterstützung von Helfern der Marina und des Krka-Nationalparks startete die Rettungsaktion, begleitet von einem ungeheuren Medienspektakel.

Nachdem es gelungen war, den Delfin mit einem Netz im Hafenwasser zu fangen und auf das Transportboot zu bugsieren, fuhr das Boot sofort die Krka hinab Richtung Meer. An Bord wurde das Tier liebevoll umsorgt, der Körper ständig mit frischem Wasser gekühlt und vor Austrocknung geschützt.

"Nur am Anfang schlug sie ein paar Mal mit der Fluke, dann wurde sie ganz ruhig, als wüsste sie, dass wir ihr nichts Böses wollen", erzählt sichtlich berührt Tierarzt Tomislav Gomercic. Sogar ihr Maul öffnete sie bereitwillig, so konnte er feststellen, dass es ein sehr altes Tier war, denn die Zähne waren stark abgenutzt.

Ein Stück weit von der Krka-Mündung entfernt erfolgte dann die für alle Beteiligten erlösende Freilassung. Das Tümmlerweibchen zeigte sich keineswegs mitgenommen, hielt sich noch kurz in der Nähe des Bootes auf, dann schwamm sie davon. Sicherheitshalber warteten die Helfer, ob sie erneut in die Krka schwimmen würde.

Aber sie kehrte nicht wieder zurück, die Rettung war geglückt!

Die Begeisterung des Teams und der die Aktion begleitenden Journalisten und Kameraleute kannte schier keine Grenzen mehr.

Gut möglich, dass wir ihr eines Tages wieder begegnen. Wegen ihrer auffälligen Finne lässt sie sich nämlich sehr gut wieder erkennen.
U.Karlowski & U.Kirsch

Bericht der kroatischen Zeitung Vejernji-List über die Rettungsaktion.

Oberer Bildteil: der Körper des toten Delfins, die Harpune steckt hinter dem Kopf im Rücken auf Höhe der Brustflipper / Unterer Bildteil: die mit Widerhaken versehenen Harpunenspitze."Nur ein toter Delfin ist ein guter Delfin".... Zwar heißt der Große Tümmler auf Kroatisch der "Gute Delfin" (dobri dupin), doch seit eh und je betrachten die meisten Fischer, wie fast überall auf der Welt, Delfine als Nahrungskonkurrenten.

So müssen die Meeressäuger häufig auch für den Rückgang der Fischbestände als Sündenböcke herhalten. Noch bis in die 1960er-Jahre vergab der damalige jugoslawische Staat "Kopfprämien" für jeden toten Delfin, weil sie die Fischernetze zerstörten und die Fangbeute der Fischer "klauten".

Zynisch gesehen hatte diese Strategie Erfolg: Die Delfinbestände brachen zusammen, von den einst drei mehr oder weniger residenten Arten hat nur der Große Tümmler in der Adria überlebt. Seine derzeitige Population wird auf etwa 220 Tiere geschätzt. Neben der direkten Bejagung von damals sind Meeresverschmutzung und Überfischung schuld am Arten- und Bestandsschwund in der Adria.

Ihr sagenhafter Fischreichtum gehört längst der Vergangenheit an. Sardinen, die einst wichtigste Beute im kroatischen Fischfang, sind ebenso selten geworden wie Schwertfische. Besonders schlimm sieht es beim Roten Thunfisch aus. Von den riesigen Schwärmen, die früher zum Laichen in die Buchten kamen und die bereits von Land aus zu erspähen waren, können die Fischer heute nur noch träumen.

Immer wieder stoßen unsere kroatischen Projektpartner auf Kadaver von Delfinen, die durch Menschenhand starben.
Delfin-Schädel linker Bildteil, rechts liegen drei Schrotkugel, die im Kopf des Tieres steckten.Erst im Sommer 2008 fand man einen toten Großen Tümmler mit drei Schrotkugeln im Hirn. Er trieb, bereits stark aufgebläht, im Meer vor Makarska in Mitteldalmatien.

Es handelte sich um ein etwa 3 Meter langes und 200 Kilogramm schweres Weibchen. Unsere Projektpartner – auf Meeressäuger spezialisierte Tierärzte unter Leitung von Prof. Hrvoje Gomercic von der Universität Zagreb – wurden direkt von der Polizei benachrichtigt und konnten das Tier für weitere Laboruntersuchungen in die kroatische Hauptstadt transportieren.

Delfine und andere Meeressäuger sind in Kroatien seit 1995 gesetzlich geschützt. Das Töten und Belästigen steht unter Strafe, doch leider werden die Täter nur selten gefasst. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Delfin durch Gewehrkugeln starb. 2004 fand man ein erschossenes Tier vor der Insel Korcula, einige Jahre zuvor eines vor der Küstenstadt Novigrad. Ein weiterer, im Mai 2008 bei der Insel Hvar geborgener Delfin kam wahrscheinlich durch eine Harpune ums Leben.

Silberstreif am Horizont
Dennoch wächst die Anzahl der positiven Beispiele, die von einem größeren Bewusstsein für die Naturschätze vor der eigenen Haustür zeugen. Naturschutzverstöße werden inzwischen streng geahndet. Eine Geldbuße von umgerechnet etwa 1000 Euro oder wahlweise 24 Tage Gefängnis wurde beispielsweise gegen eine Person wegen Belästigung streng geschützter Arten verhängt.

Der Mann war vor Pula in Istrien mit seinem Schnellboot in eine 30-köpfige Delfinschule gerast und führte mitten unter den Tieren halsbrecherische Manöver vor dem sich ansammelnden Publikum an der Küste vor. Ein unter den Zuschauern weilender Polizist zeigte den Vorfall bei der Naturschutzbehörde in Rijeka an.
Ulrike Kirsch

Funde von Meersessäugerkadavern 2008
gelb: Großer Tümmler [17], blau: Streifendelfin [2], grün: Cuvier-Schnabelwal [1], rot: Mittelmeer Mönchsrobbe? [1]

Karte der Küste Kroatien mit Markierungen der Funde von Meersessäugerkadavern aufgeteilt nach unterschiedlichen Arten aus 2008.

Dagmar und Klaus QuanzPressemitteilung, 19.04.2011 - Es ist nicht gleich die ganze Welt, die sie umrunden wollen. Doch ein wenig segeln Dagmar und Klaus Quanz schon auf den Spuren der Seglerlegende Rollo Gebhard, der die Welt gleich dreimal umsegelte und 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine gründete.

Ihr mehrmonatiger Törn führt das Ehepaar aus dem hessischen Frielendorf und ihre Yacht "RuckZuck" kreuz und quer übers Mittelmeer.

altGenau dort, wo einst Rollo Gebhard vor über 50 Jahren in einer 5m-Jolle seine ersten größeren Fahrten wagte. Und wie er, setzen sich die Quanz‘ unter vollen Segeln und mit viel Herzblut für einen besseren Schutz der im Mittelmeerraum zum Teil stark bedrohten Delfine ein. Beide unterstützen seit vielen Jahren die GRD und so ist es für sie als Segler und Taucher selbstverständlich, auf die Not der Meeressäuger aufmerksam zu machen.

Am 29. April hieß es für die 9,10 m lange und 2,90 m breite Yacht vom Typ "Granada 910" im italienischen Aquileia "Leinen los".

Zunächst steuerte das Ehepaar kroatische Gewässer entlang der istrischen Küste an, dann ging es zur norddalmatinischen Insel Molat für eine Stippvisite bei unserem im Aufbau befindlichen Delfinschutzzentrum.

Yacht vom Typ Granada 910 von Dagmar und Klaus QuanzAm 12. Mai wagten sie den Sprung über die Adria nach Italien. Auf der fast 20-stündigen Fahrt begegneten sie endlich Delfinen – den ersten auf ihrem Törn! Nach Italien folgten griechische Gewässer, in die sie im Herbst – nach einer kurzen Sommerpause in Deutschland – auch wieder zurückkehren werden, um sich weiter für den Schutz von Delfinen einzusetzen.

Bei ihren Hafenstopps informieren die beiden an Bord ihrer Yacht über das GRD-Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" und zeigen Filme.

"Dieser etwas längere Törn bietet uns die Möglichkeit, aktiv Einfluss zu nehmen und Bootseigner und Chartercrews zu sensibilisieren und auf die Gefahren für die Meeressäuger hinzuweisen", erklären die Quanz‘, deren Engagement bislang stieß auf viel positive Resonanz stieß.
Ulrike Kirsch

Zwei Finnwale recht nach beieinander schwimmend, bei VisPressemitteilung, 05.06.2012 - Man kann es ruhig eine Sensation nennen, was ein deutscher Segler am Pfingstmontag in der kroatischen Adria erlebte. Er sichtete 6-8 Finnwale bei der auf Höhe von Split gelegenen Insel Vis.

Die mit bis zu 25 m Länge zweitgrößten Tiere der Welt tauchen zwar immer mal wieder als "Gäste" in der kroatischen Adria auf. „Aber derart viele Finnwale wurden uns seit Beginn unserer Aufzeichnungen zum Vorkommen von Meeressäugern in der kroatischen Adria vor 11 Jahren noch nie gemeldet“, freut sich Ulrike Kirsch, Leiterin des Projekts zur Rettung der letzten Adria-Delfine bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). Grund für den Walbesuch dürfte ein durch günstige Strömungen verursachtes reichhaltiges Nahrungsangebot sein.

So spektakulär hat die Beobachtungssaison für die GRD noch nie begonnen. Vor zwei Wochen erst hatte die Organisation Kroatienurlauber zur Mithilfe aufgerufen und darum gebeten, Delfinsichtungen in der kroatischen Adria zu melden.

10 Seemeilen nördlich der mitteldalmatinischen Insel Vis machte ein Segler die folgende Beobachtung: „Ich habe 2 Gruppen von jeweils 3-4 Walen beobachtet. Die beiden Gruppen waren zeitgleich so weit auseinander, dass man sagen kann, dass es nicht ein und dieselbe Gruppe war.“ Bereits Ende April meldeten die kroatischen Medien die Sichtung eines über 16 m langen Finnwals in der Nähe von Vis.

Finnwale, deren gelegentliches Vorkommen in der Adria im frühen 18. Jahrhundert erstmals registriert wurde, sind wie alle Meeressäuger in Kroatien gesetzlich geschützt und so werden bei Bedarf entsprechende Maßnahmen ergriffen. Wie etwa im August 2000, als sich eine Finnwalmutter mit ihrem Nachwuchs bei der Insel Hvar aufhielt. Zu ihrer Sicherheit wurde der Kanal von Hvar auf Veranlassung der GRD-Projektpartner in Kroatien von der Universität Zagreb für die Schifffahrt gesperrt.

Die von der GRD gesammelten Sichtungsdaten fließen in Analysen ein, die für die Internationale Walfangkommission (IWC) von den Mitgliedsländern aufgestellt werden. Sie sind Teil der Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um bedrohte Meeressäuger zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten. So haben in der Adria, in der bis in die 60er-Jahre mehrere Tausende Delfine beheimatet gewesen sein sollen, nur noch 220 Große Tümmler überlebt.
GRD-Presse

Der Delfin hat sich im Netz verfangen und zieht die Markierungsboje sehr schnell hinter sich herPressemitteilung, 13.06.2012 - Auf ihrem Segeltörn in der Kvarner Bucht (nördliche Adria) wurden deutsche Segler Zeugen eines ebenso dramatischen wie bewegenden Beispiels für Kooperation und Empathie unter Delfinen.

Ein Großer Tümmler hatte sich in einem Fischernetz verheddert und machte durch Quietschlaute auf seine gefährliche Situation aufmerksam. Daraufhin kam ihm ein in der Nähe schwimmender Delfin zu Hilfe. Gemeinsam gelang es ihnen, dass sich der dem Tod geweihte Tümmler wieder aus dem Netz befreien konnte.

Sichtlich ergriffen berichtet die Seglerin ihr Erlebnis der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD): "Vor Cres wurden wir bei der Umrundung des Kaps Rt Pernat auf eine sich plötzlich rasch bewegende Fischermarkierungsboje und laute Rufe eines Delfins aufmerksam.

Das Tier musste sich gerade erst im Netz verfangen haben und zog die Boje sehr schnell hinter sich her. Ein weiteres Tier kam zu Hilfe und es gelang ihm, sich aus dem Netz zu befreien. Beide Tiere zogen entlang der Küste südwärts schnell ab. Wie froh wir waren!"

Leider gelingt es den Meeressäugern nicht immer, sich aus eigener Kraft aus dem Netz zu befreien. Allein 2011 waren von acht toten Delfinen vier im Netz ertrunken, wie die GRD-Projektpartner, Tierärzte von der Universität Zagreb, bei den Untersuchungen der im Laufe des Jahres tot gestrandeten Tiere feststellten.

Insgesamt 18 Delfine waren ihnen letztes Jahr gemeldet worden, doch bei den restlichen 10 konnte die Todesursache aufgrund des Zustands der Kadaver nicht mehr festgestellt werden.

Nur noch 220 Große Tümmler leben ganzjährig in den Küstengewässern der kroatischen Adria. Es sind die letzten Überlebenden eines einst zahl- und artenreichen Delfinbestandes. Meeresverschmutzung, Überfischung, Beifangtod und direkte Tötung sind verantwortlich für den drastischen Schwund der charismatischen Meeressäuger.

Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für diese kleine Restpopulation das Aus bedeuten. Umso schwerer wiegen menschliche Einflüsse, die bei etwa 50 % der Delfine die Todesursache ausmachen.

Mit ihrem Schutzprojekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine will die GRD gemeinsam mit ihren kroatischen Partnern von der Organisation VAL das Aussterben der Großen Tümmler in der Adria verhindern
GRD-Presse

Adria-Delfin liegt seitlich auf Seziertisch, Ansicht vordere Körperhälfte, mit mehren blutenden Schusswunden auf kurz hinter dem Kopf.Pressemitteilung, 02.10.2012 - Von Schrotkugeln förmlich durchsiebt starb einer von nur noch etwa 220 Adria-Delfinen im September nahe der istrischen Hafenstadt Poreč. Der Portier eines Hotels, das ausgerechnet den Namen "Delfin" trägt, entdeckte den tot vor dem Hotelstrand treibenden Großen Tümmler. Bei der Obduktion fand man 7 Schrotkugeln im Brustkorb des erwachsenen Männchens.

"Doch er war nicht sofort tot", erklärt Ulrike Kirsch, Leiterin des Projekts "Rettung der letzten Adria-Delfine" von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). "Der knapp 3 m große und 227 kg schwere Delfin verblutete langsam und qualvoll". Die kroatische Tierärztin Dr. Martina Duras von der Universität Zagreb – Projektpartnerin der GRD - ist fassungslos: "Wir hatten immer den Eindruck, dass die Menschen in Istrien am meisten Verständnis für den Naturschutz zeigen, weil wir hier von den örtlichen Tierärzten, der Polizei und den Behörden stark unterstützt werden." Die Befunde der Obduktion lassen darauf schließen, dass der Delfin in den Gewässern von Poreč, also in der Nähe des Fundorts, umgebracht wurde.

Große Tümmler sind sehr neugierig und nähern sich Menschen und Booten oft ohne Scheu. Ihre Freundlichkeit wird ihnen entlang der kroatischen Küste immer wieder zum Verhängnis: Mehrfach wurden erschossene Delfine aufgefunden, davon in den letzten 5 Jahren allein drei in Istrien, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.

Wale, Delfine und Robben sind in Kroatien streng geschützt. Die Polizei hat in dem aktuellen Fall eine Untersuchung gegen unbekannt eingeleitet. "Bei einem derart kleinen Bestand wie den Adria-Delfinen wiegt jedes einzelne tote Tier schwer und bedeutet einen herben Verlust für das Überleben der Population", sagt Ulrike Kirsch. "Wir hoffen sehr, dass der oder die Schuldigen bald gefunden und entsprechend hart bestraft werden". Straftaten gegen streng geschützte Tiere werden in Kroatien mit Bußgeldern bis zu umgerechnet etwa 5000 Euro geahndet.

Das Projekt "Rettung der letzten Adria-Delfine":
Mit ihrem Schutzprojekt zur "Rettung der letzten Adria-Delfine" will die GRD gemeinsam mit ihren Partnern von der Universität Zagreb die nur noch etwa 220 Große Tümmler (Tursiops truncatus) zählende Population vor dem Aussterben bewahren.

Es sind die letzten Meeressäuger, die das ganze Jahr über in kroatischen Küstengewässern leben, nachdem die Mönchsrobbe (Monachus monachus) und der Gemeine Delfin (Delphinus delphis) in der Adria ausgestorben sind. Schon eine geringfügige Störung im ökologischen Gleichgewicht könnte für die kleine Population das Aus bedeuten. Obwohl die Meeressäuger seit 1995 gesetzlich geschützt sind, sterben noch immer 50% durch menschliche Einflüsse, wie Beifangtod in Fischernetzen, Überfischung, direkte Jagd und rücksichtsloser Wassermotorsport.

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Ein toter Adria-Delfin treibt im Meer.

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Adria Patendelfin YPSILON, ihr Baby springt unbeholfen auf Höhe der Rückenfinne der Mutter aus dem Wasser

Ypsilon (im Bild hinten) ist ein Weibchen. Es erhielt seinen Namen aufgrund einer Finnen-Markierung, die an ein liegendes "Y" erinnert.

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