MSC fördert Fischer aus Mexiko, die Delfine jagen und töten
Verbraucherwarnung vor delfintödlich gefangenem Thunfisch aus Mexiko mit MSC-Siegel Der Marine Stewardship Council (MSC) wirbt damit, dass der Verbraucher mit dem Kauf MSC-zertifizierter Produkte verantwortungsvolle Fischereien belohne. Kauft der Verbraucher nun aber Dosenthunfisch aus Mexiko,...
Wir nehmen Abschied von Mark Berman
Wir trauern um unseren lieben Freund und Kollegen Mark Berman vom amerikanischen Earth Island Institute (EII), der am 13. Mai 2016 plötzlich und unerwartet aufgrund postoperativer Komplikationen im Krankenhaus verstarb. Wir verlieren mit ihm einen leidenschaftlichen Delfinschützer und...
SAFE: 25 Jahre delfinsicherer Thunfisch
Vor 25 Jahren wurde das umfassendste und wirkungsvollste Delfinschutzprogramm der Welt gegründet: SAFE, das internationale Kontrollprogramm für delfinsicher gefangenen Thunfisch des Earth Island Institute aus Kalifornien (EII). Mehr als 7 Millionen tote Delfine in 40 Jahren beim ThunfischfangEs...
Der teuerste Fisch der Welt: 1,3 Millionen Euro für einen Thunfisch
05.01.2013 - Eine japanische Sushi- Restaurantkette hat bei einer Auktion auf dem Tsukiji-Fischmarkt (Tokio) einen 222 Kilogramm schweren Blauflossen-Thunfisch für umgerechnet etwa 1,3 Millionen Euro ersteigert. Ein Kilogramm von diesem einen Thunfisch kostet über 6000 Euro und damit mehr als...
Delfine und Wale fallen durchs Forschungsnetz
Weltweit werden die Populationen von Delfinen und Walen zu wenig beobachtet, was ihren Schutz erschwert. Eine von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten Freiburg und St. Andrews/Schottland erstellte Weltkarte deckt auf, dass in den vergangenen Jahrzehnten lediglich ein...
EDEKA verzichtet auf delfintödlichen Dosen-Thunfisch
Pressemitteilung, 18.04.2012 - Als großen Erfolg für den Delfinschutz wertet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) die jetzt von EDEKA getroffene Entscheidung, keine "delfin-tödlichen" Dosenthunfischprodukte mehr zu beziehen. An diesem Thunfisch klebt das Blut von DelfinenDie GRD...
Spektakuläre Gründung der GRD 1991
Liebe Delfinfreunde, als ich vor 20 Jahren die Gesellschaft zur Rettung der Delphine ins Leben rief, kam ich gerade von meiner dritten Weltumsegelung zurück und brachte von Alaska erschütternde Filme und Informationen über den millionenfachen Mord an Delfinen beim Thunfischfang mit. Damit konnte...
IATTC-Fischerei im östlichen Pazifik gefährdet Delfinbabys
Delfin-Bestände erholen sich nicht: Im Tropischen Ostpazifik (ETP / Eatsern tropical Pacific) sind Thunfischschwärme oft mit Delfinschulen vergesellschaftet (die Delfine schwimmen an der Wasseroberfläche, der Thunfischschwarm bis zu 150 m darunter). Ein bis heute rätselhaftes und nur in dieser...
ISO-9001 Zertifizierung
Qualitätssicherung des Internationalen Thunfisch-Kontrollprogramms: Die seit 2006 bestehende ISO-9001-Zertifizierung unterstreicht die Qualität und Glaubwürdigkeit des internationalen Kontrollprogramms für "delfinsicheren" Thunfisch des Earth Island Institute (EII). Diese internationale Norm zur...

Delfine gefangen im Ringwadennetz.

 

Verbraucherwarnung vor delfintödlich gefangenem Thunfisch aus Mexiko mit MSC-Siegel

Der Marine Stewardship Council (MSC) wirbt damit, dass der Verbraucher mit dem Kauf MSC-zertifizierter Produkte verantwortungsvolle Fischereien belohne. Kauft der Verbraucher nun aber Dosenthunfisch aus Mexiko, der das blaue MSC-Label trägt, fördert er damit eine Fischerei, bei der jährlich mehrere Hundert Delfine qualvoll sterben!

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V. (GRD) verurteilt die jüngste Zertifizierung des MSC aufs Schärfste: „Wie kann eine Fangmethode als nachhaltig betrachtet werden, bei der riesige Delfinschulen gezielt gejagt und mit Netzen eingekesselt werden, um den darunter schwimmenden Thunfisch zu fangen? Obwohl die Delfine wieder freigelassen werden müssen, sterben bei der tierquälerischen Prozedur jedes Jahr mehrere Hundert. Offiziell erlaubt sind sogar mehrere Tausend Delfine im Jahr“, erklärt GRD-Projektleiterin Ulrike Kirsch.

Unterstützt vom Earth Island Institute (EII), der Humane Society of the US und der staatlichen US Marine Mammal Commission hatte der WWF formalen Einwand beim MSC erhoben, der jetzt aber zurückgewiesen wurde. Die Umweltschützer hatten Beweise vorgelegt, die zeigten, dass für die Beurteilung der Nachhaltigkeit dieser Fischereien bewusst falsche Zahlen über die tatsächlich getöteten Delfine herangezogen wurden.

Delfintödliche Fangmethode
Ringwadennetzfischerei.Mit der Entscheidung werde auch gegen eigene Vorschriften verstoßen, wie Dave Phillips vom EII erklärt: „Gemäß den MSC-Bedingungen für eine Zertifizierung ist es einer zertifizierten Fischerei ausdrücklich verboten, gezielt Meeressäuger zu jagen. Tatsache jedoch ist, dass bei besagter Fischerei gezielt Delfine gejagt werden, und damit hätte eine Zertifizierung von vornherein überhaupt nicht in Erwägung gezogen werden dürfen.“

Massenvernichtung von Meeressäugern beim Thunfischfang
Über 7 Millionen Delfine wurden seit den 1960er-Jahren bis Anfang der 1990er-Jahre mit der delfintödlichen Fangmethode im Tropischen Ostpazifik getötet. Es ist weltweit das bisher größte Delfinmassaker bei einer Fischereimethode. Die Delfinbestände haben sich bis heute nicht erholt und mindestens zwei Delfinarten wurden auf kritische Bestandszahlen dezimiert.

Fischerei mit Todesquoten für Delfine
„Eine Fischerei als nachhaltig zu zertifizieren, bei der Todesquoten für Delfine vergeben werden ist zynisch und an Greenwashing kaum zu übertreffen. In jeder Region und jedem Land, in dem Delfine unter Schutz stehen, ist es strengstens verboten, Delfinen hinterherzujagen oder sie in sonstiger Weise in ihrem natürlichen Verhalten zu stören“, kritisiert Ulrike Kirsch.

Gemeinsam mit vielen anderen NGOs forderte die GRD den MSC auf, die Entscheidung zurückzunehmen.

SAFE – wichtiger denn je
Logo SAFE.Mehr denn je zeigt sich, wie wichtig das Internationale Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch SAFE des EII ist, das in Deutschland seit 1991 von der GRD durchgeführt wird. Unter SAFE ist diese delfintödliche Methode, neben anderen, verboten. Weltweit haben sich bis heute über 95% der Thunfischfirmen dem Programm angeschlossen und verpflichtet, keine delfintödlichen Fangmethoden anzuwenden beziehungsweise nicht mit delfintödlichem Thunfisch zu handeln und regelmäßige Kontrollen durch EII und GRD zuzulassen. Dank SAFE bleiben jedes Jahr Hunderttausende Delfine vom grausamen Beifangtod im Netz der Thunfischer verschont.

Wer als Verbraucher sichergehen will, dass beim Fang des Thunfischs keine delfintödlichen Methoden zum Einsatz kamen, der sollte unbedingt auf das Logo SAFE achten. Dass es auch anders geht, zeigt das Fischlabel Friend of the Sea, bei dem SAFE eine Voraussetzung für die Zertifizierung ist.
GRD-Presse, update vom 26.09.2017
Foto: Delfine gefangen im Ringwadennetz von Sam LaBudde

 

⇒ NDR.de vom 04.09.2017: Wie die Fischindustrie Verbraucher austrickst

 

Video-Beweis: Delfintödliche Fangmethode beim Thunfischfang im Ostpazifik!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:

⇒ MSC vernichtet Delfine und die Biodiversität der Meere

⇒ Grausam: IATTC-Fischerei im tropischen östlichen Pazifik gefährdet Delfinbabys

⇒ Thunfischfang im tropischen Ostpazifik

 

Mark Berman mit Keiko in Norwegen. Foto: EIIWir trauern um unseren lieben Freund und Kollegen Mark Berman vom amerikanischen Earth Island Institute (EII), der am 13. Mai 2016 plötzlich und unerwartet aufgrund postoperativer Komplikationen im Krankenhaus verstarb. Wir verlieren mit ihm einen leidenschaftlichen Delfinschützer und liebenswerten Weggefährten und Mitstreiter.

Seit über 25 Jahren setzte sich Mark Berman beim EII für den Schutz von Delfinen ein
Mark war zuständig für das Internationale Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch/SAFE, um die Dosenfabriken in Asien und anderen Teilen der Welt zu überprüfen. Unter seiner Ägide wuchs die Anzahl der nach den strengen Richtlinien des EII als "delfinsicher" anerkannten Thunfischfirmen weltweit auf inzwischen über 550.

Darüber hinaus kämpfte er gegen die Gefangenschaftshaltung von Delfinen und konnte dabei etliche Erfolge verbuchen. Er war maßgeblich an der Befreiung des zur Berühmtheit gelangten Orcas Keiko beteiligt. Auf den Salomoninseln engagierte er sich zusammen mit dem EII-Mitarbeiter Lawrence Makili gegen die dortige Delfinjagd.

Wir werden ihn schmerzlich vermissen. In tief empfundener Trauer gilt unsere aufrichtige Anteilnahme seiner Familie, seinen Freunden und seinen Kollegen vom EII.
Ulrike Kirsch, 17.05.2016

 

⇒ IMMP and Dolphins Lose Mark Berman, Dear Friend and Colleague

 

EII Dolphin Safe Monitoring Crew.

Vor 25 Jahren wurde das umfassendste und wirkungsvollste Delfinschutzprogramm der Welt gegründet.Vor 25 Jahren wurde das umfassendste und wirkungsvollste Delfinschutzprogramm der Welt gegründet: SAFE, das internationale Kontrollprogramm für delfinsicher gefangenen Thunfisch des Earth Island Institute aus Kalifornien (EII).

Mehr als 7 Millionen tote Delfine in 40 Jahren beim Thunfischfang
Es war die größte Massenvernichtung von Meeressäugern in der Geschichte der Menschheit: Beginnend in den späten 1950er-Jahren bis Anfang der 1990er-Jahre hatte die Thunfischindustrie allein im tropischen Ostpazifik (ETP) nach Berechnungen des EII mehr als 7 Millionen Delfine getötet. Erst als im Jahr 1989 der US-Naturschützer Samuel LaBudde diese skrupellose Fischerei mit erschreckenden Undercover-Videoaufnahmen entlarvte, gab es eine Möglichkeit, den millionenfachen Delfin-Mord endlich zu beenden. Seine Aufnahmen bewirkten einen öffentlichen Aufschrei und bereiteten den Boden für das erste weltweite Fisch-Zertifizierungsprogramm überhaupt.

1990 rief das Earth Island Institute SAFE ins Leben und die großen Thunfischanbieter in den USA verpflichteten sich, keinen mit kriminellen Methoden gefangenen Thunfisch mehr zu verarbeiten und zu verkaufen.

Eine globale Erfolgsstory für das Leben in den Meeren
Auch nach Deutschland sollte kein delfintödlicher Thunfisch mehr gelangen. Dafür sorgte der dreimalige Weltumsegler und Dokumentarfilmer Rollo Gebhard (1921-2013) Anfang der 1990er-Jahre mit rabiaten Aktionen. Öffentlichkeitswirksam fegte er Dosen mit delfintödlichem Thunfisch aus Supermarktregalen und rief zum Boykott dieser Produkte auf.

Mit der von ihm 1991 gegründeten Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) schloss er sich mit dem EII zusammen und etablierte SAFE in Deutschland. Die angeschlossenen Importeure und Händler verpflichten sich, nur Thunfisch anzubieten, bei dessen Fang keine Delfine getötet wurden.

80.000 - 100.000 Delfine werden jedes Jahr vor dem Beifangtod gerettet
Auf diese Weise wurde "delfintödlicher" Dosenthunfisch vom Markt gefegt. SAFE kontrolliert heute etwa 90 Prozent des internationalen Handels in Europa, Kanada, Australien und in den USA, wo weltweit der meiste Dosenthunfisch verbraucht wird. Im Jahr 2014 umfasste SAFE 515 Firmen in 71 Ländern. Mit regelmäßigen Kontrollen wird sichergestellt, dass die beteiligten Firmen nur delfinfreundlichen Thunfisch auf den Markt bringen. Denn auch heute noch versuchen Fang- und Verarbeitungsfirmen immer wieder, ihren delfintödlichen Thunfisch weltweit – auch in Deutschland – zu vermarkten.

Logos FOS und SAFEDank SAFE bleiben jedes Jahr 80.000 - 100.000 Delfine vom grausamen Tod als Beifang im Fischernetz verschont!

Aus SAFE entwickelte sich 2006 das Fischzertifizierungsprogramm Friend of the Sea (FoS), bei dem weitere Aspekte der Nachhaltigkeit wie beispielsweise Schonung der befischten Art berücksichtigt werden.
GRD-Presse, 19.05.2015

Urkunde der Qualitätssicherungsfirma QMS über die ISO-9001 Zertifizierung des Internationalen Thunfisch-Kontrollprogramms.Qualitätssicherung des Internationalen Thunfisch-Kontrollprogramms: Die seit 2006 bestehende ISO-9001-Zertifizierung unterstreicht die Qualität und Glaubwürdigkeit des internationalen Kontrollprogramms für "delfinsicheren" Thunfisch des Earth Island Institute (EII).

Diese internationale Norm zur Planung und Umsetzung eines Qualitätsmanagementsystems gibt Maßnahmen vor, um optimale Arbeitsabläufe und einen hohen Standard zu garantieren.

Regelmäßige Überprüfungen durch die private Qualitätssicherungsfirma QMS mit Sitz in Florida stellen sicher, dass das EII mit seinen Kontrollen für "delfinsicheren" Thunfisch die Anforderungen der Norm erfüllt.

An diesem Anfang der 1990er-Jahre gegrümdeten Delfinschutzprogramm sind inzwischen über 500 Thunfischfirmen in 70 Ländern beteiligt (inklusive Fang - und Verarbeitungsfirmen, Importeuren und Händlern).

Das bedeutet, dass sich die Thunfischindustrie weltweit zu über 90 % nach den Vorgaben des EII richtet.

Damit ist SAFE eines der größten nicht-staatlichen Umweltkontrollprogramme der Welt.
Der Einsatz von Treibnetzen sowie das Einkreisen von Delfinschulen beim Fischfang sind hierunter unter anderem verboten. "Die Überprüfung der "delfinsicheren" Methoden der Thunfischfirmen weltweit spielt eine entscheidende Rolle beim Schutz von Delfinen und anderen Meerestieren", erklärt David Phillips, Leiter des Meeressäugerprogramms beim EII.

"Wir sind stolz auf unsere Arbeit und ermutigt von den Hunderten von Firmen, die sich ehrlich und gewissenhaft an die Bedingungen für "delfinsicher" halten. Mit der Zertifizierung nach der ISO 9001 besteht eine unabhängige Anerkennung unserer Arbeitsqualität."

Das EII beschäftigt "Kontrolleure/Monitors", die weltweit regelmäßige Kontrollen in den Konservenfabriken und Anlandehäfen sowie an Bord der Fischereifahrzeuge durchführen, um sicherzustellen, dass der Thunfisch wirklich "delfinsicher" gefangen wurde.
Ulrike Kirsch

Wer sicher gehen will, dass an seinem Thunfisch kein Blut von Delfinen klebt, sollte sich an das Logo SAFE bzw. an die regelmäßig aktualisierte Verbraucher-Checkliste der GRD halten.

 

Delfine und Thunfische gefangen im Ringwadennetz, das sich vor ihnen wie eine Mauer im Meer in den Weg stellt. Die Tiere versuchen senkrecht nach oben entlang des Netzes schwimmend zu entkommenDelfin-Bestände erholen sich nicht: Im Tropischen Ostpazifik (ETP / Eatsern tropical Pacific) sind Thunfischschwärme oft mit Delfinschulen vergesellschaftet (die Delfine schwimmen an der Wasseroberfläche, der Thunfischschwarm bis zu 150 m darunter). Ein bis heute rätselhaftes und nur in dieser Meeresregion zu beobachtendes biologisches Phänomen, das die Fischer ausnutzen, indem sie gezielt Delfinschulen jagen und einkreisen. Nach Informationen des Earth Island Institute (EII) soll dabei sogar Dynamit zum Einsatz kommen!

Die Fangflotten treiben die Delfine mit Schnellbooten zusammen und fangen sie in den Netzen, die für das eigentliche Fangziel – den Thunfisch – bestimmt sind. Vor dem Einholen des Netzes wird es an der Oberfläche abgesenkt, damit die Delfine entkommen können.

"Um die Delfine einkreisen zu können, müssen die Tiere aber zuvor praktisch bis zur Erschöpfung gejagt werden. Bei dieser Hetzjagd können Delfinmütter den Kontakt zu ihrem Nachwuchs verlieren", sagt Carl Safina vom Blue Ocean Institute.

Wissenschaftler der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und des Blue Ocean Institute konnten laut einer Studie aus dem Jahr 2007 säugende Mütter, aber keine Delfinbabys in den Netzen der Fischer beobachten. "Werden noch von der Muttermilch abhängige Delfinbabys von ihrer Mutter getrennt, haben sie kaum Überlebenschancen", erklärt die GRD.

Zudem wirkt sich die Jagd und der damit verbundene Stress negativ auf die Gesundheit und Fortpflanzungsfähigkeit der Meeressäuger aus.

Unzählige Delfinschulen werden bis zu dreimal am Tag von den Netzen der Thunfischfänger eingekesselt
Dreiteilige Grafik des Einsatzes von Ringwadennetzen: das Netz wird ausgebracht, umkreisen einer Delfinschule, Zuziehen des Netzes in der Tiefe, so dass eine gigantische runde Netztasche entsteht, die Bord des Fischkutters gezogen wirdDabei verletzen sich viele Tiere und sterben, nachdem sie lebend aus dem Netz befreit wurden. Bei einer Untersuchung von toten Delfinen wies das Herz bei allen Tieren furchenartige Narben auf, wie sie sich bei durch Stress verursachtem Muskelriss und nachfolgendem Zusammenwachsen bilden.

Beginnend in den späten 1950er-Jahren bis Anfang der 1990er-Jahre hatte die Thunfischindustrie allein im ETP durch das Umkreisen von Delfinschulen beim Thunfischfang nach Berechnungen des EII mehr als 7 Millionen Delfine getötet. Damals ließ man die Delfine einfach in den Netzen sterben.

Es war die größte Massenvernichtung von Meeressäugern in der Geschichte der Menschheit!
Der tödliche Delfinbeifang ging seither zwar drastisch zurück. Doch wider Erwarten haben sich die Bestände im Tropischen Ostpazifik, vor allen Dingen die der Nordöstlichen Fleckendelfine und der Östlichen Spinnerdelfine, nicht von den Massakern der Vergangenheit erholt. Hauptgrund dafür sind nach Ansicht der meisten Experten die unter dem IATTC-Label operierenden Fischereien aus Mexiko, Venezuela, Kolumbien und El Salvador, die nach wie vor beim Thunfischfang Delfine einkreisen.

Unter dem Label SAFE des Earth Island Institute (EII) ist dieses Einkesseln von Delfinen mit Ringwaden zum Fang von Thunfisch strikt verboten, auch wenn nach den Vorgaben des IATTC die Delfine wieder befreit werden müssen. "Man kann bei dieser Methode noch nicht einmal von unbeabsichtigtem Beifang sprechen, da ganz gezielt Delfine gequält werden, um Thunfisch zu fangen", erklärt die GRD. "Das hat nichts mit selektivem Fischfang zu tun, wie auf den Dosen behauptet wird.".

Wirklich delfinsicher ist nur der Thunfisch mit dem Logo SAFE des Earth Island Institute bzw. die Firmen und Marken, die auf unserer Verbraucherliste genannt werden. Wer sicher gehen will, dass an seinem Thunfisch kein Blut von Delfinen klebt, sollte sich an das Logo SAFE bzw. an die regelmäßig aktualisierte Verbraucher-Checkliste der GRD halten.
Ulrike Kirsch

Verpackung einer Dose delfin-tödlichen EDEKA-Thunfisches.Pressemitteilung, 18.04.2012 - Als großen Erfolg für den Delfinschutz wertet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) die jetzt von EDEKA getroffene Entscheidung, keine "delfin-tödlichen" Dosenthunfischprodukte mehr zu beziehen.

An diesem Thunfisch klebt das Blut von Delfinen
Die GRD hatte seit dem vergangenen Jahr Verbraucherinnen und Verbraucher vor dem Verzehr des EDEKA-Thunfischs, bei dessen Fang jährlich etwa 1.200 Delfine als Beifang grausam getötet werden, gewarnt: "An diesem Thunfisch klebt das Blut von Delfinen".

"Wir freuen uns sehr, dass sich EDEKA, zwar aus fadenscheinigen Gründen aber immerhin, entschlossen hat, nicht weiter aktiv am Delfinmorden teilzunehmen", erklärt der Diplom-Biologe Ulrich Karlowski von der GRD. In einem der GRD vorliegenden Schreiben von EDEKA heißt es: "Die Bestandssituation des ... verwendeten Gelbflossen-Thunfischbestands hat Ende 2011 ... eine Umbewertung ... erfahren. Daher erfüllt dieses spezifische Produkt nicht mehr unsere Kriterien und wird deshalb nicht mehr von uns bezogen".

In den USA war und ist der Verkauf der von EDEKA angebotenen Thunfischprodukte schon immer verboten
Die GRD hatte allerdings bereits Anfang 2011 darauf hingewiesen, dass der von EDEKA verwendete Gelbflossen-Thunfischbestand kritisch ist und als gefährdet eingestuft werden muss. In den USA war und ist der Verkauf der von EDEKA angebotenen Thunfischprodukte schon immer verboten, weil sie die strengen US-Vorgaben für "delfinsicher" gefangenen Thunfisch nicht erfüllen. In Deutschland werden die EDEKA-Thunfischdosen, an denen das Blut von Delfinen klebt, allerdings noch eine Weile in den Regalen der EDEKA-Supermärkte zu finden sein.

Ende März dieses Jahres hatte der Bambi-Preisträger und Delfinschützer Ric O’Barry sich dem Protest der GRD angeschlossen und den EDEKA-Dosenthunfisch als "blutige Schande" verdammt. Zum Schutz von Delfinen und anderen Meeressäugetieren sollte man generell weniger Fisch essen und auf Fischarten verzichten, deren Fischerei unselektiv und mit einer hohen Beifangrate verbunden ist.
GRD-Presse