Beifangtod im Hainetz stoppen!
Die Beifangverluste müssen gestoppt werden!
Hainetze töten unbarmherzig und unterschiedslos
Bleifarbene Delfine leben sehr küstennah
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Südafrika: Erste Erfolge für bedrohte Bleifarbene Delfine!
Mitte August entfachte ein aus dem Hainetz "net 99" geborgener toter Bleifarbener Delfin eine hitzige Debatte um den Einsatz von Hainetzen in KwaZulu-Natal. Dies führte nun zu ersten positiven Auswirkungen für die Delfine bei Richards Bay: Nach zähen Verhandlungen stimmten die Verantwortlichen der Stadtverwaltung von uMhlathuze Modifikationen der Netze "net 99" und "net 5" zu. Die durch diese beiden Netze verursachte hohe Beifangrate der vom...
Südafrika: Toter Delfin entfacht Hainetz-Kontroverse
Mitte August bargen Mitarbeiter des KwaZulu-Natal Sharks Board (KZNSB) einen der vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine (Sousa plumbea) aus dem am Newark Beach bei Richards Bay installierten Hainetz "net 99". Der tragische Beifangtod des seltenen Delfins entfachte eine hitzige Debatte in KwaZulu-Natal (KZN). Journalist Dave Savides, der auch "Delfinbotschafter" des von uns unterstützten Projekts "Schutz für Bleifarbene Delfine vor dem...
Delfine in der Nacht und ein Buckelwal
Wo sind Delfine, wenn es dunkel ist? Es gehört zwar nicht zu den Fragestellungen des von uns unterstützten Schutzprojekts für Bleifarbene Delfine in Südafrika, ist aber mangels Licht meist nicht wirklich gut herauszufinden. Nur mit Unterwassermikrofonen kann man ihnen dann noch auf die Spur kommen. Und bei der ersten Auswertung der Aufnahmen des am Newark Beach installierten Hydrophons stellte Meeresbiologin Shanan Atkins überrascht fest,...
Das Projekt im Mai 2017
Einige Delfine - darunter sehr seltene Gäste - und eine Unmenge von Daten: Das war der Mai. Nach dem Tausch der mit der LiveFeed-Kamera am Newark Beach verbundenen Festplatte gilt es 500 Stunden Highspeed-Videoaufnahmen durchzusehen und mit den Sichtungsmeldungen der Bürgerforscher abzugleichen. Auch der Datenträger im vom KwaZulu-Natal Sharks Board (KZNSB) für das Projekt bereitgestellten Hydrophon (Unterwassermikrofon) wurde gewechselt. Von...
Südafrika: Bleifarbene Delfine sollen nicht länger in Hainetzen sterben
Schauspielerin Janina Fautz unterstützt Schutzprojekt für bedrohte Delfinart Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) will gemeinsam mit südafrikanischen Wissenschaftlern die drohende Ausrottung Bleifarbener Delfine an der Ostküste von Südafrika verhindern. Unterstützt werden sie von der Schauspielerin Janina Fautz ("Das Weiße Band", "Tatort", "Wilsberg"). Sie hatte das Glück, den Delfinen in Richards Bay 2016 bei einem...
Eine Gruppe Bleifarbener Delfine besucht Richards Bay
Am 20. Mai entdeckte Dave Savides, Journalist beim Zululand Observer und engangierter Unterstützer des Projekts, von der North Breakwater Delfinbeobachtungsplattform aus eine Gruppe von mindestens 4 Bleifarbenen Delfinen. Mit dabei war ein Mutter-Kalb-Paar. Nach Analyse der Finne der Mutter ist sich Shanan Atkins sehr sicher, dass es sich bei diesem Tier um "Venus" handelt. Sie gehört zu den residenten Bleifarbenen Delfinen von Richards Bay...

 

Bleifarbener Delfin springt.

 

Toter Bleifarbener Delfin wird aus Hainetz geborgenMitte August entfachte ein aus dem Hainetz "net 99" geborgener toter Bleifarbener Delfin eine hitzige Debatte um den Einsatz von Hainetzen in KwaZulu-Natal. Dies führte nun zu ersten positiven Auswirkungen für die Delfine bei Richards Bay: Nach zähen Verhandlungen stimmten die Verantwortlichen der Stadtverwaltung von uMhlathuze Modifikationen der Netze "net 99" und "net 5" zu.

Die durch diese beiden Netze verursachte hohe Beifangrate der vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine (Sousa plumbea) wird deutlich sinken. Ein erster, wichtiger Erfolg für das noch junge Projekt der Meeresbiologin Shanan Atkins und ihrer Mitstreiter, über den wir uns sehr freuen!

Wichtige Modifikationen zur Senkung der Delfinbeifänge
Sechs Hainetze und eine 'Drumline' schützen Alkanstrand in der Richards Bay."Net 99" soll auf etwa 100 m Länge halbiert und um zwei Köderhaken (engl.: "Drumlines" - an Bojen befestigte Leinen, an deren Ende ein schwerer Köderhaken zum Fang großer Haiarten befestigt ist) ergänzt werden. Das bereits 2005 halbierte "net 5" soll entfernt und durch zwei zusätzliche Drumlines ersetzt werden.

Drumlines sind natürlich keine abschließend zufriedenstellende Lösung. Locken diese Fanggeräte doch genau die Tiere an die Küste, die man hier eigentlich nicht haben will: große Haie - und diese sterben am Köderhaken einen langsamen und grausamen Tod, wenn man sie nicht rechtzeitig befreien kann.

Für die in Südafrika vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine und viele andere Meerestiere bedeuten die jetzt beschlossenen Modifikationen jedoch eine tatsächliche Gefahrenentlastung. Die Delfinbeifänge wie auch Beifänge von Rochen, Meeresschildkröten oder Fischen werden deutlich sinken!

Breite Unterstützung des Projekts durch verschiedene Interessengruppen
Im August gelang Shanan Atkins die Gründung einer Arbeitsgruppe mit vielen Entscheidungsträgern aus KwaZulu-Natal. Unterstützer sind neben wichtigen Behördenvertretern die Umweltschutzorganisation "Ezemvelo KZN Wildlife", der "Surf Lifesavers‘ Club" sowie Medienvertreter. Mitte Oktober wird das erste Treffen stattfinden, mit dem Ziel, unterschiedliche Standpunkte zu identifizieren und gemeinsam tragfähige Lösungen der Hainetzproblematik zu erarbeiten.

SouSA-Konsortium: Es gibt deutlich weniger Bleifarbene Delfine als bislang angenommen!
Anfang des Jahres wurde das SouSA-Konsortium gegründet, eine Arbeitsgemeinschaft südafrikanischer Wissenschaftler, die sich mit Bleifarbenen Delfinen beschäftigen. In Zukunft sollen die Wanderungen der Delfine auf nationaler Ebene beobachtet und analysiert werden, um ihren Status und ihre Gefährdung besser beurteilen zu können.

Erste Auswertungen aller zur Verfügung stehenden Foto-ID-Kataloge deuten darauf hin, dass die vormals auf etwa 1 000 Exemplare geschätzte Population der Südküste (False Bay bei Kapstadt bis zur Algoa-Bucht bei Port Elizabeth) doch aus nur etwa 500 Bleifarbenen Delfinen besteht. Ein vom SouSA-Konsortium verfasstes Manuskript wurde für eine wissenschaftliche Zeitschrift akzeptiert. Darin wird ein nationaler Biodiversitäts-Managementplan vorgestellt, mit dem das Aussterben dieser Delfinart in Südafrika verhindert werden könnte.

Die aktuellen Projektneuigkeiten machen deutlich, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Forschung mit Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu verbinden. Die Zusammenarbeit aller involvierten Interessengruppen führte nun zu den ersten wichtigen Teilerfolgen!
Verena Platt nach Informationen von Shanan Atkins, Projektbericht #3 v. 29. August 2017

Weitere Informationen:

⇒ GRD-Schutzprojekt für Bleifarbene Delfine

⇒ Hintergrundinformationen zum Projekt

⇒ Video Live Feed vom Newark Beach, Richards Bay auf HUMPBACK DOLPHIN RESEARCH

 

Artikel aus Zululand Observer: Another dolphin dies in shark nets
Artikel von Dave Savides

 

Toter Bleifarbener Delfin wird aus Hainetz geborgenMitte August bargen Mitarbeiter des KwaZulu-Natal Sharks Board (KZNSB) einen der vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine (Sousa plumbea) aus dem am Newark Beach bei Richards Bay installierten Hainetz "net 99".

Der tragische Beifangtod des seltenen Delfins entfachte eine hitzige Debatte in KwaZulu-Natal (KZN). Journalist Dave Savides, der auch "Delfinbotschafter" des von uns unterstützten Projekts "Schutz für Bleifarbene Delfine vor dem Beifangtod in Hainetzen" ist, hatte im "Zululand Observer" eine Debatte angestoßen, die in KZN große Beachtung findet.

"net 99" mit auffällig hoher Delfin-Beifangrate
Bei dem getöteten Delfin handelte es sich um ein großes, erwachsenes Tier. Der Leichnam soll im Oceanographic Research Institute in Durban untersucht werden.

Sechs Hainetze und eine 'Drumline' schützen Alkanstrand in der Richards Bay.Die hohe Beifangrate von "net 99", in dem innerhalb eines Jahres mindestens vier Delfine starben, wird selbst den Verantwortlichen des KZNSB zu viel: "Wir machen uns Sorgen über die Todesrate", wird Mike Anderson-Reade, Leiter des KZNSB von Richards Bay, im "Zululand Observer" zitiert. "Wir haben uns mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung von uMhlathuze getroffen und Vorschläge für Veränderungen an diesem Hainetz unterbreitet. Wir hoffen, dass sie positiv reagieren. Es ist ganz einfach, wir wollen keine Delfine fangen", erklärt der KZNSB-Manager.

Das Stellen von Hainetzen zum Schutz von Stränden vor Haiangriffen ist in Südafrika nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Entscheidung liegt bei den jeweiligen Stadt- und Gemeindeverwaltungen, die KZNSB beauftragen, die Netze zu installieren und zu warten.

Videopost von Dave Savides
Mit seinem Artikel im Zululand Observer und einem Videopost auf Facebook (#ZOWeekender) stieß Dave Savides auf überwiegend positive Resonanz. Die meisten Kommentare sprechen sich dafür aus, die Hainetze abzubauen. Einige Beispiele:

"Hainetze sind archaisch. Im Grunde befeuert KZNSB die Angst vor Haien, was extrem schädlich für den Tourismus ist. Denn die Realität zeigt, dass nicht mit Hainetzen ausgerüstete Strände an unserer Küste tagein tagaus genutzt werden, ohne dass etwas passiert."

"Wir sollten die Löhne für Lifeguards und ihre Anzahl an unseren Stränden erhöhen, um wirkungsvollen Schutz für Schwimmer und Surfer zu gewährleisten. Die größten Risiken im Wasser sind doch Brandungsrückströmungen, mächtige Brandungswellen, zerbrochene Glasflaschen etc".
Ulrich Karlowski, 25. August 2017
Foto oben: Dave Savides

 

Retten Sie die Bleifarbenen Delfine

Die Beifangverluste müssen gestoppt werden! Die Hainetze müssen verschwinden.

 

Weitere Informationen:

⇒ GRD-Schutzprojekt für Bleifarbene Delfine

⇒ Hintergrundinformationen zum Projekt

⇒ Video Live Feed vom Newark Beach, Richards Bay auf HUMPBACK DOLPHIN RESEARCH

 

Artikel aus Zululand Observer: Another dolphin dies in shark nets
Artikel von Dave Savides

 

Junger Bleifarbener Delfin schaut aus dem Wasser by Atkins.

 

Hydrophon.Wo sind Delfine, wenn es dunkel ist? Es gehört zwar nicht zu den Fragestellungen des von uns unterstützten Schutzprojekts für Bleifarbene Delfine in Südafrika, ist aber mangels Licht meist nicht wirklich gut herauszufinden. Nur mit Unterwassermikrofonen kann man ihnen dann noch auf die Spur kommen. Und bei der ersten Auswertung der Aufnahmen des am Newark Beach installierten Hydrophons stellte Meeresbiologin Shanan Atkins überrascht fest, dass im Juni Bleifarbene Delfine und Große Tümmler sich vor allem nachts in Strandnähe aufgehalten haben. Tagsüber ließen sie sich kaum blicken und folglich fanden sich dann auch nur wenige der für Delfine typischen Clicklaute oder Pfeiftöne auf der mit dem Hydrophon verbundenen Festplatte.

Gesänge eines Buckelwals am Newark Beach
Der Datenträger enthielt aber eine im wahrsten Sinne des Wortes große Überraschung: Die Gesänge eines Buckelwals, der sich nachts in der Nähe aufgehalten haben muss. Einen kurzen Ausschnitt kann man auf der Facebookseite des Projekts Halt humpback dolphin bycatch anhören:

⇒ Halt humpback dolphin bycatch auf Facebook

 

Delfinüberwachung bei Tag und bei Nacht
Bislang erweist sich die Lauschaktion per Hydrophon der Videoüberwachung als überlegen, da die Delfine das Gebiet tagsüber zu meiden scheinen. Es bleibt in jedem Fall spannend zu sehen, ob sich dieses Verhalten über die kommenden Monate ändern wird.

Verkleinerung von zwei Hainetzen in Sicht?
Sechs Hainetze und eine 'Drumline' schützen Alkanstrand in der Richards Bay.Schon im September 2016 legte Shanan Atkins dem KwaZulu-Natal Sharks Board (KZNSB) und der Stadtverwaltung von uMhlathuze eine Handlungsempfehlung vor, die Länge der Hainetze "net 99" und "net 5" zu halbieren. Bis jetzt ist nichts passiert.

Mit dem neuen Projekt und der damit ausgelösten internationalen Aufmerksamkeit scheint wieder Bewegung in die Sache zu kommen. Die Umsetzung der Pläne soll kurz bevorstehen. Das wäre ein erster wichtiger Erfolg für das Projekt!

Die von diesen beiden Netzen ausgehende Gefahrensituation für Delfine, Haie und andere Meerestiere wäre dann um einiges geringer, als sie sich derzeit darstellt.
Ulrich Karlowski, nach Informationen von Shanan Atkins, Projektreport #2 v. 17. Juli 2017
Fotos: Brett Atkins

 

Retten Sie die Bleifarbenen Delfine

Die Beifangverluste müssen gestoppt werden! Die Hainetze müssen verschwinden.

 

Bleifarbener Delfin springt.

 

Bleifarbener Delfin springt.

 

Einige Delfine - darunter sehr seltene Gäste - und eine Unmenge von Daten: Das war der Mai. Nach dem Tausch der mit der LiveFeed-Kamera am Newark Beach verbundenen Festplatte gilt es 500 Stunden Highspeed-Videoaufnahmen durchzusehen und mit den Sichtungsmeldungen der Bürgerforscher abzugleichen. Auch der Datenträger im vom KwaZulu-Natal Sharks Board (KZNSB) für das Projekt bereitgestellten Hydrophon (Unterwassermikrofon) wurde gewechselt. Von dort warten jetzt etwa 1000 Stunden (das Hydrophon arbeitet auch nachts!) Unterwassertonaufnahmen darauf, auf Clicks und Pfeiftöne von Delfinen durchgehört zu werden.

Ein erster Datenabgleich zwischen Video und Mikro war dann auch direkt erfolgreich. Zu den Videoaufnahmen gibt es jetzt auch die dazugehörige akustische Kommunikation der Delfine!

Jetzt mit eigener Facebookseite
Im Mai ging dann auch die
⇒ Facebookseite "Halt humpback dolphin bycatch" online.

Delfine in der Bucht
Bleifarbene Delfine vor Richards Bay, Mutter mit Nachwuchs.Und natürlich wurden auch Delfine in der Bucht beobachtet, auch wenn es nicht viele waren. Fast schon sensationell zu nennen, war das zweimalige Auftauchen von Indopazifischen Großen Tümmlern (Tursipos aduncus) vor Richards Bay. Diese Art lässt sich hier nur extrem selten blicken.

Bleifarbene Delfine wurden viermal beobachtet, darunter auch ein Weibchen mit Nachwuchs.

Dave Savides, Journalist beim Zululand Observer und engagierter Unterstützer des Projekts, war gleich zweimal erfolgreich von der North Breakwater Delfinbeobachtungsplattform aus. Unter diesen Tieren war sogar eine gute Bekannte: "Venus", die zu den residenten Bleifarbenen Delfinen von Richards Bay zählt und hier seit mindestens 1998 lebt.

Spannend ist nun aus den Videoaufzeichnungen herauszufiltern, ob und wenn ja, wie viele Delfinbesuche von LiveFeed-Beobachtern verpasst wurden. Erst dann können belastbare Aussagen zur Nutzung des beobachteten Gebiets durch die Delfine im Mai gemacht werden.
Aus dem Projekt Update von Shanan Atkins, 1. Juni 2017
Und vielen Dank an die Leute vom Splendid Inn Bayshore, die 2 Tage freies Logis gaben :)
Foto oben: Brett Atkins
Foto Bleifarbener Delfin mit Baby: David Savides

 

Weitere Informationen:

⇒ Video Live Feed vom Newark Beach, Richards Bay auf HUMPBACK DOLPHIN RESEARCH

⇒ FAQs: Wie sehen die Delfine im Live-Video aus und was soll ich machen, wenn ich einen Delfin gesichtet habe?

 

Bleifarbener Delfin schaut aus dem Wasser.

Schauspielerin Janina Fautz unterstützt Schutzprojekt für bedrohte Delfinart

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) will gemeinsam mit südafrikanischen Wissenschaftlern die drohende Ausrottung Bleifarbener Delfine an der Ostküste von Südafrika verhindern.

Unterstützt werden sie von der Schauspielerin Janina Fautz ("Das Weiße Band", "Tatort", "Wilsberg"). Sie hatte das Glück, den Delfinen in Richards Bay 2016 bei einem Südafrikabesuch zu begegnen. Es war ein Schlüsselerlebnis für die Schauspielerin, die sich als Projektpatin für den Schutz dieser bedrohten Delfine engagiert.

In Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin.Bleifarbener Delfin: In einem Hainetz ertrunken. Foto: Brett AtkinsUnterschätzte Gefahr: Beifang in Hainetzen
Bleifarbene Delfine (Sousa plumbea) sind die am stärksten vom Aussterben bedrohten Meeressäuger in Südafrika. An der Ostküste, entlang der Küste der Provinz KwaZulu-Natal, soll es noch etwa 200 Individuen geben. Diese zu den Buckeldelfinen zählende Delfinart lebt und wandert extrem küstennah. Oft sind die Tiere in 25 m Entfernung vom Ufer anzutreffen. So geraten sie leicht in die Netze lokaler Fischer.

In KwaZulu-Natal kommt eine bislang völlig unterschätzte Gefahr hinzu: Hainetze an Badestränden zum Schutz der Menschen vor Angriffen großer Haie. Entlang der 37 hainetzbestückten Strände der 320 Kilometer langen Küste von KwaZulu-Natal stehen Hainetze mit einer Gesamtlänge von 23,4 Kilometern.

Sechs Hainetze und eine 'Drumline' schützen Alkanstrand in der Richards Bay.Delfin-Todesfalle Richards Bay
Forschungen der südafrikanischen Meeresbiologin Shanan Atkins von der Universität Witwatersrand in Johannesburg zeigten, dass die sechs Hainetze vor Richards Bay für 60 Prozent aller Todesfälle unter den Bleifarbenen Delfinen in KwaZulu-Natal verantwortlich sind. "Wenn die Verluste nicht gestoppt werden, wird diese seltene Delfinart an der Ostküste Südafrikas in wenigen Jahren verschwunden sein", warnt der Biologe Ulrich Karlowski von der GRD.

Delfine via Internet live entdecken und als Bürgerforscher mithelfen!
Das im Mai gestartete Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, Lösungen für wirkungsvolle Strandschutzmaßnahmen zu finden, mit denen keine Tiere mehr getötet werden. Die Hainetze sollen verschwinden.

Festinstallierte Videokamera Newark Beach.Live mitmachen, Delfine suchen und melden mit der festinstallierten Videokamera am Newark Beach.
Foto: Brett Atkins
In der Startphase wird untersucht, wann und wie Bleifarbene Delfine das Gebiet rund um das Netz mit der höchsten Delfin-Beifangrate (net 99) am Newark Beach bei Richards Bay nutzen. Hierzu wurde eine Videokamera installiert. Sie liefert laufende Bilder auf die Webseite des Projekts. Menschen aus der ganzen Welt können jetzt als Bürgerforscher mithelfen und ihre Delfinsichtungen vom heimischen PC oder Smartphone als Screenshot an die südafrikanischen Forscher melden.

Weitere Unterstützter dieses innovativen Schutz- und Forschungsprojekts sind: Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM), Universität Witwatersrand (WITS-University), KwaZulu-Natal Sharks Board (KSNSB), Endangered Wildlife Trust (EWT) aus Johannesburg.
Pressemitteilung, 22.05.2017
Foto Bleifarbener Delfin (oben): Brett Atkins

 

Weitere Informationen:

⇒ Südafrika: Schutzprojekt für Bleifarbene Delfine

⇒ Video Live Feed vom Newark Beach, Richards Bay auf HUMPBACK DOLPHIN RESEARCH

⇒ Hintergrundinformationen zum Projekt

 

Hainetze - Sonderform der Fischerei zur Haibekämpfung

In Australien, Brasilien oder Südafrika werden Badestrände vielfach noch durch das hoch umstrittene Hainetz-Konzept geschützt. Schwimmer und Surfer sollen so vor den Angriffen großer Haie sicher sein. Meist stehen vor einem Strandabschnitt mehrere dieser etwas über 200 Meter langen, sechs Meter hohen, knapp unter Wasseroberfläche schwebenden Stellnetze in etwa 400 m Entfernung vor der Küste.

Hainetze agieren wie eine kommerzielle Fischerei, Haie und andere Meerestiere verfangen sich in ihnen und sterben elendig. Ihre Beifangrate ist erschreckend hoch und kann bei 80 Prozent und mehr liegen.

Für das Schwimm- und Badevergnügen der Menschen müssen unzählige Meerestiere einen hohen Preis zahlen. Billigend wird in Kauf genommen, dass große und kleine Haie, Meeresschildkröten, sehr viele Rochen und Delfine in großer Zahl elendig in den Netzen ertrinken.

In KwaZulu-Natal starben innerhalb von 30 Jahren 33000 Haie, über 2200 Schildkröten, fast 8500 Rochen und 2500 Delfine in den Hainetzen. Neben Bleifarbenen Delfinen verenden auch Indopazifische Große Tümmler (Tursiops aduncus) sowie Langschnäuzige Gemeine Delfine (Delphinus capensis).

 

Bleifarbener Delfin vor Richards Bay. 

Am 20. Mai entdeckte Dave Savides, Journalist beim Zululand Observer und engangierter Unterstützer des Projekts, von der North Breakwater Delfinbeobachtungsplattform aus eine Gruppe von mindestens 4 Bleifarbenen Delfinen. Mit dabei war ein Mutter-Kalb-Paar.

Bleifarbene Delfine vor Richards Bay, Mutter mit Nachwuchs.Nach Analyse der Finne der Mutter ist sich Shanan Atkins sehr sicher, dass es sich bei diesem Tier um "Venus" handelt.

Sie gehört zu den residenten Bleifarbenen Delfinen von Richards Bay und lebt hier seit mindestens 1998.
Fotos: David Savides

 

Aktuelle Sichtungen auf der
⇒ Facebookseite von HUMPBACK DOLPHIN RESEARCH

 

Zwei Bleifarbene Delfine Richards Bay.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt mithelfen als Bürgerforscher: Delfine via LiveCam sichten und melden

⇒ Video Live Feed vom Newark Beach, Richards Bay auf HUMPBACK DOLPHIN RESEARCH

⇒ FAQs: Wie sehen die Delfine im Live-Video aus und was soll ich machen, wenn ich einen Delfin gesichtet habe?

 

Bleifarbener Delfin springt.
Foto: Brett Attkins

 

Ihre Hilfe für Bleifarbene Delfine

In Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin wird geborgen

Projektpatin Janina Fautz

Janina Fautz."Ich hatte selbst schon das Glück bei meinem Besuch in Richards Bay Bleifarbene Delfine im Meer beobachten zu können. Das war wirklich eines der schönsten und magischsten Dinge, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Dieser bewegende Moment reicht aus, sich für ihren Schutz, einzusetzen."
Schauspielerin Janina Fautz | Foto: Bert Czaya

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