Bleifarbener Delfin springt.

 

Toter Bleifarbener Delfin wird aus Hainetz geborgenMitte August entfachte ein aus dem Hainetz "net 99" geborgener toter Bleifarbener Delfin eine hitzige Debatte um den Einsatz von Hainetzen in KwaZulu-Natal. Dies führte nun zu ersten positiven Auswirkungen für die Delfine bei Richards Bay: Nach zähen Verhandlungen stimmten die Verantwortlichen der Stadtverwaltung von uMhlathuze Modifikationen der Netze "net 99" und "net 5" zu.

Die durch diese beiden Netze verursachte hohe Beifangrate der vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine (Sousa plumbea) wird deutlich sinken. Ein erster, wichtiger Erfolg für das noch junge Projekt der Meeresbiologin Shanan Atkins und ihrer Mitstreiter, über den wir uns sehr freuen!

Wichtige Modifikationen zur Senkung der Delfinbeifänge
Sechs Hainetze und eine 'Drumline' schützen Alkanstrand in der Richards Bay."Net 99" soll auf etwa 100 m Länge halbiert und um zwei Köderhaken (engl.: "Drumlines" - an Bojen befestigte Leinen, an deren Ende ein schwerer Köderhaken zum Fang großer Haiarten befestigt ist) ergänzt werden. Das bereits 2005 halbierte "net 5" soll entfernt und durch zwei zusätzliche Drumlines ersetzt werden.

Drumlines sind natürlich keine abschließend zufriedenstellende Lösung. Locken diese Fanggeräte doch genau die Tiere an die Küste, die man hier eigentlich nicht haben will: große Haie - und diese sterben am Köderhaken einen langsamen und grausamen Tod, wenn man sie nicht rechtzeitig befreien kann.

Für die in Südafrika vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine und viele andere Meerestiere bedeuten die jetzt beschlossenen Modifikationen jedoch eine tatsächliche Gefahrenentlastung. Die Delfinbeifänge wie auch Beifänge von Rochen, Meeresschildkröten oder Fischen werden deutlich sinken!

Breite Unterstützung des Projekts durch verschiedene Interessengruppen
Im August gelang Shanan Atkins die Gründung einer Arbeitsgruppe mit vielen Entscheidungsträgern aus KwaZulu-Natal. Unterstützer sind neben wichtigen Behördenvertretern die Umweltschutzorganisation "Ezemvelo KZN Wildlife", der "Surf Lifesavers‘ Club" sowie Medienvertreter. Mitte Oktober wird das erste Treffen stattfinden, mit dem Ziel, unterschiedliche Standpunkte zu identifizieren und gemeinsam tragfähige Lösungen der Hainetzproblematik zu erarbeiten.

SouSA-Konsortium: Es gibt deutlich weniger Bleifarbene Delfine als bislang angenommen!
Anfang des Jahres wurde das SouSA-Konsortium gegründet, eine Arbeitsgemeinschaft südafrikanischer Wissenschaftler, die sich mit Bleifarbenen Delfinen beschäftigen. In Zukunft sollen die Wanderungen der Delfine auf nationaler Ebene beobachtet und analysiert werden, um ihren Status und ihre Gefährdung besser beurteilen zu können.

Erste Auswertungen aller zur Verfügung stehenden Foto-ID-Kataloge deuten darauf hin, dass die vormals auf etwa 1 000 Exemplare geschätzte Population der Südküste (False Bay bei Kapstadt bis zur Algoa-Bucht bei Port Elizabeth) doch aus nur etwa 500 Bleifarbenen Delfinen besteht. Ein vom SouSA-Konsortium verfasstes Manuskript wurde für eine wissenschaftliche Zeitschrift akzeptiert. Darin wird ein nationaler Biodiversitäts-Managementplan vorgestellt, mit dem das Aussterben dieser Delfinart in Südafrika verhindert werden könnte.

Die aktuellen Projektneuigkeiten machen deutlich, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Forschung mit Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu verbinden. Die Zusammenarbeit aller involvierten Interessengruppen führte nun zu den ersten wichtigen Teilerfolgen!
Verena Platt nach Informationen von Shanan Atkins, Projektbericht #3 v. 29. August 2017

Weitere Informationen:

⇒ GRD-Schutzprojekt für Bleifarbene Delfine

⇒ Hintergrundinformationen zum Projekt

⇒ Video Live Feed vom Newark Beach, Richards Bay auf HUMPBACK DOLPHIN RESEARCH

 

Artikel aus Zululand Observer: Another dolphin dies in shark nets
Artikel von Dave Savides

 

LineL braucht Hilfe

Patendelfin LineL mit ihrem Baby Lilo.LineL lebt das ganze Jahr über in den Gewässern von Richards Bay und wurde im Mai 1998 erstmals gesichtet. Ihren Namen verdankt die inzwischen mindestens dreifache Mutter einer L-förmigen Narbe auf dem Buckel. Booten gegenüber verhält sie sich toleranter als die meisten anderen Delfine. Auf dem Bild ist sie mit Nachwuchs "Lilo" (hinten) zu sehen.

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In Hainetz ertrunkener Bleifarbener Delfin wird geborgen

Projektpatin Janina Fautz

Janina Fautz."Ich hatte selbst schon das Glück bei meinem Besuch in Richards Bay Bleifarbene Delfine im Meer beobachten zu können. Das war wirklich eines der schönsten und magischsten Dinge, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Dieser bewegende Moment reicht aus, sich für ihren Schutz, einzusetzen."
Schauspielerin Janina Fautz | Foto: Bert Czaya

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