Beobachtungsstation zur Lenkung der Whalewatching-Boote
Mit der im Frühjahr 2017 auf La Gomera eröffneten permanenten Station zur landgestützten Beobachtung von Delfinen und Walen wird Pionierarbeit geleistet. Die GRD unterstützt den Betrieb dieser auf den Kanaren einzigartigen Station. Sie befindet im Süden der Insel, nahe des Valle Gran Rey, welches Ausgangspunkt für die meisten Whalewatching-Touren vor La Gomera ist, und liegt ca. 150 m über dem Meeresspiegel. Panorama-Ausblick mit...
Neue Studie zu den Großen Tümmlern der Kanarischen Inseln
Schon lange wurde vermutet, dass die um die Kanaren ansässigen Großen Tümmler nicht jeweils nur einer Insel treu sind. Eine Studie der Universität La Laguna auf Teneriffa, die in Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern entstand, belegt nun zum ersten Mal, wie weitläufig Große Tümmler ihren Lebensraum nutzen. Die Forschergruppe bediente sich dabei der Methode der Foto-Identifikation, die auf der individuellen Erkennung anhand spezieller...
Modell eines Schutzgebietes vor La Gomera
Im Juni 2012 erschien der neue Bericht unserer Partnerorganisation M.E.E.R. e.V., der das Modell eines Meeresschutzgebietes entwirft, das auf nachhaltiges Whale Watching vor der kanarischen Insel La Gomera ausgerichtet ist. 15 Jahre intensiver Wal- und Delfinforschung stecken in dem 37-seitigen Werk, das auch beim Wissenschaftsausschuss der 64. IWC-Konferenz in Panama vorgestellt wurde. Zeitgleich wurde die spanische Version des Reports den...
Plastikmüll im Magen
Eine Untersuchung der kanarischen Organisation Canarias Conservación (Partner des MEER e.V.) in Zusammenarbeit mit der Universität Aberdeen stellte fest, dass viele der auf den Kanarischen Inseln gestrandeten Tiere Plastikmüll im Magen hatten. Insgesamt wurden 23 der Tiere untersucht, die immer wieder an den Küsten der Inseln stranden. Fünf davon, das entspricht einem Anteil von 22%, hatten Plastik-Artikel im Magen. Je ein Pottwal,...
Verbot von Militär-Sonaren bei den Kanaren nach Massenstrandungen
Eine ungewöhnliche Häufung von Delfin- und Walstrandungen führte im April 2006 auf den Kanarischen Inseln zum Tod von mindestens fünf Tieren. Nach ähnlichen Vorkommnissen in der Vergangenheit fiel der Verdacht sofort auf mögliche militärische Manöver im Gebiet der Kanaren. Innerhalb weniger Tage strandeten zwei der seltenen Gervais-Zweizahnwale (Mesoplodon europaeus), ein Pottwal (Physeter macrocephalus) und ein Rundkopfdelfin (Grampus...

Station mit Blick aufs Meer.

 

Mit der im Frühjahr 2017 auf La Gomera eröffneten permanenten Station zur landgestützten Beobachtung von Delfinen und Walen wird Pionierarbeit geleistet. Die GRD unterstützt den Betrieb dieser auf den Kanaren einzigartigen Station. Sie befindet im Süden der Insel, nahe des Valle Gran Rey, welches Ausgangspunkt für die meisten Whalewatching-Touren vor La Gomera ist, und liegt ca. 150 m über dem Meeresspiegel.

Panorama-Ausblick mit High-Tech-Equipment
Beobachtung durchs BIGEYE Fernglas.Die Station ist aus natürlichen Baumaterialien gebaut und bietet der Besatzung – abgesehen von einem Panorama-Ausblick, der nahezu 180° umfasst – Schutz vor Sonne und Wind. Sie ist hochwertig ausgerüstet mit einem BIGEYE Fernglas, einem Canon-Fernglas mit Bildstabilisator und einem Swarovski-Spektiv.

Im täglichen Betrieb sollen nun folgende Ziele umgesetzt werden:

  • Gezielte Koordination der Whalewatcher-Boote zu den Delfin- und Walgruppen
  • Bessere Streuung der Boote, um den Druck auf die Tiere zu verringern
  • Gezielte Studien zum Walbeobachtungstourismus vor La Gomera
  • Erhebung von Sichtungsdaten, um die Populationen und die Artenzusammensetzung genauer erfassen und Veränderungen frühzeitig erkennen zu können.

Neues "Whale Watching Guidance"-Konzept
Fernglas und Spektiv der Station im Abenrot.Das neue "Whale Watching Guidance"-Konzept unserer Partner von M.E.E.R. e.V. wurde den lokalen Whalewatching-Anbietern im Valle Gran Rey vor der Eröffnung der Station vorgestellt. Damit sollte auch die Kooperation mit den Unternehmen vereinfacht werden.

Die Station hat sich schon kurze Zeit nach Inbetriebnahme bestens bewährt: Regelmäßig können Boote zu Tiergruppen geleitet und gezielt auf diese verteilt werden.

Denn letztlich sollen vor allem die Delfine und Wale vor der Insel von dem Projekt profitieren – der Walbeobachtungstourismus soll in naturverträgliche Bahnen geleitet werden.
GRD, Juli 2017
Fotos: Fabian Ritter/M.E.E.R. e.V.

 

Vorderansicht der Station.Ein Pilotwal wird von einem Whale Watching Boot aus beobachtet.

 

 

 

 

 

 

 

Langestuetzte Beobachtung von der Station durchs Spektiv.Station mit Blick aufs Meer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Finnenfoto IDs von Delfinen bei den Kanaren.Schon lange wurde vermutet, dass die um die Kanaren ansässigen Großen Tümmler nicht jeweils nur einer Insel treu sind. Eine Studie der Universität La Laguna auf Teneriffa, die in Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern entstand, belegt nun zum ersten Mal, wie weitläufig Große Tümmler ihren Lebensraum nutzen.

Die Forschergruppe bediente sich dabei der Methode der Foto-Identifikation, die auf der individuellen Erkennung anhand spezieller Merkmale an der Rückenfinne (Kerben, Narben etc.) beruht.

Über 300 identifizierte Tümmler
Die Ergebnisse sind erstaunlich. Offenbar wandern Große Tümmler regelmäßig zwischen den Inseln hin und her.

Über 10 % der insgesamt 313 identifizierten Tümmler wurden vor mehreren Inseln gesehen. Die Distanzen, die sie dabei zurücklegten, variierten zwischen 30 und 130 km. Dass einige Delfine wiederholt gemeinsam gesichtet wurden, zeigt, dass es auch unter den Tümmlern der Kanaren lang andauernde Bindungen gibt.

Meeresschutzgebiete bei den Kanarischen Inseln. Die Studie hat auch Implikationen für den Schutz der Großen Tümmler im Archipel. Bisher wurden nur einige recht kleine Gebiete vor den Inseln als Schutzgebiete ausgewiesen.

Jetzt ist jedoch klar, dass auch die Bereiche zwischen den Inseln wichtig für die Tiere sind. Die Größe der Schutzgebiete muss den neuen Ergebnissen angepasst werden.

Wir danken allen, die mit ihrer Patenschaft für einen La Gomera Delfin oder einer Projektspende die Durchführung dieser und andere Projektarbeiten ermöglicht haben, ganz herzlich.
April 2014, nach Informationen von M.E.E.R. e.V.

Der vor La Gomera tot gestrandete Zwergpottwal liegt an Land auf einer grünen Plane, sein Maul ist weit geöffnet, am Schwanzstiel ist noch das Seil, mit dem er aus dem Wasser gehievt wurde, befestigt.Eine ungewöhnliche Häufung von Delfin- und Walstrandungen führte im April 2006 auf den Kanarischen Inseln zum Tod von mindestens fünf Tieren. Nach ähnlichen Vorkommnissen in der Vergangenheit fiel der Verdacht sofort auf mögliche militärische Manöver im Gebiet der Kanaren.

Innerhalb weniger Tage strandeten zwei der seltenen Gervais-Zweizahnwale (Mesoplodon europaeus), ein Pottwal (Physeter macrocephalus) und ein Rundkopfdelfin (Grampus grieseus). Zudem wurde ein Zwergpottwal (Kogia breviceps) tot auf dem Meer treibend gefunden.

Die zeitliche Nähe der Strandungen ist typisch für Massenstrandungen, die durch vom Militär benutzte Sonargeräte ausgelöst werden. Besonders die empfindlichen Schnabelwale reagieren panisch und der schnelle Aufstieg zur Oberfläche aus großen Tiefen führt dann zu Symptomen ähnlich der Taucherkrankheit, an der die Tiere verenden. Erste Untersuchungen der Kadaver ergaben, dass es sich um gesunde Tiere handelte. Das Zwergpottwalweibchen war tragischerweise trächtig und trug einen etwa drei Monate alten Fötus.

Bereits 2002 und 2004 hatte es Massenstrandungen von Schnabelwalen im kanarischen Archipel gegeben, beide Male wurde ein eindeutiger Zusammenhang mit Militärmanövern hergestellt.

Im Dezember 2007 beschloss das spanische Umwelt- und Verteidigungsministerium, dass in einem Umkreis von 50 Seemeilen ( ca. 90km) um die Kanarischen Inseln der Einsatz leistungsstarker Sonare durch das Militär verboten ist. Mit dem Verbot des Einsatzes von Hochleistungssonaren reagierte die spanische Regierung als erstes Land auf eine Empfehlung des EU-Parlamentes vom Oktober 2004, diese Technologie nicht einzusetzen, wenn Wale in Gefahr sein könnten.

Ein Delfin Eine Untersuchung der kanarischen Organisation Canarias Conservación (Partner des MEER e.V.) in Zusammenarbeit mit der Universität Aberdeen stellte fest, dass viele der auf den Kanarischen Inseln gestrandeten Tiere Plastikmüll im Magen hatten.

Insgesamt wurden 23 der Tiere untersucht, die immer wieder an den Küsten der Inseln stranden. Fünf davon, das entspricht einem Anteil von 22%, hatten Plastik-Artikel im Magen. Je ein Pottwal, Zwergpottwal, Gervais-Schnabelwal, Blauweißer Delfin und Borneodelfin waren betroffen. Man fand teilweise große Stücke Plastik, komplette Plastiktüten und Kunststoff-Filamente, die aller Wahrscheinlichkeit von alten Fischernetzen stammen. Ein Pottwal führte außerdem einen Metallhaken in seinem Innern mit sich. Die Tiere verschlucken diese Produkte entweder weil sie sie mit Nahrung verwechseln oder weil sie in direkten Kontakt mit Fischereigerät kommen. Wale und Delfine "stehlen" häufig gefangene Fische von Angeln oder aus Netzen - mit nicht selten tragischem Ausgang...

Die Tatsache, dass es sich bei den nun untersuchten Tieren um Hochsee-Arten handelt, zeigt wie umgreifend das Problem der Meeresverschmutzung mit menschlichen Abfallprodukten heutzutage ist. Dabei ist die Problematik des so genannten "Mikroplastik" möglicherweise noch um Dimensionen größer: Durch die Verwitterung wird Plastik im Meer in immer weitere Partikel zerlegt, die irgendwann so klein sind, dass sie als mikroskopisch kleine Teilchen in die Nahrunskette gelangen - mit nicht absehbaren Folgen für Meeressäuger, Vögel, Fische, usw.

Dagegen helfen im Prinzip ganz einfache Maßnahmen, zu denen jeder von uns beitragen kann: Möglichst viel Müll vermeiden und Fisch nur aus zertifiziert nachhaltiger Fischerei konsumieren!
Foto: ©Nina Strüh

Drei Grindwale oder Pilotwale schwimmen ganz eng zusammen im tiefblauen Meer vor La GomeraIm Juni 2012 erschien der neue Bericht unserer Partnerorganisation M.E.E.R. e.V., der das Modell eines Meeresschutzgebietes entwirft, das auf nachhaltiges Whale Watching vor der kanarischen Insel La Gomera ausgerichtet ist.

15 Jahre intensiver Wal- und Delfinforschung stecken in dem 37-seitigen Werk, das auch beim Wissenschaftsausschuss der 64. IWC-Konferenz in Panama vorgestellt wurde.

Zeitgleich wurde die spanische Version des Reports den zuständigen Behörden der spanischen Regierung in Madrid, der Umweltabteilung der Regierung der Kanarischen Inseln und der Inselregierung sowie dem Nationalparkamt auf La Gomera vorgelegt.

Titelseite des MPA-Report für Schutzgebiete vor La Gomera.Auf Grundlage des Wissens über Biologie und Ökologie der Wale und Delfine vor La Gomera beschreibt der Report, warum erfolgreicher Meeresschutz ein umfassendes Konzept benötigt, und wie dieses aussehen kann.

Er fokussiert insbesondere die individuellen Voraussetzungen La Gomeras für die Einrichtung eines marinen Schutzgebietes („Marine Protected Area“, MPA) für Meeressäuger bei gleichzeitiger (Weiter-) Entwicklung eines nachhaltigen Whale-Watching-Tourismus. Dabei werden die verschiedenen Nutzergruppen (z.B. Fischerei, Tourismus, lokale Bevölkerung etc.) genau beleuchtet und die notwendigen Regulierungen dargelegt, die für eine nachhaltige ökologische sowie ökonomische Entwicklung notwendig sind.

Mit gutem Beispiel voran: Das Best-Practice-Projekt MEER La Gomera
Die spezifischen Handlungsempfehlungen, die den Rahmen für ein umfassendes Managementkonzeptes für das Schutzgebiet stecken, sind das Kernstück des Berichts. Sie basieren auf dem großen Datenschatz des M.E.E.R. e.V., der über viele Jahre in Zusammenarbeit mit seinen Partnern - allen voran dem Whale-Watching-Anbieter OCEANO La Gomera - im Rahmen des Best-Practice-Projektes MEER La Gomera erarbeitet wurde.

Wichtige zeitgemäße Aspekte wie der ökosystemare Ansatz, die Betonung des vorbeugenden Prinzips ("precautionary principle") und der Einbezug aller Akteure sind in der Begründung des vorgeschlagenen Schutzstatus genauso integriert wie Vorschläge zu Forschung, Monitoring, Durchsetzung und Finanzierung des Schutzgebietes.

Insgesamt zielt der Maßnahmenkatalog auf den Schutz des gesamten marinen Ökosystems vor La Gomera und damit auch aller Delfin- und Walarten ab.

Die Handlungsempfehlungen sind indes nicht nur für La Gomera bzw. die Kanaren, sondern auch für die Einrichtung von Meeresschutzgebieten für Cetaceen in Europa und weltweit relevant – überall dort, wo Whale Watching betrieben und erhöhter Schutz der Wale und Delfine notwendig wird.

Der Bericht kann somit zu einem wichtigen Instrument zur Einrichtung mariner Schutzgebietes auf internationaler Ebene werden.

⇒ MPA-Report Schutzgebiet La Gomera

Ihre Hilfe für das Projekt La Gomera

Bigeye-Fernglas.

Ein Familientyp braucht Hilfe

Drei Grindwale oder Pilotwale schwimmen ganz eng zusammen im tiefblauen Meer vor La Gomera.

Indische Grindwale sind Delfine und leben in Familienverbänden. Ihre Körperlänge variiert von 3,5 bis 6,5 m. Männchen deutlich größer als Weibchen.

⇒ Familientyp-Patenschaft ⇒ Patenschaft verschenken