Alarmierend: Zahlreiche tote Delfine im Tyrrhenischen Meer

von | 2. September 2019 | News - Delfine

Ist Plastik die Ursache für den Tod der Wale?

Das Tyrrhenische Meer ist Teil des Mittelmeers und beherbergt zahlreiche Delfinarten. Aktuell ist Italien über zahlreiche Todesfälle der Meeressäuger besorgt. Die Ursache des Todes von mehr als 30 Tieren seit Jahresbeginn ist noch nicht ganz klar. Möglicherweise sind die Tiere durch einen Virus befallen worden oder auch durch Plastik gestorben.

Zahlreiche Delfine binnen kurzer Zeit in Italien gestorben

Seit Beginn dieses Jahres sind bereits 34 Tiere im Tyrrhenischen Meer tot aufgefunden worden. Im vergangenen Jahr waren es 28 – somit ist die Anzahl der seit Anfang 2019 gestorbenen Tiere schon jetzt höher als im gesamten letzten Jahr. Der letzte Delfin, den man tot aufgefunden hat, ist am Strand des Naturschutzparks in San Rossore nahe Pisa, Toskana, angespült worden – so berichtet eine italienische Tageszeitung. Der Delfin, insgesamt drei Meter lang, war schon einige Tage tot. Binnen drei Tagen war er das dritte verstorbene Tier, das man in der Toskana gefunden hat.

Toter Delfin am Sandstrand; © APAweb / AFP, TUCA

Ist Plastik Schuld am Tod der Delfine?

Die verstorbenen Tiere wurden zeitnahe von Experten untersucht. Wie sich gezeigt hat, waren die Mägen der Tiere leer. Es hatte den Anschein, als hätten die Delfine seit mindestens drei Tagen nichts mehr gegessen. Das liegt die Vermutung nahe, dass die Meeressäuger erkrankt waren. Möglicherweise waren sie von einem Virus befallen. Bereits im Jahr 2013 haben Fachleute in Italien tote Wale gefunden, die am Masern-Virus erkrankt waren.

Auch Wale sind akut bedroht

Besorgnis besteht derzeit auch darüber, dass mehrere Wale verstorben sind. So sind im Raum Italien beispielsweise auch oft Tode von Pottwalen zu beobachten. Seit Anfang 2019 hat man 17 tote Wale in Italien entdeckt. Das ist eine besorgniserregend hohe Anzahl von Tieren, da der Jahresdurchschnitt eigentlich bei nur vier Todesfällen liegt. Fachleute vermuten, dass sich durch die immer höher steigende Wassertemperatur Bakterien entwickeln, die die Tiere befallen und sie krank machen.

Plastik ist oft eine Ursache für den Tod von Walen und Delfinen

Eine wesentliche Ursache darf aber nicht vergessen werden: Oft ist auch die große Menge von Plastik, die Wale und Delfine aufnehmen, Schuld am Tod der Meeressäuger. Erst im Frühjahr wurde in Italien ein gestrandeter Pottwal aufgefunden, der 22 Kilogramm Plastikmüll aufgenommen hatte. Wenn die Tiere so viel Plastikmüll verschlucken, bleibt im Magen kein Platz mehr für ihre normale Nahrung. Somit verhungern die Tiere elendig. Hinzu kommt, dass die aufgefundene Walkuh schwanger gewesen ist. Ein weiterer, sehr trauriger Fakt: Britische Forscher haben Mikroplastik in allen Meeressäugern finden können. Das Plastik hat sich also schon längst in unseren Weltmeeren ausgebreitet.

Letztlich bleibt erneut der Appell: Wer das Meer retten möchte, sollte sein Konsumverhalten genauestens kontrollieren. Wir als Verbraucher haben es in der Hand, uns bei unseren alltäglichen Einkäufen gegen Produkte mit umweltschädlichem Plastik zu entscheiden und auf andere Alternativen zurückzugreifen. Auch bei der Fortbewegung haben wir die Möglichkeit, uns für das umweltfreundliche Fahrrad oder den ÖPNV zu entscheiden – denn der Reifenabrieb zählt bei uns in Deutschland zu einer der größten Ursache von (Mikro)plastik.

Titelbild: Toter Delfin; Fotocredit: © AP/Helene Peltier

Plastiktüten im Magen eines Schnabelwals; Fotocredit: © Christoph Noever/Universität Bergen

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