Vaquita: Die letzten ihrer Art sollen eingefangen werden

von | 19. Dezember 2016 | News - Delfine

Noch nie in Gefangenschaft gehalten!

Die Regierung Mexikos will mit einem letzten Kraftakt so viele der letzten überlebenden Vaquitas wie möglich einfangen. Ziel ist es, ein Zuchtprogramm aufzubauen. Es wird befürchtet, dass es überhaupt nur noch acht fortpflanzungsfähige Vaquitaweibchen in freier Wildbahn gibt. Jedoch wurde diese Art, die auch Hafenschweinswal genannt wird, noch nie in Gefangenschaft gehalten!

Keine Chance für die Kleinen?

Vaquitas (Phocoena sinus) gehören zur Familie der Schweinswale. Sie gelten als eine der am stärksten bedrohten Säugetierarten der Welt. Denn ihr Verbreitungsgebietes im nördlichen Golf von Kalifornien (Mexiko) ist sehr klein und sie sind einem enorm hohen Nutzungsdruck ausgesetzt. Die nur bis etwa 1,5 Meter groß werdenden Miniaturwale gehören zu den kleinsten Delfinartigen.

Erst im Oktober wurden auf der 66. Tagung der Vertragsstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) im slowenischen Portorož Schutzmaßnahmen beschlossen. Nur wenige Wochen später erweist sich: Das kommt zu spät und ist zu wenig. Im Mai 2016 teilte die mexikanische Regierung mit, dass der Bestand auf etwa 63 Individuen gesunken sei. Darunter seien nur etwa 25 Weibchen.

Vaquitas © Paula Olson / NOAA /public domain

Nachfrage aus China nach Totoaba-Schwimmblasen rottet die kleinen Wale aus

Hauptursache für den dramatischen Bestandsrückgang ist die illegale Stellnetzfischerei im Golf von Kalifornien. Die letzten Vaquitas ertrinken sinnlos als Beifang. Denn die Fischer haben es dabei auf den gleichfalls bedrohten Totoaba (Totoaba macdonaldi), einen Umberfisch, abgesehen. Dieser kann über 2m lang und über 100 kg schwer werden. Doch nur seine Schwimmblase interessiert die Fischer. Denn sie ist in der traditionellen chinesischen Medizin eine spezielle Delikatesse. Eine einzige Schwimmblase kann mehrere Tausend Dollar erlösen.

Immer weider gelingt es den Fischern ihre Netze auszubringen. Totz gewaltiger Anstrengungen der mexikanischen Küstenwache, die illegale Stellnetzfischerei zu unterbinden. So wurden allein zwischen dem 10. Oktober und dem 7. Dezember 103 Stellnetze konfisziert. Selbst der Einsatz von Überwachungsdrohnen konnte dem kriminellen Treiber kein Ende bereiten.

Überleben in einer geschützten Bucht?

Die letzten Vaquitas sollen nun in einer geschützten Bucht vor den tödlichen Netzen Schutz finden. Doch es gibt weder Erfahrungen mit dem Einfangen noch mit der Haltung dieser Art in Gefangenschaft. Fangaktionen von Meeressäugetieren gehen mit immer mit hohen Verlusten einher.

So könnte die verzweifelte Rettungsaktion den Untergang der Art noch beschleunigen. Zusätzlich, so befürchten Experten, würde auch der Totoaba mit in den Untergang gerissen. Denn ist die Leuchtturm-Art – die letzten Vaquitas – nicht mehr im nördlichen Golf von Kalifornien vorhanden, wird es auch weniger Kontrollen geben. Das Gebiet und die dort noch lebenden Arten wären “zum Abschuss freigegeben”. Für die Fischer bräche eine Art Goldrausch aus.

Nur die Freiheit bietet eine Überlebenschance

Nach Meinung der GRD, wie auch anderer Experten, hat haben die letzten Vaquitas nur in freier Wildbahn eine Überlebenschance. Diese ist mittlerweile allerdings extrem klein. Gelingt es nicht, die illegale Fischerei abzustellen, werden die kleinen Schweinswale angesichts der derzeitigen Verlustraten von etwa 40 Prozent im Jahr in spätestens fünf Jahren ausgestorben sein.
Foto oben Vaquita: Paula Olson | NOAA | public domain

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