SUP-Erstumrundung des Genfer Sees für den Delfinschutz

by | 7. Juli 2015 | News - Kroatien

In knapp drei Tagen per SUP rundum Europas zweitgrößten See

Kein Lüftchen weht auf dem Genfer See und das Thermostat klettert auf bis zu 37 Grad. Nicht unbedingt ideale Bedingungen für eine kraftraubende Expedition, die über mehrere Tage gehen soll. Unbeeindruckt dessen, bestückten drei Paddel-Pioniere am Ufer von Montreux ihre SUP-Bretter und bereiteten sich mental auf ihre anstehende Expedition vor. Das Ziel: in knapp drei Tagen (vom 02.07 – 05.07.2015) einmal per Stehpaddel rundum Europas zweitgrößten See (etwa 200 km SUP-Fahrstrecke). Die Kaufbeurer Zwillingsbrüder Mario und Manuel Stecher (32) und ihr kanadischer Teamkollege Andy Dressler (44) verbanden ihre Aktion mit einem Spendenaufruf zugunsten unseres Projekts zur „Rettung der letzten Adria-Delfine“ in Kroatien.

Von Montreux bis Coppet

Bei absoluter Flaute und im Licht der sengenden Sonne paddelten wir am ersten Tag von Montreux bis zum Westufer nach Coppet in 15,5 Stunden. Wie bereits 2014 bei der Erstumrundung des Gardasees hatte auch dieses Mal jeder sein Board mit Essen und Trinken für vier Tage, sowie Isomatte und Schlafsack für die Nächtigung im Freien bepackt. Gepaddelt wurde bis Mitternacht, ausgestattet mit Knicklicht am Heck und Stirnlampe, um von anderen Booten frühzeitig erkannt zu werden. Eine für ihren Zweck ideale Übernachtungsmöglichkeit fanden wir in Form einer Schwimminsel in Nähe des Ufers.

Eine Frage der Krafteinteilung

Der zweite Tag wurde zur mentalen und körperlichen Herausforderung schlechthin. So zog sich die Strecke von Genf bis zum Kapp von Nernier ins Unendliche und eine kleine Brise gegen an zerrte an den Nerven. Die größte Herausforderung war die Hitze! Jeder hatte zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten seinen körperlichen und mentalen Tiefpunkt, sodass wir aufeinander Acht geben mussten, dass keiner einen Hitzeschlag erleidet. Es ist alles eine Frage der richtigen Krafteinteilung! Nach abermals schweißtreibenden 14,5 Stunden effektiver Paddelzeit war auch dieser Tag vorüber.

Übernachtung im Wasserbett

Das Highlight für diesen Tag sollte eine Nächtigung auf dem SUP selbst sein. Angebunden an einer Boje versuchte ich dort mit dem Schlafsack zu schlafen. Leider musste ich ab 02.30 Uhr morgens das „Wasserbett“ verlassen, da ich mich gezwungen durch Schulterschmerzen immer wieder hin- und herdrehen musste und somit ein ruhiger, trockener Schlaf in Rückenlage nicht länger zu garantieren war.

Dritter Tag

Mehr oder weniger ausgeruht ging es am dritten und letzten Tag von Evian auf der französischen Seite des Sees weiter bis zum Ausgangspunkt in Montreux. Diese Strecke war in vier Stunden Paddeln schnell und einfach erledigt. Vor dem Ufer in Montreux feierten wir unsere Umrundung mit dem Entzünden einer Magnesiumfackel.

Vor dem Ufer in Montreux.

Zum Abschluss Jazz - Fazit

Unser Timing hätte nicht besser sein können. Es war gerade der Beginn vom Internationalen Jazz-Festival in Montreux – ideal, um die gelungene Umrundung zu feiern. So ging wir abends auf einem Oldtimer-Motorboot „Riva“, Baujahr ´69, bestückt mit einer guten Flasche französischen Weißweins, vor die beleuchtete Uferpromenade vor Anker, um den Tag gebührend ausklingen zu lassen. Unser Team war gemeinsam durch körperliche und mentale Höhen und Tiefen gegangen.

Doch all der Aufwand und die Anstrengung waren es mal wieder wert! Nach ca. 200 Kilometern und 34 Stunden war es schließlich geschafft. Außer ein paar Blasen und tauben Zehen gab es keine Blessuren. Wir sind sehr glücklich, dass wir unseren eigenen Rekord bereits am ersten Tag geknackt haben. Und natürlich auch darüber, mit unserer Expedition wieder auf das wichtige Projekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) aufmerksam machen zu können.
Mario Stecher, Juli 2015 Fotos: Holger Dorn / Photography – www.dorn-photography.de

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STRELICA

Strelica (Pfeil) wurde gemeinsam mit den Patendelfinen Dobro Jutro und Poveliki beim Wellenreiten beobachtet.

VESELJAK

Veseljak (Spaßvogel) verdankt seinen Namen seiner schier unbändigen Lust an akrobatischen Sprüngen. Oft hielt er mit seiner Energie den Rest der Delfingruppe "auf Trab".

LUNA

Luna wurde im Juli 2015 vom "Adriatic Dolphin Observer" Werner Kellerer in der südlichen kroatischen Adria vor Slano identifiziert.

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