Patendelfine und ihr Nachwuchs

by | 19. August 2016 | News - Mosambik

Bereits 155 Delfin-Sichtungen 2016

Unsere residenten Indopazifischen Großen Tümmler aus dem Schutzgebiet Ponta do Ouro zeigen sich auch in diesem Jahr sehr zutraulich und interessiert. Während unserer bislang in diesem Jahr durchgeführten 15 Monitoringfahrten trafen wir sie fast jedes Mal an. Nur wenn Buckelwale in der Nähe waren, blieben sie lieber in Deckung. Insgesamt hatten wir 2016 bereits 155 Delfin-Sichtungen. Auch die Patendelfine sind wohlauf und erfreuen sich des Lebens, besonders „Bo“ mit ihrem Baby „Bojangles“ und „Gilly“ mit dem kleinen „Gambit“, einem Männchen. Beide sind jetzt etwa 9 Monate alt.

Jungdelfine mit auffälligen Finnenmarkierungen

Ungewöhnlich ist, dass auch die Jungdelfine von Ponta schon recht auffällige Finnen mit vielen Kerben und Schrammen aufweisen. Normalerweise sind diese Markierungen, an denen man einen Delfin, ähnlich wie beim Menschen mithilfe des Fingerabdrucks, sehr gut individuell identifizieren kann, erst bei subadulten oder erwachsenen Tieren zu beobachten. Wir wollen nun versuchen herauszufinden, warum unsere Jungdelfine derart zerzauste Finnen aufweisen. Die Vermutungen gehen von Verletzungen durch Bootspropeller, über Haiangriffe bis hin zu Spuren einer Verhedderung in Lang- oder Angelleinen.

Mosambik Patendelfin Gulliver. Foto: Angie Gullan / DolphinCareAfrica

Monitoring im Norden des Schutzgebiets und eine einsame Seekuh

Im Juli fanden zwei Monitoringfahrten in die nördlichen Regionen des Schutzgebiets statt. Sie dienten unter anderem zur Datenerfassung für die DCA-Studie „Lebensraumnutzung und Populationszusammensetzung von drei Delfinarten im Süden von Mosambik„. Eine andere unserer Studien befasst sich mit den jahreszeitlichen Wanderungen der Buckelwale.

Mit der kontinuierlichen Erfassung und Beobachtung der Ponta-Delfine und anderer Meeressäuger gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse über Habitatnutzung und zwischenartliche Beziehungen der Indopazifischen Großen Tümmler (Tursiops aduncus) mit den Buckeldelfinen oder Bleifarbenen Delfinen (Sousa plumbea). Und natürlich erfassen wir auch Sichtungen anderer Meeressäuger. So trafen wir, wie im letzten Jahr, wieder auf einen einzelnen Dugong (Dugong dugon) oder Gabelschawanzseekuh.

Die Sichtung eines einzigen Exemplares dieser hochgradig vom Aussterben bedrohten Art zur selben Zeit am gleichen Ort, aber ein Jahr später, erfüllt uns mit Wehmut. Kann es wirklich sein, dass es keine weiteren Dugongs im Schutzgebiet mehr gibt?
Nach Informationen von Angie Gullan, Dolphin Care Africa (DCA)
Foto oben: Angie Gullan, Dolphin Care Africa (DCA)

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INGRID

Ingrid ist ein Weibchen und wurde 2006 identifiziert. Sie wurde nach einer Frau benannt, deren letzter Wunsch es war, einmal mit Delfinen zu schwimmen. Ingrid verbrachte besonders viel Zeit mit ihr...

GULLIVER

Gulliver ist die 2007 geborene Tochter von Gilly und gleichfalls sehr kontaktfreudig. Besonderes Merkmal ist ein aufgrund eines Haiangriffs stark lädierter Schwanzstock.

GILLY

Gilly ist ein Weibchen. Sie wurde im Juli 2003 identifiziert und ist sehr neugierig und gesellig. 2007 brachte sie das Delfinmädchen "Gulliver" zur Welt

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